Aus meiner Sicht muss man auch die Massenpsychologie betrachten. Meine Theorie ist, dass dem Mensch noch immer ein gewisses Aggresssionspotenzial innewohnt. Es gibt ja auch den Spruch vom "Tier im Manne". Nun kann man seine Aggression im Büro schlecht ausleben. da ist der Sportplatz oder ein "Hexenkessel" ein geeigneterer Ort. Ich bin auch schon bei engen Spielen beispielsweise in der Wetzlarer Halle heiser nach Hause gegangen. Bei engen Spielen gegen Underdogs wird ja auch schon mal „Buh“ gerufen wenn der Gegner angreift die eigene Mannschaft ist dabei das Spiel zu kippen. Da ist es vom „Zeitspiel“ geschreie nur eine kleiner Schritt zum „Schiebergeschrei“. Im übrigen glaube ich, dass das „Zeitspiel“ die wirkungsvollste akkustische Unterstützung der Heimmannschaft ist. Auch wenn der Schieri sich nicht beeinflussen lässt, so hört es die angreifende Mannschaft und hat mehr oder weniger bewusst im Hinterkopf, dass der Arm gleich hoch geht.
Dass die Qualiät der Schieris mit absteigender Klasse abnimmt liegt doch auch der Hand. Nach oben wird doch gesiebt. Auch wenn die Geschwindigkeit des Spieles abnimmt sind die Fähigkeit zur richtigen Progression, Einhalten der Linie etc. nicht so vorhanden wie in oberen Ligen.
Ein User warf ein, dass auf Bezirksebene vor allem die alten Schieris respektiert werden. Liegt wohl auch daran, dass viele „Opis“ vorher höherklassig gepfiffen haben und ihre Karriere im Bezirk ausklingen lassen.
Die untersten Ligen im Bezirk sind der Startpunkt für Einsteigergespanne und der Endpunkt für Leute über 40, die nicht mehr für Landesligakader etc. in Frage kommen.
Es wurde der Aspekt des Geldes eingeworfen. Bundesligaschieri Jürgen Rieber, der auch in der Ausbildung tätig ist, plädierte in einem Interview (ich meine in der vierteljährlichen Schierizeitung) für eine deutliche Anhebung der Bezüge, um den Anreiz zu erhöhen. Ich finde, dass dies der falsche Weg ist. Zum einen sind die Entschädigungen in den letzten Jahren schon gestiegen. Das entnehme ich dem Buch „Wir wissen wo Dein Auto steht“ von Carlo Schulz, einem altgedienten Handball-Bulischieri. Bei mir im Bezirk sind es jetzt 18 Euro für ein Jugendspiel. Für 18 Euro muss ein Jugendlicher aber schon mal drei Stunden Regale einräumen. Viele besser entlohnte Jobs dürfte es nicht geben für 16 – Jährige, wenn ich mal diese Zielgruppe betrachte.
Ansetzen muss man in der Vereinen. Eltern sollten von Vereinsseite z.B. mal eine Regelschulung erhalten und auch den Hinweis auf die hohe Fluktuation gleich nach dem Ablegen der Prüfung, welche eben oft mit den unqualifizierten Kommentaren der Eltern auf der Tribüne zusammenhängt.