Beiträge von Andi.Waffen57

    Ich drücke den Schweden die Daumen. Was die aus ihrer Mannschaft rausholen, ist sensationell. Die sind sich komplett einig in ihrer Spielweise. Im Grunde ist ihre Spielweise total unkompliziert, aber es ist gnadenlos effektiv.


    Richtig. Die Mannschaft lebt im Endeffekt von der Konzentration. Das ist schon wirklich bestaunenswert, die rollen (bisher) 60 Minuten lang aus einem Guss nen dicken Teppich auf dem Feld aus. Es hakt oder hängt so gut wie nie wirklich. Aber von dieser Konzentration ist eben auch viel abhängig. Jacobsen wird spielerisch sehr stark versuchen, die Schweden nicht in ihren Tunnel oder Flow kommen zu lassen. Bei den Dänen ist das anders, da können auch mal 2-3 Spieler nicht 100% bei der Sache sein und die Leistung ist trotzdem carried by the others.

    https://www.tus-ferndorf.de/1-mannschaft/t…bis-saisonende/
    Die Spatzen pfiffen es schon von den Dächern: Es ist Klasmann aus Schalksmühle geworden. Glückwunsch an alle Beteiligten zu diesem Transfer. Zwar kein klassischer Spielmacher wie ich ihn mir gewünscht hätte, aber dafür ein Akteur mit wirklich gutem Spielverständnis und zeitgleich eine Entlastung für die Verletzungsmisere auf RL. Das klingt nach einem Kompromiss, der Hand und Fuß hat. Herzlich Wilkommen in Ferndorf, Christopher Klasmann!

    Trotzdem wieder eine Regel, die Du einem Aussenstehenden fast nicht vermitteln kannst.


    Da gebe ich dir voll und ganz recht. Der Handball als Sport besteht aber generell aus ungeheuer vielen Szenen, in denen (für Laien) vermeintlich gleiches Geschehen unterschiedlich bewertet wird und ist dementsprechend, abgesehen vom Faktor Entertainment, nicht wirklich eine einsteigerfreundliche Sportart.

    hier ist noch mal die Zusammenfassnung EGY-Den mit den entscheidenen Szenen.
    Ich frage mich, ob die SR bei Hansen richtig entschieden haben. Der Piff kam doch eigentlich in seinen Wurf. Zumdindest war er schon beim Ausholen. Man muss dem Spieler ja eigentlich auch zugestehen, den Pfiff akustisch zu verarbeiten.

    Davon abgesehen zeigt es die Szene mal wieder wie schwer vermittelbar Handball regeltechnisch sein kann. Peter Kohl hat die Szene bis zum Ende nicht aufgelöst und hat noch in Foren quergelesen (kann ja nur hier gewesen sein). Der Mann ist schon einige Jahre im Handball unterwegs.


    Habe mir die Szene nun bestimmt noch 5-6x angeschaut und bleibe bei meinem Eindruck, den ich auch schon während des Spiels hatte: Korrekte Entscheidung. Es sind zunächst bestimmt 5 Schritte, der Pfiff ist entsprechend korrekt und auch die Regelauslegung "Verhinderung einer klaren Torchance" ist korrekt bestraft worden. Das einzige, worüber man diskutieren kann ist die Zeit, die Hansen hatte, um auf den Pfiff zu reagieren. Und in dem Video ist (zumindest für mich) deutlich zu sehen, dass Hansen erst Spannung in den Arm nimmt, als schon gepfiffen ist. Das ist bestimmt eine halbe Sekunde Zeit und auch wenn das vielleicht aberwitzig klingen mag- für einen Weltklassehandballer muss es drin sein in der Situation zu schalten. Ich tippe mal auf "Hansen war mental schon durch mit dem Spiel und hatte die Konzentration einige Prozente runtergefahren"- so passiert es ihm halt dass er den Wurf oder eher die Bogenlampe noch durchzieht. Am Ende alles korrekt meiner Meinung nach, im übrigen auch die Entscheidung gegen den Ägypter nach der 2. Verlängerung. Wahninniges Spiel, für mich das beste der WM bisher, zumindest in Puncto Spannung. Spielerisch ist das, was Ägypten da veranstaltet, häufig bei mir als "Weiß er überhaupt, was er da gerade tut?" kopfschüttelnd hingenommen worden. Denn immerhin ist es erfolgreich- egal wie das Spiel gegen den Titelverteidiger ausgeht. Der Star Ägyptens ist für mich der Coach. Ein Rätsel, wie der es schafft nicht regelmäßig Herzinfarkte zu erleiden bei den katastrophal-kopflosen Fehlern die seine Spieler konsequent machen..

    Ich weiß nicht, wie gut hier die Leute in Politikwissenschaften, Postkolonialen Studien und Geschichte sind aber Ägypten ist kein faschistischer Staat.Ägypten ist zweifelsohne ein autoritaristisch regierter Staat, der sich um so gut wie keine rechtsstaatlichen Prinzipien schert, Ägypten ist auch ein Staat, dessen Militärregime angesichts der gravierenden Menschenrechtsverletzungen vor einen internationalen Strafgerichtshof gehört statt in die Loge eines EHF-Turniers (Zitat Kicker: "Zuvor war die WM [...] in Anwesenheit von Ägyptens Staatspräsident Abdel
    Fattah al-Sisi feierlich eröffnet worden"
    .)

    Aber ein autoritaristischer Staat ist noch bei weitem kein faschistischer Staat.Die Gründe dafür sind hier allerdings, da es um Handball geht, nicht darlegbar. Derartige Vermengungen bzw. solche mangelnde begriffliche Präzision sind jedenfalls toxisch für jeden Diskurs und ich erbitte mir die Selbstreflexion, ob man wirklich fundiert weiß, mit welchen Wörtern man da im Internet um sich schmeißt, bevor man es dann tut.

    Im übrigen ist das Emirat Qatar zwar negativ mit neuen Dimensionen menschlicher Ausbeutung während des Baus für die Fubbes-WM in Erscheinung getreten, Ägypten als Host der Handball-WM ist seit Absetzung des Antisemiten Mursi dagegen immerhin wirklich eine handfeste Lehrbuchdiktatur. Beide Staaten haben nachweislich in Lieferketten für Waffen und finanzielle Mittel an den ehemaligen sogenannten Islamischen Staat mitgewirkt, in dem einen ist der theokratisch-ideologische Anteil größer, dafür ist im anderen die Exekutive um Längen brutaler und unberechenbarer. Ich frage mich bis heute, warum die vereinigte Sportwelt keine Probleme damit hat, derartige Projekte der Gegenaufklärung finanziell und prestigemäßig zu subventionieren. Denn unter Nicht-Corona-Bedingungen sind solche Turniere meist eben genau das, deshalb werden sie ja auch so vorzüglich gern von Gestalten wie Al-Sisi oder Scheich Tamim bin Hamad veranstaltet.

    stählerne Wiese:
    Mir geht es darum, den TuS Ferndorf diskursiv zu begleiten. Das geschieht aus der Motivation heraus, dass mir der TuS sehr am Herzen liegt und eine wirkliche Debatte um das Geschehen unterm Kindelsberg in der (in den letzten Jahren besonders in den jüngeren Generationen gewachsenen) Anhängerschaft des TuS quasi nicht existiert. Mir geht es natürlich nicht darum zu "hetzen"(Danke für die Rückmeldung, wenn das so rüberkommt muss ich das mal überdenken, denn das ist absolut nicht meine Intention) sondern vielmehr darum, Beiträge zu einem Diskurs zu liefern, die irgendwo im Spannungsfeld zwischen den Standpunkten des Vereins und denen der Medien angesiedelt sind. Wovon lebt ein Verein mehr, als vom Diskurs derer, die es mit ihm halten?

    So, Pause. Nur wegen der besseren Tordifferenz nicht auf einem Abstiegsplatz. Die letzten Spiele waren, trotz teils knapper Ergebnisse, deutlich. Und zwar in ihrer Aussage über die Schwachstellen des TuS, die es in den verbleibenden 24!! Spielen abzustellen gilt. Das hat jetzt jeder gesehen, da muss man nicht mehr groß Welle machen. Es ist viel wichtiger, den Blick in der vielleicht zum richtigen Zeitpunkt kommenden Pause zu schärfen und nach vorne zu richten. Angesichts der im Artikel der WP dargelegten Belastungsaussicht und angesichts des bisherigen Leistungs- und Verletzungsverlaufs muss der TuS mMn in der Pause personell nachlegen. Auch wenn Faulenbach und Weber wieder spielfähig sein sollten. Alles andere wäre enorm risikoreich, besonders auch im Hinblick auf Verletzungen. Und das Risiko heißt am Ende des Tages: Nächste Saison wieder gegen Gummersbach U23, drei Jahre Etablierungsprozess in der so interessanten 2.Liga futsch. Im Sommer hat Mirza Sijaric in den Medien gesagt „Wir hatten ja nie Geld und immer im Winter Leute nachgelegt, wenn es notwendig war.“ und in meinen Augen ist es nun notwendig. Böses Omen, dass es bisher noch nie zum Klassenerhalt gereicht hat, wenn es notwendig wurde, im Winter nachzulegen?Dennoch ein Gedankenspiel: In Krefeld spielt (oder eher wartet) ein sympathischer kroatischer Spielmacher, der laut Sportbuzzer mindestens bis März keinen Ball in die Hand nehmen darf. Warum leiht man den nicht bis dahin aus? Oder holt ihn zumindest ins Training(Wobei es sein kann, dass das wegen Corona nicht geht)? Bis mindestens März hat der TuS aktuell immerhin 4 Spiele. Vielleicht muss man am Ende, auch angesichts der finanziellen Belastung durch Corona, auf solche "flexiblen" Lösungen zurückgreifen?
    PS: In Krefeld spielt weiterhin ein Linksaußen, der sich auf den Namen eines sehr bekannten deutschen Basketballspielers reimt. Vielleicht könnte der ja bei ähnlicher Prozedur wie bei Zuerstgenanntem J. Schneider vollens erlauben, auf die Mitte zu wechseln um etwas mehr Breite dorthin zu bringen?

    Und ist der Weg des TuS wirklich einer nach Vorne gewesen, wenn man sich 2 Spieler zurückwünscht, die man nach der letzten Saison abgegeben hat?

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    https://www.sportbuzzer.de/artikel/handba…langerer-pause/

    Ein Hygienekonzept, dass es bis zum heutigen Zeitpunkt noch nicht in einsehbarer Form gibt? Eine Gruppenphase mit 8 (!) Vierergruppen und haufenweise völlig uninteressanten Spielen die teils nicht einmal das Niveau der 3. Liga in Deutschland aufweisen? Dazu völliger Wahnsinn mit 5000 Zuschauern in den Hallen auf dem bisherigen HÖHEPUNKT einer globalen Pandemie? Und man muss nen Zehner an Sportdeutschland zahlen für alle Spiele?

    Ich werde mir das nicht anschauen. Die deutsche Mannschaft ist eh nur an Tagen kollektiver Formstärke international konkurrenzfähig und Frankreich-Norwegen ist tatsächlich das einzige wirklich qualitative Spiel der ersten Turnierphase.


    PS: Wie lange hat man im DHB-Team nun eigentlich schon keinen gescheiten Spieler mehr auf Rückraum Mitte? Und was genau gedenken die DHB-Apparatschiks eigentlich gegen diesen IMMENSEN Verfall der Ausbildungsqualität im internationalen Vergleich zu tun?
    Das sollten mal die Dinge sein die man diskutiert wenn man den Sport schon unbedingt aus dem nationalistischen Blickwinkel will. Und nicht "Ist es vernünftig unter bekannten Bedingungen dieses Turnier zu spielen". Denn das kann man nicht diskutieren, da gibts nur eine Antwort. Und die ist nein.

    Anderssons Aussagen in der heutigen SZ kann man schon als offene Kritik an der Mannschaft verstehen: "Jeder darf zehn Fehler machen, aber ich will mehr Einsatz und Glaube sehen". Wobei ich ihm zustimmen würde, dass der Rahmen des Spielsystems prinzipiell okay ist. Es fehlt aber nunmal einfach die Abteilung "Kreatives", um diesen Rahmen auch bis zur Ausschöpfung seines Potentials auszugestalten. Faulenbach wird laut dem besagten Artikel morgen weiterhin fehlen.

    Besonders ohne Faulenbach fehlt dem TuS-Angriff an allen Ecken und Enden die Variabilität, von der ich häufiger schrieb. Matzken ist wirklich gut ausgebildet, aber er ist kein Stratege, der das Spiel liest und den Rhythmus diktieren kann ala Andersson oder Koke. Wie soll er das bei dem Alter auch sein? Obendrein macht er leider noch unglaublich viele TF, daran muss defintiv gearbeitet werden (Er hat die meisten der Liga (27) trotz teils immernoch 3 Spielen weniger als andere Teams). Sario und Bornemann sind (noch?) zu eindimensionale Spieler, um da das Kreativitätsvakuum zu füllen. Es ist wirklich ein bisschen verrückt: Mit Konstanz, dem WHV und Hamburg haben nun 3 von 9 gespielten TuS-Spielen genau den Verlauf genommen, den ich im Vorfeld der Saison angesichts der Kaderzusammenstellung prognostiziert hatte: Das Angriffsspiel wird ab roundabout der 40. Minute zu lesbar, die Abläufe und die Struktur der Angriffe ähneln sich zu sehr und werden vorhersehbar womit man den gegnerischen Deckungsreihen die Möglichkeit gibt, sich besser und besser einzustellen. Aber das sind natürlich, so geschrieben, auch erstmal nur Thesen. Für eine ausführlichere Analyse der Spiele, auch vielleicht wirklich mal mit einer zusammengeschnittenen Szenensammlung, möchte ich gerne noch die restlichen Spiele des Jahres abwarten. Denn um wirklich eine profunde Meinung zum Spielansatz des Teams zu äußern, sind nach wie vor zu wenig Spiele gespielt worden und hat die Mannschaft weiterhin zu wenig Zeit bekommen (durch die Corona-Pausen), um eine Chemie zu entwickeln. Ich bin gespannt auf das Spiel am Mittwoch. Hoffen wir, dass Fauli schnell zurückkommt.
    PS: Es tut mir unendlich leid, angesichts seines jungen Alters so kritisch mit Matzken zu sein. Der Junge hätte eine Rolle als Nummer 2 hinter einem etablierten Spielmacher deutlich besser gebrauchen können, um behutsam aufgebaut zu werden. Nun ist er aber von Sijaric ins kalte Wasser der Verantwortung als Spielmacher geschmissen worden und an dieser Verantwortung muss man ihn letztlich leider auch messen.

    Wie zur Hölle kann man maßlos enttäuscht sein vom Auftreten des DHB-Teams? Weil man sich blenden lässt von den (Aufmerksamkeit generieren sollenden) Kampfansagen des Personals vor dem Turnier? Jedem Menschen, der das deutsche Damen-Ausbildungssystem kennt und der die Qualität der Damen-Bundesliga im internationalen Kontext einordnen kann, war klar, dass genau das passieren würde, was passiert ist. In der Tat haben mich zwar manche taktischen Entscheidungen des Trainers arg verwundert (zum Norwegen-Spiel hatte ich das angedeutet), insgesamt spiegelt das Resultat aber exakt das reale Leistungsvermögen wieder. Wobei ich Rumänien tatsächlich noch etwas stärker- und das DHB-Team entsprechend untergeordnet- eingeschätzt hätte (vor dem Turnier). Warum sollte man so tun, als wäre man ein ernsthafter Halbfinale-Kandidat wenn man es schlichtweg nicht ist? Die Hälfte des deutschen Kaders hat kein internationales Format. Das ist keine Kritik und kein Gemecker sondern schlichtweg eine nicht-wertende Beschreibung des Ist-Zustandes. Am Ende des Tages scheitert es sowieso nur am Geld und nicht an "genetischen Dispositionen" oder was auch immer man für einen Quatsch auf Fachtagungen hört. Denn: Wieviele professionelle, auf zentral durchgeführten sportwissenschaftlichen Analysen basierende Akademiestrukturen gibt es im Damenbereich in DE? (Im übrigen kann man die gleiche Frage im Herrenbereich stellen..) Und welche Qualitätssicherung gibt es in diesen und darüber hinaus im Handball-Breitensport? Wenn man ernsthaft über das mangelnde Niveau im deutschen Damenhandball diskutieren will muss man über das Nachwuchssystem und nichts weiter diskutieren. Alles andere ist Populismus.
    PS: Die Aussage "Alles andere ist Populismus" ist natürlich auch Populismus. Aber das ist mir gerade egal, denn ich habe einige Biers zu viel gezischt.

    Wenn man die vergangenen beiden Jahre von Reistad auf norwegischer Seite beobachtet hat, dann passiert dort gerade wieder das gleiche. Ich bin mir sicher, dass sie in 2-3 Jahren auf dem Niveau von Oftedal ist. Dazu muss man natürlich erwähnen, dass z. B. Oftedal ja sogar in Ungarn vom norwegischen Verband gezielt gefördert und unterstützt wird. Norwegische Athletiktrainer schicken ihr regelmäßig Trainingspläne und sogar persönliche Besuche sind nicht ungewöhnlich. Vielleicht gibt es so etwas im deutschen Handballverband ja auch, das kann ich nicht beurteilen.

    Schön, dass es jemand anspricht. In der Tat ist die norwegische Jugend- und Eliteausbildung sehr sehr stark geprägt von athletischen Komponenten. Das geht aber natürlich auch nur, wenn man die passenden Personen und die passende Infrastruktur hat. Dieser Mann hier, Ole Bjerkeset Kristiansen ist einer der besagten Elite-Atlethik-Coaches des norwegischen Handballs. Leider kriegen diese Personen "hinter dem Vorhang" nur wenig Credits, zumal sie, wie er, einen immensen Anteil am sportlichen Erfolg haben. https://www.vipersakademiet.no/kopi-av-linn

    Also ganz ehrlich. Ich halte immens viel von Alex Koke (Eine Vereinslegende bei uns in Ferndorf). Aber ich habe die taktische Ausrichtung des DHB-Teams nicht verstanden. Die Qualitäten des norwegischen Spiels sind hinlänglich bekannt und seit Jahren dieselben. Natürlich ist es zwar ein bisschen wie mit Arjen Robben: Qualität bedeutet, dass jeder weiß was kommt und trotzdem kann es niemand verteidigen. Aber dennoch kann man das möglichste tun, um den antizipierten Abläufen im Rahmen der eigenen Möglichkeiten etwas entgegenzusetzen. Bei Robben war es häufig die Dopplung, sobald er in den Halbräumen an den Ball kam.
    Gegen den norwegischen Rückraum waren die deutschen Abwehrspielerinnen heute besonders in der Anfangsphase konsequent einen, teils zwei Schritte zu spät am Körper. Wenn man ernsthaft das Tempo von Kristiansen oder Oftedal unterbinden will, muss man ab der 1. Minute sobald Torgefahr ausgestraht wird offensiver präsent sein und "Bretter verteilen". Und das ist keine Frage von (nicht-)vorhandener Qualität, sondern von taktischer Maßgabe. Der deutsche Coach kam zu keinem Zeitpunkt der ersten Halbzeit auf diese "Idee". Wenn man einen Angriff wie den norwegischen effizient stören will, muss man 1.) die erste Welle um jeden Preis unterbinden, ansonsten verliert man schlichtweg 85% aller 1vs1 oder 2vs2-Kleingruppensituationen. Hat man das geschafft, muss man 2.) (wieder um jeden Preis) das Aufbauen von Druck aus dem Positionsangriff unterbinden. Das ist aber mit der heute gesehenen Deckung konzeptuell schlichtweg nicht möglich gewesen. Mit einer entsprechenden Ausrichtung ist es machbar, strukturell Situationen zu "produzieren", in denen man den gegnerischen Angriff ins Zeitspiel und in die drucklose Kleingruppe zwingt. Das ist zwar immernoch keine Erfolgsgarantie, da wie schon gesagt die norwegische Kleingruppe egal in welchem Sektor sehr stark ist. Aber so würde man zumindest in der Theorie versuchen, gegen einen solchen Angriff vorzugehen. Deutschland dagegen hat sich heute von Anfang an bereitwillig auf das Spiel der Norwegerinnen eingelassen. Man hat sie "machen lassen" und auf 6m gewartet. Und abgesehen von ein paar kurzen, offensiveren Deckungsphasen, hat man Norwegen wirklich 60 Minuten lang ihr Spiel runterspielen lassen. Frage an die Coaches: Was habt ihr erwartet, wie das gut gehen soll? Wenn man so an die Partie gegen diesen Gegner herangeht, kann man sie von vorne herein abschenken. Es wirkte teilweise so, als hätte man sich gar nicht auf Norwegens Spiel vorbereitet, als hätte man kein Video geschaut und als hätte man noch nie von der norwegischen Art Handball zu spielen gehört. Das skurrile daran: Alles, was es für die beschriebenen Reformen gebraucht hätte, sind talentlose Disziplinen. Umso weniger habe ich das taktische Debakel des heutigen Spiels verstanden. Das war zwar natürlich auch eine Niederlage der Qualität, aber eben auch eine Niederlage des Spielkonzepts.
    Und noch eins zum Angriffsspiel: Abgesehen von Einzelaktionen ist der deutsche Angriff quasi jeden Durchlauf (in der 2. HZ wurde es dann etwas besser) der gleiche gewesen. Auftakthandlung war eine Kreiselvariante, Ziel des Ablaufs die Generierung einer Entscheidungssituation für Halb Links auf der zentralen Position. Man könnte bestimmt 20 bis 25 "Exemplare" dieses Konzepts zusammenschneiden. Das ist für ein Team wie Norwegen natürlich vorhersehbar wie sonstwas. Zu Beginn des Spiels hat Herrem der deutschen Halb Linken mehrfach den Diago auf Außen nicht zugetraut und war schon zum Gegenstoß ab als die Entscheidungssituation im Zentrum entstand, dadurch war auf der rechten Seite dann eine Überzahl für GER, was die deutsche RA und RR ein paar mal ausnutzen konnte. Der norwegische Coach hat dann extra dafür eine Auszeit genommen und das Verhalten auf der (aus seiner Sicht) linken Abwehseite zum Zeitpunkt der Entscheidung defensiver organisiert. In der Folge ist GER bis zur Halbzeit zu keinem einzigen Tor mehr aus einem Spielzug heraus gekommen. Was aber auch wie gesagt maßgeblich an der mangelnden Variabilität an Spielideen lag.

    Irgendwie wurde durch die Kommentare klar, dass er ein Torhüter ist und eine Affinität in Richtung HH hat. Aber die Stimme haben wir nicht erkannt. Herrlich unaufgeregt und sehr sachlich. Gefällt. Der Staat im Übrigen auch.

    Da ja aktuell alle, vom Flensburger Allesfahrer bis zur gemeinen "Event-Gängerin" Alman-Anette, wirklich alle auf die TV-Bildschirme verdammt sind, geraten die Kommentatoren dadurch vielleicht noch ein bisschen stärker in den Fokus als sonst. Als Fan einer Randsportart hat man es mit qualitativen Kommentatoren sowieso schon immer etwas schwerer, mit Jogi Bitter hat DAZN in meinen Augen aber Sky mittlerweile etwas voraus. Ich mag zwar auch Kretzsche (zB), aber Bitter macht das schon wirklich sehr ruhig, mit dem Kopf bei der Sache und ohne den ganzen "Publicity"-Kram. Auch diesen Capitano fand ich bei der Flensburg-Partie überraschend angenehm. So kann das gerne weitergehen. Letztenendes will der mit etwas Expertise ausgestattete Handball-Freak (Ich denke, davon gibt es hier einige) einfach lieber inhaltlich überzeugenden Sportjournalismus geliefert bekommen, das Eventpublikum dagegen braucht für sein Wohlbefinden die (Sport-)Boulevardberichterstattung ala Sky. Recht machen kann mans da niemandem ganz, ich wäre einfach schon zufrieden, wenn das Niveau der heutigen CL-Partie auf DAZN einigermaßen gehalten würde.