Abseits der wirklich erfreulichen Entwicklung im Bereich der ersten Mannschaft, hat der TV Gelnhausen den Nachwuchsbereich, aber auch die zweite Mannschaft in der Vergangenheit leider sehr stiefmütterlich behandelt. So bleibt diesbezüglich kurzfristig wohl der Griff zur Hand des großen TVG aus der näheren Umgebung. Insbesondere der ehemalige Zweitliga Trainer, dennoch immer im Verein sein Unwesen treiben darf, scheint hierbei eine sehr unrühmliche Rolle zu spielen. So spielen in der näheren Umgebung bei anderen Vereinen sehr viele ehemalige Spieler aus Gelnhausen, um die man sich vielleicht auch ein wenig besser und empathischer gekümmert hätte.
Dass Spieler, die den avisierten Sprung in die erste Mannschaft nicht schaffen, sich in der Umgebung (Langenselbold, Altenhaßlau, Wächtersbach) anderweitig neu orientieren, finde ich nicht verwerflich. Im Gegenteil: Letztlich hilft es dem TVG, wenn die genannten Vereine in unmittelbarer Nachbarschaft weiter existieren können. Spieler, die „zu gut“ für die genannten Vereine sind, kommen zum TVG wie die Bechert-Brüder aus Selbold oder Yannik Mocken aus Altenhaßlau, davor die Marquardt-Brüder. Spieler, die den Durchbruch beim TVG nicht schaffen, gehen den umgekehrten Weg.
Die aktuellen Probleme im Nachwuchsbereich sind aus meiner Sicht vielschichter. Denn lange Zeit lag der Nachwuchsbereich beim TVG auf wenigen Schultern: Deinet, Jambor, Geiger, Budanow. Sie haben es geschafft, über viele Jahre was aufzubauen und so das Gerüst für die aktuelle Mannschaft zu stellen. Die Vision, in Gelnhausen wieder größtenteils mit Spielern aus dem eigenen Nachwuchs zu spielen, ist aufgegangen. Allerdings gab es zeitweise ein doppeltes Vakuum: Zum einen sind Deinet, Geiger und Budanow dann für die erste Mannschaft verantwortlich gewesen, zum anderen kam nach den starken Jahrgängen, die den TVG in die A-Jugend-Bundesliga gebracht haben, nicht mehr viel nach. Inzwischen ist der TVG im gesamten Verein und auch im Nachwuchsbereich breiter aufgestellt. Was allerdings fehlt, ist die qualitative Breite. Denn langfristig wäre es wichtig, auch mal wieder in der A-Jugend-Bundesliga zu spielen. Denn nur so war der TVG damals attraktiv für einen Spieler wie Malolepszy, der damals aus Osthessen 100 Kilometer zu jedem Training gefahren wurde und jetzt schon seit vielen Jahren Kapitän ist.