Beiträge von Fachfremder

    Nochmals aus der Stellungnahme des Rechtsanwalts:

    "Zu den Vorwürfen einer rassistischen und sexualisierten Art

    Unter die Überschrift Rassismus passte nur ein durch Spielerinnen vorgetragenes Verhalten, das aber auch hier nicht von der Betroffenen selbst, sondern von dritter Seite kritisiert wurde. Dabei ging es, soviel kann man sagen, um Essgewohnheiten in Asien. Das erinnert an den Ausspruch des Ex-Sky-Reporters Jörg Dahlmann, der einen Fußballer aus Hannover dem "Land des Sushi" zuordnete, was als rassistische Bemerkung empfunden wurde.

    Wenn Bemerkungen als unangemessene Sexualisierung moniert werden und sich jemand hiervon negativ berührt gefühlt hat, ist dies nicht zu kritisieren. Das macht aber nicht den Trainer Fuhr aus und hat in keinem Fall etwas mit einem Gewaltbegriff zu tun, den man damit gemeinhin verbindet."

    Quelle: https://www.handball-world.news/o.red.r/news-1-2-1-46304.html

    Was soll ich jetzt da rauslesen?

    Fridulin : Ich bin mir aber nicht sicher, ob genau die Stellungnahme des Anwalts zu der jetzigen Reaktion geführt hat. Wenn der Hauptverein bzw. die GmbH & Co, KGaA (Fußballabteilung) das gelesen hat, wird es da einen Aufschrei gegeben haben, wenn die von Äußerungen lesen, die der Anwalt zwar nicht so schlimm findet, bei denen für vergleichbare aber Sportreporter ihren Hut nehmen mussten. Scheint also möglich, dass hier wieder nicht Heiermann agiert hat, sondern ihm der Takt vorgegeben wurde. Auch die oben von mir zitierte Aussage wird kaum mit der Marketingabteilung abgesprochen gewesen sein. Und selbstverständlich ist eine Freistellung keine Vorverurteilung. Ginge es aber nur darum, den Trainer aus der Schusslinie zu nehmen, hätte man das auch einvernehmlich handhaben können.

    Nachtrag: Ich habe mal von den Basketballern aus Ludwigsburg gehört, dass wohl 2.500 Zuschauer in der MHP Arena erforderlich seien, um wirtschaftlich zu sein. Da haben die Zuschauer nicht gereicht. Hier gibt es aber mal Zahlen aus der Saison 2021/22:

    https://de.wikipedia.org/wiki/EHF_Champ…_Frauen_2021/22

    Danach war die Zahl gar nicht so schlecht. Durchgehend über 2.500 kommen da hauptsächlich Györ, Brest und Metz.

    "es kristallisiert sich heraus, dass es bei den meisten Vorwürfen um die Grenze zwischen fordernder Trainerarbeit und individuell empfundenen Grenzbereichen geht."

    Quelle: https://www.handball-world.news/o.red.r/news-1-2-1-46304.html

    Das ist doch die entscheidende Frage, wer definiert denn den individuellen Grenzbereich, Herr Fuhr? Das klingt jetzt ein wenig nach "Der Zweck heiligt die Mittel". Wenn ich meine, in Grenzbereiche zu müssen, nehme ich doch wohl oder übel in Kauf, auch Grenzverletzungen zu begehen, wenn ich nicht so überheblich bin, zu glauben, ich würde die Grenze immer haargenau einhalten können.

    Im Übrigen sehe ich Zschocke und Berger nicht in der Pflicht, irgendetwas zu tun. Die haben ihr Ziel, eine Vertragsauflösung, erreicht und müssen jetzt wahrscheinlich sogar vorsichtig sein, was sie sagen, wenn sie aufgrund ihrer Verträge mit dem BVB verpflichtet sind, über interne Vorgänge Stillschweigen zu wahren. Wenn der BVB Aufklärung gewollt hätte, hätte er einfach die Kündigungen nicht akzeptiert. Die Spielerinnen wären ohne Freigabe bei keinem Verein untergekommen und Gehalt hätte der BVB auch nicht mehr zahlen müssen.

    Also wir haben ja mit BR_98 einen Mitforisten, der offensichtlich ziemlich nah dran ist und einiges weiß. Ferenc Rott, der sich in Metzingen damals plötzlich von ihm getrennt hat, äußert: "jetzt zieht sich die Schlinge zu" und bei der Anlaufstelle liegen 20 Beschwerden vor, auch von verschiedenen Vereinen und Beteiligten. Für mich macht es den Eindruck, dass Fuhr ein aus der Zeit gefallener Trainer alten Schlages ist, der bei Heiermann noch gut ankam. Ob der BVB gut daran tut, an ihm als Trainer festzuhalten, wage ich mal zu bezweifeln, es wird mit ihm sicher nicht einfacher, neue Spielerinnen zu gewinnen. Die wirklich interessante Frage ist, was wusste man beim DHB. Wenn man da Kenntnis von zweifelhaftem Verhalten hatte, kann mit ihn nicht zum Trainer einer Nachwuchsmannschaft machen (oder darf sich nicht wundern, was für die Spielerinnen alles wichtiger ist als eine WM).

    Wirklich nicht gut gehandhabt vom BVB. Erst verschweigen, dass schon Kündigungen vorliegen, dann den Kündigungen widersprechen, um jetzt "Reisende" nicht aufzuhalten. Hätte man mit dem Argument auch gleich machen können. Wenn nichts dran wäre, könnte man die Angelegenheit auch aussitzen. So riecht es danach, dass man auf eine öffentliche Aufarbeitung verzichten möchte.

    SUN ganz schwach, der BVB mit über 80% Trefferquote, ob es für Platz 2 reicht, fraglich, Grijseels darf auf jeden Fall nichts passieren. Metzingen schwächer, Weggänge von Kalf und Petersen nicht kompensiert, vielleicht wird es wieder etwas besser, wenn Weigel auf RR wieder fit ist. Blomberg hätte schon viel früher den Deckel drauf machen können.

    Also jetzt mal ehrlich: Wenn beide Spielerinnen es offenbar vorziehen, miteinander in einem Verein zu spielen, trotzdem mit dem BVB vorletzte und diese Saison mit Bietigheim CL spielen und zwischendurch die EL gewinnen, kann ich da nicht feststellen, dass sie handballerisch viel falsch machen. Zumal bei Dulfer auch noch die Erfolge mit der Nationalmannschaft hinzukommen. Es gibt wohl wenige Leistungssportler, die Privat- und Berufsleben derart unter einen Hut bringen und dennoch so erfolgreich sind. Da ist es nicht nur ein wenig vermessen, denen zu erzählen, was sie anders machen müssten.

    Also dass man Smits mitverpflichten musste, wenn man Dulfer haben wollte, da hatte sich der BVB selbst drauf eingelassen, hätte er auch nicht gemusst, weshalb man es auch im Nachhinein nicht beanstanden kann.

    Und wenn man zwei Spielerinnen holt, die davon ausgehen, dass sie unter einem bestimmten Trainer spielen und man setzt denen dann plötzlich einen anderen Trainer vor, ohne dass dazu ein äußerer Anlass besteht, hat nichts damit zu tun, dass die Spielerinnen vorgeben, wer Trainer zu sein hat. Wenn man Spielerinnen holt, die woanders auch begehrt sind, wird man nicht einfach so die vorausgesetzten Rahmenbedingungen ändern können, ohne dass dies Auswirkungen auf deren Einstellung hat. Die sind dann halt schnell wieder weg, wenn sie Möglichkeiten dazu haben und die hatten sie ganz offensichtlich.

    Und die beiden haben Bietigheim ja auch nicht vorgeschrieben, dass Gino Smits jetzt Trainer werden muss.

    Zudem erinnere ich mich, dass es in der Konstellation Dulfer/Smits und Fuhr auch noch ein paar andere Probleme gegeben haben könnte, die nicht im handballerischen Bereich lagen. Kurzum: Was passiert ist, hätte der BVB voraussehen können, wenn er es schon nicht erfragt hat.

    Die Spielerinnen sind nicht zuletzt gegangen, weil sie nicht mehr mit Fuhr zusammenarbeiten wollten, das hat Heiermann gegenüber den Ruhrnachrichten auch so geäußert:

    https://www.ruhrnachrichten.de/bvb-handball-d…612-2000310435/

    Und InTheAirTonight: Du hattest letztens geäußert, dass Bietigheim ohne Gaugisch nicht einen Punkt weniger hätte. Dann müsste man wohl fairerweise sagen, dass bei Dortmund in der Meistersaison Dulfer/Smits ein größerer Faktor waren als Fuhr.