Das mit den Ehrenamtlern ist vollkommen richtig, allerdings reisen die für die Ausübung des Ehrenamts nicht wöchentlich von zu Hause nach Flensburg/Solingen/Balingen/Nordhorn/Konstanz/Aue/Lübeck usw.. Erfahrungsgemäß richtest Du Deinen Alltag als HBL-Schiedsrichter komplett auf das Schiedsrichtersein aus! Die Kompromisse die da einzugehen sind, sind für Außenstehende vermutlich noch weniger verständlich, als die Tatsache, das jemand überhaupt Schiedsrichter sein kann 🙈.
Unterhalte Dich mal, vollkommen vorbehaltslos, mit einem HBL-Gespann über den (fremdgesteuerten) Zeitaufwand. Wenn Du danach noch das Gefühl hast, dass die nicht genug tun, wäre ich überrascht. Und das hospitieren in den Mannschaften gab es bereits, wurde aber wieder eingestellt, da es absolut keinen Mehrwert hat. Da "trainiert" man nämlich bei Mannschaften, die man selber nie pfeift und außerdem besteht die Gefahr, dass einem eine zu große Nähe zu diesem Verein angedichtet wird, wenn man eine konkurrierende Mannschaft pfeift. Also setzt das nur einen weiteren mentalen Druck frei!
Weiterhin sind die Effekte auch nicht so groß, denn wenn Du einen Bezirksspieler ins Training der Bundesligamannschaft schickst, wird der in Sachen Dynamik und Spielverständnis schnell an seine Grenzen stoßen. Nur weil jemand Bundesliga pfeift, heißt das nicht automatisch, dass er auch selber das Handballspiel in all seinen Facetten lesen und verstehen kann.