Bei den Nordfrauen in Harrislee ist auch einige Bewegung:
Der Trainer geht nach einem Jahr, der Mannschaftsbetreuer, eine Physiotherapeutin. Dazu 6 Spielerinnen:
Kapitänin Ronja Lauf
Top-Torschützin Madita Jeß
Rückraum-Riesin Johanna Andresen
Rechtsaußen Matilda Pleger
Rückraum-Talent Ellis Bruhn
Allrounderin Lara Fischer
Interessant die Verflechtungen des Vereins mit dem Landesverband (HVSH):
Der umtriebige Geschäftsführer und Leistungstrainer Sascha Zollinger hat ja schon „nebenbei“ mal bei den Rhein-Neckar-Löwen als Co-Trainer gewirkt.
Seit letzter Saison ist er sportlicher Leiter der „Nordfrauen“. Der neue Trainer, Hendryk Jänicke, ist ebenfalls beim HVSH angestellt (hatte bis letztes Jahr sogar die weibliche Auswahl trainiert) und wird dann nächste Saison zusätzlich die Zweitligamannschaft der Frauen trainieren.
Ist das in anderen Vereinen auch so, dass hohe hauptamtliche Funktionäre aktiv im höherklassigen Handball agieren?
Pikant an der Sache ist, dass es (die erfahrenen Foristen erinnern sich vielleicht) ja die letzten Jahre viel Unruhe gab.
Der damalige Nordexpress wurde vom Vorstand unfein aufgelöst und man installierte Shorty Linde mit seinen jungen Spielerinnen in der 3. Liga. Der Wiederaufstieg begann, man erarbeitete sich eine neue Fangemeinde und hielt durch tollen Handball und sympathisches Auftreten auch einige Alte bei der Stange.
In dieser Zeit knirschte es in Jugendabteilung gewaltig. Eine A-Jugend-Bundesligamannschaft löste sich komplett auf und die Spielerinnen verschwanden aus dem Verein. Die Frauenmannschaft verweigerte dem damaligen (und aktuellem) Jugendkoordinator die Zusammenarbeit, unterstützte aber weiter talentierte Spielerinnen.
Es zerbrach wegen Differenzen zwischen den Vereinen (Gegenstand: Jugendkoordinator) die HSG Handewitt/Nord Harrislee und die aus Harrislee unter traurigen Umständen gegangene Svea Lundelius baute mit vielen Beteiligten die Leistungssportabteilung des Handewitter SV auf (welche sehr erfolgreich ist).
Einige Jahre später löste sich wieder eine A-Jugend auf, da offen gegen den Jugendkoordinator rebelliert wurde, dieser aber fest im Sattel sitzt.
Auch diese Saison gibt es keine A-Jugend in Harrislee.
Im schleswig-holsteinischen Handball sind die weiblichen Jugendmannschaften Gegenstand einiger Beschwerden wegen unsportlichem Verhaltens und überharten Spiels.
Also ein traditionsreicher Verein, in der die Leitung der Handballsparte seit Jahren keine Ruhe reinbringt und bei diesem sich jetzt hochrangige Funktionäre verdingen.
Sehr schade, wenn dieses Klima jetzt eventuell auch den Frauenhandball mit runterzieht.
Bis jetzt wurde nur ein Neuzugang verkündet (Jonna Schaube aus Lintfort), letzte Woche sollten eigentlich weitere Zugänge bekannt gegeben werden.