Ich sehe auch jeden Tag, wie bereits in der E-Jugend die besten Spieler und Spielerinnen zu Leuchtturm-Vereinen gelotst werden, um dann dort in einer konkurrenzlosen Mannschaft zu spielen, die nur sich selbst als Gegner hat und wo es die komplette Saison nur um die Höhe der Siege geht.
Das ist ja nun mal ne recht eindimensionale Sicht der Dinge. Es gibt in den meisten Bezirken halte nur 1 (wenn überhaupt) bis 3 Vereine, die in der Lage sind bzw. den Anspruch haben leistungsorientiert Handball anzubieten und dann ab der C Jugend auf dreimal Training zu gehen evt. auch mehr. Was ist die Alternative? Sollen die Talente bis zum Alter von 12 Jahren mit bei 2 mal Training sich an ihren zweistelligen Torerfolgen ergötzen? Zumal i.d.R auch nur die Leistungsvereine überhaupt Trainer haben die einen Plan haben. Welcher Wald- und Wiesenverein hat denn überhaupt Trainer mit nem C-Schein?
Es gab bei Kreisab mal nen interessanten Beitrag von einem, der sich die Ausbildung in Skandinavien angeschaut hat. Wenn ich es richtig in Erinnerung habe spielen da die Talente parallel in mehreren Teams. Beim Thema Nachwuchs ist doch eines in Vergleich zu fast allen Nationen auffällig: Der Schritt von Juniorenalter zu den Herren, verbunden mit der dazu gehörigen Robustheit, erfolgt sehr spät, d.h. mit 18-19. A-Jugendbundesliga schön und gut aber vielen Talenten wäre mit einem Verzicht auf A-Jugend-BL und dafür Start mit 17 in Liga 3 wohl mehr geholfen. Doch spielen hier halt auch viele andere Faktoren eine Rolle.
Ich richte persönlich die Augen auf den Oktober. Wenn ich das richtig verstanden habe, stehen dann DHB Wahlen an. Wäre Zeit für einen Nachfolger des DHB Präsidenten. Auch BHs Nachfolge ist ja vakant.
Wenn man sich die genannten Vergleiche zu Skandinavien oder auch Portugal (wie kriegen die aus ihrer Mini-Playerbase auf einmal so eine Talentepipeline her?) anschaut, stellt sich auch die Frage ob man nicht mal einen spanischen oder skandinavischen Fachmann auf die Stelle des Sportdirektoren setzt. Eines ist ja nun mal auch auffällig: Die deutsche Trainergilde kann sich international gesehen auch nicht gerade viele Erfolge ans Revers kleben. Der letzte Trainer im Ausland war meines Wissens Lommel bei den Damen Chinas.
Wobei man hier auch im Detail kleine Entwicklungen sieht. Stuttgart hat einen noch recht unbekannten Spanier geholt. Gummersbach lässt einen jungen Portugiesen an seine 2 Mannschaft.