Gegenfrage: versteht der "normale" Fan einen ggf. mehrstufigen und unauflösbaren Direktvergleich zwischen mehreren Teams?
Nein. Der normale Fan weiß oftmals noch nicht einmal, dass es beim Handball 2 statt 3 Punkte für einen Sieg gibt.
Wie man es einfacher machen könnte, wüsste ich auf Anhieb auch nicht. Was mir z.B. bei amerikanischen Sportarten gefällt ist, dass dort in den Tabellen meistens nur die Anzahl der gewonnen und verlorenen Spiele hinter dem Ranking gelistet ist (unentschieden gibt es ja oft gar nicht). Ich fordere aber deshalb nicht, dass man das übernehmen sollte.
Auch wenn es sicher kaum Disput darüber gibt, finde ich z.B. auch die typische Auswärtstor-Regel, besonders in europäischen Wettbewerben, nicht wirklich fair. Bei einem Hin- und Rückspiel haben die beiden Spiele oft einen ganz eigenen Charakter (z.B. "Abwehrschlacht" vs. "Offener Schlagabtausch") und sollten m.M. nicht miteinander verglichen werden. Da finde ich z.B. das Playoff-Format (z.B. im Basketball) irgendwie fairer: "Best of Five" => wer als erstes drei Spiele gewinnt, ist weiter, egal wie man sie gewinnt.
Zitat
Die "kleine Tabelle" der betroffenen, punktgleichen Vereinen ist die
ganz normale Regelung, in mehr als 20 Jahren Handball kenne ich es nicht
anders. Bei jeder EM/WM taucht die 3er-Tabelle innerhalb einer
4er-Gruppe vor dem letzten Spieltag der Vorrunde auf, weil entweder die
Plätze 1-3 oder 2-4 punktgleich sein können. Insofern brauche ich ein
wenig heute Morgen, bis ich überhaupt die Frage verstanden habe.
Ich verstehe deinen Standpunkt. Habe Anfang der 2000er selbst in der damaligen Junioren-Regionalliga gespielt. So eine 3er / 4er Tabelle bei Punktgleichheit gab es damals nicht. Das hätte, wenn ich mich richtig erinnere, ein "Entscheidungs-Spiel" nach sich gezogen.
Zitat
Ich selbst würde mich nicht gerade als mathematisch inkompetent
bezeichnen, mit Zahlen kann ich ganz gut jonglieren. Aber ich habe die
Erfahrung gemacht, dass "gestandene Handballtrainer", die gefühlt aber
nicht bis 3 zählen können, Dir die kleine Tabelle intuitiv berechnen,
wenn sie die Ergebnisse sehen. Ist mir mehrfach in Jugend-Qualis
passiert, da habe ich noch gerechnet, da wussten alle Trainer bereits
die "was-wäre-wenn"-Konstellationen.
Jetzt, wo mir die Regel einmal erklärt wurde, ist das auch für mich "leicht" zu sehen. Allerdings muss man dazu zwangsweise die Ergebnisse der anderen Teams gegeneinander wissen. Das tut der "normale" Fan aber sicher nicht. Der versteht nur ein einfaches "Wenn ..., dann ..." vor dem entscheidenen Spiel seiner Mannschaft.
Das ganze ist wohl auch ein wenig eine Sache von "Erwartungen": Letztens habe ich einen Kumpel zu seinem ersten Handball-Spiel mitgenommen. Nachdem die eine Mannschaft in Überzahl ein Tor gemacht hat, hat er sich gewundert, dass die Zeitstrafe nicht automatisch weg ist, wie im Eishockey.
Wir müssen uns im klaren sein, dass wenn der "einfache Fußballfan" bei einem Handball-Spiel die Regeln nicht recht einfach nachvollziehen kann, er wahrscheinlich nicht wieder kommt.