ZitatAlles anzeigenJetzt ist es heraus - bahnbrechende Regeländerungen im Handball!
Alle Jahre wieder strickt der Internationale Handballverband ein neues Muster in sein immer komplizierter werdendes Regelwerk, das ist man gewohnt. Was aber die nimmermüden Herren des IHV in der „Saure-Gurkezeit“ für die neue Saison ausgetüftelt haben grenzt schon an „Daseinsberechtigungsnachweis".
Was also heuer, und somit ungewöhnlich früh, noch deutlich vor der Handballpause in einschlägigen Handball-Kreisen durchsickerte, lässt die enormen Ausmaße der neuen Regelungen nur erahnen.
Wenn man die Informationen die richtig deutet, sollte es zunächst eine Einteilung in Gewichtsklassen geben, soviel scheint sicher zu sein - oder genauer gesagt - Einteilung in drei Spieler-Größen: S; M; und L. Zunächst sollte die Körpergröße keine oder bei Grenzwerten nur eine untergeordnete Berücksichtigung finden, weil man ja in erster Linie die permanente Ungleichbehandlung bei Fouls körperlich Unterlegener und damit eine hohes Verletzungsrisiko in den Vordergrund gestellt hatte.
Unmut unter den Aktiven flammte immer wieder auf, auch hatte es schon jede Menge Eingaben beim Sportgericht zur Folge. Dass aber Regelwerksänderungen diesen Ausmaßes daraus entstehen könnten, das hätte selbst der eingefleischesten Handballkenner nicht für möglich gehalten.
Bald nachdem die erste Kritik laut wurde, hat man wohl von der Einteilung in Gewichtsklassen - LG - Leichtgewicht; WG -Weltergewicht und SG - Schwergewicht ähnlich wie beim Boxen, Ringen und Gewichtheben inzwischen Abstand genommen.
Das vereinfacht die Sache natürlich erheblich. Denn eine Kontrolle der Körpergröße ist vor dem Spiel rein organisatorisch gesehen wesentlich einfacher zu handhaben. Sie kann einfach aus dem Personalausweis entnommen im Spielerpass eingetragen werden und bei der üblichen Passkontrolle ohne zusätzlichen Aufwand überprüft werden. Wenn es jedoch nach Gewichtsklasse ging, wäre das „Offizielle Wiegen“ vor dem Spiel ungleich größer als beim Boxen. Ein Riesenaufwand mit geeichten Waagen und vereidigtem Personal. Das würde wohl doch zu weit führen. Dennoch machen Handballer nun mal nicht gerne halbe Sachen wie z.B. die Politker mit ihren halben Reförmchen, deshalb ist die Sache mit dem Körpergewicht noch lange nicht abgehakt
Was kommt also auf die Vereine und Verbände schon in der nächsten Saison zu?
Vor allem wird es viele Vereine vor erhebliche Probleme im personellen Bereich stellen, da sie für die eine Aufteilung in zwei oder gar drei Kategorien der aktiven Spieler in den meisten Fällen zu wenig Spieler zur Verfugung haben werden. Der HVW (Handballverband Württemberg) hat daraufhin sofort reagiert und noch vor der offiziellen Bekanntgabe der Neuerungen eine Eingabe bei dem erwürdigen Gremium des Welthandballverbands gemacht - es bei zwei Größenklassen zu belassen! Um eine weitere Benachteiligung kleinerer Vereine auszuschließen, wurde zusätzlich eine Reduzierung der Mannschaftsstärke favoritisiert, nämlich ein Begrenzung auf fünf Spieler. Gerade der HVW hat im Jugendbereich mit den 4:1-Mannschaften (4 Feldspieler, ein TW) wertvolle Erfahrungen in den vergangenen Jahren gemacht, wenngleich die Vorteile bei der Spielerentwicklung in dieser Mannschaftsstärke nicht von allen Jugendtrainern geteilt wird. Diese Entscheidung steht noch aus.
Die Ball- und die Torgröße soll den neuen Spielklassen Rechnung tragen, die Spielfeldgröße wird aber unverändert bleiben.
Inzwischen hat sich schon eine Opposition gegen die neuen Pläne gebildet. Den Aspekt den die immer größer werdende Zahl von Gegnern ins Feld führt ist die Tatsache, dass regionale Verschiebungen in den Leistungsklassen wohl nicht ausbleiben werden, will heißen dass bestimmte Regionen, zum Beispiel auf nationaler Ebene in Zukunft nicht mehr die Gelegenheit haben werden gegeneinander zu spielen, unterschiedliche Durschnittsgrößen der einzelnen Regionen – zum Beispiel großgewachsene Hanseaten und kleinwüchsige Schwaben verhindern dies von vorne herein. Jetzt stelle man sich die Vergleiche auf Internationaler Eben vor.
So weit - so gut. Was aber die Sache in Wirklichkeit kompliziert ist eine weitere Forderung des Badischen Handballverbands BHV: die Einteilung nach Schuhgrößen. Während obige Regel schon Einzug in das Regelwerk aufgenommen worden sein soll, wirft diese Unterscheidung erhebliche Probleme auf. Klar, dass ein großer Kreisläufer mit beispielsweise Schuhgröße 46, erhebliche Nachteile gegenüber eines kleineren Kreisläufers mit Schuhgröße 37 hat. Während in einer zu vergleichenden Torwurfsituation eine 46er Schuhgröße mit sagen wir sieben „Schuheinheiten“ deutlich auf der Kreislinie steht, kann der Spieler von derselben Position mit Schuhgröße 37 ein regelgerechtes Tor erzielen. Auch hier bleibt abzuwarten wie die Kommision entscheiden wird.Viel Zeit hat sie jedenfalls nicht mehr, denn die Vereine und Verbände stehen vor großen Problemen soll ab September die neue Saison reibungslos starten.
gefunden auf "unsererer Bezirks-HP"
Quelle: http://www.handballnetz.de