So, hier ist mal der Artikel der KN:
ZitatSG-Coach Andersson redet den THW groß
Flensburg – Kent-Harry Andersson ist ein besonnener Mensch. Ein Mann, der die Leistungen anderer anerkennt und jeden Gegner respektiert. Wenn der Trainer der SG Flensburg-Handewitt an den THW Kiel der Saison 2007/2008 denkt, verwandelt sich der gängige Respekt fast in Ehrfurcht. „Ich traue dem THW zu, dass er alle seine Titel erfolgreich verteidigt“, sagt er. „Kiel ist die beste Mannschaft der Welt – und in jeder Halle der Bundesliga Favorit.“ Die Flensburger vor 6000 lärmenden Zuschauern am Sonnabend (15 Uhr, der NDR wird nicht live übertragen) in der Campushalle nur der Außenseiter? „Ja“, bestätigt der Schwede und ergänzt. „Aber darin liegt vielleicht unsere Chance.“
Denkbar, dass der eher magere Auftritt in Essen (29:29) zu dieser signifikanten Zurückhaltung beigetragen hat. Aber mit der weißen Fahne wedelt noch niemand an der dänischen Grenze. „Wir müssen uns in punkto Körpersprache, Intensität und Wille um 50 Prozent gegenüber der Partie in Essen steigern“, fordert SG-Kapitän Ljubomir Vranjes. „Aber das kommt gegen Kiel fast automatisch.“ Die besser besetzte Bank und die vermeintliche Favoritenbürde der Kieler schrecken den kleinen Schweden keineswegs. „Wir sind in eigener Halle stark genug, jeden Gegner der Welt zu schlagen.“
Vranjes selbst wird mit seinen fast 34 Jahren womöglich noch eine weitere Saison in Flensburg dranhängen. Er selbst möchte sich im Moment nicht dazu äußern: „Vor so wichtigen und schweren Spielen ist keine Zeit, über die weitere Zukunft zu reden.“ Nach dem Nordderby folgen der Champions-League-Auftakt gegen Ciudad Real (27. September), der Bundesliga-Knüller in Hamburg (30. September) und das Heimspiel gegen Lemgo (3. Oktober).
Für diese schwere Phase können die Flensburger vielleicht auf einen „Joker“ setzen. Blazenko Lackovic hat seine Ärzte-Odyssee abgeschlossen und ist wieder in das Mannschaftstraining eingestiegen. Nach der Operation im Mai hatte nun eine konservative Behandlung beim DFB-Physiotherapeuten Klaus Eder in Donaustauf offensichtlich Erfolg. „Das Knie ist reizlos, die muskuläre Stabilität ist vorhanden“, sagt Mannschaftsarzt Dr. Hauke Mommsen. „Nun braucht er noch etwa drei Wochen, um wieder in Fahrt zu kommen.“ Ein Kurzeinsatz gegen Kiel ist aber nicht ausgeschlossen. nr
Und:
ZitatAlles anzeigenFlensburg fiebert Kiel-Derby entgegen
Leipzig (dpa) - Nach der Fast-Blamage in der 2. Runde des DHB-Pokals ist Flensburgs Trainer Kent-Harry Andersson einmal mehr als Psychologe denn als Einpeitscher gefragt.
"Wir müssen das Spiel in Stralsund schnell in unseren Köpfen abhaken und uns ganz auf Kiel fokussieren", sagte der Handball-Lehrer mit Blick auf den Flensburger Höhepunkt in der Bundesliga-Saison. Denn am 22. September steigt zum 58. Mal der Nord-Gipfel gegen Meister THW Kiel - die seit Jahren gelebte Rivalität ist auch nach den fünf vergangenen Derbys in Bundesliga, Champions League und Pokal alles andere als Routine. Aber um gegen den Erzrivalen zu bestehen, müssen sich die Flensburger, die im Pokal beim Zweitligisten Stralsunder HV nur zu einem 35:32 kamen, deutlich steigern.
"Wir wollen Kiel unbedingt besiegen. Ich erwarte ein großes Handballfest, eine Sehenswürdigkeit für Schleswig-Holstein", fiebert nicht nur SG-Sportdirektor Ander Dahl-Nielsen dem "Spiel des Jahres" entgegen. Andersson baute aber angesichts des übermächtig erscheinenden Triple-Siegers schon mal vor. "Ich traue dem THW zu, alle seine Titel erfolgreich zu verteidigen. Kiel ist die beste Mannschaft der Welt und in jeder Halle der Bundesliga Favorit", meinte der Schwede, der nach dem Zittersieg in Stralsund erkannte, "dass meine Mannschaft von der Reife her noch nicht so weit ist, eine solche Herausforderung souverän zu meistern." Klare Worte fand dagegen sein Kollege Noka Serdarusic, dessen Team den SC Magdeburg mit 44:27 überrannte: "Wir fahren nach Flensburg, um zu gewinnen."
Der Pokalauslosung in Dortmund blicken auch Vorjahresfinalist Rhein-Neckar Löwen, der Meisterschafts-Zweite HSV Hamburg und der TBV Lemgo gespannt entgegen. Die Löwen siegten dank einer Gala-Vorstellung des zehnmaligen Torschützen Uwe Gensheimer bei TuSPO Obernburg mit 40:23. "Für Obernburg war es das Spiel des Jahres, für uns eine Pflichtaufgabe, die perfekt gelöst wurde", resümierte Geschäftsführer Thorsten Storm, auf dessen Team am Samstag aber mit Lemgo ein anderes Kaliber wartet. Die Ostwestfalen sicherten sich durch ein 37:21 beim Oberligisten SC DHfK Leipzig den Einzug in die am 31. Oktober/1. November ausgespielte dritte DHB-Pokalrunde.
Ähnlich überlegen war der Auftritt von Hamburg, der den LHC Cottbus mit 35:18 deklassierte. "Wir sind froh, dass wir eine Runde weiter sind. Vor allem in der ersten Halbzeit war ein Klassen- Unterschied zu sehen", sagte HSV-Trainer Martin Schwalb, der wie Bundesliga-Rekordtorschütze Kyung-Shin Yoon (9/3) auch im Liga-Duell beim GWD Minden siegen will. Die Ostwestfalen schieden im Pokal als vierter Bundesligist neben Magdeburg, MT Melsungen und HBW Balingen-Weilstetten aus. "Ich hoffe, dass ich dort an meine Leistung anknüpfen kann", blickte der Südkoreaner Yoon voraus.
Minden unterlag nach einer desolaten Leistung überraschend beim Zweitligisten HC Empor Rostock mit 26:30. Die Balinger verloren das Süd-Duell gegen Frisch Auf Göppingen durch einen Treffer von Dragos Oprea eine Sekunde vor Schluss mit 27:28. Melsungen hatte bereits zuvor beim TV Korschenbroich nach Verlängerung mit 34:35 die Segel streichen müssen.
Von Sandra Degenhardt, dpa