Pirochs Zukunft beim HSC offen Etatlücke betrug 150 000 Euro – Hauptsponsor steht zu seinem Engagement Der HSC Bad Neustadt GmbH & Co. KG, in der die Regionalligamannschaft des Klubs organisiert ist, sollen nach Informationen dieser Zeitung im Oktober noch 150 000 Euro vom veranschlagten Saisonetat von 360 000 Euro gefehlt haben. Vor einigen Wochen schlossen fünf Sponsoren die Hälfte des Lochs. Der restliche Fehlbetrag wurde auf einem Krisengipfel mit einigen Gesellschaftern der HSC Bad Neustadt Verwaltungs-GmbH und Sponsoren am vorvergangenen Wochenende eingesammelt. Ob dieser hohen Beträge mutet es komisch an, dass es laut Aussage von Elmar Demling, Vorsitzender des Vereins und Beirat der GmbH & Co. KG, derzeit keinerlei offene Forderungen an die Gesellschaft gibt. Ohne das frische Geld hätte der GmbH & Co. KG aber in Zukunft bald die Insolvenz gedroht. „Wir waren ganz nah dran an der Insolvenz“, hatte Dieter Schulz, stellvertretender Vorsitzender des Vereins und KG-Geschäftsführer am vergangenen Wochenende geäußert. Einer der Hauptgründe für die finanziellen Schwierigkeiten sind die exorbitant gestiegenen Spielergehälter. In den vergangenen zwei Spielzeiten wurde vom vorher propagierten Sparkurs extrem abgewichen. In der Saison 2007/08 hatte der Saisonetat noch 220 000 Euro betragen, seitdem ist er auf 360 000 Euro angestiegen. So teuer war eine HSC-Mannschaft letztmals nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga gewesen. Der Beirat der HSC Bad Neustadt GmbH & Co. KG, das Kontrollgremium der Gesellschaft, soll unterdessen zukünftig personell neu aufgestellt werden. Derzeit bilden Vereinsvorsitzender Elmar Demling, Joachim Greb und Klaus Hörnlein das Gremium. Auf der Krisensitzung vergangenen Sonntag waren sich die Teilnehmer einig, dass darauf hingewirkt werden soll, dass neben Klaus Hörnlein bald Benedikte Bauer, Ulrich Borst, Sebastian Kubik und Klaus Ziegler den Beirat bilden sollen. Der Inhaber von S&Z-Immobilien, seit 2007 Hauptsponsor des Regionalligisten, hatte stets zu den Fürsprechern von Ex-Trainer Fritz Zenk gezählt. In den letzten Wochen war immer wieder gemutmaßt worden, dass sich Ziegler im Falle von Zenks Rauswurf als Geldgeber zurückziehen wolle. Gegenüber dieser Zeitung bekräftigte er nun, dass er zu seinem Engagement beim „sportlichen Aushängeschild der Region“ stehe: „Ich habe mich nicht wegen Personen engagiert, sondern weil die Trikotwerbung eine gute Plattform für meine Firma ist.“ Im zweiten Quartal 2010 wollen sich Klub und Ziegler absprachegemäß über die Fortführung seines Sponsorings unterhalten. „In der Bayernliga wäre das aber nicht mehr erforderlich. Oder zumindest nicht mehr in diesem Ausmaß“, sagte Ziegler. Wie stark sich Ziegler beim HSC einbringt, dazu wollte er keine Angaben machen. Von Abstiegskampf – der HSC ist mit 15:15 Punkten nach Abschluss der Hinrunde nur einen Zähler von der Abstiegszone entfernt – könne aber nach seinem Dafürhalten keine Rede sein. „Auch in Horkheim hätten wir nicht verlieren müssen“, fand Augenzeuge Ziegler nach der 26:34-Niederlage. Einzig den „moralischen Zustand der Mannschaft“ fand er am Tag nach der Entlassung Zenks am Freitag bedenklich. „Es geht um Sport, nicht um Nebenkriegsschauplätze“, wünscht sich Ziegler Ruhe im und um den Verein. Die jetzige Führungsmannschaft wisse jedenfalls, was zu tun sei. Eine Einschätzung, die Elmar Demling und Dieter Schulz teilen. Derweil ist die Zukunft von Spielgestalter Jiri Piroch beim HSC mehr als offen. Gerüchten zufolge will sich der HSC vom Tschechen trennen. Dieter Schulz mochte das auf Nachfrage nicht bestätigen und erklärte das Fehlen des Spielgestalters in Horkheim damit, dass der sich am Samstagmorgen krank gemeldet hatte. Seither habe es es keinen Kontakt zwischen dem Verein und dem Spieler mehr gegeben. In welcher Aufstellung der HSC in die Rückrunde geht, darüber will Schulz zum Trainingsstart Anfang Januar informieren. Der US-Amerikaner Gary Hines vom Bayernligisten DJK Waldbüttelbrunn sei kein Thema, sagte Schulz: „Zumindest nicht das Grundthema. Von der Struktur her hat die Mannschaft sportlich so aber keine Perspektive. Es geht nicht mit nur sieben oder acht Spielern.“ Mutmaßungen, dass in der zweiten Halbserie Spieler aus der Bezirksoberligamannschaft dauerhaft in die Regionalligasieben eingebaut werden sollten, trat Schulz entgegen: „Das wird nicht passieren.“
von der HSC-HP, Quelle: Mainpost