Die Diskussion gibt sicher eine Menge her. Schön, dass mir Bronco sich auch eine Aktiver zum Thema äussert. Bevor ich zum Thema selbst komme noch mal ein Wort zu dem Artikel selbst. Mir wird ja vorgeworfen, dass ich meine Anti-THW-Leidenschaft auslebe. Dem mag sein und mein erster Beitrag ist natürlich auch polemisch geschrieben. Jedoch spricht Schneller in dem Artikel einige Male mehr als deutlich das Thema Bestechung an. Diese Stellen sind mir halt zunächst aufgefallen und ich halte diese für absurd. Hier mal drei Textstellen für alle die meinen ich hätte da einen Splitter im Auge.
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Mit den Wagenladungen an Bierkästen und Schampus-Vorräten, die in der entscheidenden Phase der Liga den Gegnern von direkten Konkurrenten um Meisterschaft, Europapokalplatz oder Abstieg ausgelobt werden, könnten die Handball-Fans die ein oder andere Megaparty feiern.
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Kent-Harry Andersson, der Trainer des ärgsten Kieler Rivalen, hatte im Vorfeld verkündet, dass seinem Team in Nordhorn das schwerste aller noch verbleibenden Saisonspiele bevorstünde. Er ist auch Schwede und somit auch Landsmann Lindgrens. Zudem so etwas wie dessen Ziehvater. Der ehemalige Weltklasse-Abwehrspieler hat sein Handwerk mitunter bei Andersson gelernt und beerbte ihn in der Grafschaft, wo er seitdem einen höchst beeindruckenden Job macht. Doch an alter Wirkungsstätte musste Andersson nur kurzzeitig um den Erfolg bangen, seine Mannschaft hatte leichtes Spiel gegen die schlicht und ergreifend im - physischen wie mentalen - Schongang daher kommende HSG.
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Und man muss auch nicht mehr damit hinter dem Berg halten, dass man den - befreundeten - Kollegen eines Meisterschaftskandidaten in die Taktik und Vorbereitung einbezieht, wenn das eigene Team gegen dessen Wettbewerber antritt. Das alles finden offenbar höchstens noch wertkonservative Betrachter der Szene - sagen wir - eigenwillig.
Nun aber mal zur Sache an sich.
Ich habe in den letzten sechs jahren jede Saison ca. 20 ligaspiele gesehen. Zumeist SG wallau/massenheim und später die hsg wetzlar. dazu lese ich die handballwoche recht intensiv. habe also jede mannschaft schon mal gesehen und die ausreisser-ergebnisse im kopf.
was sich als trend immer stärker verfestigt ist die tendenz der mannschaften ab platz 8 in auswärtsspielen bei den top acht einfach nur über die runden zu kommen und möglichst die vierzig zu vermeiden.
ausnahmen von dieser regel bildeten in meinem subjektivem empfinden Balingen und der WHV unter Biegler.
zu hause ist bei vielen teams der unteren hälfte ähnlich. "mein" team die hsg wetzlar war in den jahren nach petkovic dafür ein extrem. was ich ich in den letzten drei jahren auch in den heimspielen teilweise erlebt hatte, war nicht mehr feierlich und wenn ich nach der devise gegangen wäre, "ich bezahle geld und will dafür kampf sehen" - hätte ich wetzlar schon drei monate nach dem umzug in die arena nicht mehr hingehen dürfen.
wetzlar ist übrigens ein gutes beispiel. unter holger schneider gab es in der ersten saison praktisch genau eine erste sieben mit erfahrenen profis (oder genauer - Schneider musste mit diesem Kader auskommen), dazu gab es fünf oder sechs zweitspielrechte, welche allerdings schon bald kaum noch wahr genommen wurden. die mannschaft bestand also aus verdammt wenigen feldspielern.
die jungs mussten ihre kräfte verdammt gut einteilen, um am ende mit ach und krach über die runden zu kommen. ein chalepo mit 34 konnte damals einfach nicht mehr in drei spielen 100% leistung bringen. und der vergleich mit dem mauerer hinkt wohl etwas. schliesslich muss ein handballer im extremfall dreimal in der woche über die platte hetzen.
weztlar hatte noch leute wie andi klimpke, kestawitz und strelecz die vollzeit in einem normalen job gearbeitet haben.
jedenfalls war in dieser saison und auch noch später klar zu erkennen, dass die spieler 10 minuten versucht haben was geht und nach einem klaren rückstand dann auch schadensbegrenzung aus waren.
für mich war und ist das absolut nachvollziehbar, auch wenn ein trainer oder spieler so etwas öffentlich nie zugeben kann. wenn man die statements der manager oder trainer vor spielen liest, kann man das aber schon herauslesen. wie oft heisst es direkt nach dem Spiel "hier mussten wir keine Punkte holen, nächste Woche ist entscheidend", oder auch "die nächsten drei Spiele werden ganz schwer, da müssen wir uns auswärts gut aus der affäre ziehen und im heimspiele gegen titelfavorit XY setzen wir auf die zuschauerunterstützung. wir werden aber auch bei negativerlebnissen nicht die ruhe verlieren. die entscheidenden spiele kommen im monat XY".
natürlich wird das im vorfeld immer anders verkauft. wenn man schreibt "Wir haben keine chance, werden aber unseren heimischen talenten eine chance geben" kommt ja keiner, auch wenn es ehrlicher wäre.
zur illustration noch mal ein beispiel aus wetzlar. bekanntlich hat die hsg am wochenende mit 10 zu hause verloren und nach 10 minuten das erste tor geworden. die partie war da schon entschieden. ohne gelernten linkshänder auf rechtsaussen und einem wirkungslosen (weil angeschlagenem?) mraz auf im rückraum gegen die millionentruppe aus mannheim kein wunder.
so las sich ein abschnitt des vorberichtes.
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Volker Mudrow: „Löwen sind klarer Favorit, wir aber nicht chancenlos!“
Während auf der Geschäftsstelle der HSG Wetzlar seit Tagen nur noch Stehplatzkarten für das Duell mit den Henning Fritz, Christian Schwarzer, Karol Bielezki & Co. zu haben sind, bereitet Wetzlars Coach Volker Mudrow sein Team gewohnt akribisch auf das ungleiche Duell vor. „Die Löwen sind für dieses Spiel ohne Frage der große Favorit. Sie sind auf allen Positionen doppelt stark besetzt und eine eingespielte Truppe – trotzdem gehen wir voller Selbstvertrauen in die Partie, um sie zu gewinnen. Chancenlos sind wir nicht! Wer in Hamburg einen Punkt holen kann, der kann, wenn alles optimal läuft, auch zu Hause gegen Kronau gewinnen“, so der Coach, der hofft am Mittwoch wieder auf den israelischen Rechtsaußen Avishay Smoler zurückgreifen zu können, der sich Anfang des Monats im Hessenderby bei der MT Melsungen einen Muskelfaserriss im linken Bein zugezogen hatte. „Die Chancen für einen Einsatz Avishays stehen derzeit bei weniger als 50 Prozent!“ Anders sieht es beim tschechischen Rückraumspieler Alois Mraz aus, der vom Länderturnier in seinem Heimatland mit einer Kapselprellung in der Wurfhand zurück gekommen war. „Alois wird auf die Zähne beißen und aller Vorrausicht nach spielen“, verrät Mudrow.
und da weztlar in dieser hinsicht ein ganz normaler verein aus dem hinteren drittel ist, ist das für mich repräsentativ. ausnahmen wie geschrieben balingen, die einen sehr großen kader haben und durch blockbildung ihr tempo durchziehen.
der whv war für mich immer eine konditionell verdammt starke truppe, die auch mit kleinem kader zumeist hohes tempo gegangen waren. spätestens seit der rekordniederlage in kiel ist das aber auch vorbei.