Durch das aktuelle Wild-card-System überwiegen bei der Auswahl der Vereine leider eindrucksvolle Bilder von Handball in einer vollen 10.000er Halle gegenüber der Tatsache, dass 12 von 14 Spielen verloren gegangen sind und bei der Hälfte der Spiele der Unterschied zum Gegner mehr als 6 Tore betragen hat.
Also für mich zählt bei der Geschichte das große Ganze ich finde die Strategie der EHF hier sehr gut.
Handball muss weltweit gesehen kämpfen. Jede volle Halle in einer Nicht-Handballgroßmacht ist ein absoluter Gewinn, auch wenn wir als die Freaks aus dem Mekka da maximal mal reinklicken und der sportliche Wert vernachlässigbar ist. Solange da keine Soldaten per Order de Mufti hingeschickt werden ist das ne Riesensache. Auch ich sehe in solchen Ländern die negativen Begleiterscheinungen von spuckenden Fans die vermutlich aus der Fussballszene zum ersten Mal in Handball stoßen. Unschön, aber vernachlässigbar für mich. Zumal die EHF da in der Vergangenheit ja auch schon mal ein paar Strafen verhängt hat, wenn ich nicht irre.
Das für uns die Gruppenphase dadurch uninteressant ist - so what? Spannend sind doch die eintretenden Effekte. Karl hatte eingeworfen, dass z.B. Dinamo ein Händchen für Spieler aus dem arabischen Raum hat. Das sind genau die Potenziale, die ich in den Topligen vermisse. Schaut man in den Nachwuchsbereich solklte jedem klar sein, dass in Ländern wie Ägypten oder Brasilien (um nur ein paar Beispiele zu nennen) Perlen rumlaufen, die durch solche Klubs attraktive Einstiegsmöglichkeiten finden.
Und ja: die Argument der jeweiligen beiden deutschen Spitzenklubs zur Belastung und Co. kenne ich, sind für mich unter dem Gesichtspunkt jedoch "bedauerliche Einzelschicksale".