Die abnehmende Bereitschaft fürs Ehrenamt hat sicherlich viele gesellschaftliche Gründe, von denen etliche hier ja auch genannt wurden. Für mich ist immer nur die Frage, ob, wie und durch wen da versucht wird, gegenzusteuern. Wird in Sportverbänden und -vereinen so etwas wie strategische Personalakquise betrieben? Also wird gezielt und über einen längeren Zeitraum geschaut, wer für welche Aufgaben in Frage kommen könnte? Werden diese Menschen angesprochen, gefördert ausgebildet und werden ihnen Hindernisse aus dem Weg geräumt? Gibt es in Vorständen so etwas wie Personalleitungen, die das machen können?
Ein aufwändiger Job, klar, für den es wieder MA braucht. Aber nur so kann es meiner Meinung nach gehen. Unternehmen wird heute auch nicht mehr die Bude von BewerberInnen eingerannt, sie müssen selbst aktiv werden und sich ihre Leute suchen. Für den Sport, gerade im Amateurbereich gilt das auch. Nach meinem zugegeben nicht kompletten Überblick passiert das seeeehr selten, auch im Handball - nur ein Stichwort: Frauenförderung. Viele Sportverbände sind da nicht auf Höhe der Zeit.
Ich weiß, dass es z.B. durch den DOSB ein umfangreiches Ausbildungsangebot auch für Ehrenamtler gibt. Über die Qualität und die Sinnhaftigkeit habe ich sehr unterschiedliche Sachen gehört. Manchen ist es auch zu lang und zu teuer. Man könnte da nach meinem Eindruck mal über ein niedrigschwelliges Angebot nachdenken. Wäre aus meiner Sicht durchaus mal eine Aufgabe für die Handball-Landesverbände.
Im übrigen, werter scheidender Moderator Ronaldo, unbekannterweise auch ein herzliches Danke von mir, einem erst seit kurzem aktiven Gelegenheitsnutzer, für Dein langes Engagement hier. Über 11 000 Beiträge hier in 19 Jahren, also fast 600 im Jahr, dazu noch etliche Stunden das ganze Moderatoren-Drumherum, wow! Respekt! Wünsche Dir einen eleganten Übergang ins "Privatleben"!