Beiträge von Andi.Waffen57

    Im kroatischen Sport-Boulevard wurde ein Interview mit Veselin Vujovic geführt.

    Unabhängig davon, dass einiges was er sagt richtig und nachvollziehbar ist, sind mir zwei Dinge aufgestoßen:

    a) Hat es etwas von Verschwörungstheorie, wenn er sagt dass es kein offenes Spiel geben wird weil die Schiedsrichter sowieso ihren Einfluss auf den Spielverlauf geltend machen würden, das habe man bei Schweden - Ungarn gesehen. Der Wortlaut der Interview-Überschrift ist allein schon "Ich befürchte, dass es auf dem Feld keine "Spiele" geben wird. Sie machen uns alle zum Narren."

    b) Munkelt er an anderer Stelle vor sich hin vom "großen Einfluss", den der deutsche Handballverband auf die Geschehnisse der EHF habe. Auch das klingt für mich mehr oder minder nach Verschwörung.

    Hier der Link: https://www.index.hr/sport/clanak/v…ma/2755512.aspx

    Das offizielle EHF Statement als Replik auf Sigurdssons Kritik ist blanker Hohn. Es wird darauf verwiesen, dass bei der Euro 2018 in Kroatien ja ähnliche Bedingungen geherrscht hätten. Weiterhin hätten die Kroaten bei der WM 2025 ja auch in Kauf genommen von Karlovac nach Zagreb zu pendeln.

    Auf mich wirkt das wie das Trotzverhalten eines kleinen Kindes, das mit "Aber du" und übertragen "Ihr Kroaten müsst ganz leise sein" reagiert. Einfach patzig. Wohlüberlegt, reflektiert und selbstkritisch auf das grundlegende Problem des viel zu engen Spielplans Bezug zu nehmen sieht für mich anders aus.


    Hier das Statement: https://www.eurohandball.com/en/news/en/off…versus-croatia/

    Also Alex D und Smits auf RR, Halbäck und Gomes evtl Mahe sowie Gassi auf RM und Schluroff und Roganovic auf RL ist schon wirklich ein ordentlicher Rückraum.

    Vor 4 Jahren haben wir noch in der 2. Liga gegeneinandergespielt! Die Entwicklung von "damals" zu dem von dir skizzierten Personal ist - gelinde gesagt - kometenhaft!

    Der TuS hat den ersten Winterneuzugang bekannt gegeben: Rechtsaußen Finn Scharnweber, 19 Jahre alt und amtierender deutscher A-Jugend-Meister, wechselt aus der U23 des HC Erlangen ins Siegerland. In der Pressemitteilung sind mir zwei Dinge aufgefallen:

    1. Hat er einen 2-Jahresvertrag bis 2028 unterschrieben und im Text steht, dass er "künftig" das Gespann auf RA mit Josip Eres bilden soll. Heißt das, Eres hat verlängert? Sein bisheriger Vertrag läuft nur bis zum Saisonende.

    2. Wenn Eres und Scharnweber das Gespann auf RA bilden sollen, kehrt Fabian Hecker dann nicht mehr zurück? Der war ja vor dieser Saison etatmäßig als Eres' Gespannpartner geplant.

    Am Ende vielleicht beides aber auch etwas Kaffeesatzleserei. In jedem Fall freut es mich, dass wir jetzt einen Entlastungsspieler für Eres haben, der talentiert und entwicklungsfähig ist.

    Adanir hat verlängert, eine sehr erfreuliche Nachricht. Ist vielleicht etwas aus dem Fenster gelehnt, aber: Das einzige, was ihn vom Niveau einem Bundesliga-Torwarts trennt, ist die Konstanz. Wenn er die in den Griff bekommt, spielt er sicherlich irgendwann noch Bundesliga. Umso schöner, dass er uns erstmal erhalten bleibt. Für mich einer der besten 3-4 Keeper der 2. Liga.

    Herzig, nach Meyer-Siebert, Hideg und Fanger der vierte Spieler für RL, sehe ich mittelfristig noch nicht als Verstärkung. Diese Position ist außerdem schon gut besetzt.

    Willkommen in der Handballecke! Freut mich sehr, dass die Ferndorfer Anhängerschaft hier im Forum etwas wächst.

    Aber ich denke, dass Fanger schon nach wie vor eher als Rückraummitte geplant ist. Demnach wäre Herzig nach MS und Hideg die Nummer 3 auf RL.

    Freut mich alles. Sowohl Mirzas Statement „Wir reden immer von der ‚Familie Ferndorf‘. Das müssen wir jetzt auch leben.“ Man könne nicht, weil es gerade schlecht laufe, „sofort Leute rausschmeißen“, als auch das Eintreffen von Herzig, als auch der Umstand, dass sich noch mit weiteren Neuzugängen zumindest beschäftigt wird. Top Nachrichten.

    Natürlich wird Herzig Zeit brauchen - aber er ist quasi wie ein Neuzugang. Und wenn er wieder in die Nähe seines ursprünglichen Niveaus kommen sollte, wird er uns definitiv weiterhelfen.

    Ein portugiesischer Trainer, geholt aus Griechenland, beim abgeschlagenen Tabellenletzten. Hauptverantwortlicher Nummer 3 (oder je nach Zählweise 4) diese Saison. Ist das der Versuch, in der Rückrunde mit einem "Exoten" (nicht abwertend gemeint) doch noch irgendwie die Klasse zu halten? Oder ist das schon der Blick auf den Anfang eines neuen Projekts in Liga 3? Kann der gute Mann Deutsch und passt ein englischsprachiger Trainer zu den Verhältnissen beim HCOB? Kennt ihn hier irgendjemand und kann dazu was sagen? Auf dem Papier eine relativ "wilde" Verpflichtung für meine Begriffe.

    Wir haben Gidsel von zwei Sponsoren extra finanziert. Das Gleiche gilt auch bei Pytlick.

    Dann kann man den Füchsen und der HBL nur die Daumen drücken, dass diese zwei Sponsoren nicht in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten - oder aber derart reich sind, dass sie selbst mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten ihr Engagement problemlos aufrechterhalten können.

    Auch wenn ich natürlich gar keine Einblicke habe, nur basierend auf diesem Zitat: Nachhaltig finanziert klingt das nicht so richtig wenn man von 2 Einzelposten abhängig ist, was die wichtigsten Spieler angeht. Ich musste sofort an den norwegischen Supermarkt-Konzern REMA denken, der ja ursprünglich der große Geldgeber in Kolstad sein sollte; und als plötzlich die Bilanz deutlich schlechter war als erwartet, war man bei Kolstad sofort in großer Finanznot eben ob dieser Abhängigkeit.

    Die Siegener Zeitung hat einen Text zur aktuellen Situation rund um die Kritik aus dem Umfeld geschrieben. Darin, so könnte man es lesen, vermeidet Sijaric ein klares Bekenntnis zu Klatt (Zitat aus dem unten verlinkten Artikel, sollte es gegen Urheberrecht verstoßen bitte löschen): „Wir sind uns bewusst, dass wir etwas tun müssen.“ Ob die Beratungen dann auf einen neuen Trainer hinauslaufen würden oder auf die Verpflichtung eines neuen Spielers, „das weiß ich nicht“.

    Ich bin mir recht sicher, dass Carsten Loos - der SZ-Journalist - auch hier mitliest. Er betont auch die Gegenstimmen zur harschen Trainer-Kritik; und die gibt es ja fast nur hier. In jedem Fall finde ich es gut, dass er nochmal betont hat, dass der TuS eben über die auch hier schon thematisierte Historie von Nicht-Trainer-Rauswürfen verfügt - selbst nach der Horror-Hinrunde in der zweiten Andersson-Saison.

    Nach wie vor finde ich bemerkenswert, dass der Tenor hier im "Fachforum" eindeutig dahin geht, Klatt nicht stante pede rauszuwerfen während diese Meinung in den Facebook-Kommentarspalten mittlerweile mehrheitlich geteilt zu werden scheint.

    https://www.siegener-zeitung.de/sport/regional…V5IT3UF3HY.html (Hinter einer Paywall)

    @Andi.Waffen57 Deine Argumente in allen Ehren. Wenn die Punktezahl sich nicht zeitnah deutlich verbessert, wird die Sportliche Leitung leider zu einer Reaktion gezwungen sein, die der Forderung des "Mobs" entsprechen könnte.

    Ich weiß nicht, wann hier in Ferndorf das letzte Mal ein Trainer während der Saison entlassen wurde. Das ist mindestens 20 Jahre her. 2006 kam Dincic, danach hatten wir Wudtke, Lerscht, Andersson und jetzt Klatt. Es gibt Gründe für diese Beständigkeit. Das jetzt über Bord zu werfen, zumal es nicht am Trainer liegt... In der deutlich dunkleren Stunde nach der Hinrunde der letzten Abstiegssaison stand Andersson nicht im Ansatz so in der Kritik wie jetzt Klatt. Auch da war mit Faulenbach im Heimspiel gegen Dessau der etatmäßige Lenker und Denker früh langfristig ausgefallen, genau wie jetzt Schnabl. Damals hat man im Winter Neuhold geholt und mit diesem eine furiose Rückrunde gespielt an deren Ende der Abstieg wegen Tordifferenz stand - die Hinrunde war einfach zu schlecht gewesen. Das ist jetzt, in direkten Vergleich, anders zu bewerten und das stimmt mich positiv, dass es mit einer ähnlichen Verstärkung diesmal gelingen wird.

    Spätestens nach der heutigen Niederlage in Essen ist die Stimmung im Ferndorfer Umfeld vollends "Anti Klatt" gekippt. Das finde ich falsch, undankbar und aus einer Position der überheblichen und überzogenen Erwartungshaltung heraus formuliert. Keine Ahnung, was aus dem demütigen und bodenständigen Ferndorfer Publikum geworden ist. Am Ende haben vielleicht doch weniger Menschen ernsthafte Fachkompetenz als gedacht und diejenigen, die es zweifelsfrei haben (die alteingessenen Handball-Familien) äußern sich natürlich nicht so oft, laut und theatralisch, wie es manch anderer tut. Ich halte jedenfalls nach wie vor dagegen und betone zum x-ten Mal, dass das Problem nicht im Trainer sondern darin liegt, dass der in der Kaderplanung vorgesehene Spielmacher Nummer 1 und Nachfolger des wichtigesten Spielers der letzten 2 Jahre die ersten 13 Saisonspiele verpasst hat, sodass keinerlei Chance bestand, Spielchemie aufzubauen und auf die Spielertypen zugeschnittene Abläufe zu etablieren und zu entwickeln. Das hat sich gepaart mit beständigem Verletzungspech auf weiteren Positionen und wird in den letzten paar Wochen dadurch verschärft, dass sich immer deutlicher herauskristallisiert, dass Schnabls Fuß der Schuh des Lenkers und Denkers nicht unbedingt passt - aber für ein finales Urteil hierzu ist es nach wie vor zu früh, dafür muss man die Wintervorbereitung abwarten. Das allein ist schon enorm unglücklich: Wir können im Prinzip nach 17 Spielen noch gar nicht sagen, wo die Mannschaft eigentlich steht bzw. stehen kann. Jetzt kommt noch gewaltiger mentaler Druck dazu, der machts nicht leichter. Es sind viele unglückliche Dinge zusammengefallen, aber es ist nach wie vor nichts verloren. Egal wie Krefeld spielt, gehen wir nicht auf einem Abstiegsplatz in die Winterpause.

    Mein Lösungsvorschlag ist ein Neuzugang auf der Rückraummitte bis zum Sommer, dann kann man neu planen. Dieser Neuzugang muss die in diesem Forum schon oft heruntergebeteten Attribute verkörpern. Holt man so jemanden nicht, wird es davon abhängen, ob Schnabl vor der Saison gut gescoutet wurde und seiner Rolle mit erheblich mehr Einarbeitungszeit gerecht werden kann. Aber das ist mir persönlich ein zu risikoreiches "Gamble", daher plädiere ich nach wie vor vehement für einen Neuzugang. Ob für den das Geld da ist - fraglich. Vielleicht kann ja ein Unternehmer aus der Region die Schatulle aufmachen.

    Ein Rauswurf von Klatt würde den Mistgabel-Mob zwar befrieden und sicherlich auch die ein oder andere unzufriedene Stimme rund ums Team, den Verein aber zum TuS Hollywood machen und in meinen Augen das hier in den letzten Monaten zu Genüge ausgeführte Kernproblem nicht adressieren.

    Pro Klatt, pro adäquater Kevic-Ersatz, pro "Die Reihen geschlossen halten und hinter dem Team stehen".

    Spannend zu sehen, dass sich das Aufstiegsrennen zu einem Fünfkampf entwickelt hat. Wenn man sich die noch ausstehenden Spiele anschaut, könnte die Konstallation an der Tabellenspitze bis zum Jahresende noch enger werden.

    Wäre doch eine tolle Story, wenn nach dem letztjährigen Abstiegs-Mehrkampf-Drama dieses Jahr ein Aufstiegs-Mehrkampf-Drama anstünde! Von mir aus kann das gerne bis zuletzt so offen bleiben wie letztes Jahr im Keller. Es gibt zu Weihnachten eh eine Popcorn-Maschine.

    Nur auf den Rechtsstreit und das Wiederholungsspiel wäre ich bereit zu verzichten.

    Ich zitiere mich nochmal aus einem Post des letztjährigen Saison-Threads selbst:

    Zitat

    Und warum hat dieser Ball funktioniert? Weil die raumschaffenden Bewegungen und das Zurechtlegen der Gegenspieler-Positionen aus den langen Kreuzbewegungen und mit den schnellen Verlagerungen immer wieder auf den Zentimeter genau, ja wirklich makellos dahingespielt waren. Das war und ist Kevics Handschrift. Er ist wie der Fußballer Thomas Müller eine Art "Raumdeuter" und kann das Spiel in den Raum lenken, „der sich gleich öffnen wird“. Unser zusammenhängendes Spiel im ersten Saisondrittel war in manchen Phasen dadurch beinah ästhetisch. Das meine ich ganz ernst. Es war eine Art choreographiertes Rückraum-Ballett, in dem den drei Spielern auf der höheren Linie nur die konditorische Aufgabe der finalen Dekoration zukam, sei es via Sperre oder Abschluss.

    Diese Fähigkeit geht uns heute komplett ab. Wir kriegen kaum Räume geöffnet, wir kriegen kaum vorteilhafte Kleingruppe in Position gebracht, wir kriegen auch so gut wie gar nicht mehr einen unserer besten Spieler in den Wurf, Josip Eres. Aktuell sind es vielleicht 4-5 gute Entscheidungssituationen, in die unsere Rückraumspieler in einem ganzen Spiel kommen. Fast alle restlichen Tore fallen durch körperlich hochanstrengendes Aufreiben; durch Geacker und Verbissenheit. Genau so sieht es auch aus: Wir spielen Handball mit dem Körper, nicht mit dem Kopf. Weil uns ein klarer Kopf fehlt. Daraus resultieren dann entsprechend auch die vielen Fehler, die Ungenauigkeiten und die schwache Abschlussquote. Fast alles was wir tun ist nur "mit der Brechstange", weil uns ein Regisseur fehlt. Dieser Modus nagt aber ungemein an der Konzentration und an der Klarheit. Die Masse an Fehlern, die du hier beschreibst (Im übrigen: Willkommen!)

    Trotzdem bleibt realistisch festzuhalten, dass unfassbar viele unnötige Fehler gemacht werden.

    liegen meiner Ansicht nach an diesem Faktor: Wir verlieren durch unser notwendigerweise extrem körperbetontes Spiel exponentiell mehr und schneller mentale Körner als die meisten Gegner. Was wir brauchen sind klare Abläufe: Auslösehandlung - Raumöffnung - Kleingruppe - Abschluss. Dass diese Abläufe trainiert werden, dass unsere Spieler eigentlich wissen was zu tun ist, sieht man klar. Der handballerische Ansatz ist im Prinzip gar nicht so unterschiedlich zum ersten Saisondrittel der letzten Spielzeit, als Kevic das rot-weiße Ballett auf die Platte brachte. Aber sie wissen nicht mehr was zu tun ist, wenn der Gegner es kaputt macht. Wer Zeit hat, kann ja mal die Szenen von gestern zusammenzählen, in denen wir nach verpufften Kreuzungen, Einläufern etc. wieder neu aufbauen mussten und dabei jedes Mal 4-5 Sekunden für die Reorganisation verlieren. Es fehlt nach wie vor jemand, der das Spiel lesen kann; der die Abwehr dauerhaft mit Lösungen konfrontiert; der genau erkennt welcher Abwehrspieler heute immer wieder eine falsche Hüftstellung hat oder 10cm zu weit innen steht, was es im 1v1 gegen die Hand auszubeuten gilt, wenn man dort durch Verlagerung ein isoliertes 1v1 schafft und es danach abräumt. So in etwa, ganz plakativ gesagt, müsste es aussehen. Aber dieser Regisseur - der fehlt uns.

    Immerhin ist die Mannschaft nach wie vor intakt, das sieht man a) an der brachialen Deckungsqualität und b) daran, dass wir eben nach wie vor versuchen, diesen extrem kraftraubenden Körper-Handball zu spielen. Das kann man nur, wenn man wirklich will.