Beiträge von brodie79

    Die Trainer selbst machen das oft genug selbst. Jürgen Klopp hat sich z.B. sehr klar und häufig zum Thema Brexit geäußert. Pep wurde mit einer Geldstrafe belegt, weil er bei einem Spiel ein Symbol zur Unterstützung von inhaftierten katalanischen Politikern getragen hat, die seiner Meinung nach zu Unrecht in Haft waren. Er hat immer wieder eine klare Positionierung zur Unabhängig von Katalonien bezogen. Mourinho ist eigentlich öffentlich nur aufgefallen mit Äußerungen zum Ramadan, die eher harmlos waren.

    Die englischen Vereine an sich machen ständig Aktionen, wo sie dann z.B. sowas machen:


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    Ist natürlich reichlich besch..., wenn ein Verein mit Regenbogen aufläuft, während der Verein einem Emirat gehört, wo das verboten ist.

    Du brauchst im Fußball als Basis eine extrem geschlossene Mannschaftsleistung. Sowohl was die Bereitschaft angeht, sich untereinander zu helfen als auch die taktische Ausrichtung und Disziplin. Dazu braucht es das Selbstvertrauen daraus zu agieren und auch Risiken einzugehen. Das fällt dem Underdog logischerweise immer sehr viel leichter. Hast Du nichts zu verlieren, kannst du frei aufspielen. Im Fußball ist das ein riesiger Faktor. Es bringt auch nichts, wenn man mit dem Messer zwischen den Zähnen herumläuft und seine Energie ohne jegliche taktische Vorgabe und Disziplin vergeudet.


    Der deutschen Mannschaft hat die Sicherheit im Spiel über weite Strecken gefehlt. Man hat definitiv gesehen, dass dort keine Mannschaft auf dem Feld steht, die wirklich an das glaubt, was sie spielen. Der Versuch eine taktische Ordnung zu finden, um die vermeintlich besten Spielerinnen irgendwie auf dem Feld zu vereinen, ist nicht aufgegangen. Etliche Spielerinnen war sehr beschäftigt mit dem, was sie spielen sollten, weil sie das sonst nicht spielen. Das hätte nur funktioniert, wenn dort sofort die Rädchen gegriffen hätten und das haben sie nicht. Zwischendrin hat man versucht sich die fehlende Sicherheit und Selbstverständnis (zumindest öffentlich) einzureden.

    Die erwähnten Südkoreanerinnen fahren im Übrigen extrem enttäuscht nach Hause, weil die Erwartungshaltung nach dem Finale beim Asien-Cup 2022 entsprechend groß war. Das Weiterkommen in der Gruppe war eigentlich gesetzt. Erst als das Ausscheiden nach den ersten beiden Spielen fast feststand, konnten sie mehr von dem abrufen, was sie eigentlich von sich erwartet hätten.

    Gute Trainer schaffen es ihren Spielern die notwendige Sicherheit zu geben auf die unterschiedlichsten Weisen. Ein Pep z.B. erklärt seinen Spielern soviel über Taktik und Positionierung, dass sie glauben sie haben für alles eine fußballerische Lösung und so gewinnen sie an Sicherheit. Andere machen das eher über das Mentale, indem sie es die Spieler stark reden wie Klopp oder eine Wagenburgmentalität entwickeln wie Mourinho.

    Schlussendlich gehen die meisten (Trainer) im Sport den Weg, dass sie den auserkorenen Weg durchziehen, bis jemand von außen Stopp sagt oder das Ende erreicht ist wie einen Ausscheiden aus dem Turnier. Sieht man auch im Handball genug, dass dort an Dingen festgehalten wird, die (aktuell) nicht funktionieren, in dem Glauben (oder Hoffnung), dass es doch noch wird. Manchmal bis zum bitteren Ende und manchmal funktioniert es dann doch irgendwann. Was wurde hier im Forum orakelt, dass der "Zwergenhandball" von Magdeburg nie für den ganz großen Wurf reichen würde, weil in der Abwehr zu klein und und und. Sah eine längere auch so aus, dass das so ist, aber mittlerweile kann man sich doch nicht beschweren.

    Was die Konsequenzen beim DFB angeht, ist die Frage, was man von der Bundestrainerin bei der Auswertung für Antworten bekommt. Nicht öffentlich, aber intern. Wie sieht sie im Nachhinein die Experimente mit Huth, etc. Nicht nur, was so bla bla Erkenntnisse angeht, wie hat nicht funktioniert, sondern auch auch Antworten darauf, warum es nicht funktioniert hat, was es für Alternativen gibt und warum. Kommen dort gute Ansätze, dann ist es Weitermachen absolut vertretbar. Immer gleich alle Rauswerfen ist auch nicht die Lösung, wenn es wirklich echte Bestrebungen gibt, aus Dingen, die nicht funktioniert haben, zu lernen.

    Diese Angst sieht man aber bei extrem vielen Mannschaften, sei es im Herren- als auch im Damenbereich. Oft reicht eine Aktion, ein Ball, der reingeht, statt an den Pfosten und man sieht eine komplett andere Mannschaft. Genauso anders herum. Dass ist das, was den Fußball ausmacht. Die völlige Unberechenbarkeit und Unvorhersehbarkeit. In keiner anderen Mannschaftssportart schlägt ein Dritt- oder Viertligist einen Erstligisten. Im Fußball passiert das nahezu jedes Jahr.

    Man braucht halt Leute wie Neuer oder Messi, dass man was gewinnt. "Ich hab die Haare schön"-Gnabry oder Sane sind solche Leute halt nicht. Genausowenig wie Kimmich ..

    Messi hatte bis vor kurzem den "Makel", dass er mit der Nationalmannschaft nichts gewinnen kann. 2021 hat er dann den ersten Titel mit der Nationalmannschaft bei der Copa gewonnen im sechsten Anlauf. Dann 2022 die WM im fünften Anlauf. Zwischenzeitlich war er schon zurückgetreten, u.a. wegen der enormen Kritik zuhause. Immer wieder wurde ihm vorgeworfen, er würde gerade in den wichtigen Spielen seines Landes versagen, bis er irgendwann die Nase voll hatte.

    Die angesprochenen Argentinier haben bei der WM ihr erstes Spiel mit 1:2 gegen Saudi-Arabien verloren. Im zweiten Spiel gegen Mexiko haben sie über 60 Minuten gar nichts hinbekommen, bevor dann Messi mit einer Einzelaktion das Ruder herumgerissen hat. Ohne die Aktion stehen die Chancen gut, dass sie nach der Vorrunde nach Hause fahren. So kamen sie dann besser rein, aber im schon im Achtelfinale zittern sie sich weiter. Da muss Australien eigentlich das 2:2 machen am Ende. Danach folgt ein Siege im Elfmeterschießen gegen Holland und später im Finale.

    So im Nachhinein übertüncht der Erfolg dann immer die Leistungen. Das war 2014 beim deutschen WM-Sieg nicht anders. Da muss im Normalfall Argentinien das Finale bei deren Chancen locker gewinnen. Im Achtelfinale gegen Algerien und Viertelfinale gegen Frankreich scheidet da Deutschland ohne Neuer vermutlich schon aus, so überragend war er da. Man stelle sich vor eine seiner Rettungsaktionen gegen Algerien geht schief und dann ist dort Schluss. So feiert man heute die Weltmeister und deren Leistung, obwohl die 2014 nicht wirklich sehr gut waren. Aber Erfolg ist eben Erfolg.

    Im Fußball passieren aber mitunter auch Dinge für die es schwierig Erklärungen gibt. Der aktuelle Europameister der Herren mit Italien hat es z.B. nicht geschafft sich sowohl für die WM davor und als auch danach zu qualifizieren, obwohl Italien nun nicht gerade wie z.B. Griechenland bei deren EM-Titel ein totales "Wunder" ist und es wirklich genügend Plätze gibt.

    Sportarten wie Handball, Basketball oder Eishockey funktionieren in erster Linie als Live-Sportarten in der Halle, aufgrund der Energie, die das mit sich bringt. Ich habe über Jahre sehr viele Leute "bei uns" im Basketball gesehen, die zu jedem Spiel in der Halle kommen, aber nichts mit der Sportart im TV gucken. Oft hatten die Leute nicht mal Plan von den Regeln oder kannten die Spieler so richtig, aber haben sich von der Atmosphäre in den Bann ziehen lassen. Weil sich die Live-Energie nicht so richtig transportieren lässt und die meisten kaum eigenen Bezug zur Sportart haben, können die Sportarten trotz starker Zuschauerzahlen in den Hallen kaum TV-Quote generieren.

    Ich weiß nicht, ob sie wirklich Zeit für Kopfschütteln haben. Bisher hat Dyn so überhaupt nicht das gezeigt, was angekündigt worden ist. Wer Muße hat, kann den Podcast aus dem letzten September bzgl. den Plänen nochmal anhören.

    OMR #524 mit S-Nation-Gründer Christian Seifert
    Christian Seifert hat aus der Fußball-Bundesliga ein Milliarden-Produkt gemacht. Andere Sportarten konnten mit dieser Entwicklung in Deutschland nicht…
    omr.podigee.io

    Da war angekündigt, dass Dyn ab dem Frühjahr bereits als Content-Plattform für die Sportarten sichtbar ist, eine Community aufgebaut werden soll, u.a. als interessanter Werbemarkt. Seifert sagt auch nochmal explizit, dass die eigentliche Arbeit von Dyn eben nicht das Übertragen der Spiele ist. Die Ligen sind ja nicht zu Dyn gegangen, weil sie moderne Technik für die Übertragung der Spiele wollten. Da war die BBL z.B. mit Magenta Sport schon seit neun Jahren.

    Insofern kann ich mir nicht vorstellen, dass man bei HBL und BBL besonders glücklich damit ist, dass aktuell das einzige Thema ist, wie man die Spiele überhaupt sehen kann und noch einige eigentlich ganz etablierte Wege erst noch angekündigt sind.

    2014 haben sie dann aber geliefert und haben Brasilien klar und deutlich geschlagen und auch Argentinien... Schweinsteiger war angeschagen und spielte und kämpfte trotzdem. Wahrscheinlich müssen wir bis 2034 warten ehe da wirklich wieder was passiert.

    Beide waren 2014 bei ihrem 6. großen Turnier fast 30. Beide haben 2004 bei der EM ihr erstes Turnier gespielt inkl. Vorundenaus. Beide galten lange als Symbol, was mit dem deutschen Fußball nicht stimmt, weil sie die Bravo-Boys Schweini und Poldi und keine Musterprofis waren. Wenn man nach der EM 2004 gesagt hätte, dass Deutschland mit den beiden mal Weltmeister wird, hätte das niemand geglaubt. Insofern muss man beim Fußball immer recht vorsichtig sein.

    Seifert hatte vor ein paar Monaten in einem Interview erzählt, dass es die Technologie für so einen Dienst bereits fertig einkaufbar gibt. Das klang eigentlich nicht danach als müsste man hier größere Dinge selbst entwickeln (lassen). Insofern hätte ich eigentlich gedacht, dass der Fokus von Dyn in der möglichst frühen Erzeugung von Content liegt und hier sehr schnell erkenntlich ist, wohin die Reise geht. Überrascht mich etwas, dass noch (fast) nichts sichtbar ist.

    Im Fußball ist das schwer vorherzusagen. Bei der EM 2016 war Deutschland immerhin noch im Halbfinale und war gegen Frankreich nicht unbedingt unterlegen. Insofern begann der Abwärtstrend erst mit der WM 2018. Vor der WM 2006 hat auch niemand Deutschland irgendwas zugetraut. Wenn man sich da an die Untergangsstimmung nach dem 1:4 gegen Italien in der Vorbereitung erinnert. Da waren Schweinsteiger und Podolski in der Öffentlichkeit noch die Bravo-Boys, die alles, aber nicht den sportlichen Erfolg im Kopf haben.

    Wobei man sagen muss, dass Landin in der CL in den letzten beiden Jahren oft nicht absolut top aussah. Mrkva insgesamt auch mit besserer Quote (29,3% vs. 26,3%) letzte Saison. Hat aber natürlich auch andere Spiele bekommen. Der Liga-Landin war irgendwie ein anderes Biest. Da fallen mir spontan eine Reihe von Spielen ein, die er dem THW gewonnen hat. In der CL gab es die bestimmt auch, aber mir fällt da jetzt ohne zu Kramen keins der (großen) Spiele in jüngster Vergangenheit ein. Ich kann mich da an einige Spiele aus der vorletzten Saison erinnern, wo er nicht viel gehalten hat, der THW große Mühe hatte, er aber trotzdem weitergespielt hat, weil Jicha offenbar Quenstedt (nicht unberechtigt) gar nichts mehr zugetraut hatte.

    Da muss man wirklich etwas vorsichtig sein. Die Wellenbewegungen in den Generationen wurden schon genannt.

    Deutschland ist nach der EM 1996 heftig abgestürzt und hat zehn Jahre gebraucht, bis sie wieder oben waren. Danach bei den Franzosen genau dasselbe. Nach dem EM-Titel 2000 ging wenig. Nochmal für die WM 2006 mit der Reaktivierung der Spielergeneration zuvor das Finale und dann hat es auch zehn Jahre gedauert bis sie wieder bei der EM 2016 weit gekommen sind mit dem Finale. Spanien ist nach den EM-Titeln 2008 und 2012, dazwischen 2010 WM-Titel auch nicht mehr richtig dabei gewesen. Drei große Turniere in Folge gewonnen und dann ging fast zehn Jahre nicht mehr viel, bis sie 2021 mal wieder in einem Halbfinale waren. Da siehst man einfach immer wieder, dass es nach einer erfolgreichen Zeit oft bis zu zehn Jahren dauert.

    In Deutschland war auch mal die Frage: Wo sind die Matthäus, Klinsmanns oder Kohlers hin? Die Franzosen trauerten lange Zidane, Thuram oder Deschamps nach. Die Spanier Xavi, Iniesta oder Torres. Es gibt im Weltfußball so gut wie keine Nation, die einen Generationenwechsel wirklich nahtlos hinbekommen hat.

    Was heißt Standby. Aber warum gebe ich einem in letzter Zeit viel verletztem Spieler, den ich kadertechnisch nicht zwingend brauche, einen 3-Jahresvertrag, wenn ich kein Geld drucken kann? Ich gehe mal davon aus, dass die Löwen sicherlich nicht finanziell komplett sorglos Verträge raushauen. Vlt. ein Jahr, wenn man sich (zu dem Zeitpunkt "damals") absichern will, weil man nicht genau weiß, wie gut es bei Späth nach der Verletzung geht und Appelgren jemand ist, der menschlich super passt, auch wenn er vlt. nicht so viel spielt.

    Aber macht es Sinn sich einen extra Torhüter zu leisten (über Jahre hinweg), wenn es im Kader durchaus andere Verwendung für das Geld gäbe? Vlt. unterschätze ich die finanziellen Möglichkeiten der Löwen komplett, aber das wäre doch ein Move für Teams, die finanziell soviel über haben, dass sie über Geld nicht wirklich nachdenken müssen und der restliche Kader auch in der Breite nicht besser geht.

    Es sei denn es gibt mit Appelgren andere Themen abseits des Parketts oder man geht davon aus, dass über kurz oder lang (eher kurz) einer der anderen beiden doch geht? Wenn man z.B. davon ausgeht oder weiß, dass Späth 2024 nicht verlängern wird, dann macht das natürlich Sinn.

    Dass sich Appelgren zurücknimmt kann man sich so von außen betrachtet auch sehr gut vorstellen. Interessant wäre, was der Plan der Löwen bei der Verlängerung für so einen Zeitraum war. In der PM zur Verlängerung war von Schlüsselfigur für die nächsten Jahre die Rede. War das rein sportlich auf dem Parkett gemeint? Angesicht der Verletzungsgeschichte in jüngster Zeit war es doch, so von weit weg, recht überraschend, dass man ihm einen so langen Vertrag gibt. Noch dazu mit den Alternativen im Kader. Dass man nach der Verletzung von Späth vlt. nochmal ein Jahr plant, weil man dachte, dass Spät vlt. noch nicht so weit ist, wäre denkbar, aber bei einer Verlängerung von drei Jahren muss doch eigentlich ein Plan da gewesen sein. Und wenn Appelgren zu, sagen wir mal, günstigen Bezügen verlängert hat mit dem Wissen, dass Späth und Birlehm bleiben und spielen werden, dann wäre es doch sinnvoll seine Zeit ggf. auch anders zu nutzen.

    Es ist noch keiner Sportart gelungen, egal mit welchen Erfolgen der Nationalmannschaft, das auf den Ligaalltag zu übertragen. Das sind einfach zwei paar Schuhe. Bevor ich in die Nähe von Kiel gezogen bin und einfach aufgrund der Nähe heraus zu Spielen gegangen bin, um mir Handball auf dem Niveau einfach mal live anzusehen und so den Zugang zur HBL bekommen habe, wäre ich nie auf die Idee gekommen mir irgendwas zu kaufen, um Ligaspiele anzusehen, obwohl ich seit Kindheitstagen immer alles von der Nationalmannschaft angesehen habe.

    Grundsätzlich brauchst Du für die Vermarktung immer Gesichter, um die man herum Geschichten aufbaust. Du brauchst Wiedererkennungswert. Die BBL hat z.B. das Problem, dass sie eine reine Sprungbrettliga ist, wo kaum ein Star länger in der Liga bleibt, weil Basketball auch in Europa so populär ist, dass man dort viel mehr verdienen kann. Die Spitzenverdiener in Europa kommen auf bis zu 5 Mio pro Jahr, was für eine deutsche Mannschaft nicht machbar ist.

    Da hat die HBL den großen Vorteil, dass die meisten Top-Spieler mehrere Jahre bleiben und man so den Mannschaften auch Gesichter zuordnen kann. Daraus kann man ggf. mehr machen, allerdings nur, wenn man Leute findet, die den Sport wirklich lieben und es schaffen diese Liebe zu transportieren. Wenn es eine reine Reißbrett-Marketing-Linie wird von Leuten, die das eher technisch professionell angehen, dann wird das eher nichts. So wie man bei Sky auch oft das Gefühl hatte, es wird einfach was abgespult als das wirkliche Begeisterung für den Sport der Antrieb ist.

    Die aufgezählten Defizite in der Ausbildung sind absolut richtig, aber man darf nicht vergessen, dass die deutsche U21 2017 und 2021 Europameister geworden ist und dazu noch 2019 im Finale war. 2017 mit einem B-Team, weil die großen Talente (Kimmich, Goretzka, Werner, Brandt, Ginter) parallel beim Confed-Cup als Vor-Turnier der WM 2018 in der A-Mannschaft gespielt haben, den Deutschland auch noch gewonnen hatte.

    Du musst im Fußball aber abseits von jedem Talent vor allem als Mannschaft funktionieren. Das ist eine komplett andere Welt als Handball, Basketball oder Volleyball, wo das individuelle Talent viel wichtiger ist. Mit Stefan Kuntz (und davor auch Horst Hrubesch) hatte die deutsche U21 während dieser Jahre einen Trainer, der es geschafft hat eine richtige Mannschaft herauszubilden, weil er auch immer die Balance im Auge hatte. Seit Kuntz in die Türkei gewechselt ist, gehen die Ergebnisse deutlich bergab. Kuntz hatte vorher auch keine endlose Reihe von Mega-Talenten, aber er hat sich nie davor gescheut Spieler einzubauen, die vlt. nicht das ganz große fußballerische Talent haben, aber wichtig für die Mentalität und das Mannschaftsgefüge waren.

    Wer könnte denn selbst als Fußball-Fan heute noch viele Spieler der Mannschaft des aktuellen Europameister aus Italien nennen? Oder man schaue sich die Mannschaft der Argentinier an, die im Winter Weltmeister geworden ist. Das ist nicht gerade eine Mannschaft voll mit Top-Stars. Aber beide haben als Mannschaft hervorragend funktioniert. Und das fehlt Deutschland gerade in der Nationalmannschaft enorm. Mit Flick haben sie dafür auch den falschen Trainer. Nicht, weil er per se ein schlechter Trainer ist, aber Flick hatte bei Bayern schon das Problem, dass er der Mannschaft in seinem ersten richtigen Jahr keine (defensive) Stabilität verleihen konnte und sich in Versuchen des Offensiv-Pressings verrennt.