Beiträge von nicnamejue

    Ich denke, dass da einiges nicht mehr offen ist.

    Mainz ist durch.

    Da es scheinbar nach direktem Vergleich geht, so kann Schozach und Rostock nicht mehr Zweiter werden, da sie gegen den BHC bzw. Schwerin ordentliche Niederlagen bekamen und somit im Dreier-Vergleich höchstens Zweiter werden könnten. Sollte Schwerin und Rostock gewinnen, dann wäre der BHC Vierter, da er gegen beiden verloren hätte.

    Wie ist das eigentlich: wenn am WoE Schozach und Schwerin gewinnen, haben Schozach, Schwein und der BHC alle 4:4 Punkte und im direkten Vergleich hat jede Mannschaft einmal gewonnen und einmal verloren. Dann zählt doch das Torverhältnis, oder? Aber gilt dann das Gesamttorverhältnis, oder nur das im Dreiervergleich?

    Da kann ich nur eins zu sagen: beeindruckend! :respekt:

    Punkt 2: warum investieren enorm viele Vereine im Bereich Oberliga oder Regionalliga ihre Gelder in teure satte Möchtegern Profis und nicht in Trainer? Jeder Spieler der 500 im Monat bekommt ist ein guter Trainer den man nicht zahlen kann.

    Da hast du absolut recht und diesen Punkt habe ich auch schon mehrfach kritisiert. Am Ende sind es natürlich mehrere Stellschrauben, an denen man drehen muss.

    Beantrag das mal und sei überrascht wie nackt du dich machen musst. Wenn das euer Vorschlag ist, mehr Ehrenamtler heranzuziehen, würdet ihr das damit killen, egal in welchem Zustand es wäre.

    Um das von meiner Seite aus auch gleich zu beenden: Der Vergleich ist absolut absurd. Es hat keinen Zusammenhang. Sozialhilfe gab es auch schon 1982, es hat nichts mit der Situation des Ehrenamtes zu tun und wenn es einen sicheren Weg gibt, konstruktive Kritik und Verbesserungsvorschläge untragbar zu machen, dann ist eine Herstellung eines solchen Zusammenhanges der perfekte Weg. Völlig realitätsfremd....

    Ich habe Nuvolo so verstanden, dass er nicht Bürgergeld für Trainer fordert, sondern eine dem Bürgergeld ähnliche Anerkennungszahlung des Staates für Trainer in Sportvereinen. Und den Gedanken kann ich verstehen. Und soll niemand sagen, das sei vollkommen abwegig. Für mich ist die Mütterrente der bessere Vergleich. Die war auch hoch umstritten, obwohl Mütter unbestreitbar viel für die Gesellschaft geleistet haben. Ich finde, dass Leistungen von Trainern durchaus vergleichbar sind: viele machen das über Jahrzehnte, manche verzichten sogar auf Karriereschritte und damit auf Lebenseinkommen.

    Dann braucht es nur eine Partei, die sich das zum richtigen Zeitpunkt auf die Fahnen schreibt und durchboxt. Dann klappt das , auch wenn es vorher viele für abwegig gehalten haben.

    Der Unterschied ist nur: Mütter gibt es sehr viele und damit viele potentielle Wähler, während Trainer eine Randgruppe darstellen. Die Chance ist vielleicht, dass es derzeit in der politischen Diskussion viel Wohlwollen für marginalisierte Gruppen gibt. Also, warum schon die Diskussion als abwegig erklären? Mit so viel Understatement ist kein Blumentopf zu gewinnen.

    Also mein Studentenwohnheimzimmer hatte damals 11 m2, Gemeinschaftsbad und Gemeinschaftsküche. In erfolgreicheren Jugendnationen schlafen sie im Doppelzimmer.

    Mit 15 23 m2 im Hamburger Umland finanziert zu bekommen, ist für mich Schlaraffenland.

    Es ist eher ein Märchen an was es den jungen Leuten fehlt. Man lebt nett. Hallen hat man auch. Fitnessstudio haben die Buxtegirlz ebenfalls. Alles ist da.

    Aus meiner Sicht fehlt die Einstellung.

    Ja, da hast du ja recht, dass sich die Mädels da nicht beschweren können. Aber das tun sie ja auch nicht, oder? Und weißt du was? Mir täte ein Mädel leid, das nur wegen eines schönen Zimmers wegen beim Handball bliebe, wenn sie gemerkt hat, dass sie eigentlich etwas ganz anderes will.

    Und ja, ich kann mir auch vorstellen, dass das manchmal was mit Einstellung zu tun hat. Viele Mädels wachsen von klein auf in den Leistungssport rein. Sie kennen als Kind gar nichts anderes. Dann die Pupertät, in der man sich an seiner Peergroup, alles auch Leistungshandballerinnen, orientiert und in nichts nachstehen möchte. Dann Eltern, Trainer, Zuschauer, deren Erwartungen und Wünschen man entsprechen soll und will. Und dann, mit Anfang 20, bist du dann alt genug, um für dich selber zu entscheiden und bist mutig genug, für dich selber einzustehen, wenn du merkst, dass du auf dem falschen Gleis bist. Da braucht es in der Tat viel Einstellung, um das durchzuziehen. Und jede, die so entscheidet, hat das Recht dazu und schuldet niemandem etwas. Nicht dem Verein und schon gar nicht den Zuschauern.

    Aber natürlich ist es in jedem Fall, der handballerisch so endet, sehr sehr schade.

    Was die mangelnde Leistungsbereitschaft angeht, ist es doch so: die einen müssen nicht, weil man "von unten" kommend sieht, dass man auch ohne Leistung zu zeigen in diesem Land über die Runden kommt. Und "von oben" kommend wird man von den Eltern so verhätschelt, dass man auch nichts leisten muss, um an all das zu kommen, was man für ein bequemes Leben so braucht.

    Und natürlich, das ist jetzt sehr pauschal, und es gibt ja noch ein paar Mädels, die leistungsbeteit sind. Aber bei diesen Rahmenbedingungen eben viel zu wenige. Das sehe ich schon in den Klassen meiner Kinder, da gibt es sehr wenige, die überhaupt in einen Sportverein gehen. Ich habe mal in der 2. Klasse im Elternabend Werbung für Handball gemacht und angeboten, die Kinder zum Schnuppern mitzunehmen. Da habe ich nur betretenes Schweigen geerntet. Und da sind wir schon beim Hauptproblem: den Eltern. Die sind heute schlicht zu gestresst und zu faul und letztlich zu desinteressiert an ihren Kindern, als sie ständig zum Training fahren zu wollen. Ist doch viel bequemer, wenn die Kinder daheim rumdaddeln. Ich habe mal nein Kind bei einem anderen abgeholt, das auch im Handball war und aufgehört hat. Fragt mich die Mutter an der Tür "sind deine noch beim Handball? Meine haben ja gottseidank aufgehört. Das war gar nichts für mich, ständig da hin und auf der Tribüne rumsitzen".

    Bei diesen ganzen Dingen liegt der Hase im Pfeffer, aber nicht beim 20 jährigen Talent, dass eine Handballpause einlegt, eine Klasse runter geht, oder ganz aufhört. Diese Mädels haben schon soooo viel mehr geleistet als all die anderen Kids, dass man diesen aus meiner Sicht keinen Vorwurf machen kann.

    Hallo Ballsportler,

    Ein sehr schöner Beitrag, für mich persönlich einer der reflektiertesten, die ich hier bislang gelesen habe, zum (aktiven) Einstieg hier im Forum. Herzlich Willkommen in der HE! :hi:

    sagt doch niemand, dass jemand, der aus dem System Handball aussteigt, keine Leistung im Leben bringen möchte. Vielleicht hat so jemand nur verstanden, dass es kaum möglich ist, ein Studium der Biochemie parallel zum Handball durchzuziehen. Und da die Person eben Leistung bringen möchte, und nicht nur auf Lehramt studieren, steigt sie eben um.

    Nur so als Beispiel. Könnte ja sein.

    a) es kommt drauf an, was für ein Abi man machen will. Für ein 3er-Abi muss man nichts machen, wenn man ein 1,2+-Abi erreichen will, dann ist Handball auf Leistungsniveau nebenher (beziehungsweise Schule nebenher) schon echt schlauchig.

    b) evtl. sind die Mädels gar nicht k.o, wenn sie eine Auszeit nehmen, sondern haben nur gemerkt, nachdem sie 10 Jahre nichts anderes als Handball und Schule gemacht haben, dass das Leben auch anderes zu bieten hat. "Auszeit" heißt ja nicht zwingend, dass das k.o. oder Burn-out bezogen sein muss.

    c) komme ich mal wieder zu dem Schluß, dass es sich oftmals rächt, den Mädels zu schnell zu viel zuzumuten, zB in dem sie in 3 Mannschaften spielen, etc. Ein langsamerer Aufbau ist möglicherweise auf lange Sicht sinnvoller. Aber klar, das mag von Fall zu Fall unterschiedlich sein.

    Die Basketball-WM ist ein gutes Beispiel, dass es um mehr geht als die individuelle Qualität der Spieler. Es gibt in Deutschland einige richtig gute Spieler, aber keinen auf absolutem Topspieler-Niveau wie es Nowitzki war. Der Peak der Mannschaft, die 2023 Weltmeister geworden ist, war eigentlich die WM 2019. Da waren alle Mitte 20 und die Erwartungen hoch. Es passte aber nicht in der Mannschaft, Schröder wollte nur mit seinem Buddy Theis spielen, mit Kleber und anderen gab es Stress und so wurde Deutschland nur 18. Vier Jahre später sind sieben der zehn in der Hauptrotation mit Ende 20, Anfang 30 dann Weltmeister geworden, obwohl die meisten nicht mehr ganz auf ihrem Peak unterwegs waren. Die beiden Wagners, die dazugekommen sind, bringen natürlich Qualität, aber gerade Franz war das halbe Turnier verletzt. Aber im Gegensatz zu den Vorjahren hat Deutschland taktisch unglaublich clever gespielt. Hat immer wieder Antworten auf den Gegner gefunden. In jedem Spiel hat jemand anderes aufgetrumpft, je nachdem, wer eine Schwäche beim Gegner ausnutzen konnte. Herbert hat diese Schwächen immer wieder gefunden und entsprechend aufgestellt. Dazu hat er offenbar den richtigen Umgang mit dem menschlich nicht einfachen Schröder gefunden, sodass dieser eine Topleistung abliefern konnte. Zusammengefasst hat Deutschland viel besser gespielt als es die Einzelspieler eigentlich hergeben würden und es wäre schön, dass beim Handball auch zu sehen.

    Da passt ja die Meldung von heute, dass Herbert den DBB nach Olympia vorzeitig verlässt. Schade.