Beiträge von Fachfremder

    Bayern hat jetzt auch eingeteilt und ist nach einem Punkteranking vorgegangen:

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    Ist ähnlich wie das badische Modell, d.h. es werden die Ergebnisse der Vorsaison (2018/19) der beiden teilnahmeberechtigten Jahrgänge berücksichtigt (wäre hier dann C-Jugend) sowie die Saison 2019/2020 in der betroffenen Jugend und jener darunter (hier also C- und B-Jugend), diese allerdings wegen der Teilnahme des jeweils noch älteren und jüngeren Jahrgangs nur zu 50%. Würde in der vorliegenden Konstellation allerdings nicht zu anderen Ergebnissen führen als das badische Modell. Die Stuttgarter Kickers stünden dann wieder mit 93 Punkten vorn vor Hbi mit 89 und FA Göppingen mit 86,5 und Neckar/Kocher wäre mit 78,5 erneut abgeschlagen.

    Es ist schade, dass sich gerade der mitgliederstärkste Verband mit einigen starken Jugendmannschaften offensichtlich die wenigste Mühe gegeben hat, die Mannschaften zu ermitteln, die aus sportlichen Gründen in die höchste Liga sollten. Dies gilt um so mehr, nachdem man die verbleibenden 6 Startplätze trotz größerer Leistungsdichte paritätisch mit Baden und Südbaden aufgeteilt hat.

    Funzelgeronimo

    Der HVW geht bei der Quali nicht nach Rankings, wie du einem früheren Post von mir entnehmen kannst, sondern nach Kriterien wie Vorjahresteilnahme, Bundes- und Zweitligazugehörigkeit und Vorjahresplatzierung in bestimmten Staffeln. Wenn ich mir anschaue, was Bayern jetzt macht, kann ich mir gut vorstellen, dass es dort gerechter zugeht.

    echo24 meldet in seiner heutigen Printausgabe den Wechsel von Isabel
    Gois von Halle-Neustadt nach Neckarsulm. Damit stehen in der neuen
    Runde 3 Torhüterinnen im Kader. Torwarttrainer Oliver Rieth verlängerte
    seinen Vertrag um zwei Jahre. Der Kader der NSU umfasst damit derzeit 15 Spielerinnen.

    Vertragsverlängerung von TW-Trainer Oliver Rieth und zusätzliche Verstärkung durch Isabel Góis zum Vorbereitungsstart


    Wohl dem, der trotz Corona genug Geld hat, um noch eine dritte Torhüterin zu holen :D Bislang wurde allerdings wenig aus den offensichtlich vorhandenen finanziellen Mitteln gemacht. Mal schauen, ob es dieses Jahr besser wird.

    Funzelgeronimo

    Das Problem ist aber, dass der HVW sich gar nicht an Kriterien und Punkteranking gehalten, sondern eine Nominierung wegen der Bundesligazugehörigkeit vorgenommen hat, obwohl es jede denkbare Punkteranking bei der JSG Neckar/Kocher niemals gerechtfertigt hätte.

    Die Qualifiaktionskriterien sind wiederum unabhängig und berücksichtigen überwiegend Vorjahresleistungen genau eines Jahrgangs, zu einem Großteil in der Württembergliga, für die man sich auch über den Bezirk qualifizieren kann. Da kann eine "Einjahrgangsfliege" dann durchaus dem nachfolgenden, schwächeren Jahrgang die Qualifikationsteilnahme sichern. Da läuft beim HVW meiner Meinung nach gar nichts richtig und wenn eine "Einjahrgangsfliege" dann jeweils mit dieser Mannschaft in der höchsten Spielklasse spielt, habe ich da weniger Probleme als mit dem umgekehrten Fall, dass ein schwächerer Jahrgang von den Vorleistungen eines stärkeren Jahrgangs profitiert.

    Diesjährige Kriterien zur BWOL-Quali:

    1. Vorjahresteilnahme
    2. Bundesligazugehörigkeit
    3. Platz 1 Württembergliga B-Jugend 19/20
    4. Platz 2 Württembergliga B-Jugend 19/20
    5. Württembergischer Meister C-Jugend 19/20
    6. Zweiter Württembergoberliga C-Jugend 19/20
    usw. (hier nicht relevant)

    Wäre man danach vorgegangen, wären die Hbi und der TV Weingarten zu nominieren gewesen, was nach meiner Meinung zwar ebenfalls nicht geht, weil die Reihenfolge der Kriterien nicht zwingend ist. Im Zweifel könnte es sein, dass über die Kriterien 1 und 3 überwiegend Leistungen des Jahrgangs 2003 entscheidend sind, was auch für die Quali nicht fair ist, das "Setzen" der Bundesligisten IMHO auch nicht.

    Ich habe mir auch mal das Punkteranking beschafft. Da steht die Hbi allerdings wohl mit 201 immerhin 3 Punkte vor Neckar/Kocher mit 198. Allerdings kommen davor noch einige andere Vereine, so als erster nicht vorqualifizierter Verein mit 219 Punkten die Stuttgarter Kickers, bei denen der HVW vielleicht von einem Versehen ausgegangen ist, weil die ja eigentlich Fußball spielen. Meine Aussage, dass die JSG Neckar-Kocher nach Punkteranking niemals hätte berücksichtigt werden dürfen, wird auf jeden Fall bestätigt.

    Interessant wird es nun, wenn man jetzt die Wertung nach badischem Modell vornimmt, was ich mal interessehalber für die genannten Vereine gemacht habe. Dann stehen die Stuttgarter Kickers immer noch mit 141 Punkten vorne, dann kommt Hbi mit 130, FA Göppingen mit 127 und Neckar/Kocher mit 114, wobei die da auch in der Rangfolge weiter unten stehen dürften, weil noch einige Vereine dazwischen kommen.

    Wenn Hbi nach badischem Modell als Württembergischer Meister C-Jugend 18/19 und 5. der BWOL in der B-Jugend 19/20 vorne gestanden hätte, zeigt das für mich, dass dieses Modell der Wahrheit für die betroffenen Jahrgänge am nächsten kommen dürfte. Das Ranking hätte ja vom HVW, einen entsprechenden Willen vorausgesetzt, geändert werden können. Die Festlegungen des VAST sind ja nicht in Stein gemeißelt. Die Stuttgarter Kickers sind die richtig Gelackmeierten: Nach beiden denkbaren Punkterankings vorne und jetzt soll für die Teilnahme an der Württembergliga genau dieses Ranking gelten. Tut mir leid, da hat der HVW "Foul gespielt", um etwas durchzusetzen, was er er gerne so hätte, was aber nicht zu rechtfertigen ist. Weiß eigentlich jemand, was aus dem rechtlichen Vorgehen der Hbi geworden ist?

    Zur Aufklärung noch:

    Punkteranking Württemberg B-Jugend

    C-Jugend 2017/18 (Jg. 2003/2004)
    C-Jugend 2018/19 (Jg. 2004/2005)
    B- Jugend 2018/19 (Jg. 2002/2003)
    C-Jugend 2019/20 (Jg. 2005/2006)
    B-Jugend 2019/20 (Jg. 2003/2004)

    Schwäche des Rankings ist meiner Meinung nach, dass es zu stark den Jahrgang 2003 und einmal sogar noch 2002 einbezieht, also "Erbhöfe" vergeben werden, die mit dem teilnahmeberechtigten Jahrgang nichts zu tun haben.

    Baden hat daher C-Jugend 2017/18 und B-Jugend 2018/19 weggelassen und damit - bis auf B-Jugend 2019/20 - nur die teilnahmeberechtigten Jahrgänge betrachtet, was aus meiner Sicht fairer ist und dem Vernehmen nach auch zu breiter Akzeptanz geführt hat, weil es am wenigsten angreifbar ist. Wenn man schon keine Quali spielen kann, sicher die beste Methode.

    raubkatze

    Die nominierte JSG Neckar-Kocher steht bei beiden Methoden der Berechnung so weit hinten im Ranking, dass sie niemals hätte berücksichtigt werden dürfen.

    Hallensprecher

    Die Lage beim HVW im weiblichen Bereich ist etwas anders. In der letztjährigen Württembergoberliga der C-Jugend war kein einziger Bundesligaverein, nur Herrenberg (Zweitligist) als Tabellenletzter. In beiden Württembergligen der B-Jugend setzten sich andere Vereine durch. Zuvor hatte sich keiner der nicht vorqualifizierten Bundesligisten in der Qualifikation durchgesetzt, sondern drei andere Vereine. Dabei haben alle Bundes- und Zweitligisten (derzeit sechs, zuvor sieben) unabhängig von vorherigen Leistungenein Recht auf einen der 10 Qualiplätze. Es ist, wie es TVM gesagt hat: Wenn die Bundesligisten in der B-Jugend mitmischen wollen, sollen sie bessere Grundlagenarbeit leisten. Sie können ja auch gerne versuchen, andere Spieler abzuwerben. Der sportliche Gedanke wird aber mit Füßen getreten, wenn man die Bundesligavereine trotz schlechterer sportlicher Leistungen bevorzugt. Ambitionierte württembergische Spielerinnen, die aus welchem Grund auch immer, keine Lust haben, zu einem Bundes- oder Zweitligisten zu wechseln, müssen den Bundesligisten also in jeder Hinsicht den Abstieg wünschen, um eine bessere Chance zu haben, sich für die BWOL zu qualifizieren.

    Hallensprecher:

    Der Wechsel findet aber meistens nicht in der C-, sondern in der B-Jugend statt (kann man an den Kaderlisten sehen, da sind in der C-Jugend kaum Spielerinnen von Bundesligisten dabei). Zudem geht es nicht nur darum, Spieler zu verlieren, sondern im geschilderten Fall, dass man trotz besserer sportlicher Leistungen (als B-Jugend in der BWOL!) als die Jugenden einiger Bundesligisten diese vor die Nase gesetzt bekommt. Kann man diese Vorgehensweise nicht ändern? Doch, glaube ich schon, indem man die Spieler vor die Alternative stellt, in die Verbandsförderung zu gehen oder im Verein zu bleiben. Dann dürfen die alle in der C-Jugend zu den Bundesligisten, die sich dann selbst um die Leute kümmern können. Dann mal schauen, wie es künftig um die Auswahlteams bestellt ist. Nochmal: Es geht hier nicht um das Abwerben der Spielerinnen, sondern die Bevorzugung von Bundesligisten trotz sportlich schlechterer Leistungen.

    Das Problem ist, dass der Zugang zur BWOL immer mehr erschwert wird. Gab es früher lediglich automatische Startrechte für die beiden Erstplatzierten wurde dies zunächst auf die ersten 5 ausgeweitet (nach 18/19), um dann plötzlich in der abgelaufenen Saison nur die ersten 4 zu nehmen (sonst wäre Hbi als 5. ohnehin dabei gewesen). Jetzt hatte man noch 6 Plätze offen, die man dann nach Verbandsproporz zu gleichen Teilen an Württemberg, Baden und Südbaden vergeben hat. In einer Qualifikation wären dagegen 4 Plätze an Württemberg und jeweils 2 an die anderen gegangen. Jetzt hatte man also 2 Plätze und glücklicherweise auch nur noch 2 Bundesligisten, deren Jugend noch nicht qualifiziert war. Der HVW greift also zu Gunsten der Bundesligisten massiv in den Wettbewerb ein. Grund dafür kann eigentlich nur sein, dass man ein Argument für junge Spielerinnen schaffen will, zu diesen Vereinen zu wechseln, weil sie nur dort in der höchsten Spielklasse spielen können. Dazu passen auch die von Handballopa geschilderten Abwerbungsversuche. Da scheint Methode hinter zu stecken.

    Ganz klar Hbi, wenn man die Tabellen betrachtet. Der HVW verfolgt offensichtlich seit Jahren, auch durch automatiche Startrechte der Erst- und Zweitligisten in der BWOL-Qualifikation, möglichst wenigen Vereinen eine Chance zu geben, sich für die BWOL zu qualifizieren. Die Nummer schießt den Vogel natürlich ab. Während man sich bei anderen Verbänden über die Punkterankings aufregt, spart sich der HVW sogar diese.