Beiträge von Fachfremder

    Aufgabe der Vereine ist es ja zunächst, den eigenen Bedarf an Spielerinnen zu decken. Wenn es also den üblichen Verdächtigen gelingt, mit zumeist noch jungen deutschen Spielerinnen eine Bundesligamannschaft zu stellen, machen die prinzipiell einen guten Job. Das Niveau der Liga insgesamt oder gar jenes der Nationalmannschaft zu steigern, ist aus meiner Sicht nicht deren Aufgabe. Dazu bedürfte es vielleicht auch eines größeren Einsatzes der Spielerinnen, den einige - verständlicherweise - unter diesen Rahmenbedingungen nicht bringen wollen. Eine Niederländerin, die in der Buli spielt, möchte mit Mitte 20 weiter ins besser bezahlte Ausland gewechselt sein. Viele deutsche Spielerinnen wollen da ihr Studium abgeschlossen haben.

    Womit man dann bei den Bietigheimer Damen bei den EUR 1,7 Mio. möglicherweise den Schluss auf den Anteil von Herrn Bezner an der Finanzierung ziehen könnte. Aussagekräftig sind die Bilanzen ohnehin nicht, dazu bedürfte es der Gewinn- und Verlustrechnungen, denen entnommen werden kann, was im entsprechenden Geschäftsjahr ausgegeben wurde. Die müssen aber aufgrund der Größe der Gesellschaften nicht veröffentlicht werden.

    Hier mal einige Zahlen und Quellen:


    Peter Prior meint, Bietigheim habe einen Etat von 2,5 Mio.:


    https://www.kreiszeitung-woche…t-das-grosse-geld_a181746


    Der HSV soll nach dem Aufstieg 4 Mio. gehabt und diesen verdoppelt haben:


    https://www.abendblatt.de/spor…ke-etat-verein-appel.html


    Insoweit sind die Zahlen von Fridulin wohl nah an der Realität. Ich denke auch nicht, dass in Bietigheim eine Quersubventionierung stattfindet, da muss jeder seine eigenen Sponsoren einwerben.

    Leute, ihr habt alle recht.

    aber löst das wirklich das Problem der Übersteuerung?

    Entweder bekennt man sich zum Leistungshandball, oder man lässt es einfach

    Aber wird nicht gerade in diesem Forum so häufig bemängelt, dass sich immer weniger junge Spielerinnen zum Leistungshandball bekennen? Ich finde das Geheule von Heiermann allerdings auch überzogen. Hier im Süden ist in der Woche häufig auch Skifahren angesagt, gepaart mit denen, die am 2. Weihnachtsfeiertag Familienbesuche machen, scheint mir also auch kein Tag für Zuschauerrekorde. Nur eines wird es sicher nicht: Die Meisterschaft entscheiden.

    siebenberger


    Die machen statt dessen gerade einen Lehrgang:


    https://www.handballbw.de/home…ch-u16-nationalmannschaft


    Mögliche Erklärung wäre, dass der DHB gar nicht die personellen Kapazitäten und das Budget hat, die da hinzuschicken, nachdem die beiden WM U20/U18 in kurzer Folge stattfinden und die U18 neben der U20 WM gerade auch noch bei den Tagen des Handballs aktiv war. Die WM-Vorbereitung der U 18 dürfte dem DHB dann wohl wichtiger gewesen sein.

    Jaja, eigentlich sollte eine solche WM einmalig und ein unvergessliches Erlebnis sein. Einige sehen das wohl anders. Hat eigentlich auch jemand auf dem Schirm, dass das auch an der Person des Trainers liegen könnte und "unvergesslich" da auch im negativen Sinn sein könnte?


    Und juliscka: Könnte ein wesentlicher Unterschied zu Ungarn nicht daran liegen, dass man da die Chance hat, in einer Liga mit guten Rahmenbedingungen zumindest eine Weile von dem Geld zu leben, während in Deutschland selbst Nationalspielerinnen noch einem Beruf nachgehen? Da liegt doch nahe, dass man Wert auf Ausbildung und Beruf legt.


    Und Karl: Die Sparkassen sind in kommunaler Trägerschaft und engagieren sich regional und wenn sie dies für den lokalen Sport tun, ist das in Ordnung und erwächst daraus keine nationale Verpflichtung der Vereine oder Spielerinnen.


    Insgesamt verstehe ich auch nicht, woher der Glaube kommt, jemand müsse einer Sache so viel opfern, die im eigenen Land und beim eigenen Verband so wenig Stellenwert hat. Und dann darf man in so Foren noch nachlesen, wie blöd und unfähig man ist ...

    Mit 26 Jahren ... jo da war wohl auch Heimweh dabei...und ja die Ostsee zieht immer , da kommt man nicht von los....

    Ob es Heimweh war oder sie einfach keine Lust hatte, irgendwo im Mittelmaß der Liga weiterzumachen, statt dem Privat- und Berufsleben die Hauptrolle einzuräumen, wissen wir nicht. Letztendlich hatte sie sich - und das will ich hier nicht als Vorwurf verstanden wissen - auf einem höheren Niveau nicht durchgesetzt. Es erscheint dann logisch, dass man vielleicht nicht auf stagnierendem Niveau mit so hohem Einsatz weiter machen möchte. Wir lesen hier ja auch ständig von Jugend- und Juniorennationalspielerinnen, die dann plötzlich aufhören oder zurückstecken. Das Problem scheint doch zu sein, dass es offensichtlich für viele auch talentierte Spielerinnen nicht so attraktiv zu sein scheint, sich jahrelang zu quälen, nur um Bundesliga zu spielen.

    Normalerweise gab es auf der Startseite des HVW immer eine Werbung, jetzt fehlt jeder Hinweis. Ende April hat man beim HVW mal auf Facebook für ein Volleyballspiel zwei Promoter zum Flyer verteilen gesucht, allerdings zwei Tage vor dem Event. Auf Instagram kam aber gar nichts. Sieht nicht wirklich professionell aus, zumal sich das Final Four dieses Jahr erstmals nicht mit den Jugendqualifikationen überschneidet.

    Also ich weiß nicht, wer da bei Bietigheim so einen Mist erzählt. Die haben mit der A-Jugend definitiv nicht für die Quali zur BWOL gemeldet, auch nicht mit der B-Jugend:


    https://www.handballbw.de/file…g_Qualifikation_22_23.pdf


    Wollen die das auch auf die Spielerinnen der 2. Mannschaft schieben? Die im von alter Sack verlinkten Artikel erwähnte Leonie Feil wurde schon am 10.04. von einem anderen Verein als Neuzugang für die A-Jugend gemeldet, kann also kaum zu denen gehört haben, die noch zur Verfügung standen:



    Offensichtlich hatte man sich also schon vor Wochen von der Idee verabschiedet, in der Jugend in der Spitze mitzuspielen und wahrscheinlich auch kein klares Konzept für die 2. Mannschaft gehabt und will jetzt den Spielerinnen die Schuld in die Schuhe schieben.


    Wie bereits mehrfach angesprochen, ist es hier in Württemberg auch schwierig für die Bundes- und Zweitligisten mit der Jugendarbeit. Insoweit haben die Metzinger mit der Spielgemeinschaft mit den Stuttgarter Kickers wohl die richtige Wahl getroffen: Von den württembergischen Bundes- und Zweitligisten sind sie jedenfalls schon mal alleine in der BWOL der weiblichen B-Jugend vertreten:


    https://www.handballbw.de/home…asse-b-jugend-stehen-fest

    Selfmen


    Stimmt, Tröster kommt in den Bundesligakader:


    https://handball-tussies.com/w…der-rechtsaussenposition/


    Im Übrigen dürfte das Problem sich in der Praxis wenig auswirken. Wenn eine jüngere Spielerin noch nicht ganz reif für die BL ist, wird man sie ohnehin in Herrenberg auflaufen lassen und nicht in der BWOL, d.h. nach unten aushelfen ist kein Problem. Und für Jugendspielerinnen dürfte § 19 Abs. 1 S. 2 SpO-DHB gelten: Wenn bei ihnen Metzingen als Stammverein eingetragen ist, müssten sie in der BWOL und in der Bundesliga auflaufen können. Das Problem ließe sich also technisch bei den Spielerinnen lösen, bei denen es in Betracht kommt. Man müsste dann rechtzeitig daran denken, Metzingen als Stammverein einzutragen.

    Für mich hätte das ein Geschmäckle.

    Wenn es am Ende die beste Lösung wäre aber auch egal. Du hast doch selbst an anderer Stelle gesagt, dass sich beim DHB niemand wirklich für Frauenhandball interessiert. Dem Vernehmen nach soll das bei Gaugisch anders sein. Insoweit wäre es vielleicht keine schlechte Ausgangssituation, wenn man jemanden hat, den man aufgrund der persönlichen Verbindung zu Kromer nicht auflaufen lässt. Zudem hat er eine Tochter, die in der Jugend bei Metzingen spielt und weiß daher sicher auch ganz gut, wie es in der Nachwuchsförderung läuft und wo man da ansetzen müsste.

    Ich habe auch nur gesagt, dass ich es gehört habe, nicht, dass ich es weiß. Wenn die Finanzierung gesichert ist, bedeutet dies aber nicht unbedingt, dass man es auch machen muss. Da hängt ja noch mehr dran, insbesondere Spielerinnen, die mitgehen, Trainer usw. Warten wir es ab. Wenn es in Bietigheim nur funktioniert, weil der Obersponsor eintritt, ist dies aber ein Beleg für meine Aussage zu den übrigen Bundesligisten, die so einen Obersponsor nicht haben, abgesehen vielleicht von demnächst möglicherweise wieder Bundesligist Frisch Auf, wobei ich nicht weiß, ob und wenn wie viel Teamviewer für die Jugendarbeit los macht.

    Also Unterland hat Recht, wenn er darauf hinweist, dass Mann bereits die ganze Saison für die Zweite aufläuft. Da ist es aus meiner Sicht egal, ob sie zum Bundesligakader gehört oder nicht. Das Problem gibt es aber immer schon, wenn eine Zweite eines Bundesligisten abstiegsbedroht ist. Frisch Auf hat letztens auch Sina Ehmann in der Zweiten eingesetzt. Man kann davon halten, was man will, es ist rechtmäßig und damit hinzunehmen.


    Die Analyse der Stimme ist ganz gut, allerdings im Hinblick auf das Vorbild Bietigheim überholt: Ich habe gehört, dass die entgegen anders lautender Berichte aus dem Februar die Frauen 2 aus der 3. Liga zurückziehen und auch keine Jugendbundesliga melden. Es ist hier in der Gegend mit der großen Anzahl an höherklassigen Teams äußerst schwer für einen Bundesligaverein, einen vollständigen Unterbau zu halten. Da benötigt es viel ehrenamtliches Engagement, wozu mancher dann in so einer Konstellation nicht bereit ist. Wenn man dagegen alles "einkaufen" muss, kommt man schnell in Richtung sechsstellige Dimension und die Gelder werden dann eher für Spielerinnen investiert.

    Maikel: Die Veranstaltungen in der CL-Frauen waren aber auch massiv darauf ausgerichtet, Zuschauerrekorde zu erzielen und wurden durch Sonderaktionen unterstützt(Stichwort: Vermarktung). Mit den üblichen Zuschauerzahlen und dem Zuspruch hat das nichts zu tun. Die Tussies haben in einer Sonderaktion gegen Nellingen auch mal über 6.000 Zuschauer gehabt:


    https://www.rtf1.de/news.php?id=15280


    Das ist in der Liga auf Dauer nicht ansatzweise zu erzielen. Und ich meine, mal gelesen zu haben, dass die Tussies schon 800 Dauerkarteninhaber haben. Zudem lagen sie vor Corona bei den Zuschauern immer sehr weit vorne.

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