Beiträge von nicnamejue

    Was ich gesehen habe war ein wildes Durchwechseln, ohne dass sich eine Formation hätte einspielen können. Warum spielt Grgić so lange, obwohl es genügend Shooter for RL gibt? Warum wurde Lichtlein nicht eingesetzt, obwohl erkennbar Schwächen in RM und RR waren?

    Da erkenne ich aber auch keine Logik: erst das wilde Durchwechseln kritisieren, dann noch mehr Wechsel fordern?

    In der Sache bin ich aber bei dir, ich hoffe, dass v.a. Lichtlein in Spiel 2 eine längere Spielstrecke bekommt.

    Für mich sind die wichtigsten Jahre E und D Jugend, da werden die Grundlagen gelegt und dort sollten meiner Meinung nach auch die besten Trainer sein. Leider hat man dort in vielen Vereinen, aus bekannten Gründen, oftmals irgendwen als Trainer, hauptsache es macht einer.

    Das ist für mich auch ein Kernproblem. Es gibt zu wenig Zickenbändiger im unteren Jugenbereich.

    Mein Rezept dagegen wäre, die Aufwandsentschädigung für Trainer gestaffelt zu zahlen. Am höchsten in der E-Jugend, am wenigsten in der A-Jugend und bei den Aktiven. Leistungssport mal ausgenommen. Und überhaupt, bevor der erste Spieler Geld bekommt, gehören alle Trainer anständig bezahlt.

    So ist es.

    Ist mir ja schon auch klar, es gibt diese Ausnahmetalente und die werden auch weiterhin ihren Weg in den Handball finden, auch als Spätstarter. Die verlieren auch nicht nach einem halben Jahr wieder die Lust. Ich spreche vom Breitensport und 90% all derer, die ab C -Jugend anfangen. Viele streichen dann bereits nach 2-3 Einheiten wieder die Segel.

    Ihr redet immer von Jugendlichen.

    Hat das jemals funktioniert, nennenswert Jugendliche für Handball zu begeistern, wenn sie es nicht schon als Kinder waren?

    Glaube nicht.

    Nein es geht in der Tat um die Kinder. Ich sage immer ab/nach D-Jugend braucht man gar nicht mehr mit Handball anfangen, keine Chance mehr, das motorisch hinzubekommen und mit den anderen mitzuhalten. Die meisten, die das tun, sind nach kurzer Zeit wieder weg.

    Es geht also darum die Eltern der Kinder für Handball zu begeistern. Ich bin immer noch der Meinung, dass das über direkten Kontakt am besten funktioniert. Aber auch da bin ich schon auf die Schnauze gefallen. Ich habe in einem Grundschul-Elternabend, als es um Sport ging, einmal ein Plädoyer für Handball gehalten und angeboten, Kinder mit zum Training in den Nachbarort zu nehmen. Die Resonanz war exakt null.

    Nach meinem Empfinden steht Basketball dem Handball da in nichts nach, hat vielleicht sogar die Nase vorn. Aber das ist gar nicht der entscheidende Punkt. Wichtig ist, dass dem Handball diese Elemente erhalten bleiben. Und ich würde mir wünschen, sie blieben wichtiger, als pure physische Durchschlagskraft. Ein Punkt, den ich im Zusammenhang mit der Sichtungsauswahl immer wieder kritisch sehe.

    Der DHB macht es sich da leicht: die Physis ist beim bevorzugten Spielertyp bereits vorhanden, diese Spielerinnen können sich mit ihrer Durchschlagskraft und auf Kosten ihrer Gesundheit in den Kampf werfen und schnelle Erfolge erzielen. Spielwitz, Technik Spielübersicht, Handlungsschnelligkeit etc muss der DHB und die Vereine dagegen deutlich aufwändiger erst antrainieren. Dieser Weg ist der viel schwerere und wird daher nur in Ausnahmefällen gegangen, habe ich den Eindruck.

    Vergleiche sind schwer, weil der Handball sich massiv verändert hat. Fakt ist aber, dass heutzutage mehr technische Fehler gemacht werden als noch vor wenigen Jahren. Dazu muss man sich nur mal die Spiele in der Champions League ansehen.

    Was ja primär eine Folge der höheren Geschwindigkeit ist. Was die Frage aufwirft, was wohl erfolgreicher ist: schnell und fehlerbehaftet oder langsam(er) und fehlerfrei.

    Aus der Metaebene betrachtet würde ich sagen, dass, historisch betrachtet, nichts in dieser Welt immer nur aufwärts geht. Vielleicht können wir uns auch an ein spannendes Niveau unterhalb des Allzeithochs gewöhnen. Es muss ja nicht gleich Kreisliga A sein.

    Wenn eine Abwehrspielerin eine Angreiferin am Hals trifft, egal warum und mit welchem Körperteil, gibt es eine Zeitstrafe - ohne wenn und aber. Wenn eine Angreiferin eine Abwehrspielerin am Hals trifft, egal warum und mit welchem Körperteil, muss es ebenfalls eine Zeitstrafe geben - ohne wenn und aber. Alle anderen Gesichtspunkte in dem Zusammenhang sind diesem Ereignis untergeordnet.

    Ich habe diese Situation auch im Schiri und Regelforum zur Diskussion gestellt und auch dort diesen Punkt genannt. Dort ist die Frage aufgekommen, ob ein Schlag, der ein Ausholen voraussetzt, mit der Schulter erfolgen kann. Siehe dort.

    Sehe ich das richtig: ein "Stoppfoul" ist erst dann ein Foul, wenn es vollendet gelungen ist. Das Berühren des Oberkörpers mit den Armen (so könnte man es hier interpretieren) ist kein Foul. Die Angreiferin wurde ja nicht gestoppt. Daher läuft die Szene weiter. Überwiegend wird die Situation so gesehen.

    Wenn dem so ist: ein Schlag gegen den Kopf ist ein Foul. Zählt der Hals zum Kopf und muss der Schlag mit der Hand oder dem Arm ausgeführt werden, oder ist das schlagende Körperteil nicht definiert? Dann wäre es Stürmerfoul, weil die Schulter den Hals trifft und die Abwehrspielerin wie festgestellt kein Foul begeht.

    Experten voran...

    Im Spiel Zwickau gegen Göppingen kam es zu einem 1:1 zwischen Sina Ehmann (Angriff) und Charotte Kähr (Abwehr).

    Im Damenthread wird kontrovers darüber diskutiert. Wie hättet ihr als Schiri entschieden? Foul, Stürmerfoul, laufen lassen?


    Link zum Spiel, Spielminute 46:

    HBF: BSV Sachsen Zwickau vs. FRISCH AUF Göppingen • Video • Sporteurope.TV
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    sporteurope.tv

    Danke. Habe es mir jetzt x-mal angesehen. Meiner Meinung nach verhalten sich beide nicht korrekt. Ja, Kähr geht 2m vor, das ist aber nicht zu kritisieren. Allerdings will sie ganz klar ein Stoppfoul machen, was nun mal gegen die Regel ist. Korrekt wäre ein Kontakt mit ausgestreckten Armen im Bereich der Schultern und ein "begleiten" der Angreiferin. Vermutlich wäre ihr dann nichts passiert.

    Ehmann geht in dieser Situation ja auch nicht voll in eine 6:0 Deckung, sondern läuft im Halbfeld einen (allerdings nahezu aussichtslosen) Konter. Ihr Fehler ist, dass sie stur auf ihrem Laufweg beharrt, der nach vorne jedoch versperrt ist. Frage also, stand Kähr, als der Kontakt entstand, oder nicht? Sie springt beidbeinig in eine feste Position, Zehntelsekunden vor dem Kontakt. Das kann aber kaum zu ihren Gunsten gewertet werden, meine ich, da sie in der Szene insgesamt in Bewegung ist. Ehmann wiederum, so scheint es, versucht bei ihrer Drehbewegung nicht, den Oberkörper an der Gegnerin "vorbeizuschlängeln", sondern nutzt ihn zur "Abwehr" der Verteidigerin.

    "Bewußt in Kauf genommen" oder ähnliches, was man da gerne mal sagt, finde ich weder für Angreiferin noch für Abwehrspielerin angemessen. Die ganze Szene läuft 1,5 Sekunden, für beide ist nicht kalkulierbar, was passieren wird und zu wenig Zeit, zu überlegen, wie sie jetzt am besten agieren sollten. So sehr beide schuld sind, sind beide in meinen Augen auch unschuldig. Unglücklich, wäre mein Fazit.

    Was hätten die Schiris tun sollen? Durchlaufen lassen? Schwer vorstellbar. Also pfeifen? Dann müssen sie sich entweder für Foul oder Stürmerfoul entscheiden. Ebenfalls beides schwierig.