Beiträge von Olaf

    Der Punktabzug ist nicht die Höchststrafe. Es ist nur die größtmögliche Anzahl an Punkten, die abgezogen wurden. Die Höchststrafe wäre die Verweigerung der Lizenz für die kommende Saison gewesen.

    Insofern ist das Urteil milde.

    Offenbar hat die HBL klar und deutlich gesagt, dass der HSV nur die Chance hat, die Insolvenz von OmniSport zu verhindern, eine Regelung an der Satzung vorbei wird nicht angedacht.

    Jetzt bleibt also die Frage: wie verhindert der HSV die Insolvenz?

    Als erstes muss die OmniSport meines Erachtens von laufenden Zahlungen entbunden werden, also Gehaltszahlungen, Lizenznehmer-Zahlungen wegen der Fußballer-Raute, Hallen-Miete usw. Mit einem derartigen sponsorenunterstützten Maßnahmenpaket könnte man Omni Sport eventuell bis zum 1. Juli 2005 am Leben halten. Einnahmen aus dem Spielbetrieb müssten jedoch der OmniSport zufließen.

    Wenn der Zuschauerzuspruch weiterhin gut ist, also mehrfach die 8000er Grenze überschritten wird, könnte es klappen. Aber ob das die Perspektive ist, die sich die Spieler wünschen oder ob der 15. Januar das Ende einer großen Mannschaft bedeutet, ist mehr als fraglich.

    Eine Entscheidung über die Existenz ist gestern nicht gefallen, die Hängepartie geht unverdrossen weiter.

    der Gläubigerantrag wäre meiner Meinung nach kein Ausweg:

    Ich zitiere die Richtlinien:

    Die wirtschaftliche Leistunsfähigkeit des Lizenzbewerbers (Verein oder wirtschaftlicher Träger) ist jedenfalls dann nicht gegeben, wenn über das Vermögen des Vereins oder seines wirtschaftlichen Trägers während der Saison (Geschäftsjahr) das Insolvenzverfahren eröffnet oder die Eröffnung mangels Masse abgelehnt wird oder der Verein bzw der wirtschaftliche Träger selbst die Einleitung eines Insolvenzverfahrens beantragt.. In diesem Fall steht der betreffende Verein als 1. Absteiger aus der jeweiligen Spielklasse fest.

    Zitatende

    Von wem das Insoverfahren beantragt ist, spielt hier zunächst keine Rolle.

    Weiter im Text:

    Das gilt nicht, wenn der Verein bzw sein wirtschaftlicher Träger die Einleitung eines Insolvenzverfahrens wegen "drohender Zahlungsunfähigkeit" beantragt hat und der Insolvenzverwalter nicht die Insolvenzgründe "Überschuldung" und/oder "Zahlungsunfähigkeit" feststellt, d.h. dass bis zum Zeitpunkt des Antrages alle fälligen Zahlungsverpflichtungen erfüllt wurden.

    Für den Fall, dass die Insolvenz nach Ablauf des Spielbetriebes und vor Schluss des laufenden Geschäftsjahres (bei Vereinen bis 30.6.) eintritt, erlischt die Lizenz, die für das folgende Spieljahr erteilt wurde. Der Verein hat in diesen Fällen die Möglichkeit, noch einen Lizenzantrag für die dann gültige Spielklasse zu stellen.

    Zitatende

    mal einen kleinen Einwurf ins Thema zu bringen:

    Ausländer in der Bundesliga


    283 Spieler haben die 18 Vereine der Handball-Bundesliga für den Spielbetrieb in dieser Saison angemeldet. 108 von ihnen sind ausländischer Herkunft – fast 40 Prozent also (exakt: 38,16 %) und damit so viel wie nie zuvor. Unter ihnen die Besten der Besten, die Creme de la creme der internationalen Handballszene. Und der Boom setzt sich fort: die SG Flensburg-Handewitt, mit 11 Ausländern ohnehin Bundesliga-Spitze, verpflichtete schon jetzt mit dem Dänen Michael Knudsen (26) einen der weltbesten Kreisläufer für die nächste Saison. Was macht die Liga so attraktiv? Weshalb zieht es so viele Ausländer nach Handball-Deutschland?

    Der Slowene Roman Pungartnik (33), seit drei Jahren im Lande (zuerst in Wilhelmshaven, danach in Kiel), bringt es auf den Punkt: „Ich komme aus Celje und habe dort lange gespielt. Für mich stand immer fest: Wenn ich mal weggehe, dann nur in die deutsche Bundesliga. Sie ist die stärkste Liga der Welt.“ Pungartnik hätte es finanziell noch nicht einmal nötig gehabt. Seine Frau Iris und er sind gelernte Kaufleute, besaßen schon vor dem Wechsel in die Bundesrepublik eine Boutiquen-Kette namens „Socks“, spezialisiert auf italienische Socken, Strumpfhosen und Kniestrümpfe. „Ich spiele bei einem der besten Vereine der Welt. THW Kiel ist im Handball das, was Bayern München im Fußball ist. Was will ich mehr?“ sagt Pungartnik, der in 169 Länderspielen für Slowenien fast 700 Tore warf.

    Ein anderer Star, der 24-jährige Kroate Blazenko Lackovic (SG Flensburg-Handewitt), zieht einen noch universelleren Vergleich: „Die Bundesliga ist im Handball das, was die amerikanische NBA im Basketball ist. Hier wie da treffen die Besten der Welt aufeinander.“ Viktor Szilagy (26), Österreicher in Diensten von Tusem Essen und im vierten Jahr Bundesligaspieler, erklärt den Unterschied zu anderen starken Ligen: „In Spanien und Frankreich gibt es ebenfalls ein paar starke Klubs. Aber es sind eben nur drei oder vier, die ein hohes Niveau haben, zum Rest besteht ein starkes Gefälle. Die Bundesliga dagegen ist in ihrer Gesamtheit sehr stark.“

    Mit 15 % stellen schwedische Spieler den größten Ausländeranteil, vor Isländern (12 %), Norwegern (7 %), Dänen, Franzosen, Slowenen, Polen und Jugoslawen (alle 6 %). Die Vereine mit den meisten ausländischen Akteuren sind Flensburg-Handewitt (11), Nordhorn (10), Gummersbach, Kiel, Minden (alle 8) sowie Essen, Göppingen, Lübbecke und Magdeburg (alle 7). Die Vereine mit dem geringsten Anteil sind Lemgo und Schwerin (jeweils 2). Probleme mit Ausländern? „Nicht bei uns“, sagt Flensburgs Geschäftsführer Thorsten Storm. Unser skandinavischer Mix passt zu dieser Region sehr gut. Unser Team besitzt in Skandinavien wohl ebenso viele Fans wie in Deutschland.“ Sascha Schnobrich vom TV Großwallstadt bestätigt: „Unsere Isländer, Polen und Ukrainer sind voll integriert. Auch von anderen Bundesligisten sind mir keine Negativmeldungen bekannt. Sport überwindet eben Grenzen und Sprachen.“

    Natürlich reizen neben der sportlichen Attraktivität der Liga noch andere Dinge. Dazu der Kölner Spielervermittler und Berater Jochen Bergener, der in den vergangenen fünf Jahren ca. 50 ausländische Spieler in die Bundesliga transferierte: „In ihrer Heimat spielten viele dieser Stars vor ein paar hundert Zuschauern, hierzulande sind es viele tausend. Die Hallen sind voll, und es werden Zuschauerweltrekorde aufgestellt. Und dann die wirtschaftlichen Aspekte. Hier wird am meisten verdient – und die Gehälter werden meist regelmäßig gezahlt. Das ist im Ausland nicht immer so.“

    Im Schnitt kassieren Ausländer in der Bundesliga das zwei- bis vierfache ihres früheren Salärs. Obwohl er in Österreich zu den Topverdienern gehörte, erhält Viktor Szilagy nach eigenen Angaben hier „mehr als das Doppelte“. „Ich versuche, möglichst viel Geld zu sparen“, sagt der Slowene Pungartnik, „wenn ich eines Tages in meine Heimat zurückkehre, werde ich davon recht gut leben können.“ Flensburgs Kroate Lackovic hat zwar nichts dagegen, in Flensburg mehr zu verdienen als in Zagreb, doch für ihn zählen in erster Linie sportliche Gründe: “Mit Kroatien war ich Weltmeister. Jetzt will ich endlich auch Champions-League-Sieger werden und dazu Deutscher Meister!“

    Quelle: HBL Newsletter vom 21.12.2004, Handball Bundesliga

    es wird weitergehen mit dem HSV, da bin ich mir sicher. Dazu ist das Interesse am Standort Hamburg zu groß, da mag ein Uwe Schwenker noch so sehr dagegen wettern, weil es sich mit seinem Rechtsempfinden nicht deckt, aber es wird alles unternommen, den Handball in Hamburg zu retten.

    Zitat

    Original von Jenny
    Meine Güte war das geil :lol:

    Vor dem Spiel hatte ich richtigen horror die Campushalle zu betreten, aber nach 20 Minuten ging es mir ja so gut ....35 Minuten grottenschlechte Flensburger, allen voran Holpert und Solberg....ich hab mich jedenfalls sehr amüsiert und das die SG trotzdem noch gewonnen hat ? ....tja wenn man es gegen 6 Essener nicht schafft dann aber gegen 3....wow :rolleyes:

    *edit

    Und zur Stimmung in Flensburg ......naja permanentes Auspfeiffen des Gegners , ein hampelmann mit Megaphon und 5 Minuten vor Schluss sich mal von den Plätzen erheben....najaaaaaa ;)

    also hat es Dir sehr gut gefallen in Flensburg? Dann kannst Du ja jetzt öfter mal vorbeischauen

    Zitat

    Original von spiderman
    Olaf die befürchtungen bzw. die Anspielungen in Richtung FL kann ich nicht so ganz verstehen zumal sie in letzter Zeit gerade aus der Kieler Ecke vermehrt hier auftauchen die SG hat sich in JAHREN von einem Dorfverein zu einen Topklub in Europa entwickelt immer auf soliden Fundamenten hat seit Jahren international gespielt und Jahr für Jahr sein
    Sponsorenfeld ausgebaut und zum Teil recht clever eingekauft und keine Auflagen erhalten wie manch anderer Klub wo ist das Problem ?
    ob man nun die SG mag oder nicht es ist ein Top geführter Verein .
    mfg spiderman

    unbestritten, aber die Einkaufspolitik sieht mir zumindest etwas kurios aus. Vielleicht ist es auch nur einfach schwer vorstellbar, dass man in der strukturschwachen Gegend soviel Geld einsammeln kann. Ich habe einen Satz von T- Storm im Ohr, wo er davon sprach, dass man das Halbfinale der CL erreichen müsse, das ließ mich aufhorchen. Eine Saison ohne internationalen Wettbewerb ist zwar für Klubs wie Kiel, Flensburg, Magdeburg oder Lemgo fast ausgeschlossen, aber verdienen tut man ja nur in der CL und das auch erst spät.

    Dass Storm den Verein in die Weltspitze geführt hat, werde ich nicht in Frage stellen.

    Sascha kommt aus Lübeck, da gab es auch mal Bundesliga-Handball...

    Das von Sascha aufgestellte Szenario halte ich für das Wahrscheinlichste. Was allerdings auch bedeutet: egal was die Herren der Liga am 22. Dezember beschließen, die Sache wird damit nicht vom Tisch sein, wie es Frank Bohmann sich so sehnlichst wünscht.

    Man kann ja mal die völlig abwegige und aus der Luft gegriffene Frage aufwerfen, ob der Präsident des HSV e.V. aus seiner langjährigen Tätigkeit für die HBVM resp. HBL noch irgendwelche Erkenntnisse oder Geschichten vorrätig hält, die möglicherweise gegen den einen oder anderen Entscheidungsträger verwendet werden könnten. Ist natürlich Quatsch, aber man fragt sich ja ab und an schon, wie welche Entscheidungen zustande gekommen sind....

    Ich gestehe, dass ich dem Handball in Hamburg positiv gegenüberstehe, weil es für den Sport besser ist in einer Grostadt mit viel Tamtam vertreten zu sein, als in einem kleinen Dorf, dessen Name niemand kennen würde, wäre der ortsansässige Verein nicht gerade in der Bundesliga aktiv. Die Professionalisierung, die seit 10 Jahren läuft, mag man aus welchen Gründen auch imme rbedauern, sie hat dazu geführt, dass wir hier vor der Haustür den weltbesten Handball sehen können. Ich möchte, dass dass so bleibt.

    Hamburg hat als Standort viel für den Handball gebracht. Diese Negativschlagzeilen, die seit Anfang 2004 durch die Blätter fliegen, haben genau das gegenteil bewirkt. Immerhin scheint man mittlerweile erkannt zu haben, dass man die Wahrheit offensiv verbreiten sollte, statt intern zu mauscheln. Es bleibt aber, so der Eindruck, aber weiterhin eine Kriminalgeschichte, die da abläuft. Es gibt Gute und Böse, Intriganten und Opfer.

    Es wird hier immer wieder von den solide wirtschaftenden Vereinen berichtet, die angesichts des HSV-Dramas verarscht werden. Ob die Vereine alle so solide wirtschaften, wissen wir ja eigentlich gar nicht. Wenn ich mir anschaue, was Flensburg sich für einen Kader eingekauft hat, dann frage ich mich schon, was passiert, wenn man mal nicht das CL-Halbfinale erreicht (denn erst dann bleibt etwas Geld übrig). In Schwerin oder Wilhelmshaven hat man ebenso Geldsorgen wie andernorts. Der Unterschied ist derzeit noch, dass man dort nicht allzu großkopfert eine Supermannschaft zusammengestellt hat, in der Hoffnung auf eine goldene Zukunft.

    Das Hamburger Abendblatt, bisher übrigens immer die zuverlässigste und seriöseste Informationsquelle, schreibt heute wieder sehr sehr interessante Dinge. Das Bildwird langsam klarer:


    Die Welt schreibt:

    de Buhr steht für OmniSport, Jacobsen für den HSV e.V. deBuhr hält 70%, Jacobsen 30% an OmniSport.

    Jetzt geht es also darum, OmniSPort in die Insolvenz zu schicken und trotz anderslautender Statuten den HSV e.V. als wirtschaftlichen Träger zu installieren (oder, da ja neu strukturiert, vielleicht ein völlig neues Gebilde: Freunde und Förderer des HSV Handball oder so).

    Die HBL wird nun nicht umhinkönnen, dem HSV 8 Punkte abzuziehen, das scheint ja die Höchststrafe zu sein. Und dann wird man über den Passus in den Statuten reden, ob ein Wechsel des wirtschaftlichen Trägers nicht vielleicht doch möglich ist.

    Fortsetzung folgt...