Beiträge von Fachfremder

    Mir liegt es eigentlich fern, Göppingen in Schutz zu nehmen, ich meine aber mich daran zu erinnern, dass das Konzept vorsah, überwiegend mit jungen Spielerinnen zu arbeiten, die möglichst auch eine regionale Verwurzelung haben. Insoweit war es möglicherweise gar keine Alternative, weitere Spielerinnen aus dem Ausland zu holen, um bestimmte sportliche Ziele zu sichern.

    Und zum Thema Teamviewer: Da spielt beim Fußball selbstverständlich die Reichweite und der Umstand mit, dass man nicht nur regelmäßig bei internationalen Übertragungen zu sehen ist, sondern der Name auf Millionen von Trikots weltweit prangt. Alleine das Trikot von Ronaldo soll sich in den ersten 12 Stunden 300.000 bis 400.000,00 mal verkauft haben.

    https://www.goal.com/de/meldungen/c…7l10o2s630kohwr

    Bei Reichweitenbetrachtung sind die 2 Mio. daher sogar schon relativ viel, auch wenn es für Männer und Frauen ist. Bei Györ soll Audi 7 Millionen reinbuttern und auch die CHL der Frauen würde weit weniger Reichweite erzielen.

    https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.sg-bbm-…d7e577fda7.html

    Was man sicherlich der HBF vorwerfen kann, dass es immer noch keinen Ligasponsor gibt, liegt aber sicherlich auch fehlenden Fernsehauftritt.

    Ich denke, da beißt sich die Katze irgendwie in den Schwanz. Fernsehübertragungen aus der Schulsporthalle (was den Boden angeht) sind halt wenig sexy für einen Sponsor. Ihr hattet ja aus der Ballei eine Übertragung, wo ein reines Handballfeld drin war, wirkte schon anders, denn ehrlich gesagt hat man bei dem normalen Boden in der Ballei teilweise schon Probleme das Handballfeld zu finden. Wir hatten auch schon die Diskussion zu den Kommentatoren.

    Wann will die HBF digitale Werbebanden und reine Handballböden verpflichtend machen? Welche Vereine können und werden dies überhaupt erfüllen? Was soll ein Ligaverband machen, dessen Mitglieder sich nicht selbst das Wasser abgraben wollen?

    Daneben wurde an Verbesserungen insbesondere etwas zum Jugendzertifikat beschlossen, was aber so nichts bringen wird, weil es für den Nachwuchs einer breiteren Basis bedarf und der Ligaverband das gar nicht leisten kann. Gerüchteweise haben Metzingen und Bietigheim schon Probleme, für einige Jugendmannschaften überhaupt Trainer zu finden. Letztlich kocht jeder Verein seine eigene Suppe.

    Konkrete Vorschläge wie man die HBF weiterbringt lese
    ich auch nicht.

    Ist auch nicht sein Job, für ihn reicht es, wenn der BVB professionell arbeitet. Im Übrigen interessanter Einblick in die Causa Dulfer/Smits. Nicht dass die dann in Bietigheim irgendwann fordern, dass jetzt aber der Papa von Inger den Trainer machen soll. So eine Nummer können die sich wohl auch nur in der HBF erlauben, europäische Spitzenclubs werden da wohl dankend abwinken.

    Ich kenne eine ehemalige württembergische Auswahlspielerin im Frauenfußball, die selbst sagt, dass einem beim Frauenfußball teilweise das Gesicht einschläft. Wenn sich nicht genug Menschen für den Sport interessieren, gibt es da halt kein Geld zu verdienen. Ich finde es auch nur schwer nachzuvollziehen, dass die Fußballerinnen viel Geld verdienen sollen, nur weil sie einen Sport betreiben, mit dem bei den Männern viel Kohle generiert wird. Schade ist eigentlich, dass Frauenhandball (zumindest in der Spitze) ähnlich wie Volleyball rein optisch gar nicht so krass von den Männern abweicht, wie z.B. Fußball oder Basketball. Da hätte man sicher einen Attraktivitätsvorteil.

    Ich glaube, dass auch diplomatischen Gründen keine Aussage mehr zu Nürtingen kommt. Fridrikas hat sich ja in der Presse geäußert, im persönlichen Gespräch soll sie das noch eindeutiger tun. Offensichtlich waren da die Erwartungen unterschiedlich. Metzingen wollte seine Talente entwickeln und dazu auch ein entsprechend professionelles Umfeld haben, Nürtingen hatte dagegen wohl lediglich im Sinn, sich ein paar Spielerinnen günstig zu sichern. Mal sehen, wie es mit Herrenberg läuft, da gibt es ja mehr Verbindungen und der Weg über die zweite Liga ist sicher besser, als in Liga 1 bei den Auszeiten Trinkflaschen zu reichen und sonst 3. Liga zu spielen. Bei Kynast hatte das in Waiblingen ja gut funktioniert.

    NRW hat aber gerade auch Ferienende und eine Testpflicht für nicht vollständig Geimpfte oder Genesene, wenn die nach mehr als 5 Tagen Urlaub an den Arbeitsplatz zurückkehren.

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    Die haben jetzt höhere Inzidenzen, weil sie testen, das flacht dann wieder ab. Zudem liegen sowohl bei LEV als auch beim BVB die Hallenkapazitäten weiter über dem Zuschauerschnitt. Also schön ruhig bleiben.

    So sehr ich die handballerischen Analysen von Juliscka schätze, frage ich mich, was der Hinweis auf das Privatvergnügen soll, bei dem etwas an der Staatskasse hängen bleiben kann. Ist es nicht so, dass in anderen Ländern der Frauenhandball per se vom Staat unterstützt wird? Was ist daran besser, abgesehen vom vielleicht größeren sportlichen Erfolg. Und ja, Frauenhandball in Deutschland ist teilweise Privatvergnügen, sogar bei einem der renommiertesten deutschen Clubs, der SG BBM Bietigheim, denn ohne das finanzielle Engagement von Herrn Bezner (Olymp) würde da gar nichts laufen. Es ist aber sicher nicht das Privatvergnügen der genannten Personen.

    Zum Thema Metzingen noch: Wenn man sich die Bilanzen der Spielbetrieb-GmbH`s anschaut, findet man dort die Überschuldung häufiger (so z.B. auch bei Frisch Auf), handelt es sich um eine GmbH & Co. KG ist dagegen von "nicht durch Vermögenseinlagen gedeckten Verlustanteilen der Kommanditisten die Rede." Rückschlüsse auf das Geschäftsführergehalt lässt dies nicht zu, ohnehin zeichnen die verkürzten, veröffentlichten Bilanzen nie ein klares Bild. Im Hinblick auf die Rotts meinte ich das auch nicht wegen der Bilanz, sondern was die so tun und wo die auftauchen, Edina Rott z.B. an der Seitenlinie in der JBHL oder bei der 2. Mannschaft. Und auch Ferenc Rott übernimmt Aufgaben, für die ein angestellter Fremdgeschäftsführer sich möglicherweise "zu fein" wäre. Was ich sagen wollte ist, dass die Vereine sehr stark auf persönliches Engagement angewiesen sind, dass über Gehälter kaum in dieser Form eingekauft werden kann. Bernd Aichele, der Geschäftsführer des finanziell ohnehin nicht auf Rosen gebetteten TV Nellingen hatte das sogar ehrenamtlich gemacht:

    https://www.esslinger-zeitung.de/inhalt.tobias-…800a56158f.html

    Karl: Unabhängige Berichterstattung im Frauenhandball dürfte reines Wunschdenken sein. Wenn ich es richtig sehe und teilweise die Berichte auf HP und in der Lokalpresse vergleiche, werden - zumindest hier im Süden - die Texte von den Vereinen auch vorgefertigt und dann allenfalls redaktionell redigiert. Da ist gar nicht gewährleistet, dass sich überhaupt ein Schreiber der Zeitung das Spiel anschaut.

    Hallo NSU`ler, ich glaube auch nicht, dass Nick und Bartels Pressemeldungen geschrieben haben oder dass Ferenc Rott das macht. Allerdings müssen die Tätigkeiten von Nick und Bartels jetzt von anderen übernommen werden, die das vielleicht vorher gemacht haben und jetzt alle Hände voll mit anderen Dingen beschäftigt sind. So ein Bericht kostet auch Zeit, wenn man ihn anständig macht. Und bei Bietigheim fehlt noch an anderer Stelle Personal.

    Insgesamt gebe ich dir aber Recht, dass die Vereine da wenig aktiv sind und das Marketing teilweise völlig dilettantisch ist. Da gibt es Trainingsbilder auf Insta, wo die Mädels in den Klamotten ihrer alten Vereine und deren Ausrüstern rumlaufen oder Jasmina Jancovic (Offizielle bei FA) macht einen Kommentar auf der dortigen Insta-Seite, wo sie auf ihrem Privataccount noch mit dem TusSies-Trikot steht ...

    Naja Torsten Nick hat Bietigheim als Geschäftsführer der Frauen ja verlassen:

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    Und bislang wurde kein Neuer gemeldet. Daneben fehlt da wohl auch anderer Stelle Personal:

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    Es fehlt halt das Geld für professionelle Strukturen. So sind die TusSies im Prinzip auch noch ein Familienbetrieb, bei dem die Rotts enorme Leistungen vollbringen. Wenn man das für marktgerechtes Gehalt einkaufen wollte, würde es richtig teuer.

    Und in Dortmund zeigt sich wohl, dass ein Mann wie Andreas Bartels auch nicht so ohne weiteres zu ersetzen ist.

    Ich denke, die Vereine haben schlicht keine Kapazitäten für ein professionelles Marketing. Ich weiß, von Erst- und Zweitligisten, die üblicherweise zu diesem Zeitpunkt der Saison noch dabei sind, die Sponsorengelder für die Saison zusammen zu treiben.

    Glückwunsch an Ungarn, gewonnen hat die Mannschaft, die den erwachsensten Handball gespielt hat. Wie die irgendwann das Tempo raus genommen haben, damit Deutschland nicht rankommt, war schon reif. Bei Deutschland war klar, dass die das Tempo vom Anfang nicht halten können, Ungarn hat sich da nicht aus der Ruhe bringen lassen. Auch wenn so ein Erfolg schön ist, sollte man nicht vergessen, dass es eine gehörige Portion Glück war, soweit zu kommen. Wenn Rumänien gegen Norwegen nicht zum Schluss den Kopf verloren hätte, wäre es mit dem HF gar nichts geworden. Und Russland hat sich im HF zum Ende der regulären Spielzeit auch selbst geschlagen. Wären der 7m oder der letzte Freie drin gewesen, wäre es das gewesen mit dem Finale.

    Germanicus: Ich glaube nicht, dass man die großen Rückraumspielerinnen kleinen und flinkeren vorgezogen hat, sondern damit ein Spielkonzept durchziehen will, dass Juliscka als Bum-Bum bezeichnet, wobei ich nicht glaube, dass damit die Spielerinnen kritisiert werden sollen. Ich habe es schon einmal gesagt, auf mannschaftliches Zusammenspiel und Spielverständnis wird bei den Sichtungen kein Wert gelegt. Beim Deutschland-Cup ist es regelmäßig so, dass man den Eindruck hat, dass schon nur die Spielerinnen überhaupt aufs Tor werfen dürfen, die sich für den DHB empfehlen sollen, dies dann häufig aber mehr als es dem Spiel guttut. Dies ist aber zweifach misslich, denn erstens lernt man es dann nicht richtig und hat zweitens keine ausreichenden Handlungsoptionen, wenn man in eine Damenmannschaft kommt, bei der nicht alles auf einen abgestellt ist. Leider kommt man bei den Sichtungen mit einer auch ungesunden Portion Egoismus besser durch. Eine Spielerin wie Farkas, die jetzt weniger spektakulär, dafür aber insgesamt kompletter ist, könnte in D auch gut durchfallen, wenn sie nicht genug eigene "Action" macht. Ich glaube, darauf zielt die Kritik von Juliscka. Ich glaube auch nicht, dass Gino Smits die Wahl ausgeübt hat, keine kleineren und flinkeren Spielerinnen zu nehmen, weil man diese aufgrund der vorherigen Auswahlkriterien gar nicht hatte. Wenn ich mir die beiden Bietigheimer Außen ansehe, stellt sich ohnehin die Frage, ob der Kader ausschließlich nach sportlichen Kriterien zusammengestellt wurde.

    Man könnte aber es auch anders sehen. Bölk hat mit 16 erste Liga gespielt. Sowas motiviert dann eben auch. Wenn man mit 19 aus der A-Jugend kommt und hat Backup- oder 2.Liga-Niveau, dann weiss man, dass sich der Aufwand vermutlich nicht lohnt und die Motivation ist dahin oder geht eben Richtung Beruf- und Lebensqualität.

    Bölk war aber auch eine Ausnahme, auch was die körperliche Entwicklung angeht. Mich hätte es mal interessiert, wie Rebecca Rott in der jetzigen Mannschaft aussehen würde, sie ist ja auch Jahrgang 2004 und dürfte, was den frühen Entwicklungsstand angeht, am ehesten mit Bölk vergleichbar sein.

    Beruflich bedingt war ich bislang nicht in der Lage, sehr viel von den Spielen zu sehen. Was mir gestern aber aufgefallen ist, ist der Unterschied in der technischen Entwicklung bei den Außen: Die Ungarinnen springen und hängen in der Luft fast wie die Großen, während die Deutschen eher in den Kreis stolpern. Da gibt es offensichtlich doch erhebliche Unterschiede in der technischen Ausbildung.

    Und juliscka: Meine Erfahrung ist, dass bei den Sichtungen in D herzlich wenig auf Spielverständnis geachtet wird, sondern mehr auf das Vorhandensein bestimmter Eigenschaften für die Position und diesbezüglicher Durchsetzungsstärke. Manch talentierte Rückraumspielerin wird auch schnell auf Kreis umgelernt. Deine Befürchtung, dass die dann in der Entwicklung stehen bleiben und irgendwann dumm aus der Wäsche schauen, wenn da richtige Gegner stehen, halte ich durchaus für begründet. Wie das anderswo gehandhabt wird, weiß ich nicht, hier habe ich aber manchmal den Eindruck, dass die Mädels bei frühem Einsatz bei den Aktiven dann auf die vorhanden Fähigkeiten festgenagelt werden, ohne dass sie nochmals an Handlungsoptionen reicher werden. Letztlich spiegelt sich das dann auch in dem Handball wieder, den wir von der NM kennen.

    Also Leute, wenn ihr die Jugend in Deutschland fördern wollt, braucht man erst einmal Infrastruktur, wo die auch Sport machen können. Wisst ihr, in was für abgewrackten Hallen die Jugend spielt? Bei den Frauen geht das teilweise bis in die Bundesligen hoch. Vereine mit erfolgreicher Jugendarbeit haben teilweise nicht mal genug Hallenzeiten. Und wenn sie zu erfolgreich sind, werden ihnen, vom System vorgesehen, die Spieler und Spielerinnen frühzeitig genommen. Als Mannschaftssport wird das in der Nachwuchsförderung dann teilweise nicht aufgefasst, individuelles Durchsetzungsvermögen gilt mehr als Spielwitz. Vielleicht liegt auch hier der Hund begraben.

    Von der Sache mit der Schwester hatte ich keine Ahnung, es erklärt aber sicher, warum sich vielleicht der Blick aufs Leben und die Bereitschaft zum Leistungssport massiv verändern. Aber auch ohne einen solchen Schicksalsschlag habe ich Verständnis für jede, aber wirklich jede, die sich irgendwann vom Leistungssport verabschiedet.

    Natürlich kosten die Lehrgänge was, der DHB kann ja mal versuchen, eine Ausbildungsgebühr zu erheben, wenn man zu früh aussteigt. Dann werden sich aber nur noch wenige finden. Auf die jungen Damen und ihre Gesundheit wird auch keine Rücksicht genommen. Gerade hier in Württemberg ist das eklatant, besonders bei den größten Talenten. Nachdem Leonie Patorra schon mit zwei Kreuzbandrissen zu den Aktiven gewechselt ist, hat es mit der gerade von den Tussies 2 nach Herrenberg gewechselten Ronja Slawitsch jetzt die nächste wiederholt erwischt und auch die 2005 geborene Lea Watzl, zum Ende der letzten Saison in den Göppinger Bundesligakader erhoben, hat sich jetzt einen Kreuzbandriss zugezogen. Hier gibt es einige Sportinvalidinnen aus dem Umfeld der Auswahlmannschaften, die mit um die 20 aufhören mussten.

    Von denen und wie die ihr Leben lang unter der Verbandsförderung leiden, spricht auch keiner mehr. Genauso wenig muss sich eine aber einen Kopf machen oder ein schlechtes Gewissen haben, wenn sie dann irgendwann nicht mehr will. Insbesondere, wenn man betrachtet, was die Bundesliga teilweise für Rahmenbedingungen bietet.