Sehr geehrte Frau Gabriel,
vielen Dank für die offenen Worte, und aus Ihrer Sicht kann ich auch alles nachvollziehen. Aus Ihrer Sicht - ich kenne Ihr Unternehmen ja - ist das, was die Marketing im Konzert der ersten und zweiten Liga braucht, schlichtweg nicht leistbar. Und das ist die Wahrheit, der man sich stellen muss. Will Eisenach Erstligahandball weiterhin bieten, dann braucht es mit den Worten von Dirk Pille mehr als zwei Sponsoren, die am Ende des Tages Geld beim Verein lassen.
Ich gehe jede Wette ein, dass es in der ersten Liga keine 5 Vereine gibt, bei denen Rechnungsbeträge in 5-stelliger Höhe anfallen können, schlichtweg, weil es keine tatsächlich zu bezahlenden Rechnungen gibt. Auch der Bus wird durch den Unternehmer foliert und den Reisekalender bzw. die Busfahrerhotelbuchungen sind keine Themen des Vereins, sondern das erledigen die Unternehmer in Eigenregie, ist jetzt auch nicht wirklich Raketenwissenschaft. Ich bin ehrlich gesagt etwas überrascht, welche Erwartung da an den Verein gestellt wird.
Der Buspartner für die Füchse Berlin hat 31 Busse und kommt aus Greifswald, Stuttgart und Frisch Auf haben je einen Mannschaftsbus, sogar bei einem Unternehmen, welches mehrere Standorte in BaWü mit reichlich Bussen betreibt. Diese Bus sind geil foliert und ausgestattet. Das allein sind Hingucker, die als Werbeträger für den Unternehmer fast mehr Geld wert ist, als die tatsächlich zu bezahlenden Bustouren.
AK Touristik kennt man im Handballkosmos deutschlandweit, als Busunternehmen des THW Kiel mit dem Kennzeichen KI-EL 1. Das sind alles Unternehmen mit dem Faktor 10 Ihrer Größe und die können es sich leisten und für die macht es auch durchaus Sinn. Ich wette mit Ihnen, dass der eine oder andere Sponsor oder Sympathisant von diesen Vereinen sagt: "Mach mir mal nen Preis, ich will aber den Bus der ersten Mannschaft haben." Dann rentiert sich das auch für die Dienstleister und teilweise gibt es sogar noch Geld obendrauf.
Da liegt der Hase im Pfeffer. Während andere Vereine in ihrem Umfeld nicht nur keine Kosten haben, sondern teilweise sogar noch Geld mit dem offiziellen Mobilitätsdienstleister verdienen, soll der ThSV hier die Leistung und die Folierung bezahlen. Wie gesagt, aus Ihrer Sicht alles nachvollziehbar, aber mit diesem Kostenblock muss auch der ThSV konkurrieren. Ich will nicht ausschließen, dass es hier seitens der Marketing zu unterirdischem Kommunikationsstil gekommen ist, aber die Erwartungshaltungen gehen hier diametral auseinander. Ich hoffe, ich trete Ihnen nicht zu nahe. Ich weiß, sie tragen blau-weiß im Herzen. Dass man hier aber die Netzwerke nutzt, um andere Busunternehmer auch davon abzuhalten, sogar die Folierung zu verhindern, habe ich hoffentlich falsch verstanden.
Ich persönlich möchte Erstligahandball in Eisenach sehen, da gibt es wirtschaftliche Zwänge und Regeln, die bestimmte Handlungsweisen unabdingbar machen. Das schließt gute und partnerschaftliche Kommunikation natürlich nicht aus, aber genauso muss auch auf allen Ebenen Geld gespart, wenn nicht sogar verdient werden. Jetzt kommen wir aber mal zur Aussage von Pille zurück: Wenn die Mehrheit der Eisenacher das auch will, dann sollte meiner Meinung nach die Frage eher lauten, wie kann ich den Club entlasten. Ich bitte Sie, den Spielekalender aus dem Internet ziehen, das war ein Problem?
Hier hat Witte meiner Meinung nach, und dazu stehe ich auch, versucht, die eingetretenen Pfade in Eisenach zu überwinden. Das hat ihn viele Feinde eingebracht, aber genau das ist der Grund, warum wir Erstligahandball in Eisenach haben. Wenn sich das wieder so einschleift, sehe ich schwarz für die Zukunft.
Mit freundlichen Grüßen
RO