Seewirt Am Thumsee?
Ein altes Foto zeigt den „Seewirt“ zu Freuds Zeiten als eher schlankes Gebäude in einem salzkammergutähnlichen Stil. Das bekam über die Jahre einige Veranden vorgebaut, in denen sich heute wunderbar sitzen lässt. Natürlich öffnet im Sommer der Gastgarten direkt am Ufer, wie überhaupt im Juli und August, wenn das sonst kühle Wasser bebadebar wird, der Betrieb um den See anschwillt. Dann leidet die Idylle deutlich unter der allzu großen Schar ihrer Bewunderer.
Wirt und Küchenchef Sebastian Schöndorfer gilt in der Branche als verrückt – wobei Freud über die Klassifizierung nur gelächelt hätte. Erstens tut sich der Mann etwas an, kocht frisch – an einem Ort, der ihm auch so Gäste zuspült, dass jede Friteuse ins Rauchen kommt. Aber eben nur im Sommer liefe dies Geschäft – und er will ja auch im Frühling und Herbst leben. Zweitens liebt er Fisch, aber nicht nur den Heimischen aus dem See (der auch, wie ebenso Wiener Schnitzel, zu bestellen ist). Hier isst man exotisches Meeresgetier aus aller Welt und erlebt außerbayerische Zubereitung.