Am Ende fehlte Nord nur ein Tor
Handball. Der TSV Nord Harrislee unterlag dem BVB Dortmund mit 31:32.
HARRISLEE. Nach einem tollen Spitzenspiel und einer 31:32 (15:17)-Niederlage gegen den BVB Borussia Dortmund verlor der TSV Nord Harrislee in der 2. Handball-Bundesliga der Frauen die Tabellenführung. Das Team von Trainer Thomas Blasczyk hatte alles gegeben, toll gekämpft und auch gut gespielt, doch zwei kleine Schwächephasen kosteten am Ende den Sieg. Der BVB, dessen Ziel das Erreichen der Qualifikationsrunde und der Wiederaufstieg in die 1. Liga ist, hatte die stärkeren Individualistinnen in seinen Reihen, wäre jedoch fast am Harrisleer Kollektiv gescheitert.
Der TSV Nord begann stark und konzentriert und lag bis zum 9:7 immer mit einem bis zwei Toren in Front. Doch zunächst wurden drei Chanen für eine Dre-Tore-Führung ausgelassen und dann wurde eine Überzahl von 6:4 nicht genutzt. Stattdessen glich Dortmund, trainiert vom ehemaligen Bundesligaspieler Thomas Happe, zum 10:10 aus und ging sogar 12:10 in Front. Der BVB führte nach 16:13 zur Pause mit 17:15.
Nach der Pause der Ausgleich
Das Heimteam hatte in der Halbzeitpause neuen Mut geschöpft. Mit guten Aktionen und druckvollem Spiel aus dem Rückraum gelang nach 19:20 bei 22:22 der erneute Ausgleich. Doch reichte die Kraft nicht, das Spiel zu kippen. Vor allem der starke BVB-Rückraum mit der Holländerin Irina Pusic, Manuela Fiedel, die schon zu Erstligazeiten des TSV Nord mit Frankfurt/Oder in Harrislee gespielt hat, und Svenja Spriesterbach, war nicht zu halten. Eine weitere kleine Schwächephase des Heimteams sorgte für einen 23:28-Rückstand. Die Partie schien gelaufen.
Doch mit enormem Kampfgeist machten die Harrisleerinnen neue Kräfte frei. Die Aufholjagd in einer furiosen Schlussphase endete nach 27:29 und 29:30 nach 28 Minuten und zwei Sekunden im 31:31-Gleichstand. Irina Pusic brachte dann den BVB mit 32:31 in Front. Im Gegenzug scheiterte Nords Melanie Warr von Außen an Dortmunds Keeperin, der holländischen Nationaltorhüterin Jokelyn Tienstra, die mehrere Jahre im dänischen Anja-Andersen-Klub Slagelse spielte. Der BVB konnte den "Matchball" nicht verwerten. Manuela Fiedel setzte einen Strafwurf an den Pfosten. Die letzten 20 Sekunden agierten die Nordspielerinnen dann zu hektisch, es konnte keine klare Chance herausgespielt werden, der letzte verzweifelte Wurfversuch von Jana Lembke wurde geblockt.
Bestnoten
Beim TSV Nord verdienten sich neben Torhüterin Steffi Petersen, Randy Bülau und Kaja Schmäschke Bestnoten, auch wenn ihnen bei ihrem risikoreichen Spiel einige Fehler unterliefen. Bei den anderen fehlte trotz der tollen kämpferischen Leistung diesmal ein kleiner Tick, um erneut einem Topfavoriten ein Bein stellen zu können.
"Wir haben uns gegen dieses mit Topspielerinnen bestückte Dortmunder Team sehr gut verkauft. Ich bin trotz der knappen Niederlage stolz auf meine Mannschaft, dabei vor allem auf die kämpferische Einstellung mit der tollen Aufholjagd am Ende. Wir hätten ein Unentschieden verdient gehabt", kommentierte Nord-Trainer Thomas Blasczyk.
TSV Nord Harrislee: Petersen, Waide (n.e.) - Clausen, Pinske (n.e.), Schmäschke 6, Warr 4, Diedrichsen 1, Schibrath 2, Lenke, Maassen 6/5, Vogeler 2, Bülau 8, Lembke 2, Claussen (n.e.).
BVB Borussia Dortmund: Tienstra, Titze (n.e.) - Porvaznikova 1, Pusic 7, Spriesterbach 10, Abdoelhafiezkhan 8/2, Robben 2, Barz, Glathe, Köhler, Fiedel 4/1.
Harald Jacobsen