Spielstarkes Kollektiv
Von Steffi Lang
"Selbstbewusste Bären wollen angreifen": So titelte unsere Zeitung am 9. September 2004 im Rahmen der Vorschau auf die Saison 2004/2005. Und angegriffen haben sie, die Zweitliga-Handballerinnen der TSG Ketsch. Der Lohn für die Mühen der schweißtreibenden Vorbereitung und die attraktiven Spiele vor allem gegen die Spitzenmannschaften Göppingen, Erfurt und Markranstädt war der Aufstieg in das deutsche Handball-Oberhaus, der mit zwei klaren Siegen gegen Göppingen im Play-off unter Dach und Fach gebracht wurde.
Es ist ein verdienter Triumph, der den Bären nach den einjährigen Gastspielen in den Spielzeiten 1994/1995 und 1999/2000 die dritte Runde in der 1. Liga beschert und auch eine sehr erfolgreiche Saison für den ganzen Verein zu Ende gehen lässt. Die "kleinen" Bären schafften vor einigen Wochen als Meister der Badenliga mit einer fast kompletten A-Jugend den Aufstieg in die Baden-Württemberg-Oberliga. Die "großen" Bären haben ihren Traum Realität werden lassen und sind nach den sensationellen Endspielen gegen Göppingen nun Mitglied der 1. Bundesliga. Sie haben sich über die Region hinaus durch ihre schnelle Spielweise Freunde gemacht und somit die beste Werbung in Sachen Frauenhandball auf dem Parkett betrieben. Glückwunsch, TSG Ketsch!
Mannschaftliche Geschlossenheit, ein spielstarkes Kollektiv, akribisches Arbeiten, der Glaube an sich selbst und das Bären-Konzept, talentierte und willige Spielerinnen aus der Region ohne Starallüren, Kampfgeist pur sowie Trainerin Karin Euler als Mutter des Erfolges: Das sind die Gründe, warum die Ketscher Handballerinnen, die sich gegen weitaus finanzstärkere Konkurrenz durchgesetzt haben, nun am Ziel angekommen sind. Geld alleine steigt nämlich nicht auf, eine Vielzahl guter und vor allem teurer Einzelspielerinnen muss nicht gleichbedeutend mit Siegen sein. Und gerade weil die TSG im finanziellen Bereich nicht auf Rosen gebettet ist, deshalb auf Teamgeist und vor allem auf Nachwuchskräfte und Akteurinnen bauen muss, die nicht nur ans Geld denken, sondern den Handballsport mit viel Idealismus betreiben, gönnt jeder Handballfan der TSG diesen Triumph.
Die Mischung stimmt bei den Bären. Erfahrene Spielerinnen und junge Talente bilden eine Einheit unter Führung der routinierten Trainerin Karin Euler, die zu einer echten Institution am Altrhein geworden ist, ihren Job versteht und die kampfstarke Mannschaft zu Höchstleistungen treibt. Diese ist in den vergangenen Jahren gewachsen und gereift, hat zum großen Sprung angesetzt und ist sicher gelandet. Durch den Aufstieg erfüllt sich nicht nur ein Traum für die Spielerinnen und das Trainerteam der ersten Mannschaft, sondern auch das TSG-Jugendkonzept wird enorm davon profitieren. Eine Erstliga-Mannschaft als Speerspitze für den talentierten Nachwuchs, der in dieser Saison mit seiner C-, B- und A-Jugend in Baden und auch darüber hinaus seine Klasse bewies, setzt sicher noch mehr Kräfte und Ehrgeiz bei den Talenten frei, auf die Ketsch trotz der Zugehörigkeit zur 1. Bundesliga weiter setzen muss und auch will.
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