Beiträge von kuestentanne

    Noch mal, ich bin nicht der Meinung, dass jetzt möglichst viele ins Ausland gehen sollen und schon gar nicht, damit Heiner ne bessere NM hat.

    Es kann aber der richtige Weg sein für bestimmte Leute, nicht für jeden.
    Und im Ausland ist mitnichten alles toll, auch in Schweden nicht, auch wenn das viele Deutsche mit Bullerby-Syndrom nicht glauben wollen.

    An erster Stelle wäre da das Gesundheitssystem zu nennen mit seinen zum Teil abartig langen Wartezeiten.
    Für mich z.B. hier ein Grund nicht Handball zu spielen, solange ich nicht privat zusatzversichert bin.

    Wer das Interview in der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG mit Heiner Brand gelesen hat, wird sehr nachdenklich.

    Stimmt, das macht nachdenklich, nämlich ob beim Heiner noch alles in Ordnung ist.

    Wieso z.B. ist es für jemanden aus dem "Ostblock" einfacher Handballprofi zu werden als für Deutsche und vor allem, warum ist das eine Rechtfertigung, dass Deutsche Spieler teurer sein dürfen?
    Und dann der Spruch "bei den Etats ...", gab ja keine Insolvenzen im Handball und fremdes Geld gibt sich halt auch leichter aus ...

    Aber der Klopfer ist die Sache mit Pekeler. Weil er sich bei der Junioren-WM nichts hat zu Schulden kommen lassen, muss der THW jegliche Disziplinlosigkeiten dulden?
    Das sieht ja selbst Pekeler inzwischen anders.

    Nicht, wenn der RNL-Larifari bestehen bleibt.
    Wenn so ein Kader hingegen als Team und mit unbedingten Willen antritt und der Trainer dazu stimmt, dann ist er titelreif.

    Mal ehrlich, wer arbeitet denn heute noch bis zur Rente in seinem erlernten Beruf?
    Und zu dem erst Ausbildung/Studium und dann 10 Jahre was anderes, heißt es nicht so unschön 5 Jahre aus dem Beruf ist wie ungelernt?
    Und mit 35 zu alt, um was neues zu lernen, klingt für mich mittlerweile nach typisch deutsch, das ist hier in Schweden etwas anders. Meine Schwedisch-Lehrerin kam frisch von der Uni, mit 44.
    Ich selbst bin eigentlich Diplom-Forstingenieur, arbeite seit 3 Jahren in der Arterioskleroseforschung.
    Davor hab ich hier in Stockholm das gleiche gemacht wie Wislander in Göteborg, Briefe ausgetragen.
    Eine Kollegin hat nach ihrem Doktor in Bio-Medizin ne Ausbildung bei der Polizei angefangen, weil sie keinen Bock mehr auf Forschung hatte, eine PostDoc ist jetzt Kindergärtnerin.
    Man kann also den Job wechseln und nach 10 Jahren Handballkarriere sollte man doch auch genug Geld beiseite gelegt haben können, um nen Berufswechsel finanziell abgesichert zu haben.
    Ein Risiko ist es natürlich schon, aber das ist mancher Studiengang auch.

    Müssen muss man gar nichts und es geht auch ohne Auslandsaufenthalt, wenn man gut genug ist und den Willen hat.
    Aber ich frage mich schon, warum es (fast) keine deutschen Handballer im Ausland gibt/gab.
    Es gibt ja durchaus genug (junge) Deutsche, die den Weg ins Ausland wählen, sei es in Wissenschaft, Wirtschaft, Handwerk, Ingenieurswesen oder andere Sportarten.

    Meinen Auslandsaufenthalt habe ich hier auch nicht eingebracht, weil ich mich deshalb für toller halte, sondern es wurde gefragt, was denn so ein Leben im Ausland so bringt. Da hab ich einfach mal ein wenig aufgezählt, was mir so aufgefallen ist aus eigener Erfahrung.

    6 Monate Erasmus-Student? Das bringt die meisten nicht weiter, subventioniertes Kampfsaufen ...
    Darf ich jedes Wochenende bestaunen. Nen richtiges Auslandsstudium oder Arbeiten ist da was ganz anderes.

    Was ein Auslandsaufenthalt bringt?
    Es fördert insbesondere die Selbstständigkeit, Durchsetzungsvermögen, Anpassungsfähigkeit, in anderen Bahnen denken, usw. und wenn man ohne Anhang im Ausland ist, fokusieren sich die meisten auf das, warum sie da sind.
    Sehe ich hier bei uns im Labor. Die PhD-Studenten, Post-Docs, die ohne Partner/Familie da sind, die knüppeln mehr als die Einheimischen. Wer das aushält, als Mannschaftssportler ist das ja einfacher, da man ja dann seine Mannschaftskameraden hat, der wird halt besser.

    Wer dagegen nach dem Training nach Göppingen tingelt, wird nie ein Leader.

    Man sollte sich vielleicht mal hinterfragen ob man selbst einen solchen Weg beschreiten würde.

    Hab ich.

    Zunächst muss man doch mal sehen, zu was die aktuellen Spieler normalerweise in der Lage sind.
    Bitter und Heine haben in etwa das gezeigt, was sie auch im Verein zeigen.
    Sprenger, Grötzki, Roggisch auch, Klein war eigentlich sogar besser als zuletzt in Kiel. Heinl und vor allem Christophersen hatten nicht die Möglichkeit, dies zu zeigen. Von Pfahl konnten man es nicht unbedingt erwarten, dass er in seinem ersten Turnier unter den Bedingungen glänzt, von Glandorf hab ich das auch nicht erwartet.
    Wie Wislander so schön sagte, Kraus und Hens zeigten die Leistung, die sie auch im Verein zeigen, nämlich keine ...
    Kaufmann, Haas, Gensheimer, selbst Preiß spielen im Verein zum Teil deutlich besser.
    Wenn nun also alle wenigstens ihre Normalleistung gebracht hätten, wäre Platz 5 oder 6 durchaus realistisch gewesen. Was ja so schlecht gar nicht wäre.
    Da hätte man nämlich die Spanier zu dem Zeitpunkt schlagen können, die Isländer hatte man sogar so geschafft und die letzten beiden Spiele wären auch ganz anders verlaufen.
    Es ist ja also nicht so, dass die Spieler alle sowieso schlecht sind, sie haben schlecht gespielt. Warum?

    Sicher, Profisport ist Unterhaltung, aber ob man dafuer unbedingt Leute wie Hens oder Kraus braucht?
    Kinder und Jugendliche, die sich Jicha als Vorbild wählen, haben doch wohl eher ne Chance mal tolle Handballer zu werden, wobei die echten Vorbilder ja ohnehin eher aus dem direkten Umfeld eines Kindes kommen.

    Der deutsche Fussball hatte doch mal ein ähnliches Problem und die DFL und der DFB haben es ja geschafft ohne irgendwelche unsinnigen Quoten die NM wieder konkurrenzfähig zu kriegen.

    Denn Ausländer/Inländer-Quoten halte ich a) nicht fuer zielfuehrend und b) fuer nicht zeitgemäss in einer EU ohne Binnengrenzen. Dieses Nationalstaatengedöns ist doch aus dem 19. Jahrhundert, heute sollte es wichtiger sein, dass sich jemand an die Werte und Normen einer Gesellschaft/Staates hält als seine blosse Abstammung.
    In diesem Zusammenhang kann ich auch dieses Leitkulturgelaber nicht hören, ne deutsche Leitkultur gibt´s doch eh nicht. Ich als Kieler hab mal ein Jahr in Suedbaden gelebt, der Unterschied war nicht weniger als jetzt zwischen Kiel und Stockholm, eher grösser ... (die Schweden verstehe ich wenigstens :D )
    Äh, ich schweife ab ...

    Trotzdem oder vielleicht gerade aus diesem Verständnis bin ich fuer eine vernuenftige Nachwuchsförderung, allein schon deshalb, weil man Heranwachsenen die bestmöglichen Bedingungen schaffen sollte, sich gut zu entwickeln, egal ob im Handball, als Pianist oder Ingenieur, das ist fuer mich ein wichtiger Wert, den ein Staat, eine Gesellschaft mit ihren Institutionen anstreben sollte. Da haben alle was von.
    Eine gute Nationalmannschaft bzw. sportartenuebergreifend Nationalmannschaften sind in dieser Hinsicht ein Zeichen dafuer, wie gut man das im internationalen Vergleich hinbekommt, nicht ob der Deutsche das Handballspielen in den Genen hat. Natuerlich nicht mit allen Mitteln wie zu DDR-Zeiten ...

    Der THW hat da in den letzten ungefähr 15 Jahren sicher was versäumt, ob die angestrebten Verbesserungen was bringen, wird die Zukunft zeigen.
    Es wird doch immer gesagt, in Kiel und Umgebung wird Handball gelebt. Kiel plus Umland hat doch mehr Einwohner als Island. Da muesste doch hin und wieder einer bei sein, der das Zeug fuer die erste Mannschaft hat. Göteborg schafft das ja schliesslich auch.

    Nun bin ich als nur Fan nicht in der Materie drin, warum deutsche Nachwuchsmannschaften regelmässig gute Turniere spielen und kaum einer davon oben ankommt, dass die Vereine per se lieber nen Ausländer nehmen, glaube ich nicht. Dass die deutschen Jugendlichen durchgehend nicht den nötigen Biss haben, sich durchzusetzen, glaube ich auch nicht, das Beispiel Fussball zeigt da ja gerade ein etwas anderes Bild. Da sind ja nun auch Spieler aus den erfolgreichen U17, 19,21-Mannschaften ganz oben angekommen, spielen beim Tabellenfuehrer, bei Bayern, bei Real ...

    Leuten wie Pfahl jetzt aber allein aufgrund ihres Alters keine Chance mehr zu geben, halte ich nicht fuer den richtigen Ansatz, schon gar nicht in der derzeitigen Situation, mit dem Argument wäre aus Lövgren nichts geworden ...

    Noch nie bei nem so wichtigen Spiel so eine Leistung von Doder gesehen, sonst hat er ja eher versagt in solchen Spielen in der Nationalmannschaft.
    Kim konnte Kaufmann in punkto dämlichste Zeitstrafe noch überbieten mit nem Wechselfehler nach Team Time Out, was die Kroaten zur zweifachen Überzahl brachte und fast zurück ins Spiel ...

    Hätten die schwedischen Organisatoren doch wie die Kroaten vor zwei Jahren den Schiedsrichtern die Dienste von Prostituierten angeboten. Dann wäre das vielleicht nicht passiert.

    Das wäre noch viel schlimmer gewesen, denn in Schweden ist es verboten, die Dienste von Prostituierten in Anspruch zu nehmen, auf gut deutsch, der Freier wird bestraft, nicht die Prostituierte und das Anbieten von Prostituierten steht auch unter Strafe.
    Also Freier und Zuhälter werden bestraft, gilt als Menschenhandel und der ist verboten.
    Dass der König noch frei herumläuft, ...

    Zu Karl-Heinz Rummenigge und sprachgewandt fällt mir nur seine Abschiedsrede für Kaiser Franz B. ein. 90% der Worte waren "Danke". Das war wirklich sehr sprachgewandt und schön gereimt ;)

    Und dann auch noch geklaut :lol:

    Zur Deutschtuemlei,

    damit meinte ich nicht, dass die Reporter zu emotional kommentieren, sondern die Fokusierung auf deutsche Sportler, die wichtiger als der Sport an sich sind fuer die ÖR.
    Sobald da kein Deutscher vorne bei ist, ist es uninteressant.

    Und dieses Argument, die meisten Zuschauer seien keine Kenner der Sportart und zu viel Fachwissen wuerde sie verschrecken, da kann ich nur lachen.
    Nehmen wir mal Snooker auf Eurosport, welcher Deutsche kannte diese Sportart ueberhaupt vor ein paar Jahren?
    Es gibt keinen deutschen Spieler, der konkurrenzfähig ist, in diesem Sport.
    Und dennoch schauen da mittlerweile mehr Leute zu, als wenn Eurosport Handball-CL zeigt.
    Warum?
    Einfache Antwort:
    Rolf Kalb
    Keiner kommentiert seine Sportart so gut wie er.
    Und er hat den Zuschauern die Regeln und die Feinheiten des Snookers verklickert, die haben nicht etwa verschreckt abgeschaltet, sondern es werden immer mehr.