Beiträge von alter Sack

    Also ich kriege immer noch einen leichten Brechreiz wenn ich die offizielle Einschätzung des DHB zum letzten Spiel lese. Mir ist auch klar, dass man in der Öffentlichkeit noch mal was Klarlack drüber zieht, doch wir hier in unserem Freakforum haben da natürlich einen etwas anderen Blick.

    Ich benenne mal ein paar Statements die mir bitter aufstoßen in dieser Verlautbarung

    Groener

    Zitat

    Wir konnten sie nicht knacken, weil wir nicht denselben Druck ausgeübt haben wie sonst. Wir haben zudem auch nicht die Abwehr gestellt, wie wir sie wollten", so Bundestrainer Henk Groener auf der Pressekonferenz.
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    Was hat denn in der Abwehr nicht gepasst? War das einzige was funktionier hat gegen einen Gegner der an dem Tag keine Weltspitze war.

    Zitat

    "Wir haben heute unsere Grenzen aufgezeigt bekommen", sagte Bundestrainer Henk Groener. "Wir haben gesehen, dass wir noch nicht zur Weltspitze gehören."
    Quelle: 301 Moved Permanently

    Wenn die Niederländerinnen mit deren Angriffsleistung Grenzen aufgezeigt haben, dann reden wir nicht über Weltspitze sondern den Hauptfokus auf der Quali für jedes einzelne Turnier.
    Vor allem deutet nichts daraufhin, dass aus der jetzigen Mannschaft jemals echte Weltklasse wird. Dafür sind die Aussen absolut unterdurchschnittlich. eine klassische RM mit überdurchschnittlicher Qualität fehlt. Bölk und Stolle haben Potenzial, Behnke und Schmelzer ebenfalls im gehobenen Niveau. Ansonsten ist die Pipeline doch leer. Naidzinavicius macht noch mal den unterschied. Hubinger??
    Bei den Juniorinnen sehe ich nichts überragendes, bis auf Julia Weise.

    ich will ja kein salz in die Wunden streuen, aber wer waren denn die spieler 3 und 4 als kandidaten für Buli-Niveau? wer von der Truppe kann perspektivisch und dauerhaft erstliganiveau stemmen? Salger evt. wenn auskuriert. Wird technisch aber recht limitiert bleiben.
    Jerome Müller ist ein Juwel. So eine Wurftechnik sieht man selten.

    Karl

    Zitat

    Die deutschen Spielerinnen machen doch nicht alle noch was nebenbei (bzw. sind fast 'gezwungen' irgendeine Tätigkeit anzugeben), weil sie sich primär intellektuell herausfordern wollen, sondern weil es auch die gesellschaftliche Erwartungshaltung ist!

    Zunächst einmal Danke für die umfangreichen Einlassungen. Ich habe jedoch einen anderen Standpunkt.
    Ja, es gibt z.B. zu Bölk einen herzerweichenden Artikel hier welchem man entnehmen könnte, dass sie sich ihr Fernstudium BWL nur wegen der Zukunftsperspektive antut. Das glaube ich nicht. Man könnte auch wie Zeitz oder Schwarzer in den ersten Jahren ohne große Mühe ne Lehre zur Reiseverkehrsfrau beim Sponsor machen. Ich habe keine Statistik, doch meine These ist, dass die große masse aus dem Mittelstandsreihenhaussiedlungen der der Dörfer und Mittelzentren stammt. Diese These deshalb weil mir einzig Anja Althaus als Friseuse spontan als Vertreterin eines "profanen" Berufes einfällt. Die Deutschen Talente kriegen ja auch nur in ein paar Vereinen realistische Einsatzzeiten, mit nem Konzept dahinter. Beispiel Leverkusen, wo doch fast alle "Deutschen" in der Kölner hochschullandschaft studieren, oder?
    Wenn Du in so einem Milleu aufwächst, dass studierst du einfach schon, weil eines oder beide Elternteile es tun. Da spielt ja auch der Aspekt der "mating strategy" ne Rolle. Diese Generation sucht sich doch irgendwann einen Lebenspartner, der ebenfalls Mittelstand, ergo Studium, vorweist.
    Nun könnte man fragen, warum die Holländerinnen das anders machen, obwohl vermutlich gleicher sozio-ökonomischer Hintergrund. Meine These: Die haben durch ihr Modell mit der karriere Olympiastützpunkt mit 16 - Deutschland mit 18 - Topliga mit 22 seit einigen Jahren ein paar Role-models hervor gebracht. Zudem sind die aufgrund der niederländischen Amateurliga mit 18 praktisch gezwungen ins Ausland zu gehen, ansonsten ist es mit Nationalmannschaft vorbei und Breitensport ist angesagt.
    Ich vermute zudem, dass die dann im laufe der Karriere auch ein distant learning model einschieben.

    zu Neagu: Danke. Ist ja ein Roman. Ich habe jetzt aber nicht soviel mitgenommen, ausser dass rumänische Trainer es normal finden wenn man mit Schmerzen in der Schulter spielt und, dass Frau Neagu bei der Historie der traurigen Wahrscheinlichkeit ins Auge blicken muss, irgendwo künstliche Protesen im Körper einbauen zu lassen. Ansonsten "klarer Fall" von sozialen Aufstieg durch Sport: Vater Taxifahrer, freut sich den Ast über die ersten Adidas.Wenn Du aus dem Millieu kommst wirst du immer im Hinterkopf die Angst haben "zurück zu fallen". Von daher diese Bedingungslosigkeit. Gegenbeispiel A.Stolle. Für ein Psychologiestudium brauchst Du einen NC im 1,0 - 1,3er Bereich. Die Frau hat auch noch andere Optionen.

    in dem Artikel steht im übrigen, dass Neagu sehr wohl Bücher liest.

    Ich fand mich auch gut unterhalten. Ein Spiel wie aus der Zeit gefallen.
    Letztlich hat Gummersbach es durch den starken Pouya, Kreis und die guten Aussen entschieden. Bei Friesenheim eigentlich nur Müller mit Bundesliganiveau. Wie Viaiulin mit den langsamen Bewegungen auf die Toranzahl kommt ist mir schleierhaft und eigentlich nur der schwachen Deckung von Gummersbach zuzuschreiben.

    Hanemann hat doch solide gehalten. Verstehe Matschke nicht, der das TW-Duell beim Vfl gesehen hat.

    Ansonsten mein Frage in die Runde: Was hat Baumgärtner verbrochen, dass er hinter dem schwachen Martinovic nicht spielen darf. In den paar Minuten hat er Buli-niveau gezeigt und meiner Meinung nach auch körperlich im Vergleich zur Vorsaison zugelegt.

    Was Friesenheim da in Hälfte Eins spielt habe ich zuletzt Ende der 80er Jahre in der DDR auf den Neujahrsturnier des SC Empor Rostock gesehen. Da spielte die russische Mittelklassemannschaft MAI Moskau genau solchen Zyklopen-Standhandball. Die vogelwilde Gummersbacher dreifach-Unterzahl könnte sich noch rächen.

    Nehme ich die geballte Userkompetenz in diesem Thread, so lese ich das heraus. Und meine absurden Gedankengänge haben auch den Blick auf die Statistik nicht gescheut. Gummersbach war einzig beim BHC mit -2 auswärts in Reichweite. Und das war meines Erachtens noch mit Vukovic.

    Ich kann mich bei Strobel auch an kein Turnierspiel erinnern, in welchem er mal länger als 15 Minuten im Einsatz war und einen bleibenden Eindruck hinterlassen hätte. Ist glaub ich etwas viel verlangt da jetzt Wunder zu erwarten. Ich fände die Position verschenkt. wenn er als zweiter LA backup plus RM mitfährt, dann muss ich mich auch fragen, was von der eigenen Handschrift CPs überhaupt übrig bleibt. Der Mann ist einmal mit dem Kopf durch gegen die Stalltür gerannt. Die Konsequenz kann doch nicht sein, dass er jetzt "bewährte" Muster aus der Vergangenheit kopiert? Mir erschließt sich auch nicht, warum Kneule hinter runter gefallen ist. Der füllt doch das Profil "klassischer" Spielmacher noch am ehesten aus.
    Die Variante mit Wiede auf der Mitte und Drux als Backup, zudem Fäth als "nordisch kombinierter" würde mir noch am ehestens gefallen. Zumal das in meiner Theorie den Gegnern vielleicht noch am ehesten Denksportaufgaben aufgibt. wurde ja so noch nicht praktiziert im Turnier.
    Zu Nord Hesses Gensheimertick kann ich nur schreiben "Don't feed the trolls". Wer ernsthaft eine Dahmke auf oder über Gensheimer stellt, hat sich selbst disqualifiziert.

    Vielleicht wäre mal ne maßnahme Gensheimer von der Last des Kapitänsamtes zu entbinden. ist der das nicht offiziell/inoffiziell? In den letzten Turnieren hat sich ja die Unart eingeschlichen, die Spieler sogar in der Pause auf dem Weg in die Kabine zu befragen. Ich stelle mir das extrem nervig vor. Den Job sollte der gerade nicht aktive Torwart übernehmen.

    Gerade weil die Favoritenrolle bei Friesenheim liegt, sehe ich gute Chancen, dass denen die Nerven flattern. Ich erinnere an die letzte Saison. Dritteletzer Spieltag TV hüttenberg Vfl Gummersbach. Vfl hat wider Erwarten mit einem gewonnen. TVH hatte nicht den besten Tag.

    Hier sind unsere Verbände gefordert, die Frage ist nur, ob man dort überhaupt will. Zumindest in den Hirarchien oberhalb des DHB hat man ganz andere Prioritäten.


    Weil das in Deutschland auch überhaupt nicht funktionieren würde und staatlich gefördertes Profitum hirnrissig ist.? Was würde denn eine Vollprofitum in Deutschland bringen? Einzig die Erhöhung der Attraktivität für ausländische Spielerinnen. Das typische deutsche Handballmädel ist eben die gewissenhafte Abiturientin aus dem Mittelstandmilieu, welche einzig durch den logistischen Fahrdienstaufwand von Mama und Papa Abitur und Leistungssport verbinden kann. In Frankreich sehe ich Handball ganz klar als Chance für Migranten hoch zu kommen. Im kompletten Ostblock sowieso für praktisch jede Leistungssportlerin. 4 Riesen netto und ein Sportstudium haben dort doch eine ganz andere Bedeutung als bei uns, wo Papa seinen Schatz Jahrelang mit der Limousine zum Training fährt. Mit 100 Prozent Handball a la Neagu wie von Karl beschrieben würden doch die meisten Spielerinnen intellektuell vereinsamen.
    Das klingt jetzt sicher polemisch, aber so ist doch die Realität. (welche ich im übrigen auch gar nicht als negativ sehe).
    Ich habe nur zwei Spiele der Deutschen Mannschaft bei diesem Turnier gesehen, mit einer Nacht Abstand, stelle ich mir aber schon die Frage, was da gestern in Henk Groener gefahren ist. Ich hatte nie das Gefühl, dass die richtig brennen. Smits und Bölk waren von Anfang an völlig von der Rolle. Wobei ich bei 80 Stunden Regenerationszeit seit dem Ungarnspiel da auch eher eine geistige als körperliche Müdigkeit verorte.
    Schlechter als Smits hätte Zschocke es doch nicht machen können. Das waren in Summe doch gefühlt 10 Pässe ins absolute Nirgendwo. Grijseels kam ebenfalls viel zu spät. Geschke hat alles getroffen und bleibt in HZ 2 wieder auf der Bank.
    Aber gut, immerhin hat man einen Damentrainer gefunden, auf den sich alle einigen können, und welcher fachlich ja auch ein gute Vita aufweist.
    Die beiden Kommentatoren haben ja philosophiert, dass man von Groeners Erfahrung beim Aufbau der holländischen Mannschaft profitieren könne. Halte ich für illusorischen. Die Niederlande haben ihr erfolgreiches Modell mit dem Olympiastützpunkt unter Groener aufgebaut, in welchem die Nationalspielerinnen jede Woche zusammen trainieren. wird in Deutschland nicht umsetzbar sein bzw. ich habe von einer derartigen Diskussion im DHB noch nichts gehört.

    Das war so richtig schlecht. Smits war stehend K.O. Ich kann die Wechsel auch nicht nachvollziehen. Da hätte er auch mal Zschocke bringen können. Am Ende bleibt Platz 9 in the middle of nowhere.
    Was bleibt am Ende? Ein Überraschungssieg gegen Norwegen. Ansonsten?
    Die Aussen fallen im internationalen Vergleich sehr stark ab. Schade. Chance vergeben.

    Gibt es eigentlich einen Grund, warum Deutschland für die Vorbereitung keinen starken Gegner gewählt hat? Nachdem man auch in der Quali quasi nur bessere Trainingseinheiten hatte, wird man zu Beginn der WM kaum beurteilen können, wo man im Vergleich zu den Top-Mannschaften steht.

    Einen Mehrwert und Einsatz von Strobel habe ich heute definitiv nicht erkennen können. So ist er dem Team sicherlich keine Hilfe. Verstehe auch immer noch nicht, warum Prokop nicht mit Wiede/Weinhold auf der Mitte plant.


    Die gesamte Vorbereitung war doch hirnrissig. Ich erinne nur an den sportlich völlig sinnfreien Japantrip. Das waren doch letztlich alles Fallobstgegner.

    Zumal nicht alle Spieler mit einem Körper wie Schmid gesegnet sind


    Sehe ich genauso. Schmid ist da ne Ausnahme und ja ja zudem auch im Winter immer vier Wochen Pause. Kein durchschnittlicher Buli-Profi kann alle drei-vier Tage ein Spiel abreissen.

    Aber ich Frage mich auch, warum die RNL unter Jacobsen praktisch kaum noch größere Verletzungen haben und Berlin bei gleichem Pensum ein Dauerlarzarett.
    Vermutlich Glück evt. aber auch Belastungssteuerung bzw. Trainingsgestaltung.