Auch Liga-Chef Hildebrandt ist das Theman Förderung von Nachwuchsspieler wichtig.
Ich schätze auch der Appell verhallt ungehört bei den Bayern des deutschen Handballs.
ZitatAlles anzeigenEs bricht das Chaos aus"
Magdeburg/Gummersbach - Bernd-Uwe Hildebrandt redet sich bei dem Thema in Rage. Der Manager des SC Magdeburg sieht für die Zukunft des deutschen Handballs schwarz.
Kurz vor dem Start der EM in der Schweiz am Donnerstag steht Bundestrainer Heiner Brand nach den Ausfällen und Absagen der Topstars wie Oleg Velyky, Holger Glandorf, Daniel Stephan und Markus Baur mit einer jungen Truppe da.
Ihr wird selbst vom Chefcoach das Erreichen des Halbfinals kaum zugetraut. Hildebrandt hat das Problem erkannt.
Gegenüber Sport1.de erklärt der Vorsitzende der Handball-Bundesliga (HBL): "Die deutschen Vereine vernachlässigen die Nachwuchsarbeit. Noch haben wir ein paar gute junge Spieler, doch in den nächsten zwei, drei Jahren schon stehen wir vor einem Scherbenhaufen. Es bricht dann das Chaos aus."
Es tun sich einige Fragen auf.
Was ist zu tun?
Für Hildebrandt muss im Deutschen Handballbund (DHB) schnell gehandelt werden. Noch während der EM will er sich mit den verantwortlichen Kommissions-Mitgliedern des DHB treffen, um Vorschläge zu machen und Konzepte anzuregen. Hildebrandt: "Sollte das nicht fruchten, werde ich mich direkt nach der EM mit Heiner Brand zusammensetzen. Er hat schon seine Gesprächsbereitschaft signalisiert."
Wo liegt das Problem?
Hildebrandt und der Bundestrainer weisen schon seit längerer Zeit auf das Problem hin. Brand will dringend die Ausländer-Quote in den Bundesliga-Teams reduzieren lassen. "Nur so haben unsere jüngeren Spieler größere Chancen, Spielpraxis zu bekommen."
Was müssen die Klubs machen?
Der SCM-Manager: "Was tun denn die Klubs? Wenn auf einer Position Bedarf ist, wird ein guter Ausländer geholt. Für das Geld sollte man lieber Mittel in die Nachwuchsarbeit einbringen. Sehen Sie doch mal bei uns die Nachwuchsarbeit. Wir haben immerhin sechs Spieler ins Junioren-Team bringen können."
Was sind die Folgen?
Hildebrandt vermisst trotz der zuletzt guten Leistungen der Junioren bei der EM und WM das Durchsetzungsvermögen, um in der Bundesliga bestehen zu können. "Es gibt keinen einzelnen Ausnahmespieler, der den Sprung richtig schafft."Was machen andere Nationen besser?
In die Kerbe schlägt auch Nationaltorwart Henning Fritz. Der Kieler beklagt im "kicker": "Die Nationalmannschaft könnte den Anschluss verlieren. Es muss etwas geschehen. Die Spieler der Jugend- und Junioren-Nationalmannschaft müssen mit 20, 21 Jahren ein noch höheres Niveau erreichen."
Fritz sei aufgefallen, dass Länder wie Kroatien und Slowenien junge Spieler haben, die vor allem athletisch den Deutschen gegenüber Vorteile hätten. "Der deutsche Handball ist abhängig von einer Eigeninitiative, um den Nachwuchs zu fördern."
Gummersbach forciert Handball-Akademie
Stefan Hecker, Torwart-Legende und Manager des VfL Gummersbach, unterstützt Fritz: "Wir beim VfL wollen mit unserer Handball-Akademie und -Internat die Nachwuchsarbeit forcieren. Das Problem ist erkannt. Es muss gelöst werden. Magdeburg ist da schon vorbildlich. Die jungen Spieler müssen schneller in die erste Mannschaft integriert werden."
Wolfgang Kleine