Zustimmung zu folgenden Punkten: Jugendarbeit sicher mit dem Internat sehr engagiert, wenngleich es zumindest meiner Kenntnis nach aus der eigenen Jugendarbeit (unterhalb des Internats) in den letzten 10 Jahren niemand in die Bundesliga geschafft hat
Das ist jetzt eine Frage der Definition.
Nele Franz ist als C-Jugendliche nach Blomberg gewechselt. Der Einzug ins Internat erfolgte erst im Jahr danach (Auf dem Sprung in die Bundesliga | nw.de). Bei Ndidi Agwunedu war der Wechsel ins Internat auch erst später (HSG Blomberg-LippeHerzlich willkommen, Ndidi! - HSG Blomberg-Lippe (hsg-blomberg-lippe.de)). Ähnliche Beispiele ließen sich noch einige finden, wo die Spielerinnen aus der näheren Umgebung stammen.
Insofern klassische Beispiele für den Jugendbereich, wo sich doch die besten Spieler/innen mit zunehmenden Alter auf immer weniger Vereine konzentrieren.
Wann der Wechsel stattfindet hängt letztlich auch davon ab, wie weit der entsprechende Verein entfernt ist und welchen (zeitlichen) Aufwand - vor allem auch die Eltern - bereit sind zu investieren. Über den Internatsbetrieb reduziert sich dieser Aufwand.
In das Internat wechseln Talente, aber keine fertigen Spielerinnen. Nach deiner Definition ist eine Spielerin aus dem Internat keine eigene Jugendarbeit. Wechselt die gleiche Spielerin in der B-Jugend zu einem Verein ohne Internat und pendelt, ist sie dann auf einmal eigene Jugendarbeit ? Mit dem Internat sinkt letztlich auch die Chance für die eigenen Talente (erhöhte Konkurrenz).
Die Spieleinnen mit einer langen Jugendvereinsgeschichte sind, ich mag mich täuschen, häufig die Töchter von (bestes Beispiel: Emily Bölk) . Würde es Eintracht MInden noch geben, würde ein Mia Ziercke sicherlich auch dort eher Bundesliga spielen als in Blomberg mit der entsprechenden Jugendhistorie.
Am Ende spielen viele Faktoren eine Rolle, welche Spielerinnen eines Jahrgangs es in die 1. Liga schaffen. Vielleicht hilft auch reine Stochastik. Es gibt rund 200 Erstligaspielerinnen (abzgl. Ausbildung im Ausland) Wie viele Mädchen eines Jahrgangs spielen Handball in wie vielen Vereinen ? Wie viele eines Jahrgangs schaffen es bis in die erste Liga. Bei einer angenommen Gleichverteilung der "talentierten" Spielerinnen in Deutschland (familiäre Vorbelastung herausgerechnet). Wie wahrscheinlich ist, dass eine Spielerin bei den Minis eines Bundesliga-Vereins anfängt, und dort dann 1. Liga spielt. Warten wir mal 4-5 Jahre, vielleicht erleben wir das dann auch (wieder) in Blomberg....