Beiträge von Andi.Waffen57

    Ohne die Zusatzplätze hinter den Toren hat die Halle ein Fassungsvermögen von 1.200 Zuschauer, was durch Bestuhlung und Stehplätze hinter den Toren erhöht werden kann. Die 1.750 sind das maximal zugelassene von den Behörden

    Wow, mittelfristig wäre das für uns in Ferndorf auch eine ideale Zahl. Allzu viel Wachstumspotenzial haben wir mit der aktuellen Hallengröße nicht mehr bei einem Schnitt von ca. 1300 und einer Kapazität von 1400. Da kann man schon fast neidisch auf Gelnhausen werden.

    Angesichts dessen mal eine kurze Aufstellung unseres Zweitligakaders der kommenden Saison mit heutigem Stand - sollten wir die Klasse halten. Korrigiert mich gerne, ich bin nicht bei allen Spielern auf der Höhe.

    Tor: Adanir, Baranasic
    LA: -
    RL: Hideg, Herzig (?)
    RM: Fanger, Schnabl
    RR: Mundus, Jansen
    RA: Scharnweber
    KM: Michel, Würz

    Wir brauchen also auf jeden Fall noch die Verlängerung von Eres, zwei neue Linksaußen, einen weiteren RL-Spieler (Meyer-Siebert- und Servos-Ersatz), eine weitere Mitte (Idealerweise der lang ersehnte Spielmacher) und auch noch einen Duvancic-Ersatz. Macht in meiner Rechnung 5 Neuzugänge. Das wäre ein moderater Umbruch all in all.

    Es freut mich wirklich extrem, dass Hideg, Fanger und Mundus bleiben. Alle drei sind Aufstiegshelden und prägen unser Gerüst im Rückraum maßgeblich.

    Für mich persönlich gibt es nur eine einzige akzeptable Reaktion des Vereins auf das Pytlick-Interview - und das ist, ihn vorläufig zu suspendieren. Im Fußball ist so etwas Gang und Gäbe. Da ist man knallhart, weil man es sich nicht leisten kann, vor den Gesellschaftern unprofessionel da zu stehen, bei den Summen um die es geht. Selbiges würde ich der SG auch dringend raten. Würde heißen: Er trainiert mit der U23 und wird vorerst aus dem Kader gestrichen. Mag sein, dass das angesichts der eh schon winzigen Kaderbesetzung selbstschädigend wäre, aber es gibt Prinzipien und die müssen eingehalten werden. Sonst untergräbt man seine eigene Autorität. Und das Prinzip ist "Vereinsschädigendes Verhalten wird nicht toleriert, und wenn es vom Handballgott persönlich begangen wird".

    Es ist doch aus meiner Sicht naiv zu glauben, dass sich überhaupt 32 Vereine finden, die in der Lage sind, finanziell sich in einer semiprofessionellen 3. Liga zu behaupten.

    Naja, es würde sich ja auf dem Papier erstmal nicht viel mehr ändern, als dass die Fahrten etwas weiter würden, wenn es nur noch eine Nord- und eine Südstaffel gäbe. Alles weitere würde sich mit der "Entwicklung des Marktes" ergeben.

    Wenn man auf die Aufzählung von charlie0509 schaut, dann könnte man daraus schon eine geile dritte Liga basteln. Von mir aus auch mit 14 Teams statt 16 pro Staffel, dann sind es zwei Spiele weniger Fahrtkosten.

    Eigennützig gedacht: Jedenfalls hätte ich dann auch nicht so Angst, dass unser TuS absteigt - wenn klar wäre, dass wir in eine konkurrenzstarke 3. Liga-Staffel mit 6-7 ambitionierten Vereinen statt nur 2-3 kommen und am Ende der direkte Aufstieg steht. Dann wäre die dritte Liga nicht mehr so unfassbar unattraktiv gegenüber der zweiten, wie aktuell.

    Für meinen Teil könnten die U23-Teams sogar auch drin bleiben. Der deutschen Talentförderung käme eine Verschärfung der Konkurrenz in Liga 3 sicher auch zugute.

    Es geht doch ganz einfach es muss wieder die zweigleisige 2. Liga her dafür bleiben die 3. Ligen so wie sie sind. Es war doch letztes Jahr schon mal in der Handballwoche das Thema das viele sich dieses wieder zurück wünschen weil die Strecken einfach zu weit sind und das sich die Vereine nicht leisten können. Genauso sind die immer wieder mehr werdenden Auflagen kaum noch von Vereinen zu erfüllen. Der DHB verabschiedet sich leider davon wo der Handball groß geworden ist. Aber wenn man schon dabei ist, es müsste auch der DHB Pokal neu gestaltet werden und zwar so das er wie der DFB Pokal ist. Auch müssten es wieder die Landespokale geben die leider Ausgestorben sind. Wie schon gesagt, leider hat sich der DHB verabschiedet wo der Handball mal her kam. Nur noch große Städte mit Megahallen und viele können sich das nicht leisten! Was hier geschrieben wird die dritte Liga noch weiter zu reduzieren ist einfach nicht gut überlegt und wäre ein absoluter Mist. Zwei 2. Ligen und es steigen wieder 6 Mannschaften auf und aus jeder Staffen würden 3 Absteigen. Und in die Bundesliga steigen die jeweiligen Meister auch auf und die Zweitplatzierten spielen um den dritten Platz.

    Bist du dir im Klaren, was die 2. Handball-Bundesliga für eine unheimlich attraktive Liga ist? Sportlich unter den 10 Stärksten auf der Welt, mit starken Zuschauerauslastungen und professioneller Vermarktung. Kaum ein Verein der letzten 6-7 Jahre hatte ernsthafte Finanzprobleme oder gar Insolvenzen. In Gegenteil, die sind eigentlich alle im Wachstum. Die Liga ist ein Ziel für Profihandballer aus dem Ausland.

    Wenn man die Liga jetzt wieder zweigleisig macht, würde man dieses Powerhouse in seiner Qualität komplett sprengen und auch den Gap nach oben drastisch vergrößern. Die Lösung kann nicht sein, die Qualität der 2. Liga als Angleichungsprozess schlechter zu machen - die Qualität der 3. Liga muss steigen! Und das wird sie nur durch eine Verknappung, durch das Zusammenziehen der 32 besten Teams in ein signifikant kompetitiveres Format. Wettbewerb belebt die Qualität!

    30 Spiele halbsteife Spannung und 4 alles entscheidende Spiele Aufstiegsrunde mit überbordender Spannung sind Gift für die Qualität.

    Zitat

    „Aber das ist schon eine verrückte Situation. In unserer Staffel haben wir ein Hauen und Stechen um die Plätze in der Aufstiegsrunde, und da will keiner hoch.“

    Ein größeres Argument für eine Drittligareform hin zu einer zweigleisigen, semiprofessionellen dritten Liga, für die sich die ersten 8 der jetzigen 4 Staffeln qualifizieren und aus der es zwei direkte Aufsteiger gibt, kann es kaum geben.

    Das jetzige Modell ist eine Farce sondergleichen, der Hammer hat Recht.

    Um vollständig safe zu sein, müssen müssen wir 6 weitere Punkte holen, aber auch mit 4 weiteren könnte es reichen, sofern Krefeld nicht die Hälfte ihrer verbliebenen Spiele gewinnt:

    Bei 6 weiteren Punkten hätten wir 23. Krefeld hat jetzt 12, müsste also dank des Torverhältnisses noch 12 weitere in den letzten 10 Spielen holen (60% Siege).

    Holen wir 5 Punkte bis zum Saisonende (wären dann 22), müsste Krefeld 11 in 10 Spielen holen um zu überholen (Immernoch über 50% Siege).

    Holen wir nur noch 4 Punkte bis zum Saisonende (21) müsste Krefeld 10 holen, was genau 50% Siege aus den restlichen Spielen sind.

    Das Torverhältnis ist ein Faustpfand und einen kompletten Punkt wert. Auf keinen Fall darf uns noch mehr als eine Klatsche wie in Bietigheim passieren.

    Drei Siege zu holen halte ich nicht für völlig ausgeschlossen. Wir spielen zum Saisonende noch zuhause gegen Lübbecke und Essen, sowie in Ludwigshafen. Zudem muss die Stählerwiese nur einmal wieder richtig kochen, dann sind wir mit jedem Team - auch den Topteams - auf Augenhöhe. Vor Jahren noch war die Halle bei uns ein riesiger Favoritenschreck - wenn wir nur einen großen Gegner mal geknackt bekommen...

    Mir wird trotzdem zuviel auf den Weggang von Kevic geschoben.

    Es geht nicht unbedingt um den Weggang von Kevic, sondern um den eklatanten Mangel an Spielsteuerung in dieser Saison. Das ist eher eine Frage der Kaderplanung. Niemand würde mehr über Kevic reden, hätten wir diesen Mangel nicht so, wie wir ihn haben.

    Aber seine Fehlerquote wurde dann höher und in der Rückrunde saß er öfter auf der Bank. Das scheint oftmals vergessen zu werden. Also ich bin einige verzweifelt wenn wieder einmal ein Risikopass nicht ankam und der Gegner durch einen Tempogegenstoß ein leichtes Tor erzielt hat. Kevic war schon ein Topspieler und lange der Kopf der Mannschaft. Aber in der 2.Liga wurden ihm öfter auch Grenzen aufgezeigt.

    Ich habe hierzu im Thread der vergangenen Saison und auch im diesjährigen bereits ausführliche Kommentare / Analysen geschrieben und spare mir das Wiederholen. Das Kevic während der Saison abgebaut hat - da gehe ich nicht mit. Die Krux lag darin, dass sich die Gegner nach der Hinrunde (Und auch schon in deren Spätphase) auf seine Bewegungen in der Raumöffnung und Entscheidungsvorbereitung eingestellt hatten. In Liga 2 haben alle Teams top Videoanalysten. Statt 17 erfolgreich abgeschlossenen Angriffen, in denen er den Raum dahin öffnet, wo die Entscheidungsposition entstehen soll, waren es irgendwann nur noch 9-10. Entsprechend krampfiger wurden die restlichen Angriffe pro Spiel. Es war gewissermaßen ein schrittweiser Verfall der "Flüssigkeit", den man - so man sich die Mühe machen würde - sicherlich auch empirisch in den Re-Lives nachzählen könnte. So entstehen Risikopass-Momente, nicht weil er "die Grenzen aufgezeigt bekommt". Man war in der Spielsteuerung mangels Alternativen gewissermaßen abhängig von ihm und das hat sich im Saisonverlauf gezeigt. Ein Positionsangriff wird unausrechenbar, wenn man über Variabilität in der Spielsteuerung verfügt. Der TuS hat "nur" über Kevic verfügt. Und das hat trotzdem für den Klassenerhalt gereicht.

    Jetzt, in dieser Saison, sieht man klar die Vorgaben des Trainers, wie die Angriffe orchestriert sein sollen. Da gehe ich jetzt nicht ins Detail, aber ich denke die meisten können sich eine grobe Vorstellung von "Klattball" machen. Was fehlt ist einer oder idealerweise eben zwei Spieler, die in der Lage sind, die Abwehr hinsichtlich sämtlicher relevanter Details (Positionierung, Abstände, Fuß- und Hüftstellung, Aushilf-Bewegungen, taktische Vorgaben etc.) intuitiv so zu lesen, dass sie die vorgegebenen Auslösehandlungen dort hinspielen können, wo sich während des Spiels die Sollbruchstellen ergeben. Diese Fähigkeit hat Schnabl bisher nur äußerst begrenzt gezeigt. Wenn er gute Spiele gemacht hat, war er ein "Individualspieler" mit Kreisanspielen, Durchbrüchen oder korrekten Schussentscheidungen. Aber kein Dirigent, kein Regisseur. Diesen hat der Kader nicht. Das ist das Problem des TuS Ferndorf. Nicht die Torhüter, nicht die Abwehr, nicht die "Geschlossenheit" oder der Kampfgeist. Deswegen hakt und holpert es; deswegen schießen wir auch so wenig Tore von Außen aus dem Spiel: Weil wir es nicht oft genug schaffen, nach einer raumöffnenden Bewegung mit Stufe abzuräumen.

    Die Arbeit spannt mich diese Woche stark ein, daher schreibe ich keine ausführlichere Replik zu deiner Einschätzung.

    Nur zu folgendem Satz, bezüglich der Abgänge von Duvancic und Viana etwas:

    Bin gespannt wie man diese Spieler in der kommenden Saison ersetzen will.

    Da verlässt den TuS wirklich gehobene Abwehr-Qualität. Zwei Spieler machen den nächsten Schritt von einem Dauer-Abstiegskandidaten zu einem Erstligisten bzw. etablierten Zweitligisten. Solche Qualität zu ersetzen - da müssen schon richtig gute Spieler kommen. Das ist ein kleines Dilemma: Wenn man die abgängige Qualität 1:1 ersetzen will, wird das vermutlich relativ teuer. Wenn man zwei junge, "günstigere" und unter dem Radar spielende Spieler aufbauen und entwickeln will - wie im Fall von Viana und Duvancic selber - dann kostet das Zeit und vermutlich erstmal einen kleinen Einbruch der Qualität.

    Da sehe ich den TuS grundsätzlich, nicht nur auf diese beiden Positionen bezogen, gewissermaßen am Scheideweg was die Kaderpolitik der nächsten Jahre angeht. Will man etablierte Spieler kaufen, die die Qualität direkt bringen? (Wobei das, wie bei Meyer-Siebert, auch in die Hose gehen kann) Oder will man junge, entwicklungsfähige Leute aufbauen - aber mit dem immanenten Risiko, dass sie Stabilitätsschwankungen und Inkosistenzen haben werden? Die Antwort auf diese Frage hat auch mit dem verfügbaren Budget, der Attraktivität des Standorts Siegerland für "junge Fachkräfte" (wie Servos) und auch der Verzahnung der Jugendarbeit zutun... Letztere hat ja im Vergleich zu früher seit langem keinen Stammspieler der 1. Mannschaft mehr hervorgebracht (Wobei Max Löher vielversprechend ist). Alles in allem eine wegweisende Saison, vor der der TuS im Falle des Klassenerhaltes stehen wird.

    Sie müssen aufpassen, die Lage gerade ist gefährlich. Sie sollten sich trotz des de facto feststehenden Abstiegs auf keinen Fall aufgeben und den langen Rest der Saison nur noch herum ömmeln. Dafür ist die Liga zu stark. Dann kriegst du jede Woche so eine Rutsche oder noch schlimmer. Das vergrault gut und gerne mal das komplette Publikum und man steht im Sommer vor einem riesigen Scherbenhaufen.

    Sie müssen weiter versuchen, jedes Spiel ans Optimum zu kommen. Wenn das aber halt nicht reicht für einen Sieg, ist das maximal frustrierend. Mit diesem Frust dann professionell umzugehen - das wird die mentale Herausforderung, der sie sich stellen müssen.

    Schnabls bestes Spiel für den TuS, das macht Hoffnung auf mehr. Zwar ist der Impact den er hat nach wie vor eher der des Individualspielers statt der des Spielmachers (Falls das Argument kommt: Kreisanspiele in der Kleingruppe sind nicht die Raumöffnung im Rückraum, nach der ich die ganze Saison schon lechze). Aber immerhin war das ein klarer Schritt nach vorne von ihm. Servos mit Licht und Schatten aber überwiegendem Licht. Manchmal will er zu viel, aber es sei ihm verziehen - er ist blutjung. Hideg und Mundus heute recht blass - es sei ihnen ebenso verziehen. Sie sind Dank der Ausfälle der Hammer im Prinzip seit Wochen alleine auf ihren Positionen, da sind solche Formschwankungen relativ normal.

    Am Ende war es ein Gamble mit dem 7. (6.) Feldspieler in der Crunchtime, hat nicht geklappt. So ist der Sport. Trotzdem ein Auftritt der Mut macht. Krefeld hat gewonnen, daher müssen wir zwingend weiter punkten. Aber die Mannschaft hat insgesamt signifikante Schritte nach vorn gemacht im Vergleich zur Hinrunde. Daher kann die Devise nur sein: "Weiter, immer weiter".

    PS: Viana werden wir in der Deckung arg vermissen.