Münster gewinnt ein tolles Regionalliga-Derby
Münster. Es war eines der besten und stimmungsvollsten Derbys, das die TSG Münster und die SG Wallau/Massenheim II in der Regionalliga Südwest spielten. Und es war eine echte Werbung für den Handballsport. Mit 32:29 (17:17) setzten sich die Gastgeber in der mit 900 Zuschauern vollen Eichendorffhalle durch, weil sie in den Schluss-Minuten weniger Fehler machten.
Münster hatte den besseren Start, lag nach fünf Minuten mit 3:1 vorne, da Wallau am Anfang in der Deckung nicht die richtige Einstellung gegen die Rückraumspieler der Gastgeber fand. Zu unbedrängt kamen anfangs Bodo Mantel und Thomas Mauch zum Abschluss. Doch die Gäste fingen sich, stellten sich in der Deckung besser ein und waren im Angriff effektiv wie nur ganz selten, zumal wenn man bedenkt, dass die Mannschaft mit Martin Lorenz, Ralph Gaßmann und Stefan Bonnkirch drei Spieler ersetzen musste. Münster hatte bei einer 7:5-Führung nach zehn Minute die Chance, sich abzusetzen. «Dann haben wir aber unsere Chancen nicht genutzt», musste Trainer Hans-Josef Embs feststellen. Die Gäste kamen zu vier Toren in Folge, schlossen in dieser Phase jeden Angriff erfolgreich ab und machten fortan ein Klassespiel. Sie lagen in dieser Phase zumeist in Führung, Münster hatten zu viele Ballverluste, um Sicherheit in die eigenen Aktionen bringen zu können. Dazu hatte der Spitzenreiter Abstimmungsprobleme in der Deckung, die Wallau konsequent nutzte. Die Gäste wirkten sicherer, hatten nach 25 Minuten eine 16:13-Führung herausgespielt, die sie aber nicht in die Pause bringen konnten.
Die zweite Hälfte war ein Spiegelbild des ersten Durchgangs. Anfangs legte Münster vor, dann wieder die Gäste. Als Christoph Lehnert nach 39 Minuten wegen einer Unsportlichkeit eine Zeitstrafe bekam, musste Torwarttrainer Thorsten Wolf ins Tor, da mit Konrad Bansa der zweite Torhüter wegen einer Wirbelblockade fehlte. Die Gäste lagen bis zur 55. Minute vorne, nur ein Mal lagen sie dabei mit zwei Toren in Front. Münster nutzte durch Matthias Mauch immer wieder die freien Räume in der nun offensiven Deckung, da Wallaus Trainer Jörg Schulze Manndeckungen gegen Thomas Mauch und Bodo Mantel spielen ließ, um den Spielfluss der Gastgeber zu stören. Im Angriff hatten die Wallauer nun vermehrt Fehlversuche, wobei sich Wolf kontinuierlich steigerte. Beim 29:28 ging Münster erstmals nach mehr als 20 Minuten wieder in Führung, dann folgten zwei Fehler der stark spielenden Gäste, die das Spiel entschieden. Der Jubel bei dem Spitzenreiter war groß, aber auch die Wallauer konnten erhobenen Hauptes nach einem Klassespiel aus der Halle gehen.
Münster: Lehnert (1. bis 39.), Wolf (39. bis 60.); Kaluzinski (6), Mantel (7/2), Thomas Mauch (4), Matthias Mauch (5), Kalmann (3), Clasen, Christmann (1), Gölzenleuchter (4), Brendemühl (2/1), Völker. Wallau: Großkurth (1. bis 37.), Tillmann (38. bis 60.); Ehrmann (4), Bohnert (2), Laufersweiler (2), Plattner (6), Garbo (5/1), Allendorf (5/1), Zölls (1), Roßmeier (4). Schiedsrichter: Knapp/ Pudinger (Birkenau/Fürth). Zuschauer: 900. (vho)
quelle
-------------------------------------------------------------
Die Erleichterung beim Tabellenführer war groß
Münster. Nach dem Schlusspfiff rannten alle Münsterer Spieler sofort zu ihrem Torhüter Thorsten Wolf. Sie wussten, bei wem sie sich für den knappen Derby-Erfolg zu bedanken hatten. Der Torwarttrainer, der für den verletzten Konrad Bansa einsprang und nach der Zeitstrafe für Christoph Lehnert ins Tor ging, wehrte ein Dutzend Bälle ab und hielt seine Mannschaft bis zur Wende im Spiel. «Jetzt kann ich nicht mehr», gestand Wolf nach dem Schlusspfiff, «ich war unheimlich ruhig und meine Erfahrung hat mir bei einigen Aktionen sicher auch geholfen». Sein Trainer Hans-Josef Embs war gezeichnet, aber auch erleichtert nach diesem Spiel: «Es war ein tolles Handballspiel, Wallau hat uns trotz seiner Ausfälle bis zum Ende gefordert. Ich bin zufrieden mit meiner Mannschaft, dass sie sich durchgesetzt hat, gerade vor dieser tollen Kulisse.»
Niedergeschlagenheit herrschte beim Tabellendritten. «Wir haben ein Klassespiel gemacht und beim Tabellenführer bis zur 55. Minute geführt», lobte Co-Trainer Frank Tritscher seine Mannschaft, «das war ein großes Spiel von beiden Seiten und Werbung für den Handballsport». Trainer Jörg Schulze stimmte ihm zu: «Abgesehen von zwei oder drei Situationen gibt es an unserer Leistung nichts auszusetzen.»
Probleme hatte beide Mannschaften mit einigen Entscheidungen der nicht schlecht pfeifenden Unparteiischen, die bei einigen Aktionen aber sehr viel durchgehen ließen und es den Spielern teilweise auch schwer machten, sich auf ihr Pfeifen einzustellen. Spielentscheidend war dies aber nicht. (vho)
quelle