Zum einen bin ich mir sicher ich, dass die aus der Taufe gehobene Profibasketballabteilung deswegen so erfolgreich ist, weil da Uli Hoeneß ganz persönlich hinter steht. Es dürfte es schon etwas ausmachen das Hoeneß einen ähnlichen Bekanntheitsgrad hat wie Thomas Gottschalk oder die Bundeskanzlerin hat. Gerade in der Anfangsphase des Projektes wird es Eindruck gemacht haben wenn Uli Hoeneß vor dir steht, um dich als Chef eines mittleren Unternehmens für seine Basketballer als Sponsor zu werben. Zum anderen ist es ebenfalls gut möglich, dass Hoeneß bei Verhandlungen für die für die Fußballer ein paar Euro im vorbeigehen abstauben konnte (das meine ich jetzt gar nicht negativ), ohne das es irgendjemanden weh getan hat. Bei den Summen die beim FC Bayern (Fußball) im Umlauf sind kommt es pro Sponsor wohl nicht auf 100.000 € mehr oder weniger drauf an...
In München gäbe es sicher ohne große Mühe - durch die ganzen "Exil-Handballer" - Potenzial für einen Zuschauerschnitt von oberhalb 3000, für eine Mannschaft in der HBL. Wobei ich mit München tatsächlich die Stadt in ihren politischen Grenzen meine. Bei den Vororten sehe ich das nicht so uneingeschränkt, es kommt dann zu einem ganzen Stück auf die Erreichbarkeit an.
Was ich nicht sinnvoll finde: Auf blauen Dunst eine Halle zu bauen, in der Hoffnung das sich jemand erbarmt diese Halle mit einem Handballbundeslisten zu füllen. Das fand ich schon im Fußball beim Leipziger Zentralstadion nicht sinnvoll. Das wäre heute noch eine Investitionsruine, wenn sich Red Bull nicht erbarmt hätte. Aber ich denke das ist in München gar nicht das Problem. Es gibt die Olympiahalle die laut Internet bis 2020 modernisiert wurde, also auf dem Aktuellen Stand der Technik ist. München profitiert dem entsprechend indirekt heute noch von den Olympischen Spielen 1972. Ähnliches Phänomen übrigens auch in Berlin: Die Max-Schmeling-Halle wurde anlässlich der – letztlich gescheiterten – Olympiabewerbung für die Spiele 2000 errichtet.
Die Füchse hatten dann sicher den Vorteil das sich mit Frank Steffel zwar mit seinen Ambitionen Regierender Bürgermeister zu werden im Jahr 2001 krachend gescheitert war, er aber als Politiker und Unternehmer ein prall gefülltes Telefonbuch hat, dass auf der Suche nach Geldgebern sicher nicht hinderlich war. Als Steffel 2005 Präsident der Füchse wurde, waren die in der unteren Tabellenhälfte der 2. Liga Nord, um dann 2007 fulminant aufzusteigen.
Es kommt also zum einen drauf an, dass es vor Ort einen Macher gibt, aber auch das eine gewisse – von der HBL geforderte Mindestinfrastruktur – vorhanden sein muss. Letzeres ist aber in den meisten Städten kein Problem (so auch in München). Selbst "Dorfklubs" finden in der Umgebung eine passende Halle, wenn die plötzlich aufsteigen; wie in der Vergangenheit z.B. Hüttenberg gezeigt hat. So etwas wie in Nürnberg, wo 2019 ein Basketballzweitligist nicht aufsteigen konnte, weil die keine Halle haben die der BBL genehm ist (die Nürnberger Arena ist durch Eishockey und Handball ausgelastet), wird auch in Zukunft die absolute Ausnahme bleiben.
Funfact am Rande: Dieses Jahr wird in Nürnberg die Halle für die Basketballer eröffnet und die Mannschaft kann dann einen neuen Versuch starten in die BBL zu kommen, nach dem 2019 auch die dortige Stadtpolitik wach geworden ist. Zwei Jahre Planung und Bauzeit dürfte seit der Wiedervereinigung Rekord für ein öffentliches Bauprojekt sein... 
Und ich bin viel länger in meinem Text als ich eigentlich sein wollte, ich hoffe ich konnte jetzt wenigstens ein bisschen was konstruktives zur Debatte beitragen.
P.S: Der Text ist in allen Punkten meine Einschätzung als Laie aus der Distanz. Sollte man mich widerlegen können, nur zu. 