Beiträge von herrsunshine

    Glaube nicht, dass Dortmund die Hosen voll hätte- sehe es eher so, dass man da noch eine Rechnung offen hat mit dem FC Hollywood.

    Der Gewinn der Bayern von 2013 hat ja einen üblen Nachgeschmack für alle BVB-Fans. weil man sich da klar benachteiligt fühlte.

    Und gewinnen kann aktuell jeder gegen den FCB: Stuttgart, Heidenheim, Bochum, Saarbrücken, …

    to be continued :)

    Man muss sich wohl im Profisport damit abfinden, dass Arbeitsverträge oft nicht mehr wert sind, als das Papier, auf dem sie geschrieben sind.

    Wirklich wechselwillige Spieler wird man auch durch Arbeitsverträge nicht halten können. Das kann man natürlich moralisch verwerflich finden, aber es ist so, dass der Spieler meist doch am längeren Hebel sitzt. Spieler, die kein Bock mehr auf den Verein haben, kann niemand gebrauchen, Es hilft nur, die vorzeitige Auflösung sich gut bezahlen zu lassen. Und das funktioniert durchaus!

    Der Plan wird mit Hinze durchgezogen, daran gibt es nichts zu rütteln. Hinze soll außerdem Uwe einarbeiten und sie befinden sich schon in ständigen Austausch über die zukünftige Kaderplanung...die nächste Saison wird sicherlich entscheidend, qualifiziert man sich erneut nicht für Europa könnte es eng werden...

    Wie meinst du das mit „qualifiziert man sich erneut nicht für Europa“?

    Man ist doch aktuell dabei in Europa… :hi:

    Mir geht es weniger um das nach vorne rennen können (obwohl das im Zusammenhang mit potentieller Überlastung natürlich auch eine Rolle spielen kann), sondern um das zurückrennen müssen...

    Ja, das zurückrennen erleichtert beim modernen Handball die Abwehrarbeit schon sehr. Wenn man das nicht so mag, ist es eventuell nicht die passende Sportart ;)

    Diese Analyse Handball ist jetzt Rennball ist mir zu einseitig.

    Schnelle Mitte ist ein weiteres mögliches taktisches Mittel, das die Mannschaften in unterschiedlichem Umfang nutzen. In der Regel rennen - wie auch bei dem Tempogegenstößen - die kleinen flinken Außen und nicht der Rückraum. Je stärker der Rückraum umso weniger wird i.d.R. schnelle Mitte gespielt, weil der Positionsangriff genauso vielversprechend ist. Auch ist der Gegner gefordert, schnelle Mitte geeignet zu "unterbinden".

    Ist wie 7 gegen 6 oder Empty Goal in Unterzahl. Kann man machen, muss man aber nicht.

    Im großen und ganzen hast du schon recht. Allerdings sehe ich schon einen Unterschied zwischen TG und schneller Mitte: Der TG zielt ja eher darauf ab, die schnellen Außen bei Ballverlust ins Spiel zu bringen, oft eingeleitet durch den TW.

    Bei der schnellen Mitte landet der Ball ja regelkonform im Mittelkreis und dann sind es die zentralen Spieler, also Rückraum und ggf. Kreis, die die erste Chance auf den Durchbruch haben.

    Mein Verein spielt das übrigens schon seit Jahren sehr erfolgreich! :) Die Zuschauer honorieren das ebenfalls!

    Erstmal vielen Dank für deine interessanten und ausführlichen Statements.

    Vorab: Mein Bestreben ist es auch, dass mehr Spielerinnen den Weg zum Handballsport finden und davon auch in den Leistungssport.

    Aber in vielen Bereichen habe ich eine andere Wahrnehmung.

    Ich finde z.B., dass die Regelauslegung die Spielerinnen viel mehr schützt als früher: Das Verteidigen wird doch jetzt konsequenter mit 7m / 2 Minuten sanktioniert. Die Außen und bei TG sind die Angreifer besser geschützt. Genau so wie Fouls in der Schlussphase härter sanktioniert werden.

    Deine Einschätzung zu den Spielertypen empfinde ich als ziemlich starr und nicht mehr aktuell.

    Ist es nicht eher so, dass das Anforderungsprofil durch den „Rennball“ ein anderes geworden ist?

    Es reicht eben nicht mehr, groß und wurfgewaltig zu sein, man muss auch über schnelle Beine verfügen, ein gutes 1:1 beherrschen, etc.

    Vielseitigkeit ist Trumpf und da müssen wir hinkommen mit unserer Ausbildung, dass wir solche Spielertypen entwickeln.

    Zudem bleibt auch immer noch die Möglichkeit den Kader so zusammenzustellen und die taktischen Mittel voll auszuschöpfen, dass individuelle Stärken der Spielerinnen optimal genutzt werden können. Und da sind die Vereine und Trainer gefordert!

    Im Breitensportverein wird der Anwurf zwar im Kreis ausgeführt, mit schneller Mitte hat das aber meist nicht viel zu tun (im weiblichen Bereich). Insofern glaube ich einfach nicht, dass das ein Grund für den Spielerinnenschwund ist. Das ist die ganz allgemeine Lustlosigkeit heutzutage, ins Schwitzen zu kommen und verlässlich und regelmäßig viel Zeit aufzuwenden.

    Beim Thema Verletzungen sehe ich das Problem primär bei zu hoher Belastung durch zu viel Training und Spiele, oft B-Jugendliche schon bei den Damen im Daueteinsatz und zu wenig professionell begleiteter Muskelaufbau. Da bin ich aber kein Experte und auch nur am Räsonieren.

    Da bin ich auch wieder voll bei dir!

    Ich leite seit einigen Jahren Kadermaßnahmen 11- bis 13jähriger Mädchen und auch Jungen (getrennt natürlich) und muss auch feststellen, dass da die Bereitschaft bei den Mädels zu mehr Trainingsaufwand und Intensität stark nachgelassen hat.

    Was mir noch auffällt:

    Die Jungen lassen sich durch wettkampforientierte Übungsformen überwiegend sehr gut motivieren.

    Die Mädchen springen da nicht so drauf an.

    Es stimmt einfach nicht, dass mit der Fokussierung auf den Rennball ein erheblicher Teil der Vielfältigkeit an erfolgsversprechenden taktischen Spielvarianten verloren geht.

    Richtig ist, dass die schnelle Mitte, die erste taktische Maßnahme nach einem Gegentor darstellt. Verpufft diese geht das Spiel ja im Positionsangriff weiter und da kommen ja all die taktischen Spielvarianten zum Tragen, von denen du schreibst. Die sind ja noch da und keinesfalls weg. Vielmehr hat man mit der Herausnahme des TW ja noch ein weiteres taktisches Mittel installiert, das noch mehr Möglichkeiten schafft.

    Ein klassischer Zirkelschluss! Dass diejenigen, die mit der Rennballvariante nicht so klarkommen (egal aus welchen Gründen), diejenigen sind, die am ehesten abspringen, ist ja nur logisch. Aber sei es, wie es sei, ich will es ja niemandem ausreden, nur vor den zu erwartenden Konsequenzen warnen. Schade finde ich es allerdings, wenn sich in der argumentativen Auseinandersetzung manche immer nur ein (scheinbar oder tatsächlich) passendes Thema herauspicken und glauben, damit dann die ganze Diskussion abräumen zu können.

    Auf den dramatischen Rückgang der am Spielbetrieb teilnehmenden Mannschaften ist hier bisher noch keiner eingegangen, auf die zunehmende Häufigkeit und Schwere der Verletzungen und dem damit verbundenen "Schwund" leider auch nicht, obwohl gerade in diesem Zusammenhang immer mehr hoffnungsvolle Karrieren tragisch enden. Denn die wenigsten können oder wollen wie eine Lydia Jakubisova mehrere schwere Verletzungen wegstecken und trotzdem jedesmal scheinbar unbeeindruckt wieder zurückkommen. Und nur im absoluten Ausnahmefall schaffen das die großen sprung- und wurfgewaltigen Spielerinnen...

    Ich bedauere es außerordentlich, dass mit der Fokussierung auf den Rennball ein erheblicher Teil der Vielfältigkeit an erfolgversprechenden taktischen Spielvarianten verloren geht!

    @BIKW168:

    Ich stimme dir ja in vielen Punkten zu. Aber bei einem nicht:

    Zwar hatten die Spiele, die 13:12 endeten auch ihren Reiz, aber die von dir angeführten Ergebnisse von 38:21 waren erst möglich mit der Einführung des taktischen Mittels der schnellen Mitte.

    Erst dann konnten so viele Angriffe gefahren werden, dass so viele Tore möglich wurden.

    Und Tore sind für mich immer noch das Salz in der Suppe. Der „Rennball“ ermöglicht zudem vielen Spielern individuelle Erfolgserlebnisse. Diese Spielidee hat man ja gerade im Jugendhandball erfolgreich implentiert und die Spielformen danach ausgerichtet.

    Natürlich finden das nicht alle toll und sicher kommen da viele irgendwann an ihre Grenzen und verlieren dann die Lust.

    Aus meiner Erfahrung als Trainer sind das aber gerade die Spielerinnen, auf die man perspektivisch eh nicht bauen kann, weil sie meist nicht den nötigen Biss haben,

    Ich bin froh, dass man das Rad nicht mehr zurückdrehen kann.

    In diesem Punkt (schnelle Mitte) bin ich hin und her gerissen. Einerseits kann ich deine Argumentation nachvollziehen, andererseits: spielt das im Kindesalter tatsächlich schon eine Rolle bei der Sportartwahl? Und später splittet sich das ganze eben: die, die das Tempo mitgehen können und wollen, übrigens nicht nur physisch, sondern auch im Kopf, orientieren sich Richtung Leistungssport, die anderen bleiben bei ihrem Breitensportverein. Letztlich ist das eine Ausdifferenzierung, Optimierung und Professionalisierung wie wir sie in allen Bereichen erleben. Recht hast du natürlich, dass es dadurch an der Spitze noch dünner wird. Aber mir gefällt gerade auch die Dynamik, die mit dieser Spielweise verbunden ist. Und ich habe den Eindruck, dass dadurch kleinere, schmalere, flinke Typen (wieder) Chancen haben, die sie zuvor nicht hatten.

    Da gehe ich 100%ig mit. Die schnelle Mitte spielt bei der Sportwahl im Kindesalter keine Rolle. Die Spielformen im Kindesalter erlauben das ja auch nur im eingeschränkten Maße. Das ist ja eher überhaupt ab C-Jugend ein Thema.

    „weil die neuen Regeln, die Handball zum Rennball mutieren ließen, unseren ehemals für die breite Masse attraktiven Volkssport in einen elitären Tummelplatz für Kampfschweine mit Pferdelunge“

    Natürlich hat die „schnelle Mitte“ dazu geführt, dass das Handballspiel jetzt sich schon sehr verändert hat. Die Möglichkeit, den TW heraus zu nehmen übrigens auch.

    Dadurch ist das Spiel jetzt viel dynamischer und facettenreicher geworden. Klar braucht man da auch die körperlichen Voraussetzungen dazu. Sportarten entwickeln sich auch weiter. Den Handball vergangener Tage, wo die Spiele 18:15 geendet haben und wo im Angriff nach Torerfolg des Gegners locker nach vorn getrabt wurde, will doch keiner mehr sehen.

    Die Entwicklung im Fußball ist ja da ganz ähnlich: dort setzt die Athletik auch die Maßstäbe.