Flensburg – Die SG Flensburg-Handewitt hatte im Buhlen um den „verlorenen Sohn“ keinen Erfolg. Handballstar Lars Krogh Jeppesen sagte dem Vizemeister gestern in einem Telefonat mit Thorsten Storm definitiv ab. „Jeppesen wird in der nächsten Saison nicht bei uns spielen“, bestätigte der SG-Manager.
Der Rückraumspieler, der am 5. März 27 Jahre alt wird, will Champions-League-Sieger FC Barcelona nach zwei Jahren wieder verlassen und in die Bundesliga zurückkehren (wir berichteten). Ein heißer Kandidat ist jetzt der THW Kiel - obwohl Jeppesen im Mai 2004 nach dem Gewinn der Meisterschaft mit der SG versprochen hatte, dass nur Flensburg bei einem Bundesliga-Comeback in Frage kommen würde.
Tatsächlich war der Kontakt zwischen der SG und dem dänischen Nationalspieler nie abgerissen. Als Jeppesens Abwanderungsgedanken Gestalt annahmen, schalteten sich die Flensburger in das Werben um den 1,98 m großen Halblinken ein. „Wir haben ihm gesagt, dass er immer zurückkommen kann. Wir haben mit Blazenko Lackovic zwar einen der besten Spieler der Welt auf dieser Position, er ist auch unsere klare Nummer eins. Trotzdem hätten wir Krogh gerne bei der SG gesehen, weil er sehr deckungsstark ist und eine Führungspersönlichkeit ist“, sagte Storm, der zuletzt in ständigem Kontakt mit Jeppesen gestanden hatte und sogar mit Trainer Kent-Harry Andersson nach Barcelona geflogen war.
Am Ende sprachen mehrere Faktoren gegen die SG. Der dänische Star will offenbar nicht als Gescheiterter dastehen, der zu seinem Ex-Club flüchtet, sondern eine neue Herausforderung suchen. Lackovic als Konkurrent auf seiner Angriffsposition spielte eine Rolle und nicht zuletzt auch die finanziellen Rahmenbedingungen des Transfers. Barça wird sich die Auflösung des bis 2009 laufenden Vertrages mit geschätzten 300 000 Euro bezahlen lassen, Jeppesens Jahressalär wird ebenfalls in einem stattlichen sechsstelligen Bereich liegen. Storm gesteht, das ein Jeppesen-Wechsel zum Erzrivalen Kiel „nicht sehr schön“ wäre: „Wir haben aber wirtschaftliche Grenzen, die wir nicht überschreiten werden, nur um andere Optionen zu verhindern.“ Neben dem THW bemühen sich auch die SG Kronau-Östringen und der VfL Gummersbach um den Dänen. Jeppesen selbst steht derzeit für Auskünfte zu seinen Plänen nicht zur Verfügung. JAN WREGE
(erschienen im Flensburger Tageblatt am 15.02.2006)