Handball vorerst nicht
von Kirch-Insolvenz betroffen
08. Apr 2002 16:10
Die Fernsehgelder machen nicht die Hälfte des Etats aus. So hat das drohende Aus für das Deutsche Sportfernsehen keine direkten Folgen auf den deutschen Handball.
«Wir sind in der glücklichen Lage, dass die Fernsehgelder nicht die Hälfte der Vereinsetats ausmachen, sondern nur rund fünf Prozent», gab der Ligaausschussvorsitzende Heinz Jacobsen grünes Licht für den deutschen Handball. Die Handball-Senderechte liegen seit Juli 1999 bei den öffentlich-rechtlichen Anstalten. Der Vertrag mit der Sportrechte und Marketing Agentur GmbH SportA, einer hundertprozentigen Tochter von ARD und ZDF, wurde bis zum 30. Juni 2003 abgeschlossen und ist mit fast acht Millionen Euro dotiert. Für die Saison 2001/2002 stehen Vertragspartner DHB Fernsehgelder in Höhe von 1,53 Millionen Euro zu. Die Männer-Bundesliga erhält davon für ihre 18 Clubs rund 70 Prozent.
Auf TV-Präsenz verzichten
«Auch wenn nicht das Kirch-Unternehmen, sondern die Sportrechteagentur SportA Vertragspartner des Deutschen Handball-Bundes ist, so könnte die Insolvenz des Unternehmens doch Auswirkungen auf die Übertragung des Handballspiels der Woche im DSF haben», erklärte DHB-Präsident Ulrich Strombach. Grund dafür ist, dass das DSF als Zweitrechteverwerter einmal pro Woche ein Spiel der Männer-Bundesliga live überträgt und zudem in den vergangenen Jahren live von den Europa- und Weltmeisterschaften der Männer und Frauen berichtete.
Ein Wegfall des DSF könnte sich so auf die geplante Zentralvermarktung von DHB, Bundesliga und Männer-Nationalmannschaft negativ auswirken. Durch den damit verbundenen Verlust des «Spiels der Woche» müssen die Bundesligisten möglicherweise auf eine planbare TV-Präsenz verzichten, was sich direkt auf die Akquise potenzieller Werbepartner auswirken würde. (nz)
Quelle: Netzeitung.de