"Ich will in Kiel bleiben"
München - Das Possenspiel um THW-Coach Noka Serdarusic scheint ein Ende gefunden zu haben - zumindest vorläufig.
Nach tagelanger Ungewissheit über seine persönliche Zukunft hat sich der Kieler Erfolgstrainer jetzt erstmals zu Wort gemeldet - aus seinem Urlaub in Kroatien.
"Ich will weitermachen. Ich habe einen Vertrag bis 2009 - und den will ich unbedingt erfüllen", sagte der 57-Jährige in der "FAZ".
Die Irritationen waren aufgekommen, als der Jugoslawe nach dem enttäuschenden CL-Finale damit kokettierte, seinen 2009 endenden Vertrag nicht verlängern zu wollen.
Mangelnde Kommunikation
Das Verhältnis zwischen Serdarusic und den Vereinsveranwortlichen gilt mittlerweile als belastet, obwohl der gebürtige Kroate mit dem deutschen Serienmeister in 15 Jahren 25 Titel holte.
Grund: Kommunikations-Schwierigkeiten und das fehlende Bekenntnis von Serdarusic zum THW Kiel.
Der 57-Jährige verkündete unmittelbar nach dem verlorenen CL-FInale gegen Ciudad Real via TV-Interview seinen Rückzug nach Vertragsablauf 2009.
Kein vorzeitiger Abschied?
Das stieß der Vereinsführung erwartungsgemäß sauer auf und bereitete Gerüchten den Nährboden, der Coach könne bereits vor der kommenden Saison sein Traineramt niederlegen.
"Ich fahre zum Stephan-Abschiedsspiel und habe dann vier oder fünf Wochen lang mein Handy verloren und bin für niemanden zu erreichen", sagte Serdarusic kurz vor seinem Kroatien-Urlaub den "Kieler Nachrichten".
Dass von Vereinsseite nun suggeriert werde, Serdarusic selbst wolle vor Vertragsende 2009 seine Koffer packen, kann der 57-Jährige nicht nachvollziehen: "Ich bin nicht amtsmüde oder will weg aus Kiel. Ich will bleiben wo ich bin. Ich liebe dieses Team."
"Es bricht mir beinahe das Herz"
Serdarusic erteilt allen möglichen Abwanderungs-Gedanken eine deutliche Abfuhr:
"Das ich angeblich weg will, womöglich schon jetzt, das ist eine völlige Fehlinterpretation. Bei dem Gedanken daran, diese Mannschaft irgendwann einmal als Trainer abzugeben, bricht mir beinahe das Herz."
Serdarusic versteht die Panik nicht
Die Kritik, er sei für den Verein nicht erreichbar, kanzelt der Jugoslawe ebenfalls ab:
"Unser Gesellschafter Willi Holdorf hat mich am Telefon erreicht und gesagt, dass wir uns treffen müssen. Aber ich wollte das nicht, denn ich habe Urlaub und ja auch einen Vertrag. Ich verstehe die ganze Panik nicht."
Gespräche stehen an
Serdarusic weiter: "Wenn man mit mir dringend sprechen wollte, hätte man mir das auch vor meinem Urlaub sagen können. Was die Zukunft angeht, haben wir einige Monate lang Zeit für Gespräche."
Dem Gerücht, Serdarusic hätte die Gesellschafter vor die Wahl zwischen ihm und THW-Manager Schwenker gesetzt, tritt der Erfolgscoach vehement entgegen: "So etwas habe ich nie gefordert und würde es auch nie tun."
Tobias Schneider