Achso: Kretsche übrigens aus meiner Sicht weltklasse und bester Deutscher auf dem Platz. Die Schiedsrichter waren im Zweifel gegen uns und Heiner Brand hat mit seinen Wechselspielchen auch nicht gerade zur Erheiterung beigetragen. Aber irgendwas ist ja immer....
Beiträge von Olaf
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ach, godsson, das ist mir jetzt sowas von Latte, was Brand hätte machen können, sollen, müssen. Es ist genau das wieder einmal passiert, was irgendwie immer passiert. Man spielt phasenweise weltklasse, hat den Gegner weitestgehend im Griff und 10 Minuten vor dem Ende, wenn sie den Sack zumachen können, wird die Sache vergeigt. So war es in Schweden, so war es in Portugal, so war es heute.
Was die Jungs geleistet haben, verdient größten Respekt, sie haben fantastische Spiele gezeigt, aber ich hasse deja-vues
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Zitat
Original von spiderman
Der Unterschied sind solche absoluten Chaoten wie Goluza der gehört in keine Handballhalle der Welt einfach nur ätzend der Typ.
mfg spidermanVolle Zustimmung. Wie ein Mensch soviel Haßgefühlehervorrufen kann nei ansonsten gesitteten Leuten, ist unfassbar. Der Typ macht mich aggressiv!!!!!!!!!!!!!!
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völlig blödsinniger Artikel.
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bei oddset ist D leichter Favorit, bei betandwin Kroatien Favorit, gera ist unentschlossen
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Das Nervenaufreibenste wird ja wieder sein, dass - selbst wenn die Deutschen (ich hab zwar keine Ahnung, wie das passieren sollte, aber einfach mal angenommen) mit 4-5 Toren in Führung liegen sollten, die Kroaten so einen Rückstand locker wieder aufholen.
Ich befürchte einfach, dass unsere Jungs wieder eine nervliche Blockade bekommen. Bin jedenfalls schrecklich aufgeregt. Meikel wird seinem Zitatenschatz morgen Abend das eine oder andere hinzufügen können, fürchte ich

Sollten sie gewinnen, hoffe ich doch mal, dass es in Deutschland Straßenfeste geben wird. Unsereiner wird auf die Ringe in Köln strömen und spontan und völlig ungeplant den Verkehr niederlegen.
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Es geht dem Virtuosen ja nicht darum, dass sie nicht auflaufen würden. Logisch sind die dabei, soweit es irgend geht und es der Mannschaft dienlich ist. Aber ein nicht ganz so gesunder Balic wäre eine Schwächung der Kroaten.
Es wird sicherlich ein spannendes Finale, beide Teams werden alles geben. Hoffentlich mit einem guten Ende für unsere Jungs (Du wirst das sicher verstehen, virtuose,). Da die Kroaten gewohnt stark auf den Außenpositionen agieren werden, ist zum einen eine außergewöhnliche Abwehrarbeit nötig, zum anderen müssen unsere Außen endlich explodieren. Beim Rückraum habe ich eh alle Hoffnungen aufgegeben. Bälle in der Abwehr holen und den TG versenken.... Ich werde morgen wieder diese schrecklichen Bilder von der WM vor Augen haben, als ein Tempogegenstoß nach dem anderen bei Sola landete.
Ich hoffe, unsere Jungs schaffen es. Sie müssen einfach
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@ diddi...
hm...als ich das editiert habe, war Dein Link nicht als Link eingefügt. Und zwecks Usability habe ich das dann als Link dargestellt.
Da aber nun Dein Link als Link erscheint, bin ich etwas irritiert,man wird eben nicht jünger. Das muss die Aufregung der letzten Tage sein...
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das ist ja schon die eigentliche Sensation: 4 Turniere in 2 Jahren, 4 Mal Finale. Wann gabs das schon mal?
Also: Mit besserer Chancenverwertung ist es möglich....
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Mielke hat nicht nur ferngesehen, sondern auch das Zentrum des Massenprotestes, das ZDF-Forum durchforstet....Kling t nach Abschiedsbrief, was er so schreibt...Schade.
ZitatAlles anzeigen
Pinguine fliegen nichtIm Internet hat sich der Protest gegen das öffentlich-rechtliche Olympiaprogramm formiert. Auch der Kanzler ist "teilweise verärgert"
von André Mielke
Die Spiele hatten kaum begonnen, da trieb es einen schäumenden Internet-Nutzer schon ins ZDF-Diskussionsforum: Er habe bis eben geglaubt, sich als Einziger dermaßen über die Olympia-Berichterstattung aufregen zu können. Welch ein Irrtum.
Im Netz wird immer gemeckert. Aber diesmal war es mehr. Viel mehr.
Vielleicht, weil der Standort Deutschland gerade mit sich unzufrieden ist. Wahrscheinlich kam hinzu, dass viele deutsche Sportler in Athen nicht in die Gänge kamen und dass traditionsgemäß die Überbringer der schlechten Nachrichten vermöbelt wurden. Alles möglich. Als gesicherte Tatsache kann jedoch nur gelten, dass das öffentlich-rechtliche Fernsehen mit seinem Olympia-Auftritt - insbesondere in der ersten Woche - präzise das hingelegt hat, was sein schwadronierendes Personal Sportler und ihre Resultate betreffend so gern als "Debakel" bezeichnete.
Die ersten Entscheidungen im Aquatic Center waren kaum vorüber, da gab es schon jede Menge Wortmeldungen wie die von "Realist3": "Erst werden die Erwartungen hoch geschraubt: "Goldstaffel', danach gejammert! Man braucht sich nur die Jahresweltbestenliste anzuschauen, dann findet man unter den 20 Besten über 100m Freistil der Frauen auf Platz 1, 2, 4 und 13 Australierinnen; wer ist also der große Favorit?" Oder wie diese: "Immer dieses "Sie sind ja nur als Dritte angekommen, was war los?' Vielleicht ist das Mädel Bestzeit geschwommen, aber davon hat die Frau ja keine Ahnung..."
Wie "die Frau" heißt, das weiß inzwischen jeder. Die meisten Zuschauer assoziierten unisono, als "die Frau" und "dieser sächsische Schwimmer" sich aneinander kuschelten wie brunftige Tapire. Dabei soll es doch nur am Platzmangel gelegen haben. Jeder sah sofort, dass dies das Mitleid erregendste Duo seit den Wildecker Herzbuben war. Außer der ZDF-Sendeleitung. Wenn man gerade Programm macht, dann kann man's nicht auch noch gucken.
Es gab die Forderung, "die Frau" auch mal ins Wasser zu schubsen. Harald Schmidt fragt auf seiner Städte-Tour, ob sie für die "Alm" zu alt sei. Die Pointe läuft gut. Christa Haas ist der Shooting-Star unter den deutschen Olympia-Teilnehmern.
Aber sie ist nur das Gesicht des Debakels. Ihren Grundton hatte sie nicht exklusiv, der zog sich durchs Programm. Ein Internetnutzer konstatierte, das "Zweifelhafte Dümmliche Fernsehen" berichte über deutsche Athleten, "als wären andere Sportler gar nicht beteiligt". Jemand höhnte: "Lieber einmal mehr die entsetzte Antje Buschschulte zeigen als aktuelle Events..." Weltrekordverdächtig agierte die ARD, als sie den Auftritt von Franziska von Almsick ohne jedes Maß hoch jazzte und sich hinterher ausgiebig wunderte, dass Pinguine offenbar doch nicht fliegen können.
Und, meine Güte, sie sendeten ein Feature nach dem anderen. Viele neckische kleine Einspielerchen aus dem Archiv, nicht zu vergessen die kniffligen Rätsel. Ständig menschelte es, ob nun im Studio, auf dem Traumschiff oder der Dachterrasse mit Pantheonblick. Forums-Diskutant "Schlocks": "Auch die langatmigen gekünstelten Sendungen mit den Studiogästen sind überflüssig. Bringen sie Olympiasport direkt!" Noch angefasster wirkte "Keeny": "Jetzt platzt mir auch der Kragen: Kommt doch gerade jetzt genau der gleiche Beitrag von dieser Sängerin über ihre Stadt Athen, der heute Nachmittag schon einmal lief." Und, wenig später: "Jetzt noch so ein Beitrag über den "olympischen Geist'. Eine Sauerei ist das!"
Bisweilen wirkte es, als befänden sich die Programmlenker geistig noch in Lissabon, bei der Fußball-EM. Dort gab es täglich nur drei Netto-Stunden Sport, die man kräftig aufzublasen hatte. Bei Olympia liegen die Dinge umgekehrt. Es gibt viel, viel mehr Sport als Zeit. Da kann man sich aus seiner Informations- und Wettbewerbsübertragungspflicht auch nicht mit Digitalkanälen herausreden, die das Fernsehvolk, leider, leider, noch nicht akzeptiert hat.
Die Menschen wurden böse. Sie drohten, so wie "lischen88": "Tschau ZDF, ich schau nur noch Eurosport. Da geht es zuerst um Sport." Viele werden es versucht, die wenigsten durchgehalten haben. Eurosport ist was für Spezialisten. Sie haben dort zwar gute Leute und einigen Sachverstand, aber ein begrenztes Sortiment. Und alle zehn Minuten Werbung. Dem ZDF mit Eurosport zu drohen, das ist, als würde man ankündigen, wegen der Hartz-Reform nach Polen auszuwandern.
Das Olympiaprogramm ist ein Hochpreisprodukt. Wer wüsste das besser als die Gebührenzahler. Umso ärgerlicher sind elementare handwerkliche Fehler. Es scheint zum guten Stil zu gehören, Aufzeichnungen und Live-Schaltungen nicht als solche zu kennzeichnen und munter zu mixen. "Tom2cat" dazu: "Das war ja wie Sportberichterstattung aus den Anfangsjahren der privaten Fernsehsender, sprich: dilettantisch."
Übrigens haben ARD und ZDF soeben angeboten, sich zukünftige Olympiapakete mit den Privaten teilen zu wollen. Vor zehn Jahren hätte diese Aussicht noch für spitze Schreie gesorgt. Heute will man nicht mal mehr zusammenzucken.
Vorgestern hat nun auch der Bundeskanzler ARD und ZDF kritisiert, bei RTL übrigens. Er habe sich bei Olympia "teilweise geärgert". Das kam spät. Im Forum geht es längst gelassener zu. Inzwischen werden wieder die üblichen Probleme verhandelt. Ob Beckmann unerträglicher sei als Kerner oder umgekehrt? Gelegentlich setzt sich Steinbrecher als lachender Dritter durch. Man ereifert sich über den alliierten Protest gegen die deutschen Buschreiter und droht den Franzosen deshalb mit Krieg. Neuerdings werden sogar Sportreporter gelobt. Zaghaft. Der und der sei "gar nicht so schlecht", oder so. Immerhin.
Eventuell hat es mit dem sinkenden Ölpreis zu tun. Womöglich hängt es auch damit zusammen, dass die Leute wegen der Fußballerinnen, Handballer, Kanuten und Hockey-Damen besser gelaunt sind. Vielleicht spielt eine Rolle, dass von der deutschen Leichtathletik nicht mal mehr die übermütigsten Sportreporter Goldmedaillen erwarten konnten. Bestimmt liegt es daran, dass inzwischen Leute wie Gerhard Delling und Norbert König die Interviews in der Mixed Zone führen.
Außerdem dürfte manchem aufgefallen sein, dass es mit Michael Antwerpes und Rudi Cerne auch moderate Moderatoren gibt, solche, die nicht ständig um eine eigene Talkshow buhlen. Man hat beim Reiten erstklassige Fachkommentare genießen können. Beim Rudern oder Judo war ebenfalls einiges dazuzulernen. Es war nicht alles schlecht. René Hiepens erfolgsseliges Gestammel schon zwanzig Minuten vor dem Hockey-Triumph und noch gefühlte Jahrzehnte danach sei hier einfach mal ignoriert.
Christa Haas hat nach ihrer verhängnisvollen Affäre am Beckenrand noch Trampolinspringen und Sportgymnastik kommentieren dürfen. Es gab dagegen keine nennenswerten Demonstrationen. Wenn sie Glück hat, wird ihr das Missverständnis der ersten Tage nicht ewig anhaften. Es heißt, was Motorsport beträfe, da sei sie ungleich kompetenter. Es kann ja auch gar nicht anders sein. Vielleicht werden Tourenwagenrennen bis Peking ja olympisch.
Artikel erschienen am Sa, 28. August 2004
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Die 9,41 Mio vom Dienstag scheinen nun auch den Boulevard zu beeindrucken. Großer Aufmacher in der B.Z.:
ARD, 15.30 Uhr - SCHWARZER: Das sind meine Jungs fürs Gold!
Der Handball-Kämpfer stellt exklusiv in der BZ seine Handballer vor -
Herr Mielke hat sich mal ausgiebig mit dem Reiten beschäftigt. Und so Recht mag er die Dressurhüpferei wohl nicht, scheint mir...
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"Komm, tanz für deine Reiterin!"Carsten Sostmeier ist ein Pferdeversteher
von André Mielke
Nach all dem Genörgel soll jetzt auch mal Weihrauch verblasen werden, und zwar orgienartig. Es geht um Carsten Sostmeier. Er berichtet für die ARD über den olympischen Reitsport. Bisweilen scheint er die Grenze ins Transzendente zu überschreiten. Aber er macht ganz große Unterhaltung. Wer das nicht glaubt, der kann ihn heute noch einmal beim Springreiten erleben.
Sostmeier erkennt jede verkorkste Piaffe im Ansatz. Ihm entgeht keine noch so winzige Irritation in der Traversale. Er kann präzise erklären, warum die Hinterhand gerade zwangsläufig an den Oxer klappern musste. Aber das ist es nicht allein. Sostmeier blickt tiefer. Er sieht in die treuen braunen Augen, auf die aufmerksam gespitzten Ohren und die fröhlich wedelnden Schweife der edlen Rösser, er dringt zu ihren kristallklaren Seelchen vor, und was er dort vorfindet, das wird zu Poesie.
Spontan bricht es aus ihm heraus: "Halleluja, das ist eine Achterbahnfahrt im Sattel!" oder "Da hüpft dem Pferd das Herz im Leibe!". Der armen Bettina Hoy juchzt er zu: "Lass ihn fliegen! Meine Nerven! Lass ihn fliegen!" Und alle jungen Mädchen fliegen mit. Sostmeier ist vielleicht kein Pferdeflüsterer, aber ein Versteher allemal.
Den durchdressierten Wunderwallach von Ulla Salzgeber, feuerte er an: "Komm, tanz für Deine Reiterin, Rusty!" Rusty wollte unbedingt. Rusty schämte sich nämlich. Er war beim Grand Prix Special unartig gewesen. Er wusste, dass seine Ulla deshalb sehr traurig war. Nun wollte er es wieder gut machen. Wer Sostmeier länger zuhört, der glaubt fest daran, und auch, dass es der Lebenstraum eines jeden Hengstes ist, sich die Eier abklemmen zu lassen und dann sein Lebtag Pirouetten zu drehen. Andernfalls hätte es der Schöpfer ja so eingerichtet, dass Pferdesportpferde sprechen können, beispielsweise: "Kinder, ich bin vielleicht kein richtiger Kerl mehr. Aber ich hasse es trotzdem, halbseiden im Sand herumzutänzeln wie John Travolta in Saturday Night Fever."
Eine schwere Irritation jedoch mussten alle Pferdenarren verkraften. Als Ulla Salzgeber von Reinhold Beckmann gefragt wurde, ob Rusty denn vor seinem letzten großen Championat besonders "angespannt" gewesen sei, da war ihre Antwort: "Ich hab's ihm nicht erzählt, und ich glaube, er hat's gar nicht mitgekriegt." Am Ende behauptet Frau Salzgeber noch, Rusty könne nicht lesen. Die versteht eindeutig nichts von Pferden.
Artikel erschienen am Fr, 27. August 2004 in: Die Welt
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Schleudertrauma ist es wohl nicht, aber er hat beim Spiel gegen Spanien mit der Nase gebremst. Hens soll, so steht es auf der HSV-Seite zu lesen, auch wieder einsatzfähig sein. Schaunmermal
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Zitat
Original von Meikel
P.S. Kennt jemand gute Tauschbörsen?

ich hätte evtl auf der Viktoria-Tribüne noch etwas für Dich...
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herzlich willkommen! brauchst du eine kostenlose Einweisung in Hej-Spielername-Hej?
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ich habe Angst vor diesem Spiel....
Was unsere Handballer für einen Medien-Hype auslösen können, haben die letzten Tage bewiesen. Um das zu halten, ist ein Sieg überlebenswichtig. Und da unsere Handballler in solchen Momenten gerne mal wie das Karnickel vor dem Auto stehen, habe ich ernste Befürchtungen...
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ich hab da noch was Nettes aus der Tagespresse gefunden...
ZitatAlles anzeigen
Von: Thomas Kastler, aus: Mittelbadische Presse
24.08.2004
Olympische AlbträumeDas Handball-Finale: Unsere Europameister spielen um Gold - schon wieder gegen Frankreich.
Gestern Morgen bin ich schweißgebadet aufgewacht. Es muss ein olympischer Albtraum gewesen sein.
Heiner Brand, der Bundestrainer, ist mit den Nerven am Ende. Denn er hat keine Flügelzange mehr. Florian Kehrmann und Stefan Kretzschmar sind kurzfristig von den Spielen suspendiert worden, weil man sie am Abend zuvor in Athen auf dem Motorrad erwischt hat.
Die Verlängerung läuft schon. Da springt Kretzschmars Freundin Franziska van Almsick spontan von der Tribüne ins kalte Wasser - und schwimmt einen Tempogegenstoß. Weil sie kurz vor dem Tor wieder einzubrechen droht, beschließt der Handball-Weltverband IHF per Akklamation die Einführung des Golden Goals.
Franzi hält durch - und trifft.
Deutschland ist Olympiasieger. Und »Kretzsche« erklärt auf dem Höhepunkt seines sportlichen wie privaten Glücks den Rücktritt aus der Nationalmannschaft.
Doch dann kommt`s, wie es kommen muss.
Erst wird Brand, der sich noch auf dem Feld von Verona Feldbusch seinen weltweit bekannten Schnäuzer ein zweites Mal abrasieren lässt, anschließend von der Siegerehrung ausgeschlossen, weil beim Sicherheitscheck Terroralarm ausgelöst wird.
Tags darauf stellt sich auch noch heraus, dass die IHF die Regeländerung nicht mit der vorgeschriebenen Software eines Olympia-Sponsors verbreitet hat.
Die Franzosen tun das, was sie am besten können - sie ziehen vor den internationalen Sportgerichtshof. Der CAS cancelt das Golden Goal wegen Verstoßes gegen die guten olympischen Sitten - und wandelt es in ein Eigentor um.
Danach geht mit »Kretzsche« der Gaul durch. Der Linksaußen sattelt das vielseitige Pferd »Ringwood Cockatoo« und reitet die ganze Nacht im Galopp ums Quartier der Franzosen herum. Dabei grölt er dauernd: »Zicke-zacke, Hoy, Hoy, Hoy«. Und Franzi wird zur Erholung auf die Alm geschickt.
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und hier noch etwas aus der Schweiz, Schaffhauser Nachrichten:
Zitat
Mein Olympia-Highlight
Hexer, Magier und Eisklotzvon beat rechsteiner
Was war das nur für ein Spiel, Wahnsinn! Athen, Dienstagabend, Handball-Viertelfinal, Deutschland gegen Spanien. 27:27 nach 60 Minuten, 28:28 nach der ersten Verlängerung, 30:30 nach der zweiten, 32:30 für Europameister Deutschland nach dem Siebenmeterschiessen. Die späte Revanche der Deutschen für das Olympia-Aus vor vier Jahren in Sydney, als im Viertelfinal die Iberer mit 27:26 triumphierten. Ein Krimi mit drei Hauptdarstellern: dem Hexer, dem Magier und dem Eisklotz.
Der Hexer David Barrufet, Torhüter der Spanier, brachte die deutschen Werfer zur Verzweiflung. In 20 Minuten Verlängerung liess er lediglich drei Gegentore zu, ansonsten machte er den Laden dicht. Eine Leistung, die eine Goldmedaille verdient hätte - doch an diesem Dienstagabend wurde der Hexer vom Magier Henning Fritz, Keeper der Deutschen, gar noch übertroffen. Im Siebenmeterschiessen wurde dieser in vier Anläufen kein einziges Mal bezwungen, dreimal gehalten, einmal rettete der Pfosten. Als hätte er die Schützen mit einem Fluch belegt. Und dann war da noch der Eisklotz Daniel Stephan. So cool, dass ihm das Blut in den Adern gefriert. Die Zeit der ersten Verlängerung war bereits abgelaufen, beim Stand von 27:28 trat er zum Penalty an und zog dem Hexer den Ball über den Scheitel. Und ganz zum Ende war er es, der den entscheidenden Siebenmeter für die Deutschen verwandelte. Bei Superstars wie dem deutschen Handballpunk Stefan Kretzschmar zitterte das Händchen, nicht aber beim Eisklotz. Wahnsinn!
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Sehr schöner Bericht aus der Frankfurter Allgemeinen, da durchlebt man ein wenig das Spiel noch einmal...
ZitatAlles anzeigenGefühltes Gold
Von Christian Eichler, Athen
Jeder hatte seinen eigenen Film im Kopf. Jeder Film war reif für einen Oscar. Stefan Kretzschmar war die Szene ins Hirn gebrannt, als er erschüttert dastand nach seinem Fehlwurf im Sieben-Meter-Drama, mit dem Gefühl, "daß du das Ding verloren hast". Henning Fritz hatte die Nacht im Bett wachgelegen und "das ganze Spiel", den ganzen dramatischen Streifen noch mal vor Augen gehabt; die dreißig Würfe, die er hielt, die drei im Siebenmeterwerfen.
Heiner Brand konnte noch am Morgen danach kaum eine einzelne Filmszene herauslösen, ganz gegen seine Trainergewohnheit, noch am selben Abend Partien per Video zu analysieren, zu rationalisieren - zu emotional war es zugegangen, zu aufwühlend; statt Video gab es ein, zwei Bier und zufriedene Leere. Und Christian Schwarzer erinnerte sich nur wie durch eine Nebelwand, daß alles "abgelaufen war wie im Film". In dem war er "wie in Trance hoch- und runtergelaufen", von der körperlichen und mentalen Belastung "völlig ausgesogen, bis man gar nicht mehr weiß, was passiert".
Was passiert war, drückt die kühle Zahlensprache des Sports so aus: Deutschland - Spanien 32:30 (27:27 nach regulärer Spielzeit, 1:1 in der ersten Verlängerung, 2:2 in der zweiten, 2:0 im Siebenmeterwerfen). Die hitzige Bildsprache des Sports beschreibt es ausladender: Heldenabend, Titanenwerk, Schicksalsspiel, Traumresultat. Es war nur eine Vorentscheidung, nur ein Viertelfinale in einer von 301 Disziplinen der Olympischen Spiele; aber eine, deren Dramaturgie, Spannung, emotionaler Nährwert manchen von 301 Olympiasiegen aufwiegen konnte. Es war sozusagen eine gefühlte Goldmedaille. Und die richtige soll ja noch kommen, im Finale am Sonntag.
Blackout für Blacky
Als Daniel Stephan den Krimi mit Überlänge nach 140 Minuten mit seinem Siebenmeter beendete, stürzte das deutsche Team zu ihm hin, über ihn her. Nur Schwarzer blieb völlig entkräftet an der Mittellinie stehen: Blackout für Blacky, wie sie ihn nennen. "Es brach in diesem Moment so viel auf mich ein", sagte er zwei Infusionen und ein paar Stunden Schlaf später, "da ging nichts mehr." Schon nach vierzig Minuten wollte er auf die Bank. Aber dann spielte er fast die ganzen achtzig Minuten durch.
"Nur ein, zwei Minuten mußte ich mal raus." Wann das war? "Keine Ahnung, ich hatte im Spiel den Überblick verloren, in welcher Hälfte von welcher Verlängerung wir gerade waren." Auch anderen ging das so, als sich am Limit sportlicher Leistungs- und Leidensfähigkeit die inneren Zeitebenen und eingespielten Routinen verschoben. Einmal kam Markus Baur ins Spiel und forderte Manndeckung, wie man sie kurz vor Ende bei Rückstand und gegnerischem Ballbesitz als letztes Mittel probiert - dabei drohte noch gar nicht der Schlußpfiff, nur das Ende einer Hälfte einer Verlängerung.Mit dem Rücken zur Wand
Torwart Henning Fritz, der 51 Prozent aller Würfe hielt, war zu Recht der gefeierte Mann. Doch der stille Gewinner hieß Christian Schwarzer, der 34jährige, nimmermüde Veteran am Kreis - ein sachlicher Norddeutscher, der in Barcelona gespielt hat, mit vielen Spaniern befreundet ist und auch im Triumph ihre Enttäuschung nachfühlen konnte. Ein Torwart steht immer im Blickpunkt, ein Kreisläufer steht immer mit dem Rücken zur Wand: einer menschlichen Wand aus schiebenden, haltenden Zweimeterkörpern. Ein Torwart bekommt Lob für den gehaltenen Wurf - für das Tor des Kreisläufers bekommt eher der das Lob, der ihn anspielte.
"Mit welcher Durchsetzungskraft, welchem Willen er Lücken gefunden hat, die eigentlich gar nicht da waren", sagte Bundestrainer Brand, "das habe ich noch nie bei einem Kreisläufer gesehen." In der ersten zehnminütigen Verlängerung war den Deutschen kein einziges Tor gelungen, nur Stephans rettender Ausgleich per Siebenmeter, den Schwarzer in der letzten Sekunde herausgeholt hatte. In der zweiten Verlängerung traf nur noch Schwarzer, mit seinen Treffern acht und neun. Beim letzten, seinem 898. für Deutschland, als er den Spaniern einen Abpraller wegschnappte, wußte der Gerd Müller des deutschen Handballs auch am Morgen danach nicht, "wo der Ball eigentlich herkam". Brand wußte nur so viel: "Seine Tore haben uns gerettet, nicht nur die Paraden von Henning Fritz."
Dutzende SMS auf dem Handy
Die Resonanz war gewaltig: Handball als deutsche Herzenssache, immer wieder neu entdeckt. Dutzende SMS auf dem Handy, die Mailboxen voll, bei Kretzschmar auch eine Gratulation von Basketballstar Dirk Nowitzki. "Man sieht, wie die Leute zu Hause mitfiebern", sagte Schwarzer. "Wir werden alles tun, daß es noch mehr wird." Daß der Halbfinalgegner Rußland heißt, stärkt die Zuversicht. Es ist eine alte, eher langsame Mannschaft mit dem 42jährigen Torwart Andrej Lawrow, der im Viertelfinale Favorit Frankreich entnervte.
"Die Russen liegen uns eigentlich gut", findet Brand. Schwarzer sagt es mit der speziellen Mischung aus tatkräftiger Erschöpfung und souveräner Wurstigkeit, die nach einem solchen Spiel ausdrückt, daß einen nun nichts mehr erschüttern kann: "Die Russen müssen sich über uns Gedanken machen, nicht umgekehrt." Angstgegner bezwungen, Glück erzwungen - bei so viel psychischer Befreiung konnten die physischen Lasten nicht lange drücken. "Die EM war viel härter, acht Spiele in zehn Tagen", fand Schwarzer. Bei Olympia bleibt mehr Zeit fürs Erholen. Am Mittwoch wurde nur gejoggt, dann war freier Nachmittag mit Frauen und Familien, und abends zur Leichtathletik.
Krimi, Melodram, Monumentalstreifen
Entspannung nach einem Film, der alles war, Krimi, Melodram, Monumentalstreifen - auch Werbefilm für eine Wiederentdeckung: deutsche Tugenden, Folge X, Fortsetzung sicher. "Wir haben nie aufgegeben", sagte Schwarzer. "Wir haben die Tugenden gezeigt, vor denen die anderen Angst haben." In Sydney 2000, sagte Brand, "waren wir spielerisch stärker, aber keiner hat uns was dafür gegeben". Diesmal ist weniger Spiel im Spiel, aber mehr Wille und Glaube und Glück.
Für viele im Team wird es das letzte Turnier sein, die letzte Chance - sie suchen sie mit letzter Entschlossenheit. So wie Christian Schwarzer. Die letzte große Rolle, und der Titel des Films: vielleicht "Abschiedstour zum Gold"? Frage an den Star, ob es das trifft? "Sieht ganz so aus." Freitag gegen Rußland, vielleicht noch so ein Schwarzer-Tag für den deutschen Handball.
Text: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26. 8. 2004, Nr. 198.
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na endlich, unser Andre Mielke hat den Handball entdeckt...und findet komischerweise kaum etwas, um daran zu mäkeln...
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Nur Haasprediger und Beckmannbasher?
Ausgezeichnet: Olympia bei ARD und ZDFvon André Mielke
aus: Die Welt, 26.08.04Alle schwärmen von diesem sagenhaften Handballspiel. Und den Hockeyfrauen! Die Wassergrabenreiter erst! Aber wer verschwendet ein Lächeln an die Fernsehschaffenden, die in Athen mit fulminanten Sendeleistungen brillieren? 5000 Watt und mehr, wer würdigt das? Niemand. In diesen Dingen kennt Deutschland keine Verwandten, sondern nur fanatische Haasprediger, Beckmannbasher und Steinbrecherbrecher.
Notgedrungen musste das ZDF jetzt selbst auf seine Verdienste hinweisen - mit einem kurzen Film im eigenen Programm, über Videotext, Internet und per Pressemitteilung: "IOC-Vizepräsident Dr. Thomas Bach hat - auch im Namen von Präsident Jacques Rogge - ZDF und ARD für ihre kompetente und umfangreiche Olympia-Berichterstattung gedankt. Bei einer kleinen Feierstunde im Athener International Broadcast Center überreichte Dr. Bach dem ZDF-Olympiaprogrammchef Eberhard Figgemeier und Moderator Michael Steinbrecher stellvertretend für das ZDF-Team symbolisch eine olympische Fackel."
Aus dem Text geht leider nicht hervor, ob dabei die Hymne intoniert wurde. Es gibt wohl auch kaum Grund zur Hoffnung, dass Steinbrecher inzwischen mit der symbolischen Fackel unterwegs nach Peking sein könnte. Aber man bekommt immerhin einen Eindruck von der verantwortungsvollen Arbeit des IOC: Dr. Thomas Bach und Jacques Rogge sitzen seit zwölf Tagen mit einem Eimer Knabberzeug in einer abgedunkelten Hotelsuite mitten in Athen. Sie gucken deutsches Fernsehen. Sie sind glücklich. So schön, so bunt hätten sie sich Olympia nicht vorgestellt. Möglicherweise ist ja das Popcorn nicht in Ordnung. Aber vielleicht muss man das ZDF auch mal so richtig gut finden dürfen. Meckern macht müde.
Außerdem hat der Sender nur in die Schlussphase der regulären Spielzeit des Handballkrimis ein paar entkrampfende Werbespots eingestreut. Vor der ersten Verlängerung jedoch schalteten sie - wider alle Erwartung - nicht zur Zwischenrunde im Schaukelpferdhochkegeln. Statt der zweiten Verlängerung zeigten sie - obwohl die Versuchung schier übermächtig gewesen sein muss - kein Steinbrechergespräch über den olympischen Geist an sich. Sie brachten das Siebenmeterwerfen. Alles. Mit Jubel hinten dran. Und dann war der wohltuend sachliche Rudi Cerne im Studio. Es war zu schön. Wahrscheinlich war der Fernseher nicht in Ordnung.
Artikel erschienen am Do, 26. August 2004