Beiträge von brodie79

    THW hatte zehn Torhüterparaden mehr und acht technische Fehler weniger. Wie Hens am Ende vom Spiel festgestellt hat, ist das Ergebnis dafür für Gummersbach sogar noch in Ordnung. Die erste Halbzeit geprägt durch die vielen Fehler vom VfL und einem bestens aufgelegten Wolff, der einige freie hielt. Dadurch der THW viel am Laufen und auch in der Abwehr mit guter Energie. Dazu gingen noch recht viele Rückraumwürfe rein, wo Obling auch nicht immer gut aussah, aber auch einigen wirklich guten Würfen.

    Zweite Halbzeit dann nur noch 2/11 aus dem Rückraum vom THW. Da ging nicht mehr viel aus der Distanz. Kuzmanović besser im Spiel und mit der ein oder anderen Parade. Insgesamt nur vier Kieler Tore in den ersten 14 Minuten der zweiten Halbzeit und Gummersbach nochmal etwas dran, aber die Auszeit von Jicha dreht es dann endgültig.

    Für Handball-Deutschland kann man nur hoffen, dass Schluroff diese Energie und Entschlossenheit dauerhaft zeigen kann. Der war teilweise heftig zu schnell für die THW-Abwehr. Aber auch einige herausragende Paraden von Wolff. Die freien sehen natürlich immer sehr spektakulär aus, aber auch bei Würfen aus der Distanz, wo er nicht viel Hilfe von Abwehr bekommen hat, mit sehr starken Reflexen.

    Die Highlights des Spiels aber eigentlich, wenn der Ball ruhte. Die erste Auszeit von Sigurðsson vlt. für VfL-Fans nicht so zum Lachen, aber ich muss lachen, wegen der Formulierung. "Die haben fünf Tore Führung, weil wir dumm sind, weil wir Fehler machen. Bitte kommt in die Halle."

    Und dann nach dem Spiel.

    Johansson: "Ich finde unser Plan hat gut funktioniert. Also wir haben vorher gesagt, wir müssen eine aggressive und kompakte Abwehr haben gegen, ja, Schluroff. Ich glaube er hat auch viele Tore heute gemacht."

    Sattler: "Elf waren es".

    Johansson (lacht): "Okay, dann war unser Plan nicht so gut."

    Sattler: "Auch die Rhein-Neckar Löwen haben heute gewonnen gegen Lemgo.."

    Wolff: "... danke, dass das ich das nicht mehr angucken kann jetzt."

    Sattler (lacht): "Ai ai ai, hab ich gespoilert jetzt. Dafür kriegen wir von den Fans immer richtig auf die Mütze, wenn wir sowas sagen."

    Wolff (lacht): "Zurecht auch".

    Die Frage, die sich der THW doch stellen muss, ist, ob sie in Jicha einen Trainer sehen, der eine Mannschaft entwickeln kann. Melsungen steht doch nicht vor dem THW, weil sie Weltklasse verpflichten, sondern weil sie einen Trainer haben, der einen Plan hat, was er spielen will, der Spieler holt, die dazu passen und entsprechend etwas entwickelt. Das braucht auch Zeit. Parrondo ist jetzt in seiner vierten Saison dort, Wiegert hat auch sechs Jahr Anlauf gebraucht und auch Siewert ist schon fünf Jahre in Berlin. Bei allen gab es unterwegs auch genügend Zeiten, wo es von außen betrachtet, auch nicht gut lief. Aber man konnte immer sehen, was sie wollen. Beim THW weiß ich das nicht so richtig.

    Die schwankenden Leistungen der Spieler kommen auch daher, dass die Spiele beim THW so laufen, dass die Spieler individuelle Lösungen gegen das finden müssen, was der Gegner in der Abwehr präsentiert. Je nachdem, wie das jedem einzelnen liegt und der jeweiligen Tagesform, gelingt das den Spielern mal besser und mal schlechter. Dieser Ansatz funktioniert nur zuverlässig, wenn man Spieler hat, die auch schon so viel gesehen haben an Gegnern und deren Abwehrverhalten, dass sie aus Erfahrung immer wissen, was zu machen ist.

    Man kann von außen jetzt nicht in das Training gucken, was dort gemacht wird, wie dort an was gearbeitet wird, etc. In den öffentlichen Aussagen ist bei mir immer der Eindruck da, es ginge es nur um den Einzelnen, als wäre es nur eine Frage der individuellen Qualität und Mentalität. Die spielt natürlich immer eine Rolle, aber ich glaube Jicha ist hier etwas in der ehemaliger Weltklasse-Spieler-Falle. Er hatte eben Fähigkeiten, die es ihm erlaubt haben, bestimmte Dinge zu machen und nicht selten haben Spieler dieser Klasse, egal in welcher Sportart, dann als Trainer große Mühe zu verstehen, warum andere das nicht auch einfach machen. Also wäre es nur eine Frage der richtigen Einstellung. Also könnte jeder dahin kommen, wenn er nur wolle. Das ist zumindest mein Eindruck, wenn man ihm so zuhört.

    Im Spiel fällt auf, dass im Gegensatz zu den zuvor genannte Trainern beim THW sehr wenig im Detail passiert. Das ist alles sehr oberflächlich. So wie Jicha gestern erzählt, dass sie sich am Ende nicht mehr getraut haben. Hat er Recht, aber warum haben sie das nicht? An der Stelle biegt Jicha immer in Richtung Mentalität, etc. ab. Aber man kann eben an der Stelle auch anders weiterdenken.

    Die Spieler sollten jetzt also gegen eine defensive, große Abwehr, die überhaupt nicht darauf anspringt, dass jemand beim THW irgendwas antäuscht und sich so rauslocken lässt, irgendwo durch oder drüber werfen mit einem gut auflegten Torhüter dahinter. Und das nachdem das zuvor zu Fehlwurf, nach Fehlwurf geführt hat. War ja nicht nur, dass Simic gehalten hat, sondern es gingen auch einige Würfe drüber und vorbei.

    Jetzt kann man natürlich hingehen und sagen: Egal, sie müssen die Mentalität haben, trotzdem weiter dasselbe zu probieren und die Dinger einfach treffen. Aber das kann doch nicht alles sein. Da muss doch beim THW auch der Anspruch an den Trainer ein anderer sein.

    Da geht es auch gar nicht um eine reine Ergebnisbetrachtung. Es gibt in der Liga keine Garantie, Meister zu werden oder in die CL kommen. Und wenn man das nicht schafft, hat man noch lange keine schlechte Saison gespielt. Sofort alles immer in Frage zu stellen, weil es vlt. mal nicht für die CL oder den Meistertitel reicht, ist definitiv der falsche Weg. Aber man muss aufpassen nicht in die große Alibi-Masche zu verfallen, sich darauf auszuruhen.

    Selbst die jüngeren Spieler beim THW haben vor dem THW schon CL in tragenden Rollen bei ihren Teams gespielt, wie Johansson und Madsen, sind Nationalspieler in wichtigen Rollen, die bei großen Turnieren dabei sind, wie auch Skipagøtu. Das sind doch keine Spieler aus dem Nachwuchs, die gerade ihre ersten Schritte machen. Alleine sowas anzubringen, muss doch bei den Verantwortlichen beim THW die Alarmglocken läuten lassen.

    Noch dazu kommt, dass Szilágyi und Jicha Führungskräfte sind, die immer wieder Aussagen treffen, deren Unterton ist: Also an uns liegt es nicht. Vlt. wollen sie das gar nicht, vlt. wollen sie einfach den Druck von den Spielern nehmen, aber sie drücken sich immer wieder sehr, sehr unglücklich aus, weil sie nicht bei sich anfangen. Das Leben als Führungskraft ist manchmal auch durchaus ungerecht, weil man den Kopf hinhalten muss, für was, was man nicht selbst verbockt hat. Aber das ist der Preis für die Dinge, die man dafür bekommt. Und wenn man in so eine Führungsposition will und dann auch geht, muss man auch akzeptieren, was das mit sich bringt.

    Zu sagen, dass Spieler (noch) nicht die Qualität haben oder (noch) nicht die Mentalität mag durchaus richtig sein, aber die guten Verantwortlichen schaffen es, dass sie sich (verbal) dafür so in die Verantwortung nehmen, dass man nicht hinterher denkt, dass die Spieler einfach (noch) zu schlecht sind.

    Ich nehme mal an, dass Jicha seit der letzten Saison versucht die Situation positiv zu sehen. Dass er vlt. auch an eine Entwicklung der Spieler glaubt, dass sie individuell bessere Entscheidungen treffen, mental vlt. auch stabiler werden. Hier muss von außen die Entscheidung getroffen werden, ob das reicht. Ob einfach nur Geduld gefragt ist und sich die Spieler entsprechend so entwickeln werden, dass sie Weltklasse sind oder ob man nicht mehr erwartet von einem Trainer.

    Das Problem ist nur zum Teil die Überalterung. Der THW hat in den letzten Jahren fast ausschließlich Spieler geholt, die ihre Stärken in der Offensive haben. Selbst ein Spieler wie Wallinius, der als abwehrstark angekündigt wurde bei seiner Verpflichtung, hat auf der Seite des Feldes nie eine Rolle bekommen. Auch die anderen Schlüsselspieler, die man geholt hat mit erst Johansson, dann Skipagøtu und dieses Jahr Madsen sind alle Kandidaten fürs Parken auf Außen oder Wechsel. Mit Načinović kommt der nächste, der wie Wallinius, als stark auf beiden Seiten angekündigt wurde. Trotzdem hat er es offenbar (noch) nicht geschafft in der kroatischen Nationalmannschaft in der Verteidigung unersetzlich zu sein. Aber er wird vermutlich schon alleine durch die Lücke von Wiencek spielen müssen und vlt. ist er dann jemand, der die Abwehr mit prägen wird.

    Von der Sache her, ist das aber nur ein Problem, weil der THW jetzt offensiv nicht so stark ist, dass sie die defensiven Probleme in Kauf nehmen können. Bei Berlin rühren Gidsel, Lichtlein und Andersson jetzt auch nicht unbedingt Beton an, aber die Berliner haben so viel Variabilität in ihrem Spiel, dass sie vorne ihre Spiele gewinnen. Das traue ich persönlich Jicha nicht zu, dass er den THW dahin entwickelt. Dafür fehlt mir die sichtbare handballerische Tiefe. Die Analysen von Jicha und Szilágyi gehen auch immer nur auf das individuelle. Sei es Qualität oder Mentalität. Da ist nie ein Mannschaftsansatz zu sehen oder hören.

    Berlin hat aber z.B. einen Wiede oder Langhoff, die sie dann auch hinten reinwerfen können. Die auch mal richtig hart Abwehr spielen. Der THW hat noch Duvnjak auf seine alten Tage und Landin als Entlastung. Ansonsten haben sie noch Bilyk und Reinkind in der Hinterhand. Die nächsten zwei, die eigentlich nur offensiv so richtig einsetzbar sind. Der Kader ist nicht ausbalanciert. Normal muss der THW seine Spiele durch eine überragend Offensive gewinnen, die sie so nicht haben. Ansonsten hilft nur, dass der Torhüter viele der Freien hält, die er jedes Spiel sieht.

    Die wenigen Zeitstrafen sprechen nicht für den mangelnden Einsatzwillen der Abwehrspieler, sondern für die Schiedsrichter. Sie haben auf beiden Seiten sehr viel laufen lassen. Ich fand es gut, dem THW kam es aber nicht zugute.

    Mehr Zeitstrafen hätte dem THW auch nicht geholfen, im Gegenteil. Die Abwehr war im Rückzugsverhalten und in der Abstimmung einfach zu langsam. 14 Kreisläufertore von Flensburg sind einfach zu viele. Gerade den agilen Jörgensen haben sie zu keinem Zeitpunkt in den Griff bekommen.

    Ich habe kein Spiel gesehen, wo der THW sich physisch bemerkbar gemacht hat. Da brauchte es auch keine Linie der Schiedsrichter. Dagur hat es am Anfang der zweiten Halbzeit gut beschrieben. "Ich verstehe nicht. Die stehen alle auf 9, 10 Meter, die Kieler Abwehr und der Ball ist immer noch auf der anderen Seite. Unglaublich viel Platz für die Kreisläufer." Und das hat man im Spiel viel gesehen: Sie standen. Dazu unkonzentriert.

    Sie waren im Kopf nicht da in diesem Spiel. Das passiert dem THW immer wieder. Das brauchen sie aber in der Abwehr. Offensiv kann man viel über individuelle Klasse machen. Man sieht dann immer gut, dass alle sich angucken, weil keiner so recht weiß, warum wieder einer frei werden konnte und dann läuft das Spiel so weiter. Gibt auch genügend Spiele, wo sie da sind. Wo sie sich auch pushen. Wo man merkt, dass sie verteidigen wollen. Und/Oder Wolff hält ein eine Menge Freie. Das fällt klar auch viel auf Jicha und die Taktik zurück, die überhaupt nicht funktioniert hat, aber nicht nur.

    Das war gestern ein Spiel, was nur durch den Willen gebogen werden konnte. Vlt. auch mal etwas "Drecksau". Ob es dann klappt, ist was anderes. Aber das habe ich nicht gesehen. Bei Flensburg war der ein oder andere wenigstens bisschen gallig und es gab mal etwas Thermik. Gestern schien es für den THW okay, das Spiel zu verlieren. Hat nicht sollen sein, nächste Mal. Und nicht erst hinterher.

    Wenn fürs Publikums in Flensburg das größte Feinbild ein Flopping von Duvnjak oder die Theatralik von Madsen bei Stopfouls im Angriff ist, dann fehlt mir da etwas. Insbesondere für ein Derby.

    THW spielt gegen Gegner, der richtig viel reinwirft und bei dem viel funktioniert in einem Derby und geht am Ende mit zwei Strafen aus dem Spiel. Eine wegen Flopping und eine im Angriff durch den Schubser. Das zeigt schon, dass der THW Flensburg hat spielen lassen und sich kaum gewehrt hat. Passiert dem THW zu häufig, dass der absolute Wille fehlt. Ich hab keinen THW gesehen, der unbedingt Meister werden will.

    Kiel hat klare Defizite, die sie mit Einsatz und Leidenschaft wett machen müssen. Sie sind nicht die Mannschaft, die die höchste Qualität hat und Spiele runterspielen kann oder am Ende mal 10 Minuten anzieht. Mittlerweile sind auch genügend Spieler im Kader, die nicht alles gewonnen haben und am Ende der Karriere stehen. THW kann eigentlich nur hoffen, dass Nacinovic ein Spieler ist, der so ein Ergeben in der Defensive verhindert. Aber irgendwie scheint das etwas wenig Perspektive.

    In der NoKo ist Graabak bei den Norwegern im Team schon wegen der Bindung disqualifiziert worden.

    Manipulationsvorwürfe gegen Norwegen: "Nicht in Ordnung"
    Nordische Ski-WM 2025 - Manipulationsvorwürfe gegen Norwegen durch Renndirektor Lasse Ottesen nach Disqualifikation von Jörgen Graabak: "Nicht in Ordnung"
    www.eurosport.de
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    Die Hersteller der Bindungen seien "sich dessen auch sehr bewusst. Sie dürfen keine Bindung herstellen, die nicht unseren Regeln entspricht", führte Ottesen weiter aus und öffnete damit die Tür für Spekulationen. "Deshalb können wir ganz einfach und klar sagen: Das ist nicht von einem Hersteller. In diesem Fall entspricht die Bindung nicht den Vorschriften, und jemand hat etwas an der Bindung gemacht, um sie zu dem zu machen, was sie heute ist."

    Es gibt im Skispringen verschiedene Stile, um auf Weite zu kommen. Nationen wie Norwegen und Slowenien sind eher Fliegernationen, d.h. die springen nicht so kräftig ab, um Höhe zu gewinnen, sondern schießen eher flacher raus mit mehr Geschwindigkeit und gleiten flacher den Hang hinunter. Damit dieser Stil funktioniert, braucht man in der Regel Aufwind oder entsprechend große Anzüge, die dann möglichst viel Tragfläche mit sich bringen. Andere Nationen wie Deutschland, Österreich oder Polen kommen mehr über den Absprung. Deswegen ist Deutschland z.B. gut auf kleinen Schanzen, wo der Absprung sehr wichtig ist und nicht viel fliegen dabei ist und dafür in der Regel nicht vorn dabei auf Flugschanzen, wo es genau umgedreht ist. Heißt, für die Fliegernationen ist mehr Tragfläche durch mehr oder formstabileren Stoff viel wichtiger als z.B. Deutschland, die diesen Vorteil gar nicht so extrem ausnutzen können, weil das reine Fliegen bei kaum einen deutschen Springer die große Stärke ist.

    Weil Basketball immer mal wieder genannt wurde. Man vor einiger Zeit angefangen, sehr offensichtliche Fouls, die nur dazu dienen die Uhr anzuhalten, als unsportlich zu pfeifen. Das hat dann auch bei Freiwürfen, wenn die Teamfoulgrenze erreicht ist, weiter Ballbesitz für das gefoulte Team zur Folge. Gerade am Ende vom Spiel sind die Schiedsrichter sehr schnell mit dem unsportlichen dabei, wenn super plump gefoult wird. Das Äquivalent zu plump wäre hier vermutlich das Reklamieren der Mannschaft, die den Regelfehler begangen hat. Nichtsdestotrotz wird das Mittel trotzdem genutzt, nur hat man es erschwert.

    Am Beispiel Formel 1 kann man doch gut sehen, wie das funktioniert. Was wurde da nicht alles probiert das in die USA zu bringen mit Events, Fahren in Indy, etc. Die haben Vettel & Co zu Letterman geschickt. Hat alles nichts gebracht. Kein Interesse. Und dann kommt Netflix mit Drive to Survive und das Ding geht dort und an vielen anderen Orten auf der Welt aber komplett durch die Decke. Und das zu einem Zeitpunkt, wo auch null Spannung drin ist, Verstappen komplett konkurrenzlos ist. Aber Netflix schafft es, mit natürlich fragwürdigen Methoden, Charaktere zu schaffen, Drama zu finden, wo mitunter gar keins ist. Und die Leute sind gefesselt und rennen der Formel 1 die Bude ein, ohne dass der Sport interessanter geworden ist. Völlig wilde Geschichte. Das hätte sich vor zehn Jahren niemand vorstellen können, was dort für eine Entwicklung reingekommen ist.

    Der THW hat in den letzten zwei Jahren mit erst Johansson, dann Skipagøtu und jetzt Madsen eine Rückraum-Reihe an jungen Spieler geholt, die jetzt nicht aus Mangel an Alternativen nach Kiel gegangen sind. Die hätte fast jeder genommen. Dazu würden Spieler wie Wollf, Landin oder Pekeler sicher auch überall sonst spielen. Auch ein Biylk zeigt z.B. in der Nationalmannschaft ein anderes Gesicht. Dazu ein Dahmke, Zerbe oder Imre, die sicher international nicht an der Spitze auf ihrer Position sind, aber doch absolut mithalten können. Dem Kader fehlt sicher ein defensiver Anker in der Prime. Mal schauen, wie Nacinovic den THW verbessern kann.

    Aber was eben auffällt: Sowohl defensiv, als auch offensiv ist der THW viel zu häufig kein Kollektiv, sondern zerfällt in Einzelteile. Wenn sie es schaffen, am allerobersten Ende des Energielevels zu agieren, können sie es mitunter kompensieren. Nicht nur das Stückwerk vorne, sondern auch die Abstimmungsprobleme hinten, wo man viele ratlose Gesichter sieht, warum man wieder ein einfaches Gegentor bekommen hat, sprechen nicht für die Arbeit vom Trainerteam.

    Was kann denn Ribe-Esbjerg zahlen, dass Wallinius sich die Auflösung seines Vertrages bis 2027 nicht fürstlich entlohnen lassen würde, sodass dem THW erstmal kurzfristig einiges an Sonderausgaben entstehen würden? Soweit ich das sehe, sind die gerade Vorletzter in der dänischen Liga mit drei Punkten aus zehn Spielen. Wallinius kam immerhin aus Montpellier, die regelmäßig CL spielen und ist schwedischer Nationalspieler. Wo ist denn da die sportliche Perspektive für ihn? Das er geht oder gehen will, macht absolut Sinn, aber warum denn ausgerechnet dorthin? Zumal das doch nur Sinn macht, wenn er ordentlich Geld vom THW bekommt. Aber warum sollte der THW dann gerade jetzt machen? Wallinius machte doch bisher nicht den Eindruck, dass mächtig Stunk macht und so Unruhe in die Mannschaft bringt.

    Die NBA ist aktuell auch nicht mehr die NBA von früher. Mittlerweile wird soviel Belastungssteuerung (Load Management) gemacht, dass die Liga Strafen eingeführt hat, wenn Star-Spieler bei nationalen TV-Spielen geschont werden, weil es z.B. das zweite Spiel an zwei Tagen ist. Bei medizinischer Begründung prüft die Liga mit eigenen Leuten die Unterlagen der Team-Ärzte, ob das aus ihrer Sicht valide ist. Das dann der Preis für die hohen Gehälter durch astronomische TV-Verträge.

    Nationalkeeper Wolff: Was ihn an einer Rückkehr nach Deutschland reizt | Sportmix | Sportbild.de

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    Und er beteuert nun erneut: „Ich würde sehr, sehr gern wieder zurück nach Deutschland wechseln.“

    Im Dyn-Format „Overtime“ stand Wolff Rede und Antwort und begründete weiter: „Aus sportlicher Sicht könnte es durchaus reizvoll sein, in der Bundesliga zu spielen. Das Messen mit den besten Klubs der Welt – Woche für Woche und nicht nur in der Champions League – ist sehr interessant. Und das könnte meiner sportlichen Qualität noch einmal einen Schub geben.“

    Solche offensiven Aussagen von einem Spieler, der noch bis 2028 bei Kielce einen Vertrag hat(te), sind doch schon sehr ungewöhnlich. Wenn man sich öffentlich derart äußert, geht man doch mindestens ein sehr großes Risiko ein, dass das in Kielce beim Verein und Fans nicht wirklich gut ankommt, sollte kein Wechsel nach Deutschland zeitnah zustande kommen. Vermutlich geht er trotzdem nicht zu jedem Verein und wird auch sehr gut verdienen.

    Madsen hatte gestern eine Sahnetag, er hat fast aus jeder Position getroffen. Bei ihm stört mich nur, daß er dazu neigt bei Sprungwürfen ein Knie oben zu lassen. Er war es gestern glaube ich auch, der in der 1 Welle des SCM hinein der sterbenden Schwan gegeben hat so daß die SR abgepfiffen haben und den Betreuer aufs Spielfeld rufen wollten. Kurz nach dem Pfiff konnte er wieder hüpfen wie ein junges Reh (ich dachte eigentlich das es dafür 2 min gibt) und war dann erbost, das er 3 Angriffe runter musste. Solche Mätzchen hat er bei seiner Qualität doch gar nicht nötig.

    Johansson ist liegen geblieben und musste dann drei Angriffe aussetzen. Madsen war der, den Bergendahl zu Boden hat.

    Wenn man mal in die Historie guckt. Dänemark wird 2012 Europameister, scheitert bei Olympia 2012 im Viertelfinale, verliert dann 2013 das WM-Finale mit 35:19 und anschließend bei der Heim-EM 2014 das Finale mit 32:41, um dann bei der WM 2015 im Viertelfinale auszuscheiden und bei der EM 2016 nicht ins Halbfinale zu kommen, bevor sie dann 2016 Olympiasieger werden. Das alles mit einem sehr stabilen Stamm. In jener Final-Klatsche 2013 standen mit Niklas Landin, Mikkel Hansen, Rasmus Lauge, Hans Lindberg und Henrik Møllgaard gleich fünf Spieler auf der Platte, die jetzt 2024 noch im Finale dabei waren.

    Wichtig ist jetzt vor allem, dass möglichst keiner den Weg von Wiede, Ernst oder Dissinger nach dem EM-Titel 2016 nehmen muss und diese Mannschaft weiter wachsen kann. Auch an der sehr bitteren Niederlage.