bernhard R.
Erfordern mindestens sechs (!) spielentscheidende Regelverstöße innerhalb von zwölf Monaten keine Maßnahmen? Das bedeutet 1% der Spiele im deutschen Profihandball sind in diesem Zeitraum so grob fehlerhaft geleitet worden, dass das sportliche Endergebnis beeinflusst wurde! Menschliche Fehler passieren und wenn alle fünf Jahre mal ein Regelverstoß auftreten würde, dann wäre das ärgerlich, aber ich würde bestimmt nicht direkt nach personellen Konsequenzen rufen (hatte ich bei den Vorfällen Ende letzter Saison auch noch nicht gemacht). Aber diese Häufung an Fehlern wirft meines Erachtens nach notwendigerweise die Frage auf, ob das nur eine zufällige Häufung von situativem Einzelversagen ist oder Zeichen eines strukturellen Problems. Je nachdem wie jeder für sich diese Frage beantwortet, ergeben sich daraus andere Erwartungen was jetzt passieren sollte.
Rheiner hat beispielsweise als Verbesserungsvorschlag ein echtes Leitungsprinzip bei den Ansetzungen gefordert. Vielleicht braucht es bessere Ausbildung. Vielleicht braucht es eine bessere Entlohnung, um die Aufgabe attraktiv zu machen. Ich bin ganz ehrlich: Ich persönlich bin zu weit weg vom Schiedsrichterwesen an der DHB-Spitze und kann nicht beurteilen, nach welchen Kriterien Offizielle beurteilt, gefördert und befördert werden. Ich kann nicht beurteilen, wie die Qualität der Aus- und Weiterbildung der Offiziellen ist. Ich kann nicht einschätzen wie hoch die Belastung der Offiziellen aufgrund ihrer Einsätze für die HBL ist und ob beispielsweise die finanzielle Entschädigung angemessen ist, damit diese wichtige Aufgabe in einer Profiliga von Menschen ausgeführt wird die bestens für diese Aufgabe geeignet sind und nicht nur einfach von denen, die bereit sind sich für ein Semi-Ehrenamt zu "opfern". Ohne einzelnen Person zu nahe treten zu wollen, schreit das von Eintracht Hagen veröffentlichte Foto des Zeitnehmertisches nicht "Digital Natives, die blind die Software bedienen während sie gleichzeitig das Geschehen auf dem Feld im Blick haben".
Ich sehe aber die Probleme, die am Ende in den HBL-Hallen auftreten und stelle mir ebenso wie Rheiner die Frage, wie eine derartige Häufung in den letzten zwölf Monaten zu erklären ist. Mein Empfinden und Verständnis für Statistik und Stochastik sagen mir, dass dies kaum eine zufällige Häufung ist, sondern eher ein strukturelles Problem. Am Ende der vergangenen Saison hat Jutta Ehrmann ihr Bestreben zur Verbesserung zum Ausdruck gebracht und nun haben wir nach gut der Hälfte der Saison 2025/26 bereits wieder zwei klare Regelverstöße, bei denen das Kampfgericht inkl. Delegiertem einen groben Fehler begangen hat, der den Ausgang des Spiels beeinflusst hat.
bernhard R.
Hältst Du die Regelverstöße der vergangen 12 Monate für bedauerliche Einzelfälle die man nicht vermeiden kann?