Ich habe noch einmal nachgedacht, warum mir Projekt Gold nicht gefallen hat.
Mit einigem Abstand stelle ich fest, dass die Macher einfach zu wenig in Richtung Boulevard gegangen sind. Heraus gekommen ist ein recht nüchterer spezialfilm für handballer. Spätestens in der Szene als der bundesheiner seine taktikanweisungen gegeben hat und das wort „auslösehandlung“ fiel, würde otto normalverbraucher abschalten.
Der regisseur hat eine doku ohne blick auf das massenpublikum gemacht. Anders kann ich mir nicht erklären, warum ein christian zeitz nicht einmal zu wort gekommen ist. (klar, von sich aus hat der keinen drive sich in den vordergrund zu drängen, aber trotzdem)
Dominik klein hatte eine szene mit wortbeitrag. Beide sind nach kehrmann und hens die beiden mit dem höchsten kreischfaktor.
Damit will ich nicht sagen, dass die anderen schlecht waren. Dauertalker waren fritz, roggisch , hegemann, baur und kehrmann. roggisch, welcher der masse quasi unbekannt ist, hat das sehr gut gemacht. Die szene mit dem tacker war ein highlight.
Die geschichte um fritz war ein handlungsstrang,ok. Aber man hätte auch noch andere geschichten erzählen können.
Z.b. wie sich die beiden deutschen mit osteuropäischem hintergrund im team einfinden. Statt dessen tauchen beide immer nur zusammen auf und superstar velyky hat einen satz als er am bahnhof den betreuer nach dem zug fragt. Auch die rolle der nichteingesetzten spieler wurde kaum beleuchtet. Nur kurz am ende als der bundesheiner den reservisten dankte. Carsten lichtlein ist einer, welcher durchaus in der lage ist gehaltvolle interviews zu geben. Null kommentar von ihm. Ein unbeteiligter hätte schon verdammt aufpassen müssen, um mitzukriegen, dass das ein paar jungs dabei waren die nie auf der bank saßen.
Die freundinnen waren in einer szene zu sehen, kamen aber nie zu wort.#
Letztlich die rolle von kretzschmar. Der ist der bekannteste lebende handballer und hat nur ein paar auftritte, welche von der seite gefilmt wurden. Ich meine von dem ein paar statements hätten das ganze auch aufgelockert, statt dessen viel zu lange taktikeinspielungen.
Letztlich bin ich vor allem enttäuscht, da ich mich an ein interview mit dem macher erinnern kann. Dort hob er hoervor,dass er im vergleich zu dem fußballerfilm tiefer gehen wolle. Kam so rüber, dass die handballer noch keine große medienscheu haben und natürlicher wirken. Am ende war das gegenteil der fall.
Direkt nach dem finale hat markus baur live ein unheimlich komischen statement über die zukunft des bundesheiners abgegeben.
Ein ähnlicher humor war null vorhanden. Muss schon sagen, dass sönke wortmann den besseren film gemacht hat.