das ist dann auch vorbei...
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Chaos vorm Silobad: Zu wenige Parkplätze?
Höchst. Die junge Frau, die am Sonntag mit ihrem Auto den Parkplatz vor dem Silobad ansteuerte, ist sauer. Zwar hatte sie den einen oder anderen freien Parkplatz gesehen, aber anfahren durfte sie ihn nicht. Ein Wachmann erklärte, es handele sich um «Vip-Parkplätze», die für ausgewählte Besucher des Handballspiels in der Ballsporthalle reserviert seien. Doch offensichtlich waren die Plätze zu spät gesperrt worden, denn noch während der Wachmann erklärte, sah die Höchsterin mit Schwimmzeug beladene Familien, die in Autos stiegen, die auf den «Vip-Parkplätzen» standen.
Der Wachmann musste sich von etlichen Schwimmbadbesuchern Beschwerden und Drohungen gefallen lassen. Und auch für Handballbesucher gab es wohl zu wenig Parkplätze, obwohl diese für eine Reservierung einiges zahlen mussten. Das Resultat: Chaos in den Straßen rund ums Silobad.Dieses hätte sich, so vermutet Otto Junck, Geschäftsführer der Bäderbetriebe Frankfurt (BBF), nicht durch bessere Beschilderung oder Organisation des Parkplatzes verhindern lassen. Es gibt in diesem Bereich in solchen Ausnahmesituationen wie am Sonntag wohl schlicht und einfach zu wenig Parkplätze. Wegen des schönen Wetters waren am Sonntag 4300 Abkühlung suchende Besucher im Silobad. Für diese – die meisten kommen mit dem Auto – stehen laut Junck 300 Parkplätze zur Verfügung. Das Silobad wird zudem von der Buslinie 54 bedient, die am Wochenende im Viertelstundentakt verkehrt. Dies hält Klaus Linek, Sprecher der Nahverkehrsgesellschaft Traffiq «im Grundsatz für angemessen».
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Dass in dieser Saison jedoch noch einmal Schwimmbad- und Ballsporthallenbesucher in Konkurrenz um Parkplätze treten, sei eher unwahrscheinlich: Die Basketball-Spiele der Opel Skyliners seien abends, und das Spiel der SG Wallau-Massenheim war das letzte Bundesliga-Match des Vereins. (öp)
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Rote KarteRote Karte: Die SG Wallau-Massenheim ist ohne Bundesliga-Lizenz. Logische Konsequenz aus dem Insolvenztheater der letzten Monate. Weder der Weg in die Existenzkrise noch das aktuelle Krisenmanagement zeugen von Handball-Professionalität. Im Zirkus um freundliche Sanierung und feindliche Übernahme der maroden Spielbetriebs GmbH ist kein überzeugender roter Faden zu erkennen.
Der Schulterschluss zwischen der Opposition um die Schöpfer und Zahlmeister des Bundesliga-Handballs, Bodo Ströhmann/Harald Scholl, und der jetzigen Regie fehlt ebenso, wie die Solidarität der Region. Der Zuschauer-Rückhalt wurde trotz lauter Hilferufe nicht stärker. Sponsoren stehen auch nicht Schlange, Gläubiger dafür beharrlich.Bisher gelang es nicht, ein solide finanziertes, nachhaltiges Konzept zu präsentieren. Auf dem Tisch türmen sich weiter Altlasten: Forderungen des Fiskus, ausstehende Gehälter. Schon in der neuen Spielzeit droht das gleiche Theater. Die seit Monaten kultivierte Hinhaltetaktik der Gesellschafter (besonders deren Sprecher Ralf Jahncke) bis zum jüngsten Veto der Deutschen Handball-Liga (DHL) weckte kein Vertrauen. Eine glaubwürdige Sanierung schaut anders aus.
Vor diesem Hintergrund wirkt der Poker durch die Rechtsinstanzen und die Drohung mit zivilrechtlichen Schritten peinlich. Rote Karte. Hätten die Sanierer diese Energie besser in die Hausaufgaben gesteckt.
So bleibt die traurige Erkenntnis: SG Wallau-Massenheim besitzt zu wenig Substanz für eine Existenz in der Handball-Bundesliga. Da empfiehlt sich der Neuaufbau in der Regionalliga, wo die zweite Mannschaft beheimatet ist. So tief wäre der Sturz also nicht einmal.
Mit sechs Lizenzverweigerungen, darunter Europacup-Sieger Tusem Essen, dokumentiert die HBL endlich den Willen, Glücksrittertum, Bilanztricks und unseriöse Haushaltsführung den Riegel vorzuschieben. In der am Sonntag zu Ende gegangenen Bundesligasaison erwischten die Lizenzgeber dennoch erst die Spitze des Eisbergs. Fast ein Dutzend Vereine in Liga eins und zwei wären ebenfalls reif. Die kriminellen Machenschaften beim HSV Hamburg (mit acht Punkten Abzug bestraft) haben Ruf und Image der „stärksten Liga der Welt“ schon vor Weihnachten geschadet. Rote Karte? Fehlanzeige.
Es ist vieles faul. Neben mangelhafter Wirtschaftlichkeit sorgt die Überfremdung für Entwicklungsstörungen. Der Drang in große Hallen, die wenigsten Klubs können diese füllen, entwurzelt und entfremdet. Nord-Süd-Gefälle trübt das Leistungsbild. Die Kräfteverschiebung von der Fläche (kleinere Vereine) in die Zentren zermürbt viele Klubs in der Drei-Klassengesellschaft Bundesliga. Die Atmosphäre in vielen Hallen lässt bedenklich knappen Spielraum für Fairplay, setzt Schiedsrichter unter Druck – Heimvorteil auf die Spitze getrieben. All das drängt sportliche Qualität und Spielkultur in den Hintergrund.
Erfolg und Spaß um jeden Preis. Geschäft, Zirkus und Aggressionsventil. Guter Handballsport kann sich oft kaum mehr entwickeln. Auch wenn die Statistiken Qualität vorgaukeln.
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