Wenn die SR in deinem Fall in ihrer Stellungnahme zu einem Einspruch angeben, dass sie erst nach reiflicher Überlegung (wohlgemerkt 5 Sekunden laut Ursprungspost) meinen, dass war doch eher ein Angreifervergehen oder vielleicht ein Schrittfehler, und dass sie deshalb ihre ursprüngliche Entscheidung korrigiert haben, dann wären sie für mich absolut unglaubwürdig und würden in meinen Augen nur versuchen, einen spielentscheidenden Regelverstoß zu kaschieren und ihre Haut zu retten.
Wenn man sich noch im Spiegel anschauen können möchte, sollte man da schon eingestehen, dass die Spielverzögerung der Grund war und somit ein Regelverstoß vorlag.Hier geht's übrigens dann nicht um eine Tatsachenentscheidung (die gibt es im übrigen gar nicht), sondern um eine Tatsachenfeststellung, aufgrund derer man durchaus auch eine nicht regelkonforme (und somit anfechtbare) Entscheidung treffen kann.
Just my 2cts
Sehe ich ganz genauso, da gibt’s für mich keine zwei Meinungen.
Warum ich mit meinen Beiträgen hier versucht habe, zumindest Denkanstöße in diese Richtung zu geben, hängt mit einer eigenen Erfahrung zusammen:
Vor vielen Jahren hatten wir einen ganz ähnlich gelagerten Fall – damals allerdings nur mit einem Schiedsrichter, bei einem für die Meisterschaft entscheidenden Spiel im mittleren Amateurbereich. Am Ende stand bei uns die Frage im Raum, ob wir den formal korrekt eingelegten Einspruch tatsächlich aufrechterhalten sollen oder nicht. Nach gründlicher Überlegung haben wir ihn schließlich zurückgezogen, weil uns klar wurde, dass er keine Aussicht auf Erfolg hatte. An der Diskussion auf unserer Seite waren zwei im „richtigen Leben“ sehr angesehene Richter beteiligt, einer davon selbst erfahrener Schiedsrichter, der den Kollegen vom Spiel sogar persönlich kannte. Wir haben damals auch den Rechtswart des Verbands konsultiert – und dessen Einschätzung war eindeutig: Objektiv gesehen gab es keine realistische Chance, den Einspruch durchzubringen.