HSG Wetzlar bereitet sich gründlich auf Auswärtsaufgabe in Delitzsch vor
Wenn ein Mannschaft acht Niederlagen in Folge im Marschgepäck auf die Reise zu einem Gegner nimmt, welcher bislang nur einen einzigen Punkt ergattern konnte, dann spricht man wohl nicht zu Unrecht von einem Kellerduell. Wenn beide Mannschaften zudem noch in den davor liegenden Wochen quasi simultan Konflikte mit eigenen Spielern, welche aus verschiedenen Gründen die an sie gestellten Erwartungen nicht erfüllen, lösen müssen, dann kann man wohl zu Recht von einem Krisengipfel sprechen.
Wenn man dann noch weiß, dass mit Lars Kaufmann der Aufstiegsgarant des Gegners aus der letzten Saison sich mittlerweile im Dress der HSG anschickt auch in Liga Eins den Druchbruch zu schaffen, dann kann man wohl mit Fug und Recht von einem Spiel mit besonderer Brisanz sprechen. Bei all diesen Parallelen mag es fast schon nicht mehr auffallen, dass beide Teams den Umzug in eine neue Arena, zumindest sportlich noch nicht geschafft haben.
Das Spiel HSG-Wetzlar steht somit unter dem Vorzeichen, sicherlich nicht als das spielerisch schönste in die Geschichte einzugehen, jedoch als eines nach dessen Schlusspfiff für zumindest eine Mannschaft sich ein Lichtblick am Horizont eröffnet.
Die zum ersten Mal bei den Sachsen antretenden Mittelhessen haben vor diesem Spiel alles versucht, um die Wogen der letzten Tage zu glätten. Schon am Freitag Mittag bestieg der Tross den Bus Richtung Leipzig, um nach einer Hotelübernachtung am Vormittag noch einmal trainieren zu können.
Die Reise haben Christian Caillat und Damir Radoncic mit angetreten. Bei Christian Caillat zeichnete sich diese Entwicklung zu Wochenanfang noch nicht ab. Der Franzose entschuldigte sich offiziell bei seinen Mannschaftskameraden für die Vorkommnisse in der jüngsten Vergangenheit. Diese wurde akzeptiert womit Trainer Dragan Markovic keine Veranlassung mehr sieht die Suspendierung aufrecht zu halten: „Christian wird die Reise mit antreten. In unserer Situation zählen einzig zwei Punkte. Wenn ich das Gefühl habe, dass die Mannschaft ihn braucht, könnte er auch zum Einsatz kommen.“, so der neue Mann auf der HSG-Bank.
Ein ganz besonderes Spiel wird es auch für Lars Kaufmann, welcher schon mit 17 Jahren bei den Concorden debütierte und sich in fünf Jahren zum Leistungsträger entwickelte. Auch Nachfrage offenbarte der gebürtige Görlitzer schon gemischte Gefühle: „Natürlich sehe auch ich mit schwerem Herzen die aktuellen Probleme und hatte schon gehofft, dass sich das Team etwas besser verkaufen kann. Aber klar ist natürlich auch, dass auf dem Spielfeld keine Geschenke verteilt werden. Ich rechne mit keinen Pfiffen gegen mich. Die Gründe für meinen Wechsel haben die Fans in Delitzsch glaube ich nachvollziehen können.“