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Münster gibt zwei Punkte aus der Hand
Nieder-Olm. Es wird wieder spannend in der Handball-Regionalliga Südwest. Die TSG Münster musste gestern beim TV Nieder-Olm eine 25:26 (12:12)-Niederlage einstecken und führt nur noch mit einem Punkt vor der TSG Haßloch.«Wenn wir die letzten drei Angriffe so vergeben, wie wir es gemacht haben, und dazu 22 technische Fehler machen, dann können wir nicht gewinnen», resümierte Trainer Hans-Josef Embs enttäuscht, «dabei hat Nieder-Olm nun auch kein gutes Spiel gemacht». Seine Mannschaft spielte nicht mit dem üblichen Tempo. Doch Nieder-Olm konnte daraus kein Kapital schlagen, agierte zu hektisch und hatte im Rückraum wenig Durchschlagskraft. Nach fünf Treffern in Folge schien Münster beim Stand von 5:3 im Spiel zu sein, doch blieben die Gastgeber dran. Der Tabellenführer verstand es nämlich trotz einem in der ersten Halbzeit durchsetzungsstarken Bodo Mantel nicht, Ruhe in seine Aktionen zu bekommen. Der Linkshänder traf bis zur Pause sieben Mal für seine Mannschaft, doch ab Mitte der ersten Hälfte führten wieder die Gastgeber. Dazu kam, dass Eryk Kaluzinski bereits nach 15 Minuten zwei Zeitstrafen bekommen hatte.
Nach dem Wechsel hatte der Gastgeber den besseren Start und setzte sich bis zur 40. Minute auf 20:15 ab. Dabei bewahrheitete sich die Befürchtung von Embs, der davor gewarnt hatte, überhastet abzuschließen. In dieser Phase bestraften die Gastgeber dies konsequent mit Tempogegenstoßtoren. Anschließend hatte Münster das Spiel wieder im Griff, ließ acht Minuten kein Gegentor zu und schaffte es, nach einer doppelten Unterzahl sieben Minuten vor dem Ende wieder in Führung zu gehen. Dabei hatte Thomas Gölzenleuchter nach 55 Minuten wegen einer harten Aktion gegen Mathias Konrad die rote Karte gesehen. Bis zur 57. Minute legten die Gäste vor, hatten beim 25:24 in drei Angriffen die Gelegenheit, das 26. Tor zu werfen. Erst vergab Mantel eine Chance, die nicht klar herausgespielt war, die Gastgeber glichen mit einem Tempogegenstoß zum 25:25 aus. Anschließend beging Andreas Kalmann ein Stürmerfoul, erhielt eine Minute vor Schluss wegen Meckerns eine Zeitstrafe. Nieder-Olm ließ seinen Angriff ungenutzt, so dass Münster 40 Sekunden vor dem Ende erneut die Chance hatte, vorzulegen. Kaluzinski nahm sich aber eine unvorbereitete Aktion 30 Sekunden vor dem Ende, Nieder-Olms Torhüter Thomas Möbus wehrte ab und die Gastgeber trafen durch Michael Kundel drei Sekunden vor Schluss zum unerwarteten Sieg.Nieder-Olm: Möbus (1. bis 60.), Radewald (4 Siebenmeter); Popa (1), Kundel (4), Roman Walch (1), Herberg (1), Pulg (4), Hangen (6/ 2), Konrad (3), Schnell (2), Ickenroth (2/2), Fleckenstein (2/1). Münster: Lehnert (1. bis 39.), Bansa (39. bis 60.); Mantel (8/1), Kaluzinski (7/1), Thomas Mauch (5), Matthias Mauch, Clasen, Christmann, Völker, Gölzenleuchter (1), Kalmann, Brendemühl (4/2). Schiedsrichter: Cawein/Pfister (Wörth). Zuschauer: 400. (vho)
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Fünf Fragen an
Bodo Mantel (TSG Münster)
Münster. Nach der unnötigen 25:26-Niederlage der TSG Münster beim TV Nieder-Olm ist es wieder spannend geworden in der Handball-Regionalliga Südwest. Der Vorsprung auf den Tabellenzweiten TSG Haßloch, gegen den Münster am letzten Spieltag (7. Mai) noch in eigener Halle spielt, beträgt jetzt gerade noch einen Punkt. HK-Redakteur Volker Hofbur sprach mit Rückraumspieler Bodo Mantel über die Ursachen der überraschenden Niederlage und bat ihn um einen Ausblick auf die ausstehenden fünf Spieltage.Worin sehen Sie die Gründe für die Niederlage ?
BODO MANTEL: Wir haben einfach zu viele Fehler im Angriff gemacht. Schon in den letzten Spielen war die Angst vor dem Verlieren da. Wir haben dabei kämpferisch mehr geleistet als spielerisch. Am Sonntag hat das dann nicht mehr geklappt.Die TSG Haßloch hat zuletzt aus 14 Spielen 27:1 Punkte geholt. Hat diese gute Serie Ihre Mannschaft beeinflusst ?
MANTEL: Nein. Uns war klar, dass die Haßlocher nicht aufgeben werden, nachdem sie uns in der Hinrunde geschlagen haben. Wenn du Meister werden willst, musst du mindestens ein Mal den Tabellenzweiten schlagen. Außerdem muss ich sagen, dass Haßloch erst in den letzten Wochen wirklich überzeugende Leistungen geboten hat.
Wie geht die TSG Münster mit dem steigenden Druck um ?
MANTEL: Sicher ist der Druck gewachsen. Wir müssen uns nun aber einfach wieder auf unsere spielerischen Fähigkeiten besinnen.
Glauben Sie, dass sich an der Ausgangslage vor dem Spitzenspiel gegen Haßloch am letzten Spieltag noch etwas ändern wird ?
MANTEL: Zuerst glaube ich, dass beide Mannschaften ohne Niederlagen durchkommen werden. Für Haßloch besteht die Gefahr, ein Spiel zu verlieren, uns kann das in Petterweil und Nieder-Roden auch passieren. Es wird auf jeden Fall zu einem richtigen Endspiel kommen. Irgendwie hatten wir es in der Mannschaft aber immer gewusst, dass die Entscheidung erst am letzten Spieltag im direkten Duell fällt.
Wer wird Meister ?
MANTEL: Wir. Wir werden Haßloch schlagen, weil wir Leute mit einer unglaublichen Willenskraft in unserem Kader haben. Ich glaube auch, dass wir über mehr spielerische Mittel verfügen. Dennoch wird die Tagesform eine Rolle spielen.
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