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    TSG Ketsch - SC Riesa 23:22 (11:13)

    Döring war irgendwie sauer . . .

    TSG Ketsch feiert gestern Nachmittag einen knappen 23:22 (11:13)-Heimsieg in der Neurotthalle gegen den SC Riesa
    Bären strapazieren die Nerven der Fans
    Von unserem Mitarbeiter Volker Widdrat

    Sechs Punkte aus den letzten drei Spielen vor der Weihnachtspause hatte Berthold Barcaba vor zwei Wochen vorausgesagt, bis jetzt liegt der Bären-Geschäftsführer noch richtig. Nach den beiden souveränen Zählern aus Bensheim haben die Zweitliga-Handballerinnen der TSG Ketsch gestern glücklich zwei weitere Punkte eingefahren. Die Bären gewannen das so genannte "Schweinegrippe-Spiel" gegen den SC Riesa knapp mit 23:22 (11:13) und kletterten auf den achten Platz. Bis es allerdings so weit war, wurden bei einem Adventskrimi ohnegleichen die Nerven der Bären-Fans über die Maßen strapaziert. Und hätte Keeperin Weena Ghosh nicht so überragend gehalten und Julia Löbich nach 20 Minuten nicht drei Siebenmeter in Folge verwandelt, dann hätten die Roten ein vorweihnachtliches Heimdebakel gegen einen doch eher schwachen Gegner erlebt. Die Elbehexen lagen 2:4 zurück, als die Gastgeberinnen plötzlich aufhörten, diszipliniert zu spielen. Trainer Branko Dojcak und die Fans erkannten ihre Truppe nicht mehr wieder. Ohne Anke Schalk, aber mit Sandra Kleinjung, Corinna Kaden, Julia Barth, Julia Löbich und Steffi Trunk in der Anfangsformation lief plötzlich nichts mehr zusammen. Hektisch und nervös spielten die Bären mehr Fehlpässe als sonst in drei Spielen zusammen. Riesa übernahm die Führung, witterte Morgenluft, rauschte durch die Neurotthalle und versuchte davonzuziehen. Ghosh hält bärenstark Das wäre fast gelungen, wenn sich eine "Hexerin" nicht immer wieder in den Weg gestellt hätte. Bären-Torhüterin Weena Ghosh entzauberte schon vieles vor der Pause und fast alles gegen Ende der Partie. Coach Dojcak hatte seinen Spielerinnen in der Halbzeit vorgeschlagen, sich doch noch einmal auf ihr Können zu besinnen. Zunächst ohne Erfolg - Riesa traf weiter im zweiten Durchgang, Ketsch kassierte Zeitstrafen und produzierte Fehlpässe. Nach knapp 45 Minuten stellte Nicole Seiffert, mit sechs Treffern erfolgreichste Werferin bei den Gästen, einen Fünf-Tore-Abstand her. Riesa hatte da zwar auch schon jede Menge vergeigt, die Bären übertrumpften die Elbehexen aber immer wieder mit eigenen Pleiten und Pannen. Nicht wenige Zuschauer hatten die Partie zu diesem Zeitpunkt bereits abgehakt. Julia Löbich traf nicht mehr beim Siebenmeter, ihre Kolleginnen konnten mit dem Ball auch nicht mehr viel anfangen. Aber den Kampf hatte die TSG nie aufgegeben - und das wurde schließlich belohnt: Dem 20:20 durch Sina Michels folgten noch einmal zwei Rückstände, Theresa Köhler (2) holte aber erneut ein Remis. "Hexerin" Ghosh war für alles andere zuständig, hatte immer eine Hand dran, streckte sich und pushte sich selbst durch die eigenen Erfolgserlebnisse. Köhler wiederum warf per Siebenmeter die endgültige Führung. Die Uhr war abgelaufen, als Riesa von der Mitte aus noch einmal Freiwurf hatte - der Ball kam in Richtung Ketscher Gehäuse, aber da stand ja sowieso Weena Ghosh. Gäste-Trainer Lothar Doering war erbost, haderte mit der Schiedsrichterleistung und blieb enttäuscht der Pressekonferenz fern. Bären-Dompteur Dojcak lobte den Kampfgeist seiner Schützlinge, so viele technische Fehler wie in der ersten Halbzeit habe er lange nicht gesehen, sein Team habe aber eine tolle Moral bewiesen: "Und Weena war die absolute Garantin für diesen Sieg."
    Schwetzinger Zeitung

    Dass der Sieg des TV Eppelheim in der Handball-Badenliga der Frauen bei der SG Walldorf ein Phyrrussieg gewesen ist, weiß man im Lager des TVE spätestens nach dem Spiel gegen Vogelstang. Denn Larissa Klein und Julia Kriechbaum verletzten sich in Walldorf und waren nicht einsatzfähig. Hinzu kam, dass kurz vor dem Spiel die beiden Torhüterinnen Natse Becker und Ellen Groß krankheitsbedingt ausfielen. Immerhin stelle sich Ellen Groß trotz Erkältung zur Verfügung. So mussten Sarah Schmitt und Torhüterin Nadine Plitt mobilisiert werden, aber auch sie verhinderten eine knappe 23:25 (13:14)-Heimniederlage nicht.
    Herb verletzt sich
    Zu Beginn der ersten Hälfte lief alles wie gewohnt. Nach erfolgreichen Einzelaktionen des SSV hielt Eppelheim spielerisch dagegen und verschaffte sich mit 7:4 etwas Luft. Aber genau in dieser Phase verletzte sich Torjägerin Bettina Herb. Geschockt und ohne adäquate Alternativen im Angriff kämpfte sich der TVE weiter durch und ging dennoch beim 13:14 mit einem Rückstand in die Pause.
    Dieser wäre kein Beinbruch gewesen. Aber relativ schnell nach Wiederanpfiff hinkte Jäcky Schnurpfeil vom Feld. Von den Etablierten standen nur noch Katrin Adler, Sarah Wolf und Krissi Robker auf dem Feld. Kompliment an die „jungen Wilden“ Carina Geib und Madleine Münch, die so gut wie möglich rackerten und Sarah Schmidt und Rut Klein gaben der Abwehr einigermaßen Stabilität. Aber im Angriff war der TVE nicht mehr in der Lage, sein bisher so erfolgreiches Kombinationsspiel aufzuziehen. Einige Fehlwürfe und Wurfpech verhinderten, Vogelstang die Führung noch einmal abzujagen.
    Kurz vor Schluss lag der SSV mit zwei Toren vorne. Zwar gelang in der letzten Minute der Anschluss, aber 25 Sekunden vor dem Ende nahmen die Gäste clever ihre Auszeit. Dem TVE lief die Zeit davon. Trotz einer Öffnung der Abwehr gab es keine Möglichkeit mehr, aussichtsreich an den Ball zu kommen und sichtlich enttäuscht kassierten sie fast mit dem Schlusspfiff das 23:25.
    Teamchef Alfred Schmitt-Hess zog nach dem Spiel den Hut vor seinem Rumpfteam: „Wir sind froh, dass wir mit unserem kleinen Kader bereits 13 Punkte ergattert haben. Wenn unsere Verletzten langfristig ausfallen, müssen wir, wie in der vergangenen Saison, den Blick immer nach unten richten.“
    TVE: Groß, Plitt; R. Klein (1), Wolf (6/2), Herb (2), Robker (3), Münch (2), Schmidt (1), Adler (8/2), Gaib, Schnurpfeil. ash
    SZ/TVE

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    duz / dormago
    Dormagen vor Neustart - GmbH wird in Kürze gegründet
    Der Verein TSV Dormagen hat beschlossen, ab der kommenden Spielzeit definitiv keine Profihandballmannschaft mehr ins Bundesligarennen zu schicken. Ein Ende des Leistungssports ist das aber nicht, die Gründung einer GmbH steht bevor, diese soll, wenn es gelingt einen entsprechenden Etat zusammenzustellen, die Abwicklung des Spielbetriebs übernehmen. Unternehmer Heinz Lieven und Alt-Bürgermeister Heinz Hilgers stellten entsprechende Planungen vor. Handball hat eine herausragende Bedeutung in Dormagen. Seit den 80er Jahren sorgt der TSV Bayer Dormagen für Schlagzeilen – zunächst in der Regionalliga, dann in der 2. und schließlich in der 1. Bundesliga. Der Club steht aktuell auf dem 13. Platz der Ewigen Bundesliga-Tabelle, war Deutscher Pokal-Vize und erreichte 1993 das Finale eines europäischen Wettbewerbs. Doch neben diesen Highlights gab es auch tragische Momente – mehrere Abstiege und sogar den Rückzug in die Regionalliga. Im zweiten Jahr nach dem Wiederaufstieg steht fest: Der Verein wird definitiv ab der Saison 2010/11 keine Profi-Mannschaft mehr ins Rennen schicken. Das wie auch immer entstandene und inzwischen gestopfte Finanzloch hat zu der Entscheidung geführt, die den Mitgliedern des Business-Clubs auf der jüngsten Zusammenkunft mitgeteilt wurde. Spitzenhandball soll in Dormagen aber trotzdem weiter zu erleben sein: In einem Pressegespräch stellten heute Unternehmer Heinz Lieven und Alt-Bürgermeister Heinz Hilgers im „Horremer Hof“ die Überlegungen vor. Lieven dankte dem Bayer-Konzern für die bisherige Unterstützung und den Spielern für die Bereitschaft, mit einer Vertragsauflösung einen Neuanfang zu ermöglichen. Denn aus rechtlichen Gründen kann das neue Konstrukt nur dann in die Tat umgesetzt werden, wenn alle mitziehen. Die Alternative war allerdings auch klar: Hätte nicht auch noch der letzte Spieler am Donnerstag Abend seine Unterschrift geleistet, wäre dies am Ende der laufenden Spielzeit gleichbedeutend mit dem erneuten Rückzug in die Regionalliga gewesen. Und damit wären alle Profiverträge ab der neuen Saison automatisch hinfällig geworden. So besteht die Chance, dass es weiter geht und dass die Spieler für den Fall des Scheiterns ihre Anwartschaft auf sofortiges Arbeitslosengeld nicht verlieren. Und es gibt Hoffnung. „Wir wollen den Spitzenhandball in Dormagen erhalten“, erklärten Lieven und Hilgers. Dazu soll in Kürze eine GmbH mit der Mindesteinlage in Höhe von 25.000 Euro gegründet werden. Die GmbH soll an die Stelle des TSV Bayer Dormagen als Lizenzgeber rücken, der Verein als Noch-Antragsteller der Lizenz muss wiederum nach den Statuten einen mindestens 26-prozentigen Anteil halten. Lieven ist mit potenziellen Gesellschaftern im Gespräch. Am Montag wird es ein weiteres Treffen mit dem Business-Club geben, in dem die GmbH Gründung mit den dann feststehenden Personen geregelt werden soll. Im nächsten Schritt wird eine GmbH & Co. KG mit möglichst vielen Mitgliedern geschaffen. Die können ihre Einlagen steuerlich voll absetzen. Die Ausgangsposition ist nicht einfach: Lieven hat aus den ihm bekannten Zahlen eine Etatplanung für die 1. und die 2. Liga vorgenommen. Sollte der TSV Dormagen sportlich absteigen, würden demnach in der 2. Liga 1,2 Millionen Euro plus 400.000 Euro als Liquidität in den spielfreien Monaten auf die neue Gesellschaft zukommen. Für die 1. Liga heißt die Rechnung: 1,9 Millionen plus 600.000. Die Mannschaft werde nur dann den Spielbetrieb aufnehmen, wenn diese Einnahmen für die jeweilige Liga eingesammelt werden. Es sollen möglichst viele kleinere Beträge eventuell auch von Privatpersonen zusammenkommen, „denn wir wollen uns nicht von einem Großsponsor abhängig machen.“ Sollte gleichwohl jemand einen hohen Betrag wie etwa eine Million Euro zur Verfügung stellen, „kommt der auf den geplanten Etat oben drauf.“ Die neue GmbH soll ein Büro nicht auf dem Gelände des TSV aber möglichst in der Nähe beziehen, „damit dort auch der Trainer Gespräche mit dem ein oder anderen Spieler führen kann.“ Der Geschäftsführer der Gesellschaft werde ehrenamtlich arbeiten. Es gibt also viel zu tun, gesucht wird nicht zuletzt ein neuer Name, unter dem die Mannschaft den Spielbetrieb in der nächsten Saison aufnehmen soll – im Sportcenter, denn dazu gibt es keine Alternative. Ob es tatsächlich dazu kommt, wird sich in den nächsten Monaten entscheiden. Der Lizenzantrag muss zwar bis zum 1. Dezember an die Handball-Bundesliga in Dortmund geschickt werden. Doch die Nachweise über die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit sind erst bis zum 1. März (1. Liga) und 10. März (2. Liga) einzureichen. Sollte es nicht klappen, dürfe aufgrund der schwierigen Aufgabe keinem Beteiligten ein Vorwurf gemacht werden: „Niemand soll als Depp dastehen“, entgegnet Heinz Lieven Fragen von potenziellen Geldgebern. Die brauchen sich auch im Falle eines Scheiterns keine Sorge um ihre Einlage zu machen: „Das Geld kommt auf ein Treuhandkonto und würde dann 1:1 zurückgezahlt werden“, betont Heinz Hilgers. Doch daran möchte niemand ernsthaft denken, denn Spitzenhandball gehört einfach zu Dormagen und zur Region: „Die 17 größten Sportveranstaltungen des letzten Jahres im Rhein-Kreis Neuss waren nun einmal die Heimspiele des TSV Dormagen.“ Und dabei soll es nach dem Willen der Handball-Fans auch bleiben.


    Sorry, aber das was bei anderen Normalzustand ist, wird hier unnötig aufgebauscht. "Der Verein hat beschlossen, keine Profimannschaft mehr ins Rennen zu schicken" - okay, aber die GmbH will es. Sicherlich ein juristischer Unterschied, aber das interessiert letztlich doch keinen. Es geht doch drum (ich glaube Regionalliga ist nicht möglich, höchstens über TSV II), ob in Dormagen weiter hochklassig Handball gespielt wird, egal mit welchem Träger. hier wird mir viel zu viel Geschiß um diese Aktion gemacht. Positiv zu bewerten ist allerdings, dass Zahlen auf den Tisch kommen. Aber 1,6 mio für Liga 2 als Minimum ist auch ein Bbrocken und muss nicht sein, das können andere mit sehr viel weniger.

    @Meteo:
    Ich weiß nicht wie es im Rest Deutschlands gehandhabt wird, aber im Süden (RL Süd über Baden bis Kreis Mannheim) zählt im Aktivenbereich nicht der direkte Vergleich sondern die Tordifferenz - und die meisten sind eigentlich zufrieden damit.

    Handball-Spiele abgesagt
    Schweinegrippe bei den Ketscher Bären

    Das für heute Abend angesetzte Spiel der 2. Handball-Bundesliga Frauen zwischen der TSG Ketsch und dem SC Riesa wurde gestern kurzfristig abgesetzt. Der Grund: Drei TSG-Spielerinnen sind nach Mitteilung der Geschäftsführer Thomas Löbich und Berthold Barcaba definitiv mit dem Schweinegrippe-Virus H1N1 infiziert.
    Auch Regionalliga-Partie verlegt
    Aus dem gleichen Grund wurde nach Absprache mit Mannschaftsarzt Dr. Bergdolt auch das Spiel der Ketscher Regionalliga-Mannschaft, das direkt vorher hätte stattfinden sollen, verlegt, denn es gibt noch weitere Verdachtsfälle. Zudem wurde eine generelle Trainingssperre verhängt.
    Das sind nicht die einzigen Handballspiel des Wochenendes, die wegen des Virus ausfallen müssen: Bereits am Tag zuvor hatte die spielleitende Stelle der Regionalliga Süd Männer die Partie zwischen der HSG Konstanz und der SG Haslach/Herrenberg/Kuppingen abgesagt. Eine Untersuchung der gesamten Konstanzer Mannschaft hatte zunächst drei, später dann acht mit dem Virus Infizierte ans Tageslicht gebracht. Weitere Krankheitsfälle in den folgenden Tagen sind - auch in Ketsch - nicht auszuschließen. ali/mj - SZ

    @ain-handball.de
    musst du eigentlich für jeden . . . einen eigenen Thread aufmachen (siehe auch die Diskussionen andernorts)? Es gibt dafür ausreichend Möglichkeiten, deine Meldungen zu platzieren.

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    Wie gegen Mainzlar, spielen die Bären bis etwa 20 Minuten vor Schluss gut mit; sind im Spiel gegen Zwickau sogar ständig in Führung (4 Tore vorne) und dann halten sie nicht durch. An was liegt's? Konditionsschwäche ?


    Genau jene hat Coach Dojcak gegenüber der SZ eingeräumt, sei inzwischen schwer daran, sie zu beseitigen.

    Was war da los? (siehe 2. Bericht mit Protest)


    Ohne Tempo keine Punkte
    Die Handballer der HSG Frankfurt Rhein-Main enttäuschen im ersten Heimspiel

    Das hatten sich die 1000 Zuschauer gestern Abend in der Krifteler Kreissporthalle anders vorgestellt. Zum Auftakt der II. Handball-Bundesliga legte die HSG Frankfurt Rhein-Main mit dem 27:30 (16:19) gegen den TV Hüttenberg einen kapitalen Fehlstart hin.
    Kriftel. Spielertrainer Jan Immel schien schon etwas nach dem Sieg im DHB-Pokal gegen den gleichen Gegner geahnt zu haben, als er «von einem kleinen Schritt» sprach, den seine Mannschaft mit dem 31:27 im DHB-Pokal bewältigt hatte: «Die werden aus dem Spiel ihre Lehren ziehen.» Das taten die Hüttenberger: Wesentlich engagierter und bissiger präsentierten sie sich, in den ersten 20 Minuten fanden sie nur gegen Tobias Schimmelbauer kein Mittel, der gut von seinen Nebenleuten in Szene gesetzt wurde und fünf Mal traf.
    Doch schnell zeigte sich, dass es für die HSG Frankfurt Rhein-Main ein anderes Spiel werden würde. Das Spiel über den Kreisläufer unterband Hüttenberg völlig, dazu hatten sie kaum Probleme, den Angriff der viel zu nah vor der Deckung agierenden Gastgeber zu kontrollieren. Diesen gelang es nicht, Druck aufzubauen, die Lücken wie im Hinspiel gegen eine nun wesentlich engagiertere und beweglichere Deckung zu finden. Die Unsicherheit, die sich in insgesamt 12 Fehlversuchen und 18 Ballverlusten offenbarte, übertrug sich auch auf die Abwehr. «Es haben alle mit den Armen in der Seite gestanden, da ist keiner richtig rangegangen», stellte Tim Plattner fest. Er war noch der beste Rückraumspieler im Angriff, aber mit wenig Einsatzzeiten dort. Immer wieder biss sich Frankfurt Rhein-Main in der Abwehr fest, weil es nicht gelang, Druck und Tempo ins Spiel zu bekommen. Fast lethargisch wirkten teilweise die Aktionen, gerade auf der Position im Spielaufbau mit Steffen Weber und Benedikt Seeger lief viel zu wenig. Ihnen gelang es nicht, das Spiel zu organisieren.
    Dazu gab es noch eine Schwäche, die Trainer Mike Fuhrig schon vorher erkannt hatte: Das Umschalten von der Abwehr in den Angriff klappte überhaupt nicht. Nur ein Tor aus dem Tempogegenstoß heraus gelang dem Gastgeber, deren acht waren es beim Gegner. Einfache Tore, die dem Team um Spielertrainer Jan Immel fehlten. «Da war keine Bewegung, kein Druck, und da waren viel zu viele Fehler. Mit so vielen Ballverlusten kannst du kein Spiel gewinnen», erkannte Plattner das Problem. Kein Wunder, dass es in der Kreissporthalle schnell ruhig wurde, als die Hüttenberger in der 37. Minute erstmals mit fünf Toren beim 22:17 führten, obwohl der Gastgeber die Deckung offensiver gestellt hatte. Auch sie wirkten nicht sicher, machten viele Fehler, die Frankfurt Rhein-Main nicht nutzen konnte. Näher als bis auf zwei Tore kam der Gastgeber nicht mehr heran.

    Frankfurt/Rhein-Main: van de Mortel (1. bis 21.), Rebstock (ab 22.); Schimmelbauer, Plattner (je 5), Bonnkirch (5/2), Seeger (5/3), Immel, Hahn (je 2), Bohnert, Weber, Buschsieper (je 1), Lindt, Sebastian Schulz, Oliver Schulz.
    Hüttenberg: Ritschel, Redwitz (1 Siebenmeter); Scholz (5), Weber (5/5), Andreas Lex, Laudt, Jezewski, Langenbach (je 4), Stefan Lex (3), Stelzenbach (1), Faulenbach, Rigterink, Bepler.
    Schiedsrichter: Moles/Pittner (Wennesheim/Laudenbach). Zuschauer: 1000. vho/fnp


    Karten sind neu gemischt worden
    Hüttenberg gewinnt in Kriftel - Gastgeber legen Protest ein

    Von Holger Weithöner/Gießener Anzeiger. Kriftel. „Wir haben erfolgreich Antworten auf die Deckung der HSG gefunden und eine absolut gute Motivation und Einstellung gezeigt gerade in der Abwehr gezeigt“, so TV Hüttenbergs Trainer Jan Gorr nach dem verdienten 30: 27 (16:13) Auswärtserfolg bei der HSG RheinMain. Der TVH revanchierte sich damit für das klare Pokalaus vor einer Woche und holte die ersten zwei Auswärtspunkte in der zweiten Liga Süd.
    Die anschließende Pressekonferenz verzögerte sich lange, da die gastgebende HSG Protest gegen die Wertung der Partie einlegte, Arne Rigterink war aufgrund eines Fehlers am Zeitnehmertisch beim 25:27 (56.) nach seiner Zeitstrafe eine Minute zu früh auf die Platte zurückgeschickt worden. „Wir verlassen uns auf die Angaben des Zeitnehmertisches, ich weiß nicht, wie so etwas passieren kann“, so Jan Gorr zur strittigen Situation im nachhinein.
    „Heute geht die Saison erst so richtig los, es juckt schon ganz schön. Natürlich ist der DHB-Pokal ganz schön, aber Punkte gibt es halt nur im Ligabetrieb, im Pokal scheiterst du irgendwann bei einem Erstligisten, das habe ich mit Willstätt hinter mir. Ich bin mir sicher, die Karten werden heute im Vergleich zur Vorwoche ganz neu gemischt“, so Hüttenbergs Linksaußen Michael Stock unmittelbar vor dem Aufwärmen mit einem breiten Grinsen.
    Die Zuschauer in der Krifteler Sporthalle sahen die gleiche taktische Ausrichtung beider Teams wie vor Wochenfrist im Pokal: Hüttenberg mit der neuen 3:2:1- Abwehr, die HSG mit der bekannten 5:1. Doch die Körpersprache der Mittelhessen war von Anfang an kämpferisch, Jubel nach Mario Webers erster Führung vom Punkt beim 4:5 (7.). Vor allem technische Fehler im TVH-Angriff blieben im Vergleich zur Vorwoche Mangelware, einzig die Defensive vermochte den Linksaußen Mathias Schimmelbauer nicht stoppen, drei der ersten fünf Torte für die Gastgeber markierte gingen allein auf sein Konto. Großer Jubel bei Keeper Mathias Ritschel, als er den ersten Wurf von Außen entschärfte (9.).
    Als Gorr ab Minute 20 auf die alte Abwehr umstellte, kam merklich Sand ins Getriebe der Hausherren, dazu hielt Ritschel jetzt wichtige Bälle, unter anderem einen Siebenmeter. Im Gegenzug warf Marc Langenbach in Unterzahl die erste Zweitoreführung für seine Farben heraus (27.), der eingewechselte Stefan Lex markierte zwei Sekunden vor dem Pausenpfiff sogar das 16:19 zum Wechsel.
    Im Gegensatz zur letzten Woche waren es die Gäste, die stark aus der Kabine kamen und damit früh die Weichen auf den ersten Saisonsieg stellten. Trotz der Umstellung der HSG-Defensive auf eine 4:2-Abwehr setzte der TVH die Akzente, Laudt und Stefan Lex erhöhten schnell auf 16:21, die Gastgeber stellten auf erfolglos 6:0 um. „In der Abwehr haben wir insgesamt die Aggressivität fehlen lassen und sogar in Unterzahl drei oder vier Tore bekommen. Dass der TVH noch mal ins Stocken kam ist nicht verwunderlich, ein Spiel läuft nie ganz rund, es gibt immer Wellentäler, doch wir habe heute auch zu viele freie Bälle fliegen lassen“, so HSG Spielertrainer Jan-Olaf Immel nach der Partie. In der Tat erst ab der 45 Minute kam der TVH etwas ins Stocken, zwar hielt die Abwehr mit einem starken Ritschel dahinter weiterhin die HSG gut in Schach, doch offensiv scheiterten Weber, Laudt und Andreas Scholz dreimal in Folge an HSG-Torwart Michael Rebstock. „Da habe ich ein zwei Bälle weggeworfen, doch wir haben unter der Woche hart an Kleinigkeiten trainiert um heute zu zeigen, dass wir mit so einer starken Mannschaft wie die HSG mithalten können. Motivation und Einstellung haben absolut gestimmt, auch auf die 6:0 waren wir klasse eingestellt und haben viele Tore spielerisch erzwungen“, so Kapitän Maroi Weber im Anschluss. Auch eine Ladehemmung zwischen der 52. und 57. brachte die Frankfurter nicht mehr entscheidend ins Spiel, der TVH überzeugte mit der größeren taktischen Disziplin und Eingespieltheit, zu oft versuchten es jetzt die HSGler Immel und Steffen Weber mit der Brechstange. Tomek Jezewski erlöste den TVH mit seinem Rückraumschuss zum 25:28 (58.), Stefan Lex markierte den letzten Treffer zum 27:30. „Kleingikeiten in der Kleingruppe haben heute nicht so gut gepasst, wir haben zu viele Schlag- und Hüftwürfe bekommen, Glückwunsch an den TVH, Pokal und Liga sind halt zwei Paar Schuhe“, so Immel zum Abschluss.