Der TuS spielt endlich, endlich, endlich, zum ersten Mal seit einer Ewigkeit wieder vor Zuschauern. Und das auch noch im "Testspiel-Derby" gegen die Eintracht aus Hagen. Das Spiel ging mit 23:30 verloren. Somit hat man in dieser Vorbereitung nun 4 Spiele gewonnen und 5 verloren. Davon 2 gegen Drittligist Hagen. Was man mit solchen Zahlen anfängt? Am besten gar nichts. Denn um ein Urteil über die Mannschaft zu fällen, ist es definitiv zu früh. Da werden erst 3-4 Saisonspiele gespielt werden müssen, bevor jegliche Analysen etwas Aussagekraft vorweisen können.
Ein personelles Bedenken schwebt dennoch schon vor dem Saisonstart über dem Siegerland und in den Köpfen vieler Fans: Ich halte es nach wie vor für risikoreich, einzig Matzken (frisch aus der A-Jugend) als "gelernten" Spielmacher im Kader zu haben, da hilft auch der hundertste Verweis auf Faulenbach oder Lucas Schneider nichts. Ich sehe auf dem Papier nicht, dass die Abgänge von Andersson und Basic adäquat kompensiert wurden. Zusätzlich ist Weber 2 Wochen vor Saisonstart noch nicht wieder spielfähig, was ziemlich wahrscheinlich bedeutet, dass die beiden wichtigsten Torschützen der letzten Saison (Andersson 140 Tore u. Weber 80 Tore) im ersten Spiel der Saison nicht auf dem Feld stehen werden. Ein Umbruch wie er im Lehrbuch steht also. Und eine haushohe Herausforderung für Andersson Senior.
Man hat zwar mit Eres einen echten Toptransfer gelandet und einen Torjäger verpflichtet. Aber mir fehlt es an Variabilität im Spielaufbau bzw. auf der Spielmacherposition. Basic und Andersson waren beide langerfahrene Spieler und haben beide einen jeweils etwas anderen Spielmachertypus zum Spiel des TuS hinzugefügt. Das hat sich über die gesamte Saison hin betrachtet ausgezahlt. Besonders als eine Art "Ausgleich" in bestimmten Phasen der Partie (häufig in der zweiten Hälfte!): Basic hatte in vielen Spielen sehr wichtige Momente und war in der Lage, die Verantwortung des Aufbaus zu übernehmen und sie zu erfüllen. Matzken ist zwar auch ein grandios veranlagter Handballer, er hat aber vergleichsweise wenig Erfahrung im Seniorenbereich und wenn man ihn als Ersatz für Andersson betrachtet, hat er kein 1:1 für Basic verpflichtetes Backup.
Apropos zweite Hälfte: In der letzten Abstiegssaison 16/17 war es häufig genau die, in der Spiele aus der Hand gegeben wurden. Es gab in dieser Saison damals mal eine Phase, in der der TuS 3 oder 4 Spiele am Stück hintereinander ab der 40. Minute Führungen und damit Punkte verspielt hat. Woran hat et gelejen? Es fehlte einfach zu oft ein Plan B, das Spiel wurde für den Gegner regelmäßig ab diesen Zeitpunkten zu durchschaubar. Ohne unken zu wollen, aber das ist ein potentieller Stolperstein, den ich auch in dieser Saison sehe agesichts der knapp wirkenden Variabilität auf der Mitte. Natürlich hoffe ich aber wirklich nur das Beste und freue mich schon riesig darauf, wenn es endlich wieder losgeht. Lets get behind coach and team! Go TuS Ferndorf!