die päderastie, wie sie im hellenentum praktiziert wurde (das man ja sowieso nicht einheitlich betrachten kann), v.a. in sparta, war übrigens nur vor der hochzeit üblich. oder anders gesagt, die sexuelle entwicklung (auch das ist allerdings zu kurz gefaßt, da der knabe vor allem geistig erzogen werden sollte) gliederte sich in drei phasen: als knabe die sexuelle beziehung zu einem älteren (20-30) mann, dann selbst die beziehung zu einem knaben, und dann die verbindung mit einer frau.
aber nun mal wieder ab vom historischen exkurs: ich finde es doch einigermaßen erschreckend, daß die (hier vertretene) junge generation in sachen homosexuelle doch immer noch einigermaßen intolerant bzw. unwissend zu sein scheint. und wenn ich sowas lese. "Bei dem Sex zweier Männer hätte es dann vermehrt Erkrankungen geben müssen (Kondome usw. gab es noch nicht), sodass die Frauen auch angesteckt wären, wenn sie mit dem Mann geschlafen haben. So wäre nach und nach die ganze Menschheit angesteckt worden und sie würde gar nicht mehr existieren.", schauderts mir. gibts in der schule eigentlich keinen sexualunterricht mehr? gibt es tatsächlich immer noch leute, die glauben, aids wäre eine schwulenkrankheit? oder wie soll ich diese zeilen deuten?
und wer sex(uelle beziehungen) nur mit fortpflanzung in verbindung bringt, tut mir leid. dann seid aber auch bitte konsequent, ja? sex erst, wenn man den/die partner/in fürs leben gefunden hat und dann auch bitte nur so lange, bis die gewünschte kinderzahl erreicht ist.
da mögen einige mit ihrem "normalität"-kult wieder protestieren, aber: beziehungen und sexuelle neigungen sind immer auch gesellschaftlich geprägt. grob weitergesponnen: in ferner zukunft gibt es vielleicht nur noch homosexuelle, und die fortpflanzung erfolgt über künstliche befruchtung, die kinder werden dann ganz "normal" (sic!) von zwei vätern oder müttern aufgezogen. das gibts es schließlich auch heute schon, und es funktioniert.
ach, eigentlich hat die hexe alles notwendige gesagt. aber die diskussion hier zeigt ja nur, daß auch in einem absolut toleranten land (im internationalen vergleich gesehen dürfte deutschland ein paradies für homosexuelle sein, man sehe nur mal ins nachbarland polen oder in die usa außerhalb von new york und kalifornien) noch einiges an aufklärungsarbeit zu leisten ist.