Beiträge von pko

    Phunky:
    Ich habe schon an anderer Stelle erwähnt, dass die Füchse nicht so auf ihrer Struktur beharren sollen. Auch wir mussten unsere Stammvereine und deren Abteilungen antreiben, damit rechtzeitg alle Unterlagen vorhanden waren.

    Keine Gnade für Essen und Wallau
    "Lage für alle unzumutbar" / Hoffen auf Ständiges Schiedsgericht

    von Joachim Neußer und Holger Luhmann

    Frankfurt/Main (sid) Keine Gnade für Tusem Essen und die SG
    Wallau-Massenheim: Der Ligaausschuss der Handball-Bundesliga (HBL) hat den beiden Traditionsklubs am Freitag auch in zweiter instanz die Lizenz für die kommende Spielzeit verweigert. Während der SV Post Schwerin vom siebenköpfigen Gremium nachträglich überraschend grünes Licht bekam, bleibt Essen und Wallau nur noch die Hoffnung auf das Ständige Schiedsgericht der Lizenzvereine, das bis Ende Juni über die Einsprüche entscheiden will.
    Bei Tusem Essen, das erst am 7. Mai im Finale gegen den SC Magdeburg den EHF-Pokal gewonnen hatte, reagierte Vereinsboss Klaus Schorn konsterniert. "Die Spieler hängen in der Luft. Die ganze Planung ist ein Zeitfaktor, aber ich werde keine Aussage machen, bevor ich nicht die schriftliche Begründung gelesen habe", erklärte der 70-Jährige dem Sport-Informations-Dienst (sid).
    Tusems sportlicher Leiter Hans-Dieter Schmitz wurde da schon deutlicher: "Ich bin überrascht über die Entscheidung. Die Lage ist für uns alle unzumutbar." Tusem war finanziell in Nöte geraten, nachdem ein Sponsor die vertraglich zugesicherten Gelder in Höhe von 2,77 Millionen Euro nicht gezahlt hatte.
    Der zweimalige Meister SG Wallau-Massenheim, der mit rund 1,4 Millionen Euro verschuldet ist, kündigte wie schon im Vorfeld der Entscheidung den Gang vor ein ordentliches Gericht an, obwohl dies der Lizenzvertrag verbietet. "Wir werden notfalls den ganz harten Weg gehen", erklärte Trainer Martin Schwalb, der im Falle eines Zwangsabstiegs in die dritte Liga wohl zum Erstligisten HSG D/M Wetzlar wechselt.
    Bundestrainer Heiner Brand wollte sich zu der angespannten Situation im Handball-Oberhaus nicht äußern. "Ich warte ab, bis alles spruchreif ist. Dann werde ich dazu etwas sagen", erklärte Brand.
    Während neben Essen und Wallau auch den Zweitligisten SG
    Willstätt-Schutterwald, Reinickendorfer Füchse Berlin und SG Werratal die Lizenz erneut verweigert wurde, hielt sich die Freude in Schwerin trotz der positiven Nachricht in Grenzen. "Man kann uns nicht erst den Kopf abschlagen und ihn dann wieder drauf setzen", meinte der zum 1. Juli scheidende Geschäftsführer Michael Krieter.
    Schwerin kann laut Bundesliga-Geschäftsführer Frank Bohmann selbst
    entscheiden, ob das Schlusslicht der abgelaufenen Saison in der am 4./5. September beginnenden neuen Spielzeit nun doch in Liga eins aufläuft. Würde sich Schwerin für das Oberhaus entscheiden, müsste die erste Liga auf 19 Klubs aufgestockt werden. Doch dazu wird es wohl nicht kommen.
    "Unser Ziel ist die Konsolidierung. Mit den Spielern, die wir jetzt zur
    Verfügung haben, können wir nicht in der ersten Liga spielen", sagte der neue Geschäftsführer und Trainer Norbert Henke.

    Laut sid darf sich Schwerin die Spielklasse nach Bohmann aussuchen.

    Kann mir einer erklären warum die Wahl zwischen 1. und 2. Liga besteht? Ich dachte Nordstaffel wäre vorgesehen. Ist die bundesliga jetzt ein Wunschkonzert. Nein heute steige ich nicht ab, ich spiel oben weiter.

    sorry, in den falschen thread gerutscht

    Toll, die Marke "HBL" besser in Szene zu setzen. Hier geht es um Handballsport, wie auch im Fussball und die Logos sind ja wohl eher sekundär. Ohne Skalndale wäre wohl eher einer wichtiger Schritt in die richtige Richtung getan. Aber natürlich klingeln jetzt die Kassen, denn alle Vereine müssen sich jetzt mit neuen Stofffetzen neu einkleinden. Die gibt es nämlich nicht für umme und nur bei Ersteller als Monopolist.

    Dank "Ronaldo" auch im Netz beim Endspiel immer auf Ballhöhe

    HANDBALL: Der Aufstieg der Ketscher Bären in die 1. Bundesliga ist auch im Internet und in der Presselandschaft ein Thema

    Von unserem Redaktionsmitglied Steffi Lang

    Ketsch steht seit gestern Kopf, denn die Handballerinnen der TSG haben durch den Erfolg im Rückspiel des Play-off-Finales der Gruppe A den Aufstieg in die 1. Bundesliga geschafft. Rund 300 Fans unterstützten dabei ihre Bären in der mit 3600 Zuschauern rappelvollen Hohenstaufenhalle zu Göppingen vor Ort, waren also über den Spielverlauf bestens informiert.

    Aber auch die daheim Gebliebenen waren auf dem aktuellen Stand. Zwar hatte weder die TSG noch FA einen Liveticker auf den Homepages eingerichtet, doch ein Göppinger Fan alias "Ronaldo" schaffte Abhilfe. Er ließ sich aus der Halle direkt per SMS von zwei FA-Fans mit den aktuellen Spielständen versorgen und stellte diese ins Netz. Unter http://www.evergreen-gp.de und auf https://www.handballecke.de gab es die neuesten Infos, nach 90 Minuten waren bei "Ronaldo" ungefähr 150 Kurzmitteilungen eingetroffen. 625 Zugriffe verzeichnete der Aufstiegsspiel-Thread unter https://www.handballecke.de bis gestern, doch schon Sekunden nach dem Bekanntwerden des Endergebnisses gab es hier die ersten Gratulanten. "Glückwunsch an die TSG Ketsch. Da winkt ja eventuell das eine oder andere Handballevent in der SAP Arena", "Glückwunsch an Ketsch, absolut verdienter Sieg. Ketsch war in allen Mannschaftsteilen besser besetzt" oder "Dieses Spiel war auf jeden Fall eine Riesen-Werbung für den Frauenhandball": So und ähnlich lauteten die Statements zum Triumph der Bären.

    Ähnlich hoch her ging es im Gästebuch der Bären, obwohl die TSG-Verantwortlichen schon unter der Woche mit technischen Problemen auf der Vereinshomepage zu kämpfen hatten. Schon am Sonntag kurz nach Spielschluss deutete sich durch den Eintrag von "Egal" an, dass die Bären Grund zum Feiern hatten. Das Wort "1. Bundesliga" war als Zeichen des Erfolges mit sieben Ausrufezeichen versehen. Wenig später gratulierte auch die SG Kronau/Östringen, ihres Zeichens frisch gebackener Aufsteiger in die 1. Liga, dem weiblichen Pendant. "Herzlichen Glückwunsch von den Kröstis nach Ketsch" war zu lesen. Die herzlichsten Glückwünsche kamen unter anderem auch aus Allensbach, Solingen, von Radio Aktiv aus Mannheim und von der HSG Bensheim/Auerbach: "Auch die alten Rivalen gratulieren natürlich zum Aufstieg. Wir werden euch vermissen."

    Auch die Göppinger Fans und die Vereinsführung zeigten sich als fairer Verlierer und gratulierten: "Ich war am Sonntag beim Endspiel in Göppingen. Herzlichen Glückwunsch zum Aufstieg und viel Erfolg in der 1. Liga. Klasse gekämpft und vor allem klasse unterstützt! Hut ab vor Euren Fans." Auch der Göppinger Manager Thomas Pientka bewies in den Stunden der Niederlage Größe. "Zwei tolle Spiele in einer noch nie dagewesenen Atmosphäre sind zu Ende und bei beiden Spielen hieß der Sieger TSG Ketsch. Somit habt ihr verdient den Aufstieg in die 1. Bundesliga geschafft und im Namen meines gesamten Teams darf ich hierzu herzlich und aufrichtig gratulieren. Ich wünsche euch für die nächste Saison alles Gute und schaut, dass ihr euch langfristig etabliert."

    Aber nicht nur im Internet, sondern auch in der Presselandschaft spiegelte sich der große Erfolg in vielen Schlagzeilen wider. "Das steppt der Bär: TSG Ketsch ist in der ersten Liga", titelte unsere Zeitung und auch der "Mannheimer Morgen" in der gestrigen Ausgabe. "Klappe die dritte: Die Bären sind wieder los" war in den "Weinheimer Nachrichten" zu lesen. "Ketscher Damen spielen in der ersten Liga" titelte die "Rhein-Neckar-Zeitung". Und auch der Bild-Zeitung war der Aufstieg ins deutsche Oberhaus eine Meldung wert.

    © Schwetzinger Zeitung - 07.06.2005


    Ronaldo hat einen neuen Fan

    Dieses Spiel war auf jeden Fall eine "RIESEN" Werbung für den Frauenhandball. Auch wenn der oder die 1. und 2. nach der normalen Runde (aus Nord und Süd) nicht aufgstiegen ist. Die Regeln waren bekannt und basta. Ist beim Eishockey um die Meisterschaft genauso.
    Ketsch war über die letzten zwei Begegnungen die konstantere, bessere Mannschaft und ob sie sich dieses mal in der obersten Klassed behaupten kann, bleibt ab zu warten. ABer diese Atmosphäre in der GP Stauferhalle: saustark, auch wenn die Einheimischen am Schluss etwas schwächelten. Aber 3300 oder 3600 (je nach Quelle) Zuschauer: WOW.

    Das gesamte Interview aus der WAZ, da die Zusammenfassug von lischen vielleicht etwas kurz ist.

    Eine Krise ist auch eine Chance

    Realist, aber auch Optimist: HaDe Schmitz redet die Situation des Tusem im WAZ-Interview nicht schön.

    Das Tempo war rasant: Vor drei Wochen gewann Handball-Bundesligist Tusem Essen den Europapokal, kurz danach verweigerte die Handball-Liga dem Traditionsklub die Lizenz, weil Sponsor Weinerplan die versprochenen Millionen nie überwies. Bevor am Dienstag der Einspruch der Essener verhandelt wird, gab Tusem-Sportmanager Hans-Dieter Schmitz im WAZ-Interview den Redakteuren Thomas Kloß, Thomas Lelgemann und Peter Müller Auskunft über die existenzbedrohende Krise.

    WAZ: Werden wir den Tusem in Liga eins wiedersehen?

    Schmitz: Ach wissen Sie, für mich ist das eine unwirtliche Situation. Mich rufen im Moment viele aus der Liga an. Und die meisten sind entsetzt, dass es eine Bundesliga ohne den Tusem geben soll. Aber der Lizenzierungsausschuss sagt, ihr kriegt keine Lizenz, weil ihr wesentliche Unterlagen nicht eingereicht habt. Und die darf man nicht nachreichen. Unser Chef Klaus Schorn sagt, er habe von vornherein darauf hingewiesen, dass er Unterlagen nachreiche.

    WAZ: Wie lange kann sich die Situation hinziehen?

    Schmitz: Bis Ende Juni. Am Dienstag wird neu verhandelt. Dann hat man noch mal 14 Tage Frist, um Einspruch einzulegen und vor das ständige Schiedsgericht zu ziehen. Das sind vier Leute, die mittelbar mit dem Handball nichts zu tun haben. Die völlig unabhängig sind, wenn man mal unterstellen will, dass einige aus dem Lizenzierungsausschuss nicht objektiv sind. Dieses ganze Konstrukt ist ja unglücklich.

    WAZ: Sie meinen, weil Vertreter von Konkurrenzvereinen über das Schicksal des Tusem entscheiden.

    Schmitz: Genau. Angenommen, Bochum steigt im Fußball ab und dürfte nun entscheiden, ob Dortmund so überschuldet ist, dass die die Lizenz kriegen oder nicht kriegen. Das geht doch nicht. Das ist unmöglich. Die würden sagen: Raus mit denen, und wir bleiben drin.

    WAZ: Aber wenn es so ist, dass der Tusem gar keine Unterlagen eingereicht hat . . .

    Schmitz: . . . gar keine nicht. Das stimmt nicht.

    WAZ: Trotzdem: Wie soll man dann eine Lizenz erteilen?

    Schmitz: Klaus Schorn sagt, er hätte die Forderungen an Weiner reinstellen können. Per se. Obwohl er nicht weiß, ob Weinerplan noch bezahlt. Das hat er aber nicht gemacht. Da ist er auch dickköpfig. Soll er ja schon mal sein.

    WAZ: Klaus Schorn hat solche Schummeleien bei anderen Vereinen immer kritisiert.

    Schmitz: Sicherlich. Ich glaube ja auch persönlich, wenn er es wirklich noch schafft, Sponsoren zu bekommen, dann wird das Schiedsgericht für uns entscheiden. Auch wenn das formaljuristisch nicht hundertprozentig wäre. Ich glaube, dass man einem Traditionsklub wie dem Tusem alle Brücken bauen wird. Bei Gummersbach war das ähnlich.

    WAZ: Wie konnte der Tusem in diese Situation geraten?

    Schmitz: Das sieht ja jetzt so aus, als wenn das alles plötzlich passiert ist. Letztlich zieht sich die Krise schon seit zwei Jahren hin. Das begann mit dem Ausstieg der Post als Sponsor damals. Seitdem verwalten wir ja nur noch den Mangel.

    WAZ: Wie konnte man sich auf Weinerplan verlassen? Ohne das genauer zu prüfen?

    Schmitz: Nach dem Ausstieg der Post haben wir lange nach jemandem gesucht, der einspringen kann. Die Lizenz war ja schon damals gefährdet. Und dann kam Weiner und hat gesagt, ich gebe fünf Millionen in zwei Jahren. Wir bauen ein Topteam auf. Und er hat sich eingebracht. Der war bei jedem Auswärtsspiel. Der hat mit uns eine detaillierte Personalplanung gemacht. Mit den Spielervermittlern geredet. Und er hat erkannt, dass man beim Tusem was tun muss. In der Öffentlichkeitsarbeit, bei den Zuschauern, in Sachen Kleinsponsoren. Der hatte schon gute Ideen - und wir haben gedacht: Booh, jetzt haben wir einen Großen.

    WAZ: Hätte Klaus Schorn auf solche Ideen nicht vorher auch selbst kommen müssen?

    Schmitz: Ich glaube, dass der Job, einen Verein zu führen, heute zu komplex geworden ist. Das kann einer alleine nicht mehr. Und in dieser Situation, in der der Klaus nur gedacht hat, wie fülle ich die finanzielle Lücke, hat er für die anderen Dinge keinen Sinn mehr gehabt. Und es ist auch so, dass muss man auch mal sagen, der Klaus hat mittlerweile seine biologischen Grenzen erreicht. Das sagt er ja selbst. Er ist 70 Jahre alt. Die Aufgaben werden immer mehr, und er wird immer älter. Ich mache mir Sorgen um Klaus. Bei allen Meinungsverschiedenheiten. Ich habe manchmal Angst um ihn.

    WAZ: Hat der Tusem es versäumt, eine breite Führung aufzubauen? Frühere Handball-Größen wie Stefan Hecker, Alfred Gislason, Thomas Happe einzubinden?

    Schmitz: Ja, das hat der Tusem versäumt, das muss ich sagen. Da waren viele, die man hätte nehmen können.

    WAZ: Es gibt Gerüchte, die besagen, es steigen nur dann Sponsoren ein, wenn Klaus Schorn nicht mehr dabei ist.

    Schmitz: Die habe ich auch gehört. Ich finde, das ist eine Sauerei. Dann müssen die sich zeigen und nicht aus dem Gebüsch heraus agieren. Warum sagen sie nichts? Haben sie Angst vor Klaus Schorn?

    WAZ: Kann man mit Klaus Schorn über solche Entwicklungen reden?

    Schmitz: Ich sag´ mal so: Eine Krise ist auch eine Chance. Wenn es noch gut geht mit der Lizenz, wäre das eine Chance, vieles zu verbessern.

    WAZ: Womit wir wieder bei Georg Weiner wären. Glauben Sie, dass er noch zahlt?

    Schmitz: Also, den Glauben habe ich mir abgewöhnt. Georg Weiner hat mir ehrenwörtlich bestätigt, dass seine Firma nicht zahlen kann, aber dass Freunde von ihm einspringen werden. Georg Weiner hat ein schlechtes Gewissen. Der hat ganz oft angerufen und sich entschuldigt.

    WAZ: Waren Sie, war man beim Tusem zu naiv?

    Schmitz: Wenn sie schon fast tot sind, greifen sie nach jedem Strohhalm.

    WAZ: Wenn doch noch alles gut geht, wird der Tusem aber keine Mannschaft mehr haben, oder?

    Schmitz: Die Spieler werden mit Sicherheit so lange beim Tusem bleiben, wie es geht. Weil sie sich, das war auch der Grund für die sportlichen Erfolge, gut verstehen. Die wollen was gemeinsam machen, die wohnen ja auch fast alle in der Nähe, die Frauen machen viel zusammen. Aber es ist auch klar, dass die meisten sich schon umgesehen haben.

    WAZ: Gibt es Plan B? Beschäftigt sich der Tusem mit der durchaus realistischen Möglichkeit, in der nächsten Saison Regionalligist zu sein?

    Schmitz: Wie sähe das aus? Das würde doch den Eindruck erwecken, als hätten wir schon aufgegeben.

    Ein netter Kommentar, leider zu spät gefunden, aber deswegen nicht weniger aktuell aus dem Darmstädter Echo (Südhessen Aktuell):

    Einwurf
    Rote Karte

    Rote Karte: Die SG Wallau-Massenheim ist ohne Bundesliga-Lizenz. Logische Konsequenz aus dem Insolvenztheater der letzten Monate. Weder der Weg in die Existenzkrise noch das aktuelle Krisenmanagement zeugen von Handball-Professionalität. Im Zirkus um freundliche Sanierung und feindliche Übernahme der maroden Spielbetriebs GmbH ist kein überzeugender roter Faden zu erkennen.
    Der Schulterschluss zwischen der Opposition um die Schöpfer und Zahlmeister des Bundesliga-Handballs, Bodo Ströhmann/Harald Scholl, und der jetzigen Regie fehlt ebenso, wie die Solidarität der Region. Der Zuschauer-Rückhalt wurde trotz lauter Hilferufe nicht stärker. Sponsoren stehen auch nicht Schlange, Gläubiger dafür beharrlich.

    Bisher gelang es nicht, ein solide finanziertes, nachhaltiges Konzept zu präsentieren. Auf dem Tisch türmen sich weiter Altlasten: Forderungen des Fiskus, ausstehende Gehälter. Schon in der neuen Spielzeit droht das gleiche Theater. Die seit Monaten kultivierte Hinhaltetaktik der Gesellschafter (besonders deren Sprecher Ralf Jahncke) bis zum jüngsten Veto der Deutschen Handball-Liga (DHL) weckte kein Vertrauen. Eine glaubwürdige Sanierung schaut anders aus.

    Vor diesem Hintergrund wirkt der Poker durch die Rechtsinstanzen und die Drohung mit zivilrechtlichen Schritten peinlich. Rote Karte. Hätten die Sanierer diese Energie besser in die Hausaufgaben gesteckt.

    So bleibt die traurige Erkenntnis: SG Wallau-Massenheim besitzt zu wenig Substanz für eine Existenz in der Handball-Bundesliga. Da empfiehlt sich der Neuaufbau in der Regionalliga, wo die zweite Mannschaft beheimatet ist. So tief wäre der Sturz also nicht einmal.

    Mit sechs Lizenzverweigerungen, darunter Europacup-Sieger Tusem Essen, dokumentiert die HBL endlich den Willen, Glücksrittertum, Bilanztricks und unseriöse Haushaltsführung den Riegel vorzuschieben. In der am Sonntag zu Ende gegangenen Bundesligasaison erwischten die Lizenzgeber dennoch erst die Spitze des Eisbergs. Fast ein Dutzend Vereine in Liga eins und zwei wären ebenfalls reif. Die kriminellen Machenschaften beim HSV Hamburg (mit acht Punkten Abzug bestraft) haben Ruf und Image der „stärksten Liga der Welt“ schon vor Weihnachten geschadet. Rote Karte? Fehlanzeige.

    Es ist vieles faul. Neben mangelhafter Wirtschaftlichkeit sorgt die Überfremdung für Entwicklungsstörungen. Der Drang in große Hallen, die wenigsten Klubs können diese füllen, entwurzelt und entfremdet. Nord-Süd-Gefälle trübt das Leistungsbild. Die Kräfteverschiebung von der Fläche (kleinere Vereine) in die Zentren zermürbt viele Klubs in der Drei-Klassengesellschaft Bundesliga. Die Atmosphäre in vielen Hallen lässt bedenklich knappen Spielraum für Fairplay, setzt Schiedsrichter unter Druck – Heimvorteil auf die Spitze getrieben. All das drängt sportliche Qualität und Spielkultur in den Hintergrund.

    Erfolg und Spaß um jeden Preis. Geschäft, Zirkus und Aggressionsventil. Guter Handballsport kann sich oft kaum mehr entwickeln. Auch wenn die Statistiken Qualität vorgaukeln.

    Hans-Peter Seubert
    31.5.2005

    Jungs und Mädels: versucht einmal Weinerplan Hellas im Internet zu finden. Eine Firma, deren Internetauftritt nicht mehr existent ist (Dieser Ordner enthällt keine brauchbaren Benutzerdaten), ein Millionenunternehmen, dessen Emailadresse bei AOL gehostet ist (Antwort: User unknown), strahlt sicher eine Menge Zuversicht darüber aus, in naher Zukunft größere Beträge locker zu machen.

    Für alle, die an der Besetzung des Bundesliga-Vorstandes herumkritisieren. Die HBL ist die Vereinigung der 54 Männer-Bundesligisten, die aus ihrer Mitte einen Vorstand wählen. Es liegt in der Natur der Dinge, dass dadurch nur Vorstände oder Manager o.ä. aus beteiligten Vereinen mit dabei sind. Der Geschäftsführer Bohmann hingegen ist bestellt bzw. angestellt.

    "Die Spiellizenzen in der HBL wurden erstmals von einem neuen Gremium, das als seinen Tagungsort Hamburg wählte, vergeben. Entgegen der bisherigen Praxis entscheiden an Hand der von den Clubs eingereichten Unterlagen nur noch HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann und Wirtschaftsprüfer Siegfried Friedrich über die Zulassungen für die kommende Spielzeit. Bei Rechtsfragen soll der frühere Nationaltorhüter und jetzige Anwalt Andreas Thiel hinzugezogen werden." (Artikel SZ, Dienstag).
    Dieser "Gutachterausschuss" legte dem 8-köpfigen Vorstand seine Auswertung vor, dieser am Dienstag wohl acht Stunden lang diskutierte.

    Zu den Füchsen, die als einziger "eingetragener Verein" im bezahlten Handball mitmischen kann ich nur sagen: Hochachtung bis jetzt. Denn wer als e.V. mit solchen Summen hantiert muss einiges im Hintergrund (wohlgemmerkt: nicht Untergrund) laufen haben. Bei uns (Stammvereine der HG Oftersheim/Schwetzingen) war schon zu Oberligazeiten alleine durch den Getränkeverkauf die Gemeinnützigkeit des jeweiligen Vereins gefährdet, weshalb unabhängige GmbHs eingerichtet wurden.

    Tusem-Boss unter Schock

    HANDBALL / Keine Lizenz für Essen und fünf weitere Erst- und Zweitligisten. Einspruchsfrist eine Woche.

    ESSEN. Den Boss des Handball-Bundesligisten Tusem Essen traf die Nachricht wie ein Keulenschlag. "Damit hatte ich nicht gerechnet. Denn wir haben unsere Hausaufgaben gemacht", war Klaus Schorn fassungslos. Gestern früh hatte die Deutsche Handball-Liga den Essenern mitgeteilt, dass dem EHF-Pokal-Gewinner die Lizenz für die kommende Saison verweigert wird.

    Neben den Essenern zückte der Vorstand der Handball-Bundesliga (HBL) in erster Instanz auch die Rote Karte für die Erstligisten SG Wallau-Massenheim und Post SV Schwerin sowie die Zweitligisten Reinickendorfer Füchse Berlin, SG Werratal 92 und SG Willstätt/Schutterwald.

    Die betroffenen Vereine haben eine Woche Zeit, Einspruch einzulegen. Als letzte Chance bliebe danach der Gang vors Ständige Schiedsgericht des Deutschen Handball-Bundes. Der Weg vor ein ordentliches Gericht ist nach dem Lizenzvertrag der Bundesligisten nicht möglich.

    "Wir haben bislang keine schriftliche Begründung erhalten. Von daher kann ich eigentlich noch gar nichts dazu sagen. Klar ist jedoch schon jetzt, dass wir alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen werden", kündigte Schorn an.

    Die Essener, die vor gut zwei Wochen mit dem Gewinn des EHF-Pokals zehn Jahre nach dem letzten internationalen Triumph wieder an sportliche Glanzzeiten angeknüpft hatten, befinden sich seit Monaten in finanziellen Schwierigkeiten. Hauptsponsor Weinerplan Hellas hatte 2,77 Millionen Euro vertraglich zugesichert, aber bis heute keinen Cent überwiesen. Da die Firma mittlerweile gar nicht mehr existiert, wird auch kein Geld mehr fließen, so dass eine Riesenlücke im laufenden Etat klafft.

    "In den letzten Wochen haben wir vergeblich nach anderen Lösungen gesucht", so Klaus Schorn. "Doch nun nimmt man uns mit der Lizenzverweigerung die Möglichkeit nachzubessern, was durch den Europacuptitel gut möglich wäre. Und für die kommende Saison ist unser Etat gesichert, ohne Weinerplan-Gelder. Fakt ist: Wir sind das Opfer krimineller Machenschaften."

    Vor allem auf die dritte Instanz setzt der 70-Jährige seine Hoffnung: "Das Ständige Schiedsgericht urteilt wertneutral." Schorn, der ein vehementer Gegner der Selbstständigkeit der Bundesliga war, fährt schwere Geschütze auf: "Innerhalb der Bundesligisten ist der Neid einfach zu groß. Das ist doch ein Laden der persönlichen Selbstbedienung. Der eine ist scharf auf einen Spieler, ein anderer auf einen Europapokalplatz, ein dritter will den Abstieg verhindern. Das wäre im Fußball ja so, als wenn Arminia Bielefeld darüber entscheidet, ob der Hamburger SV die Lizenz erhält."

    Das Deutsche Sport Fernsehen hat sich am Sonntag für die Bundesligapartie Tusem gegen VfL Gummersbach (15 Uhr, Arena Oberhausen) als Live-Spiel entschieden. Es droht für lange Zeit die letzte Übertragung eines Tusem-Spiels zu sein. (NRZ)

    25.05.2005 THOMAS SCHRÖER

    Liga verweigert Tusem die Lizenz




    Mit dem Europapokal: Die Tusem-Stars Torgowanow (links) und Velyky am 7. Mai nach dem Finale in Oberhausen. Bild: Simon

    WAZ Essen. Für den Tusem war es eine Überraschung, für andere nicht: Die Handball-Bundesliga (HBL) hat dem Essener Europapokalsieger die Lizenz für die kommende Saison verweigert. Außerdem sind auch die SG Wallau-Massenheim und Absteiger SV Post Schwerin betroffen.


    "Ich weiß überhaupt nicht, welcher Teufel da wen geritten hat", reagierte Tusem-Chef Klaus Schorn auf die Entscheidung der HBL in Hamburg. "Denn außer der offiziellen Pressemitteilung liegt mir keine Begründung vor."

    Eben diese Pressemitteilung besagt, dass "nach intensiven Beratungen" und "auf Grundlage der Empfehlungen des Gutachter-Ausschusses" die Entscheidungen getroffen wurden. Nüchtern folgt der Vereinsname Tusem Essen unter dem Punkt "Keine Lizenz erhalten". Der Verein müsste demnach in der kom-menden Saison in die Regionalliga eingegliedert werden.

    "Das Verfahren wurde ohne Rücksicht auf Namen, Marken oder Tradition durchgeführt. Alle wurden gleich behandelt", erklärte Liga-Geschäftsführer Frank Bohmann. "Es bleibt uns nicht anderes übrig, die Liga kurz- und langfristig auf gesunde Beine zu stellen."

    Tusem Essen, dreimal Deutscher Meister und Pokalsieger und erst vor 18 Tagen EHF-Pokalsieger gegen den Bundesliga-Konkurrenten SC Magdeburg geworden, plagen seit geraumer Zeit finanzielle Probleme. Hauptsponsor "Weinerplan" - eine Projektmanagement-Firma aus Oberhausen - ist selbst in Not geraten und hat deshalb die vertraglich zugesicherten 2,77 Millionen Euro nicht gezahlt. "Wenn solche Zusagen nicht erfüllt werden, kommt alles ins Wanken", sagt Schorn.

    Dennoch: "Meiner Meinung nach ist die Entscheidung nicht nachvollziehbar. Der Tusem ist Lizenzinhaber und hat die Unterlagen pünktlich und korrekt eingereicht", unterstrich er gestern noch einmal und kritisierte vielmehr den achtköpfigen Liga-Vorstand, der die Entscheidung letztendlich gefällt hat. "Fünf der acht Mitglieder sind direkte Nutznießer dieser Abstiegsregelung", sagte er. "Pfullingen bleibt in der Liga, Göppingen, ich zähle sie mit Kornwestheim mal als zwei Stimmen, könnte nun in den Europacup kommen, Lemgo will einige unserer Spieler und Magdeburg hat gegen uns das Europacup-Finale verloren."

    Neben den drei Bundesligisten wurde auch den ZweitligistenSG Willstätt-Schutterwald, Reinickendorfer Füchse Berlin und SG Werratal die Lizenz verweigert. Ein radikaler und bisher einmaliger Schnitt im deutschen Handball. In den Jahren seit 1983 hatten vier Vereine aus wirtschaftlichen Gründen freiwillig auf eine weitere Liga-Zugehörigkeit verzichtet, einen Lizenzentzug gab es aber noch nicht.

    Die Vereine haben nun eine Woche Zeit, Einspruch einzulegen. "Natürlich werden wir das machen", bekräftigt Klaus Schorn. Als letzter Schritt bliebe danach noch der Gang vor das Ständige DHB-Schiedsgericht. Der Gang vor ein ordentliches Gericht ist nach dem Lizenzvertrag der Handball-Bundesliga nicht möglich.

    "Es war zwingend notwendig zu handeln, um die sportliche und wirtschaftliche Zukunft zu sichern", kommentierte Uwe Schwenker, Manager von Tabellenführer THW Kiel, die Entscheidung. "Einige sind mit Vollgas gegen die Wand gefahren, ohne zu bremsen."

    Tusem-Manager Schorn will dies für seinen Verein nicht gelten lassen, weiß aber, dass "wir nur zwei Möglichkeiten haben: Entweder wir legen einen Zahlungsbeleg unseres wirtschaftlichen Trägers vor oder andere springen für ihn ein". Neue Sponsoren sind allerdings nicht in Sicht.


    25.05.2005 Von Michael Brandhoff (WAZ)

    Vielleicht sehen wir das alle hier viel zu dramatisch. Wir posten uns den ganzen Tag die Finger wund, aber den Sportnachrichten beim ZDF-heute ist es nicht mal eine Meldung wert. Sagt wohl alles über den Stellenwert des Handballs aus.

    Zitat

    Sport1: Aber Sie können doch nicht leugnen, dass Ihnen durch die Zahlungsunfähigkeit Ihres Sponsors Weinerplan 2,77 Millionen Euro fehlen.

    Schorn: Ja, das stimmt. Aber das muss man anders sehen. Wir sind Opfer kriminelle Machenschaften. Und in dem man uns die Lizenz nicht erteilt, nimmt man uns auch die Möglichkeit nachzubessern.


    Hier wird von kriminellen Machenschaften gesprochen, aber das Logo von Weinerplan prangt noch immer auf der Startseite von TUSEM.

    Handball-Bundesliga greift durch
    Alles im Griff?

    Leipzig (dpa) - Die Handball-Bundesliga will ihre Vereine zu solidem Wirtschaften zwingen und hat erstmals sechs Erst- und Zweitligisten keine Lizenz für die neue Saison erteilt.

    Sowohl EHF-Cupsieger TuSEM Essen, SG Wallau-Massenheim und Erstliga-Absteiger Post SV Schwerin als auch die Zweitligisten Reinickendorfer Füchse Berlin, SG Werratal 92 und SG Willstätt/Schutterwald haben vom Vorstand der Handball-Bundesliga (HBL) die zuvor bereits telefonisch übermittelte Entscheidung schriftlich zugestellt bekommen. Sie müssten damit in der Regionalliga spielen. Die restlichen 48 Vereine erhielten die Lizenz, einige von ihnen unter Bedingungen und einige unter Auflagen.

    "Wir haben uns mit der Entscheidung dem Gutachterausschuss angeschlossen, nachdem wir die Unterlagen von Andreas Thiel als Wirtschaftsprüfer und unserem Juristen Dr. Friedrich haben prüfen lassen", erklärte Magdeburgs Manager und HBL-Vorstandsvorsitzender Bernd-Uwe Hildebrandt. Mit der Entscheidung erhöht die HBL ihren Druck auf alle Vereine, um solide zu wirtschaften.

    "Die Mauscheleien müssen endlich aufhören. Erstmals lagen bei uns alle Fakten auf dem Tisch. Die Vereine der HBL müssen seriöse Geschäftsbeziehungen zu unseren Partnern eingehen, zu den Sponsoren, zum Fernsehen, zu den Spielern, die teilweise seit Januar kein Geld erhalten haben, zu den Zuschauern, die unsere Dauerkarten kaufen", forderte Hildebrandt. Nur so könne die Bundesliga dauerhaft erhalten werden. Deshalb habe es auch Bedingungen für einige nicht genannte Vereine gegeben. "Werden die nicht fristgemäß umgesetzt, ist die Lizenz auch weg", kündigte er die Fortsetzung der harten Linie an.

    Die sechs betroffenen Vereine können innerhalb einer Woche Einspruch beim HBL-Vorstand gegen die Entscheidung einlegen. Als letztes Rechtsmittel stünde ihnen bei erneuter Ablehnung der Gang vor das ständige Schiedsgericht offen. "Unser Vorstand wird die Einsprüche so schnell als möglich bearbeiten. Die Richter des Schiedsgerichts werden wir um zügige Entscheidung bitten. Spätestens am 30. Juni muss Klarheit herrschen, wer in der neuen Saison in den Bundesligen spielt, damit alle Beteiligten Planungssicherheit haben", erklärte HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann.

    Die Entscheidung hat bei den sechs betroffenen Vereinen Reaktionen zwischen Empörung und intensivem Nachdenken ausgelöst. "Ich möchte den juristisch tätigen Leuten nicht vorgreifen. Bis jetzt war ich aber immer der Meinung, dass man Dinge im Sport auf einer fairen Grundlage regelt", kritisierte Essens Manager Klaus Schorn. Bei der SG Wallau-Massenheim hatte man diesen Bescheid bereits einkalkuliert. "Nach all den Gerüchten der letzten Wochen hatte ich die Lizenzverweigerung erwartet, auch wenn sie für mich völlig unverständlich ist", sagte Rolf Jahnke, der Specher der neu gegründeten Handball-GmbH. Trainer Martin Schwalb zeigte sich "nicht richtig geschockt, eher traurig" und verwies wie der Pressesprecher von Post Schwerin auf die Sitzung der GmbH am Abend. Erst am 26. Mai wolle man offiziell Stellung beziehen.

    Entfallen wird die Relegation zwischen dem Drittletzten der 1. Liga und dem Sieger aus den Spielen der beiden Zweitliga-Zweiten. "Falls doch ein Einspruch positiv behandelt wird, wird die Liga aufgestockt", erklärte HBV-Beisitzer Gottfried Staiger, gleichzeitig Manager des Tabellenvorletzten VfL Pfullingen, der damit den Klassenverbleib sicher hat. Die Regelung gelte auch für die 2. Liga.
    Frankfurter Rundschau

    Mal eine Frage an Schwanniwolli und alle anderen
    Wäre es nicht sinnvoller, die ganzen Diskussionen, Beiträge etc im extra dafür eingerichteten Badenliga-Forum abzuwickeln, dass meines Erachtens nach noch zu stiefmütterlich versorgt wird (auch von mir).
    gemeinsam könnten wir uns ja eine angepasste Struktur oder Vorgehensweise überlegen oder initieren um dieser Page ein ihrer Wertigkeit entsprechendes Leben einzuhauchen, spätestens in der Runde 2005/06.
    Denn eine Liga unter vielen, die hier am aktivsten agiert, verdient ungeteilte und übersichtliche Aufmerksamkeit.

    Hallenmiete in Oftersheim und Schwetzingen schon immer üblich, abgestuft nach Aktiven, Jugend, Wochenendspiele etc., etwas (erheblich) teurer die neue Kreissporthalle in Schwetzingen, deren Preis sich schon alleine beim Anblick eines geharzten Balles schlagartig vervielfacht (ohne solches zu benutzen).

    Für HG fast schon ein Kellerduell - beim HSV Spiel 1 nach Skandik

    HANDBALL: Badenligist Oftersheim/Schwetzingen II erwartet den TV Bretten / Hockenheim muss nach Neuenbürg

    Für Handball-Badenligist HG Oftersheim/Schwetzingen II kommt es am morgigen Samstag um 20 Uhr in der Schwetzinger Nordstadthalle quasi zu einem "Kellerduell" gegen den TV Bretten. Neunter gegen Dreizehnter lautet die Ansetzung des 16. Spieltages. Soweit unten waren vor der Runde beide Mannschaften nicht erwartet worden. Bretten galt bei manchen gar als Geheimfavorit für die Meisterschaft. Unter dem frisch verpflichteten Trainer Holger Fürbaß und mit einigen hoffnungsvollen Neuzugängen hatte sich im Kraichgau doch ein gewisser Optimismus breit gemacht, was den Rundenverlauf anging. Erst dreimal vermochte der TV doppelt zu punkten. Ein Unentschieden errangen sie in einem kuriosen Spiel gegen die HG II in der Vorrunde.

    Der zum Rundenende scheidende Trainer Arndt Heinemeier hat sein Team mehr oder weniger zusammen. Frank Müller ist wohl auf jeden Fall dabei, auch Thorsten Holzinger hat die Nachwirkungen seiner Verletzungen inzwischen überwunden. Bei Björn Erny stehen nach wie vor noch Fragezeichen, was den Gesundheitszustand seiner Patellasehne angeht im Raum. Abwehrspezialist Marc Hoffmann weilt noch im Urlaub. Sein Flieger landet um fünf Uhr in Frankfurt. Er versprach direkt und rechtzeitig zum Spielbeginn aufzulaufen. Linksaußen Pascal Seidel wird hingegen auf jeden Fall fehlen.

    Auch in Bretten fehlen mittlerweile einige Spieler. Leistungsträger Bidlingmaier von der linken Angriffsseite ist beruflich bedingt nach England gezogen. Und Rückraum Bertram Hetzel - kam zu Rundenbeginn von der JSG Kronau/Östringen/Schönborn - zog es jetzt nach St. Leon.

    HG-Vorsitzenden Peter Knapp, nachdem er die Mannschaft am Mittwochabend über die zukünftigen Entwicklungen im Team Badenliga informiert hatte, forderte: "Ein Sieg gegen Bretten muss her, wenn wir die Abstiegszone verlassen wollen", denn der Hochrechnung, dass es neben dem TSV Rintheim keinen weiteren Absteiger geben soll, traut er noch nicht so recht.
    Beim HSV Hockenheim geben sich die Verantwortlichen der Handball-Abteilung und das neue Trainergespann Thomas Wittemund und Günter Ritzenthaler, die vor wenigen Tagen den zurückgetretenen Spielertrainer Josef Skandik abgelöst haben, keinen Illusionen hin. "Die restlichen neun Spiele werden für uns in der Badenliga allesamt zu Endspielen", betonte Co-Trainer Ritzenthaler bei seinem Einführungsgespräch vor versammelter Mannschaft.

    Mit dem neuen Trainergespann stehen die Hockenheimer gleich vor schweren Wochen, denn nacheinander müssen am Samstag ab 20 Uhr in Neuenbürg, eine Woche später in St. Leon und danach bei der SG Nußloch gleich drei Auswärtsspiele in Folge ausgetragen werden. "Wir haben dort nichts zu verlieren, sondern nur alles zu gewinnen. Jetzt muss die Mannschaft wahre Größe zeigen und vor allem über Kampf ins Spiel kommen", verlangt Thomas Wittemund am Samstag "nicht unbedingt einen Sieg, aber vor allem ein Spiel mit Herz und vor allem mit viel Einsatz". Deshalb haben die beiden Trainer in dieser Woche viel Wert auf das zuletzt mangelhafte Abwehrverhalten der Hockenheimer Mannschaft gelegt.

    Doch einfach wird der Gang ins württembergische Grenzland gewiss nicht, denn neben den langfristig verletzten Kim Walter und Steffen Christ fällt auch der am Knie verletzte Andreas Amend aus, dessen Blessur sich Anfang dieser Woche nach einer eingehenden Kernspintomographie Gott sei Dank nicht als Kreuzbandriss herausgestellt hat, sondern "nur" als starke Überdehnung der Bänder. Und Josef Skandik steht nach seiner Demission ohnehin nicht mehr zur Verfügung. "Wir werden beim HC Neuenbürg aller Voraussicht nach mit sieben Feldspielern auskommen müssen, wenn's bei dem einen oder anderen nicht eine kurzfristige Wunderheilung gibt. Aber an Wunder glaube ich nicht", will Thomas Wittemund den derzeitigen Personalnotstand aber nicht beklagen.

    In Neuenbürg werden die Hockenheimer ein Wiedersehen mit Peter Joas feiern, der auch als Senior nichts verlernt hat und zu den erfolgreichsten Spielern des HC gehört. Zusammen mit dem zweiten Scharfschützen Cotic bildet Joas ein erfolgreiches Gespann. In der Vorrunde verloren die Hockenheimer übrigens recht unglücklich mit 27:29 in der heimischen Jahnhalle. mj/teu

    © Schwetzinger Zeitung - 11.02.2005