Beiträge von alter Sack

    schade, dass göppingen nicht um die ecke liegt. das wird wohl ein heidenspektakel. dann bin ich mal auf die morgige presseschau gespannt. wenn man das hier so liest, muss man sich ja schon fast fragen, wer bei den löwen als interimstrainer einspringen könnte. Bechtold?

    also wenn ich nicht ganz schief liege, wird beim computer eher der Prozessor gekühlt. Festplatten drehen sich ja und sollten dementsprechen entlüftet werden. Das Phänomen deutet auf einen überhitzten Prozessor hin. Du hörst ja auch, ob die Festplatte noch summt. Den ProzessorLüfter kann man mit etwas Geschick auch selbst wechseln.Deckel aufmachen, Computer anmachen und schauen wo sich in der Mitte der Platine ein schwarzes Rad dreht. Genauer anschauen und du wirst sehen, dass da nur ein Hebel dran ist. Den baust Du aus (hängt nur an nem Kabel mit Stecker), gehst in einen Laden und lässt Dir einen stärkeren geben.


    Den Seitendeckel hast du ja schon offen. So fangen die meisten an. Mach einfach weiter, in drei Wochen baust Du Dir Deinen eigenen Spiele-PC zusammen. Google mal nach Lösungen für Wasserkühlung. Dann plätschert der PC wie ein Aquarium und die hast ne bessere Kühlung. Ne Festplatte verabschiedet sich normalerweise nicht schrittweise. Das macht einmal ein kratzendes Geräusch und dann wars das.

    P.S. ach das waren noch zweiten, als ich mir aus drei ebay-möhren ein netzwerk zusammengebastelt hatte. jetzt hab ich zwei laptops und wlan. was braucht der mensch mehr.

    Schön, dass meine Erfahrungen bei euch nostalgische Gefühle wecken.

    b738 Genau sowas hatte ich mir eigentlich auch vorgestellt. Zu Anfang im "Schatten" eines erfahrenen Mannes mitpfeifen. Man muss ja auch mal an die Mannschaften denken. Im Gespann würden die Anfangsfehler sicher minimiert und das Spiel nicht so "leiden". Auch wenn ich mir auch einrede, dass meine Leistung am Endergebnis nichts groß geändert hätte. Toll ist das ja nicht unbedingt. Wir hatten im Kurs 25 Kandidaten, von denen 19 schon losgelassen wurden. Wenn jeder zweite so wie ich anfängt oder schlimmer haben innerhalb kurzer Zeit doch recht viele Teams im Bezirk den "Schwarzen Peter". Wobei ich mal denke, dass die Vereine da mitfühlen, da jeder Verein ja auch mit der Erfüllquote kämpft.

    Ich hab eigentlich Vertrauen, dass die Lernkurve mit abnehmender Nervosität sinkt. Die Fehler sind mir ja bewusst. Vor allem werde ich mir in den Wochen ein paar Spiele mit Einzelschiedsrichtern anschauen. Bisher habe ich ja zu 99% nur Gespanne gesehen.

    Was wir bis her überhaupt noch nicht erwähnt haben ist, dass die augenblickliche Situation schon der zweite "Wettbewerbsverzug" ist. Am 25.12.2001, also vor 7 Jahren, hatte ich in diesem Forum einen Artikel aus der Welt gepostet. Das war die Saison als Nordhorn Skrbic, Hagen und Solberg auf dem Gehaltszettel hatte. Damals war die neue Halle der Sündenbock. Jetzt sind es kurzfristige Sponsoren. Ich sag mal in einem Jahr ist die Emslandarena der Sündenbock.



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    Zitat

    ich gehe ganz stark von letzterem aus....denn wie @wieland schon im trainerthread meinte....innerhalb drei tagen haben wir hier eine masse an dementies und dementies der dementies und dann bestätigungen der in den üblich verdächtigen foren bereits aufgetauchten infos bekommen, da wird einem selbst in berlin ganz schwindelig...
    und BOB gerät auch insofern unter handlungsdruck, da die eisbären berlin, aufgerüstet mit zahlreichen NHL-stars als vermeintlich abgehängter sportverein durch den umzug in die neue o2-world plötzlich ne volle halle mit 14000 zuschauern haben (letztes punktspiel!) und die alba ller ebenfalls einige NBA-spieler und hamann von bamberg geholt haben und wahrscheinlich auch ne volle hütte haben werden....da bleibt dem BOB gar nichts anderes übrig als "think big" zu fahren - denn die zuschauereinnahmen bleiben bei den fuechsen...mit der jetzigen mannschaft -so gut sie bisweilen spielt, wird auf dauer eben aber doch kein hafer zu holen sein....und ab 2009 12 spiele in der o2...da muß neben heinevetter aber noch manch anderer kommen....
    ...ich persönlich hoffe auf NOKA oder OLA, brandt wäre eher nicht so mein fall....
    ...wir werden sehen...spannend wird es...

    ich stell mal rapunzelrübes beitrag aus dem wechselthread hier voran, da er einen interessanten "gesamtrahmen" der aktivitäten in Berlin bildet. Die Entwicklung der Eisbären sowie von ALBA hatte ich überhaupt nicht verfolgt.

    Stellt sich die Frage, warum Reinickendorf (heissen die eigentlich noch so?) nicht die Schmelinghalle ausnutzt. Da gehen doch ca. 8000 rein und die Lage ist sehr zentral. Könnte man mit so einer Halle nicht genug cash generieren? Die Miete dürfte ja auch deutlich kleiner sein als in der O2-Arena sein. Mir kommt das schon so vor, als wäre Bob der Baumeister eher im Augenblick Bob der Hamster im Rad. Das könnte doch auch alles nach hinten los gehen. Andererseits läuft der Businessplan in Berlin bisher beeindruckend. Hut ab vor der Leistung.

    Brand halte ich für eine wilde Nebelkerze. Bei Noka S. habe ich eigentlich noch größerere Zweifel. Man hat in den letzten zwei Tagen lesen können, wie bedenkenlos der Boulevard in Berlin rumspringt. Eine Frauengeschichte wie die in Kiel würden die doch mit Bildern noch kräftig untermalen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man Noka S. von der Presse derart isolieren kann. Und dass der sich im hohen Alter noch mal herablässt einem Bildreporter was von Taktik zu erklären????

    Was ist mit Steffel? Geht der nach Pflügers Rausschmiss jetzt als CDU-Pferd an den Start gegen Wowi?

    EDIT: Man bemerke, dass in der Umfrage Lommel überhaupt noch nicht erwähnt wird. Auf einmal ist er hier heissester Kandidat. Zudem heute bei Handball-world schon ein dpa-bericht über die hoffnungslose Lage in Stralsund. Liest sich so als würde Vanek vielleicht auch hinwerfen. Vor drei Wochen wird er noch zitiert, dass er es mit der Truppe schaffen kann, jetzt fordert er zwei gestandene Spieler. Dabei ist der laufende Etat noch nicht einmal gedeckt.
    Spätestens bei 0:20 könnte das akut werden. Da spekulieren wir noch nicht mal über einen Nachfolger. Junge dreht sich das alles schnell hier.

    Letzte Saison wurde ab und an mal Petko in die Runde geworfen, nur mal so zur Erinnerung.

    Ihr braucht euch doch nicht die zahlen um die ohren zu hauen. das thema ist alt und bildet einen eigenen schweinezyklus. wenn das management eines handballvereins versagt und die hosen runter gelassen werden kommt als argument immer das thema "werbefaktor für den standort". das war in wallau so (der ruf - nur hat den keiner erhöhrt) und fängt bei vereinen wie wetzlar und balingen an. dort ist die sparkasse (politisch beeinflussbare banken) co-sponsor und dürften günstige kredite zur verfügung stellen.

    letztlich sind 140.000 euro steuergelder für die one-man-management-show von bernd rigterink verwerflich. moral hazard in klein - oder auch fannie und fredie für die grafschaft. verluste werden externalisiert, gewinne gab es nie. das ist der einzige unterschied.

    Wow, was für ein Tag. In Berlin heisst die Devise wohl ganz klar "think big". Jetzt fehlt eigentlich nur noch morgen die Schlagzeile: "Caillat bestätigt - Trainergott Onesta will nach Berlin."

    Mein Einwurf mit dem Wetter war leicht ironisch gefärbt.

    Vom Skript her müsste morgen in den einschlägigen Blättern Sätze wie "zwischen denen die Chemie schon lange nicht mehr stimmt", auftauchen. In einer Woche ist es dann ein offenes Zerwürfnis und in zwei Wochen wissen wir, ab wann Noka S. wieder gesund geschrieben ist. Zudem wurden Bob und Uwe S. an einer Autobahnraststätte zwischen Berlin und Kiel gesichtet. Schön, dass es in Berlin einen guten Boulevard gibt.

    Zitat

    Original von Wieland
    Man muss jetzt in Wetzlar eigentlich nur die Nachspielberichte lesen und auf Kommentare von Rainer Dotzauer suchen. Das ist so ein Indikator für den inneren Haussegen.

    Ich hol mal meine Eingangsthese wieder hoch. Anbei der Nachbericht aus Wetzlar. Rainer Dotzauer spricht leider aus meiner Meinung nach viel zu viel über sportliche Dinge.

    Zitat

    Dabei muss auch der Trainer einige Entscheidungen überdenken. Aber das Schlimmste in unserer Situation wäre, Volker Mudrow in Frage zu stellen. Um seine Person gibt es null Diskussion“,

    Solche Statements sind meiner Meinung nach tödlich. Ich glaube, dass Mudrow schon in die Liste gehört, hätte aber eher Angst, dass er ein Angebot aus Reinickendorf bekommt und den "Schwalb" macht.


    quelle hier

    ich bezieh mich mal auf den parallelpost aus dem wechselgerüchtethread.

    Also diese Meldung verdient es hier noch mal eins zu eins präsentiert zu werden. ist doch ne unglaubliche geschichte. vorgestern(?) hat oliver seinen fund hier gepostet. am gleichen tag kommt ne PM von den Füchsen, welche das Ding als Ente darstellen. Heute ein Bericht im Boulevard in welcher Bob die Hälfte des Artikels mit Statements ausfüllt. Die reichen in der Klaviatur von "Lommel is nen toller Trainer" bis "Ola wär schon ein geiler Typ." Für mich liest sich das so: wenn ich schon meinen leithengst wechseln muss, dann jetzt wo Ola und evt. Noka auf dem Markt sind.

    Die Saison ist noch so jung und schon haben wir hier wieder einen ganz heißen Thread. Von der Dynamik her würde ich nach diesem Artikel eher auf die Füxe tippen. Jetzt müsste Lommel eigentlich die Hosen runterlassen. Für eine Zeitungsente die es gestern war, haut Bob Hanning aber ziemlich einen raus.

    Für mich bleibt die Kernfrage ob Lommel den Job in Tunesien überhaupt interessant findet. Die einzige realistische Herausforderung wäre doch das Team zum Afrikameister zu machen und bei einer WM unter die ersten 8 zu führen. Dafür nach Tunesien wechseln? Ich war da 2005 bei der WM. Im Winter isses arschkalt.

    In der noch jungen Saison gab es einen Niederlage gegen die RNL, dafür aber einen überzeugenden Sieg in Wetzlar. Im Vergleich zur Vorsaison schon mal ne Steigerung.

    Aber vielleicht ist Lommel ja kein Mensch für die Großstadt und trinkt wirklich lieber im beschaulichen Tunis ohne Medienstress seien Cafe Latte.

    Zitat

    Mit der Kolumne sehe ich es ähnlich, die wirkt von Anfang bis Ende bemüht nach dem Motto: mach doch mal ne Kolumne, so drei Themen, bißchen Meinung aber nicht zu doll.

    seit der olympiaausgabe bin ich ein recht kritischer leser der handballwoche und muss sagen: billiger stil. sigurdsson macht 4000 zuschauer aus. man ist das alles eindimensional. narcisse hat man gehen lassen. die hintergründe kennt bruchmann doch auch. der sitzt doch in köln.

    so ein thema kann man in einen artikel packen, doch nicht in eine kolumne.

    auf der titelseite übrigens die schlagzeile, dass essens trainer wackelt mit verweis auf seite 11. dann liest man da nach und findet kein wort zum trainer. da steht nur was über die mangelnde zuschauerresonanz.

    HSG Nordhorn-Lingen. Artland Dragons Quakenbrück.


    Mein Gott, was für Namen denen da oben einfallen. Warum nicht einfach HC Emsland? aber nordhorn ist nicht emsland, oder? wieso baut man in einem 50.000 seelen kaff wie lingen eigentlich ein halle mit 6000 zuschauern. (hab ich das richtig verstanden?). Glaubt man jeden 10 einwohner zum besuch von erotikmessen, schallplattenbörsen oder roberto blanco konzerten bewegen zu können? wer soll da ausser nordhorn noch spielen?

    die nürnberger zeitung hat es am ende verpackt. da fällt das ja nicht ganz so extrem auf.

    Zitat

    Adidas ist übrigens offizieller Partner der IHF und arbeitete mit dieser bei der Kür der beiden Sportler sehr eng zusammen. Die Herzogenauracher rüsten zahlreiche Teams in Europa aus.

    aber gleich in die überschrift :pillepalle:


    Wie muss man sich die Zusammenarbeit bei der Kür eigentlich vorstellen? Die werden die beiden Glaspokale bereitstellen. Was könnte noch im Paket drin sein? Bei der Handballwoche vermutlich ein paar Anzeigen. Bei der IHF? ein stirnband für herrn moustapha?

    Heute überkam mich ein übler Brechreiz, als ich auf Seite 17 der Handballwoche diese Überschrift lese: Feierliche Ehrung von Gro Hammerseng und Nikola Karabatic in der adidas-zentrale in Herzogenaurach. Darüber ein Bild der beiden Spieler mit sage und schreibe 10 adidas Logos. (vor eine Werbewand). Quelle Foto: adidas

    muss produktwerbung nicht eigentlich als solche in print-medien gekennzeichnet werden?

    Danke Jenny

    Zitat

    Sichtbar war sie nicht, aber zwischen den beiden Löwen-Machern schien eine dicke Wand zu stehen: Mannheims Coach Schewzow hat nach der Niederlage gegen Kiel Druck.

    Man möchte fast meinen, dass die Kieler Noka S. sogar ganz gern bei den RNL als Trainer sehen würden. Ne Gehaltsfortzahlung gibt es ja leider nicht mehr, da der Vertrag mit Abfindung aufgelöst wurde, richtig? Anderenfalls hätten Herr Storm und Herr Schwenker ja anschließend gleich mal über die Modalitäten für die Entsorgung der Kieler Altlast verhandeln können.

    Einen, meiner Meinung nach, herrlichen Beitrag zu diesem denkwürdigen Spiel hat heute Rainer Seele in der FAZ geliefert.


    Als Gegenstück muss ich einfach noch mal Reimer Plöhns Gedicht daneben stellen.

    Zitat

    Auch beim entscheidenden Strafwurf zwei Minuten vor der Schlusssirene – der komfortable Sechs-Tore-Vorsprung war auf 40:39 geschmolzen – wackelte die Hand des Kapitäns nicht, sie blieb seelenruhig. Lövgren stand jetzt Auge in Auge seinem ehemaligen Mannschaftskollegen Henning Fritz gegenüber, weltberühmt als Siebenmeterkiller.



    Bin ganz baff wie man das gleiche Spiel stilistisch derart unterschiedlich bearbeiten kann. Kennt jemand hier eigentlich Reimer Plön? Zitiert der ab und an den "Erlkönig"? Kam mir beim lesen dieser Ode unweigerlich in den Sinn.


    Dann also mein erster Tag. Leicht pseudo-literarisch verpackt.


    14.09.08

    Der Ernstfall

    Nun also doch. Ursprünglich sollte ich als ersten „echten“ Einsatz ein Spiel der männl. Jugend D pfeifen. Am Donnerstag wurde der Termin jedoch gestrichen – ein Team hatte abgemeldet. Freitag meldete sich dann der sehr rührige Ansetzer des Bezirkes und fragte, ob ich nicht bereit wäre am Sonntagnachmittag ein Spiel der weiblichen Jugend C zu übernehmen. Freudig sagte ich zu.

    Im Laufe des Sonntagvormittags stieg schon die Nervosität. Ich entfernte noch die „Zipper“ an den Brusttaschen meines Schiedsrichterhemdes. Die schwarze Kombination hatte mein „Leidensgenosse“ – auch er ist im gleichen Verein und hat sich im „hohen“ Alter zu diesem Schritt entschlossen – preiswert über das Internet besorgt. Während meines ersten Testes (D-Jugend Rastenturnier 2 x 10 Minuten) hatte ich die Notizkarte da oben rein gesteckt und kaum mehr rausgekriegt. Nach 2 Minuten wanderte die Karte unter das Hemd und hing dann teilweise im Schlüpfergummi. Das war bequem, hielt ich dann aber doch langfristig für zu „unorthodox“.

    Eine Woche zuvor hatte ich mir auch noch zwei „echte“ Trillerpfeifen besorgt und steckt die auch noch in meine Schieri-mappe. Insgesamt hatte ich drei Pfeifen, was sich später rächen sollte.

    Eine dreiviertel Stunde vor Spielbeginn setzte ich mich dann ins Auto und fuhr zur Halle. Wie im Lehrgang gelernt, traf ich auch 30 Minuten vor Spielbeginn pünktlich ein. Die Halle war riesig, für die Schulsporthallen, welche ich bisher kannte. Es gab sogar Ränge auf denen ca. 20 Zuschauer saßen. Auf dem Feld spielte gerade eine weibliche B-Jugend. Am Spielfeldrand machte sich schon eine große Schar grün gekleideter „Mädels“ warm. Mir war klar: das sind meine Testopfer. Gegenüber standen fast verschüchtert 7 recht kleine Spielerinnen und schauten dem Spiel zu. Das war der Gegner. Mein Kleinhirn signalisiert sofort: Das wird einfach da von Anfang an deutlich. Mannschaft A, gleichzeitig Gastgeber, machte einen verdammt professionellen Eindruck.

    Der freundliche Spielwart nahm mich auch gleich in Empfang und zeigte mir die abschließbare Kabine. Spätestens als er mich zum Umziehen allein ließ stieg die Nervosität. Ruckzuck war ich in meinen Klamotten und überlegt erst einmal, was ich alles einstecke. Notizkarte links oben. Gelbe rechts oben. Rote Karte hinten rechts. Ersatzpfeife in die linke Hosentasche. Die normale Pfeife würde ich in der Hand behalten. Die dritte Pfeife habe ich dann im Unterbewusstsein auch noch eingesteckt.
    Der Zeitnehmer war ein sichtlich erfahrener Hase, der eine herrliche automatische Anlage bediente. Die Zeit lief an der Hallenuhr mit.

    Dann ging es auch schon los. Kurz zuvor fiel mir ein, dass ich keine Wählmarke und auch keine Münze dabei hatte. Die erste Improvisation also. Ich sag den Mädels den normalen Spruch von schönen Spiel, dass wir jetzt haben werden und füge locker hinzu: „Hab leider keine Münze dabei. Wählt einfach rechte oder linke Hand und wer die versteckte Pfeife zieht, hat gewonnnen.“ Die schauten schon mal etwas verdattert. Vor allem war es der Gewinnerin völlig egal. Die ließ die „Verliererin“ anfangen und blieb auf ihrer Seite stehen.

    Also los. Professionell die Hände an die Uhr und in die Luft gestreckt, zum Zeitnehmertisch geblickt und kräftig angepfiffen.

    Der erste kleine Schreck schon mal, als ich sah, was die Heimmannschaft da in der Deckung veranstaltete. Das waren keine 13-jährigen zahmen Waldorfschülerinnen, als die ich sie auch aufgrund der eher gutbürgerlichen Gegend eingeschätzt hatte. Die gingen sofort offensiv auf ihre Gegnerinnen. Ich würde also doch öfter pfeifen müssen. Und das tat ich dann auch. Wenn einem Neuling oft vorgeworfen wurde, dass er zu wenig pfeift, ich pfiff in Verlauf der Partie verdammt viel. Andauern lief wurde die angreifende Gastmannschaft festgemacht. Sehr oft wohl sogar regelkonform – aber es wurde über weite Strecken „festmach-handball“.

    Nur zwei „grüne“ auf der Halbposition hatten die Unart immer nach dem Ball zu schlagen.

    Nach 5 Minuten der erste „Supergau“.

    Ich dachte mir, jetzt ist es Zeit eine Gelbe zu geben. Also Freiwurf gepfiffen, keinen Time-out angezeigt und nach der gelben Karte gesucht. Bevor ich dir raus hatte, hatte blau schon weitergespielt und ich musste zurückpfeifen. Mein Hirnlappen sagte mir: nächstes Mal TIME-Out. Das Adrenalin war stärker und ich hab mein nächsten Mal schneller zur Gelben gegriffen.

    Doch die Panik machte sich langsam aber sicher breit. 5 Minuten später war es Zeit für die nächste Gelbe. Diesmal hatte ich das Ding schneller draußen und verwarnte die zweite „Ballrausschlägerin“. Bis dahin hatte ich überhaupt nicht gemerkt, dass da am Zeitnehmertisch auch jemand saß. Zuvor hatte ich ohne Zeitnehmer „gearbeitet“. Für meine Ignoranz wurde ich mit einem sanften Pfiff geweckt. Mein ungläubiger Blick wendet sich zum Zeitnehmer und über 20 Meter fragte ich recht laut: „Was ist los?“. Der Kollege fragte mit deutlich gedämpfter Stimme: „Wem hast du Gelb gegeben?“. Spätestens da hatte sich wohl auch auf den Rängen rumgesprochen, dass der Mann da unten zum ersten Mal seinem neuen Hobby nachgeht. Ab der 20 Minute bekam ich unglaublichen Durst. Auch der Schweiß floss stärker – kalter Angstschweiß.

    In der Halbzeit habe ich mit meinem Schiedsrichterbetreuer überhaupt kein Wort gewechselt. Mein erster Schritt führte mich zum nächsten Waschbecken. Eine Trinkflasche hatte ich nicht dabei und wenn, wäre die in der Kabine. Nach dem Schlüssel wollte ich JETZT nicht fragen.

    Was mich unterschwellig auch noch verwirrte war die Tatsachen, dass die „arme, kleine“ Gastmannschaft, die keine Wechselspielerin auf der Bank hatte, sich gut hielt. Zur Pause lagen die nur mit drei hinten. Was wenn die jetzt anfangen zu kämpfen und das Spiel noch eng wird. Bis dahin hatten sich auch die Trainer mit Kommentaren zurück gehalten, monierte nur ab und an meine ständigen „Festmach“-pfiffe.

    Die 10 Minuten waren schnell um und weiter ging es zur Hälfte zwei. Bei meinem Zeitnehmerkollegen hatte ich mich zuvor noch für meine Ignoranz entschuldigt. Sein Blick schwankte zwischen mitleidig und wohl wissend.

    Den Anpfiff zu Hälfte Zwei machte ich dann prompt mit der Ersatzpfeife. Falsche Hosentasche. Wobei ich auch die dritte Pfeife – ohne Triller - dann noch ausprobierte.

    Wie es dazu kam?

    Nach 35 Minuten war es Zeit für die erste Zwei-Minuten-Strafe. Die schon gelb-verwarnte Spielerin riss zu eifrig an den Unterarmen der Gegenspielerin. In der Aufregung, welche durch den Aufschrei des Trainers noch verstärkt wurde, steckte ich meine Pfeife zusammen mit der Notizkarte nach dem Aufschreiben auch noch in die Brusttasche. Zumindest hatte der Zeitnehmer diesmal mitgekriegt, wer die Sünderin war. Das hatte ich angezeigt.

    Dummerweise hatte ich auf einmal keine Pfeife mehr in der Hand und die ganze Halle wartete auf den Pfiff. Peinliches Grinsen meinerseits und der freundliche Kommentar der 13-jährigen Hauptangreiferin der „Blauen“: „das ist mir auch schon passiert“.
    Super. Griff in die Tasche und da war die dritte Pfeife: ohne Triller. Die sympathische Umschreibung „Pfeifenmann“ für Spezis unsereins traf auf mich in diesem Spiel also zu. Zumindest fand ich dann doch noch meine richtige Pfeife.

    So ging es weiter. Zum Glück setzte sich die Heimmannschaft langsam aber sicher ab und die „Blauen“ ließen sich Zeit bei der Ausführung des Anwurfes. Waren auch schon sichtlich gezeichnet – da ja keine Auswechselmöglichkeit bestand.

    10 Minuten vor Ende dann der zweite echte „Supergau“.

    Ich hatte im Regelheft irgendwie gelesen, dass der Pfiff vom Zeitnehmertisch mit drei Pfiffen bestätigt wird. Der Pfiff kam, die „Blauen“ spielten noch zwei Sekunden weiter und warfen noch aufs Tor. Der ging natürlich rein und in dem Moment fange ich an mit meiner 3-Pfiff-Tonarie, welche natürlich als Torpfiff interpretiert wurde. Die Gästetrainerin, hatte aber ein Einsehen und ließ das geflissentlich durchgehen.

    Während der ganzen Spielzeit hatte ich meine Augen natürlich nur auf den Ball gelenkt in Erwartung der nächsten „Festmache“. Erst als die ein Hauptangreiferin der „Blauen“ beim Zurücklaufen leise, höflich aber bestimmt zu mir sagte: „Herr Schiedsrichter, achten Sie doch bitte auf Klammern am Kreis.“, war mir klar, dass es noch mehr gibt als den am 9-Meter kreisenden Ball. Zudem suchten die „Blauen“ ihr Heil nun auch noch mit Einlaufen und zwei Kreisläuferinnen. Bis zum Ende tat sich aber nicht mehr viel und ich war nach 50 Minuten mit erneut staubtrockener Kehle erlöst.

    Dass die beiden Trainer mir dann noch zeigen mussten, dass man auf den Spielberichtsbogen ein paar große Kreuze machen muss, wenn keine Vorkommnisse stattfanden, runde den Gesamteindruck eher ab.


    Nach 10 Minuten des In-Sich-Gehens war ich dann auch bereit für die „Manöverkritik“. Die fiel glimpflich aus. Meine Fehler wusste ich eigentlich alle. Ich war erstaunt, dass der Beobachter auch noch ein paar gute Punkte herausfand.

    Mit schlechtem Gewissen kassierte ich meine Kohle und setzte mich erst mal in das Cafe meines Vertrauens. Am meisten wunderte mich, wie panisch ich die ganze Zeit gewesen war. Vor allem hatte ich einige Sachen die für mich sonnenklar war und die ich tausend Mal gesehen hatte, ganz einfach ausgeblendet. Während der gesamten Spielzeit hatte ich nicht einmal das Torabzeichen gegeben. Einfach immer nur die Richtung angezeigt. Im Nachhinein meine Hochachtung an die Spielerinnen, dass sie aus den Verkehrspolizistengesten halbwegs schlau wurden.

    Nun habe ich vier Wochen Zeit zum Nachdenken. Wie ich das nächste Spiel anzugehen gedenke lasse ich euch dann demnächst wissen.

    Genauso lese ich das. Mit irgendeinem tunesischen Landsmann muss er sich eigentlich unterhalten haben. Kann ja auch sein, dass er sich mit Hasanefendic direkt unterhalten hat und über den ist das Gerücht nach Tunesisen gelangt. Bei Lommel wäre so eine Job in Nordafrka doch keine Alternative zu dem, was gerade in Reinickendorf abgeht. Bei Hedin eigentlich das selbe. Wenn er sich als Trainer einen Namen machen will, muss er das Ding in Melsungen durchziehen und nicht bei einer mittleren handballmacht nationaltrainer werden. Nur dort hat es eine Bestätigung der Anfrage gegeben. Wenn man böswillig ist kann man das Melsunger Statement durch Frau Braun-Lüdicke (weiblicher Andreas Rudolph?) als freundliches wegloben interpretieren.